+Symptome.+ Der Anfall zeigt sich in der Regel beim Anfange in den

Augen, welche starr auf einen Punkt gerichtet sind, sich aber bei

weiterem Vorschreiten des Falles bewegen und unter das obere Augenlid

drehen und nur das Weiße sichtbar lassen; die Augenlider sind zuweilen

offen und hin und wieder geschlossen, die Augen selbst kreuzen sich

häufig und die Pupille mag sich erweitern oder zusammenziehen.

Die Muskeln des Gesichts werden zunächst angegriffen und die

Zusammenziehungen verursachen zu Zeiten schreckhafte Verzerrungen; der

Mund wird in verschiedenen Arten verdreht. Bei heftigen Anfällen, wenn

sich die Krämpfe über den ganzen Körper erstrecken, geräth derselbe

in Verzuckungen; der Kopf wird nach rückwärts oder nach einer oder

der andern Seite gezogen; der Körper kann steif oder verschiedenartig

verzerrt werden; die Finger sind eingekniffen, die Arme rück- oder

vorwärts gezogen oder gestoßen und in alle nur denkbare Stellungen

gekrümmt. Die unteren Glieder werden ebenfalls angegriffen, aber in der

Regel weniger heftig. Ein Anfall kann nur einige Minuten dauern oder

auch mehrere Stunden anhalten. Ein Kind mag zuweilen mehrere Anfälle

während des Tages haben, aber es wird immer zwischen jedem Krampf ein

Zwischenraum sein.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Das erste, was geschehen muß, ist, ein warmes Bad

zuzubereiten, in das das Kind sobald als möglich zu legen ist. Wo

nur eine leichte Verzuckung stattfindet, wird ein Fußbad mit ein

wenig Senf im Wasser hinreichen, in anderen Fällen aber muß der ganze

Körper gebadet werden. Während sich das Kind im Bade befindet, gieße

beständig kaltes Wasser auf den Kopf und halte damit an, so lange

der Kopf noch ganz heiß oder so lange bis die Anfälle vergehen. Wenn

aus dem Bad genommen, hülle man es in einen warmen Flanell oder in

eine wollene Decke und halte sich nicht einmal mit Abtrocknen auf.

Es muß 10 bis 20 Minuten, oder bis die Convulsion aufhört, im Wasser

gehalten werden. Wenn sich der Patient in Folge dessen nicht bessert,

gebe man eine Einspritzung von lauwarmem Wasser, das mit einem

Eßlöffel voll süßen Oels und ein wenig spanischen Seifen- (~Castile

soap~) Wassers vermischt werden mag, und wiederhole es so oft als

erforderlich, um eine Entleerung der Eingeweide hervorzurufen.

=Eclectische und Kräuterkur.= Bringe den Patienten in ein warmes Bad.

Man gebe die zusammengesetzte Tinktur der Lobelia und des spanischen

Pfeffers (~Compound tincture of lobelia and capsicum~) in Dosen von

15 bis 20 Tropfen. Nachdem die Verzuckung aufgehört hat, gebe man als

ein Abführmittel Enterozoa-Pulver (~Enterozoic powder~), besonders

wenn Würmer vorhanden sind. Ist das Zahnfleisch die Ursache, so

schneide man es auf. Nach dem Anfall wird das folgende als ein gutes

stärkendes Mittel gefunden werden. Man nehme Enzian (~Gentian~),

Gelbwurz (~Golden seal~), Balsam (~Balmony~), je 1½ Drachme in

Pulvern; Kardamon- (~Cardamon~) Samen, Sassafrasrinde, stachliche

Eschbeeren (~Prickly ash bark~), je eine Drachme, gemahlen; guten

Branntwein, ein halbes Pint. Mische und lasse es einige Tage stehen.

Dosis: Dreimal des Tages einen halben oder ganzen Theelöffel voll in

versüßtem Wasser. Wenn die Convulsionen Folge von Würmern sind, gebe

man Salz mit Wasser und folgende Einspritzung: Balsam (~Balmony~)

eine Unze, Alraun (~Mandrake~) drei Drachmen, Wasser ein halbes Pint;

koche und seihe es durch und füge dann hinzu: Stinkasant-Tinktur

(~Tincture of asafetida~) 5 Drachmen, Molasses 4 Unzen, Salz 3

Drachmen. Rührt die Convulsion von überladenem Magen her, so gebe

man die zusammengesetzte Tinktur der Lobelia und des spanischen

Pfeffers (~Compound tincture of lobelia and capsicum~) mit folgender

Einspritzung:

Wasserdost (~Boneset~) und Sennesblätter (~Senna~) zu gleichen

Theilen und hinreichend Wasser, um davon eine starke Abkochung zu

machen; zu jedem Pint der Abkochung füge man drei Drachmen Salz und

je eine Drachme Gagelrinde (~Bay berry bark~) und Lobelia hinzu. Gib

alle 10 oder 15 Minuten eine Einspritzung.

=Allöopathisch.= Bringe das Kind in ein warmes Bad. Wenn die

Convulsionen Folge von Ueberladung des Magens oder der Eingeweide

sind, gebe man ein schwaches Brechmittel, entweder Brechwurz-Syrup

(~Syrup of ipecac~) oder Antimonwein (~Antimonial wine~). Lege

Senfpflaster auf die Arme und Beine und gieb eine milde Einspritzung,

wie warmes Wasser. Stuhlgang verschaffe man vermittelst kleiner Dosen

von Rhabarber (~Rhubarb~) oder Magnesia. Jasmin-Tinktur (~Tincture

of gelseminum~) wird, wenn gleich beim Erscheinen der Symptome in

Dosen von 8 oder 10 Tropfen alle halbe oder ganze Stunde gegeben, das

Eintreten zuweilen verhindern.

=Homöopathisch.= Bringe das Kind in ein warmes Bad. Wenn die

Convulsion Folge überladenen Magens ist, gebe man sogleich ein

Brechmittel von lauwarmem Wasser, dessen Wirkung durch das Kitzeln

des Halses mit der Fahne eines Federkiels beschleunigt werden mag.

Die Heilmittel, welche zu geben sind, sind folgende:

~Nux Vomica.~ -- Wenn Verstopfung vorhanden war, die Krämpfe heftig

sind und von Schreien, Rückwärtswerfen des Kopfes verbunden und die

Augen verdreht sind. ~Pulsatilla~ mag abwechselnd gegeben werden.

~Veratrum.~ -- Wenn das Kind blaß und kalt ist und der Schweiß auf

der Stirne steht.

~Ipecacuanha.~ -- Wenn Anstrengungen zum Erbrechen gemacht werden.

Wenn die Krämpfe durch Zahnen verursacht werden und das Zahnfleisch

roth und geschwollen ist, so schneide es mit einem scharfen

Federmesser auf. ~Belladonna~ und ~Coffea~ mögen alle 10 oder 15

Minuten abwechselnd gegeben werden. Bei starkem Fieber gebe man

~Aconitum~, besonders wenn große Unruhe, Schreien und Auffahren

damit verbunden sind. Zucken die Muskeln der Augen und des Gesichts

convulsivisch, bei Drehen des Kopfes von einer Seite zur anderen,

eine Wange roth und die andere blaß, gebe man ~Chamomilla~ und, wenn

dies allein nicht wirkt, abwechselnd damit ~Belladonna~.

~Cina~ -- Wenn die Convulsionen von Würmern verursacht werden, die

Krämpfe sich auf die Brust erstrecken und der ganze Körper steif

wird. Man möge ~Mercurius~ folgen lassen oder es abwechselnd damit

geben.

~Ignatia.~ -- Wenn der Patient plötzlich mit einem heftigen Schrei

aus dem Schlafe auffährt.

~Hyosciamus.~ -- Bei plötzlichen Anfällen nach dem Essen, das Kind

schreit auf und wird unempfindlich, Zucken der Gesichtsmuskeln,

Schaum vor dem Munde und große Wildheit.

Wenn die Convulsionen beim Beginne von Ausschlagfiebern, wie Masern,

Scharlachfieber oder Pocken erscheinen, gebe man ~Coffea~ und

~Aconitum~. Darauf ~Bryonia~ und ~Belladonna~, die in der Regel den

Ausschlag zum Durchbruch bringen.

Erscheint die Convulsion im Verlauf eines Fiebers, so gebe man bei

Scharlachfieber ~Belladonna~ und bei Masern ~Bryonia~. Gewähren

diese keine Linderung, so gebe man ~Cuprum~ abwechselnd mit

~Belladonna~. Tritt innerhalb zwei Stunden keine Besserung ein, so

gebe man ~Stramonium~ und ~Cuprum~. Convulsionen in Folge von Schreck

erfordern ~Opium~, besonders wenn ein Zittern des ganzen Körpers

stattfindet, das Kind daliegt, als ob es betäubt wäre, schwer und

schnarchend athmet und das Gesicht fast blau ist. Hilft ~Opium~

nicht, so gebe man ~Stramonium~ oder ~Ignatia~. ~Hyosciamus~ bei

Schaum vor dem Munde, Zucken der Gesichtsmuskeln. Treten Convulsionen

in Folge von Schlägen oder Fallen aus den Kopf ein, so gebe man

~Arnica~.

Zuweilen treten Convulsionen ein, wenn eine Erkältung sich von den

Lungen nach dem Kopfe zieht. In solch einem Falle bringe das Kind in

ein warmes Bad, mache Kaltwasser-Umschläge auf den Kopf und beharre

in dessen Anwendung, bis die Ursache nach den Lungen zurückkehrt, was

an dem schwierigen Athmen, Rasseln &c. erkannt werden kann. Innerlich

gebe man ~Belladonna~ und ~Cuprum~ abwechselnd; später ~Opium~ und

~Camphor~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Heilmittel löse man 12

Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 10, 15 oder 20

Minuten der Strenge der Symptome angemessen, einen Theelöffel voll.

Verlängere die Zwischenräume mit dem Besserwerden des Kindes.

Zahnen (~Teething -- Dentition~).

Das Zahnen ist mit beträchtlicher Gefahr für das Kind verbunden und

das Durchbrechen der Zähne beginnt in der Regel in einem Alter von 5

bis 7 Monaten. Es kündigt sich durch Röthe, Hitze und Empfindlichkeit

des Zahnfleisches, sowie durch den Speichelfluß an. Zuweilen ist

damit Thränen der Augen, Fieber, Verdrießlichkeit, gestörter Schlaf

verbunden. Häufige Entleerungen der Eingeweide finden statt.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Wenn das Zahnfleisch heiß und geschwollen ist und

besonders wenn ein Blutandrang nach dem Kopfe bei Zucken der

Muskeln stattfindet, sollte das Zahnfleisch sogleich über dem Zahn

geöffnet werden, was in der Regel sofortige Linderung verschaffen

wird. Auch mag man das Kind auf einen harten Gegenstand, wie einen

Elfenbeinring, beißen lassen.

=Allöopathisch.= Bei Diarrhöe, wässerigem Stuhlgang und Grimmen gebe

man das Folgende:

Bleizucker (~Sugar of lead~) 8 Grane.

Essig 8 Tropfen.

Weißer Zucker 1 Drachme.

Weiches Wasser 1 Unze.

Mische es. Dosis: Drei- oder viermal des Tages einen Theelöffel voll.

Oder auch:

Eisenhut-Tinktur (~Tincture of aconite~) 1 Drachme.

Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) ½ Gran.

Wasser 6 Unzen.

Mische es. Dosis: Alle eine oder zwei Stunden einen Theelöffel

voll, bis die Diarrhöe theilweise gestopft ist. Wenn der Stuhlgang

hartnäckig ist, mag auch ein kleines Pflaster hinter dem Ohre

Linderung gewähren. Wird das Kind schläfrig, schreckt aus dem

Schlafe auf und hat Hitze bei Röthe des Gesichts, so sollten 3 oder

4 Blutegel hinter die Ohren gesetzt und Kaltwasser-Umschläge auf

den Kopf gemacht werden. Gleichzeitig gebe man zur Beförderung des

Stuhlganges folgendes:

Castoröl 1 Dessert-

löffel voll.

Hundekamille (~Mayweed~) 1 „

Reibe beides zu einem Teig und gib es als eine Dosis.

=Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- kann bei starkem Fieber, Unruhe und

wenn das Kind aufschreckt und schreit, gegeben werden.

~Belladonna.~ -- Besonders wenn das Kind nervös ist, der Kopf heiß,

das Gesicht geröthet, das Zahnfleisch geschwollen und roth, die

Pupillen erweitert und der Körper steif wird.

~Chamomilla.~ -- Vorzugsweise gut, wenn das Kind des Nachts

verdrießlich und unruhig ist, bei dem geringsten Geräusch auffährt,

im Schlaf zusammenzuckt und sich herumwirft, Röthe einer Wange,

ächzt und stöhnt, bei Diarrhöe einer wässerigen, grünlichen Masse.

~Chamomilla~ kann abwechselnd mit ~Belladonna~ gegeben werden.

~Coffea.~ -- Wenn das Kind unruhig ist und nicht schlafen kann und

etwas Fieber hat. Kann abwechselnd mit ~Belladonna~ gegeben werden.

~Ignatia.~ -- Bei fliegender Hitze, plötzlichem Auffahren aus dem

Schlafe und durchdringendem Schreien. Wenn die Diarrhöe gelblich,

bald darauf weißlich schleimig wird und gerinnt, gebe man ~Coffea~,

~Ipecacuanha~, oder ~Calcarea Carbonica~. Wenn sie grünlich ist,

~Mercurius~, ~Magnesia~, ~Chamomilla~ und ~Sulphur~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 6

Kügelchen in 6 Theelöffel voll Wasser und gebe alle 1, 2, 3 oder 4

Stunden, dem Falle angemessen, als Dosis einen Theelöffel voll von

der Lösung.

Verstopfte Nase oder Schnupfen (~Snuffles -- Cold in the Head~).

Dies ist ein gewöhnliches Leiden bei Kindern und ist die Folge einer

Entzündung der Schleimhaut, welche die Nasenhöhle einfaßt und durch

Erkältung hervorgerufen wird.

+Behandlung.+

=Eclectische und Kräuterkur.= Schmiere die Nasenhöhle mit Fett, süßem

Oel oder Schöpsentalg ein und befördere den Stuhlgang vermittelst

ein wenig Castoröl und Molasses, was gewöhnlich hinreichen wird,

oder gebe dem Kinde eine Dosis Katzenmünz- (~Catnip~), Isop-

(~Penny royal~), Salbei- (~Sage~) oder Balsam- (~Balm~) Thee.

Kampher-Olivenöl (~Camphorated olive oil~) auf der Oberfläche der

Nase eingerieben, wird zuweilen Linderung verschaffen.

=Homöopathisch.= ~Camphor~ -- ist das beste Mittel bei den

ersten Symptomen. Kann man nichts anderes als den gewöhnlichen

Kampher-Spiritus bekommen, so gebe man ein bis zwei Tropfen auf ein

Stück Zucker, löse dasselbe in einem halben Bierglas voll Wasser und

gebe alle zwei Stunden einen Theelöffel voll.

~Arsenicum.~ -- Wenn ~Camphor~ nicht hilft und besonders wenn

folgende Symptome vorhanden sind: Verstopfung der Nase, Ausfluß eines

wässerigen ätzenden Schleimes, welcher Röthe und Anschwellen der

betreffenden Theile verursacht. Gewährt dies keine Linderung, so gebe

man ~Ipecacuanha~.

~Nux Vomica.~ -- Besonders wenn die Nase nur wenig läuft, auch bei

Hitze im Gesicht und Verstopfung.

~Chamomilla.~ -- Wenn das Leiden Folge unterdrückten Schweißes, bei

Röthe und Entzündung der Augen, Anschwellen des Gesichts, und wenn

das Kind wunderlich und verdrießlich ist.

Ist die Krankheit hartnäckig, so gebe man eines der folgenden

Mittel: ~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Hepar Sulphuris~, ~Pulsatilla~,

~Euphrasia~, ~Silicea~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Von dem gewählten Mittel löse man 12

Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe, der Strenge der

Symptome angemessen, alle eine, zwei, drei oder vier Stunden einen

Theelöffel voll.

Mundschwamm (~Thrush or Apthæ~).

Dies ist eine Krankheit, zu der kleine Kinder innerhalb des ersten und

zweiten Monats oder auch des ersten Jahres nach der Geburt besonders

geneigt sind. Es besteht in einem eiternden wehen Munde, und zeigt

sich zuerst durch eine Röthe auf der Oberfläche der Zunge und rings am

Zahnfleische, sowie auch durch eine starke Trockenheit des Mundes. Bald

erscheinen weißliche Flecke, die sich bald auf die ganze Oberfläche des

Mundes ausdehnen. Hält dieser Zustand eine längere Zeit an, so wird der

allgemeine Gesundheitszustand angegriffen, die Krankheit dehnt sich auf

den Magen und die Eingeweide aus und hat Diarrhöe, Fieberhaftigkeit und

Abmagerung zur Folge.

+Ursachen.+ Mangel an Reinlichkeit ist gewöhnlich die Veranlassung

zu dieser Krankheit. Der Mund des Kindes sollte nach jeder Mahlzeit,

besonders wenn es aus der Flasche genährt wird, mit einem nassen

Läppchen gereinigt werden. Nähren des Kindes mit Zucker und Molasses,

oder das Saugenlassen von Zucker und Brod aus kleinen Beutelchen sind

andere Ursachen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Das wichtigste ist, den Mund des Kindes rein zu halten.

Einige Grane Borax in einem Theetassenkopf voll Wasser aufgelöst

und als Waschung verwendet, wird sich gewöhnlich als erfolgreich

bewähren. Ein gutes Mittel besteht auch in einer halben Drachme

aufgelösten Borax, einer Drachme Glycerin und einer Unze Wasser. Dies

mag bei gelinden Fällen angewendet werden.

=Allöopathisch.= Man gebe einen oder zwei Grane pulverisirten

Rhabarber (~Rhubarb~) und 5 Grane Magnesia in etwas Dille oder

anderem aromatischem Wasser täglich, um den Säurezustand des Magens,

der vorhanden ist, zu bewältigen. Bei Diarrhöe, einem wässerigen

Stuhlgang und Grimmen gebe man folgendes:

Pulverisirter Rhabarber (~Pulv. rhubarb~) 1 Skrupel.

Leptandrin 10 Grane.

Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 2 Skrupel.

Pulverisirter Zimmet (~Pulv. Cinnamon~) 10 Grane.

Mische es. Dosis: Alle drei Stunden 3 oder 4 Grane. Bei Hinfälligkeit

und großem Kraftverlust gebe man folgendes:

Aufguß von Calumba oder Cascarilla 5½ Unzen.

Zusammengesetzte Kardamon-Tinktur (~Compound

tincture of cardamons~) ½ Unze.

Verdünnte Salpetersäure (~Diluted nitric acid~) 1½ Drachme.

Mische es. Dosis: Dreimal des Tages einen Eßlöffel voll.

=Homöopathisch.= ~Borax~ in der Form von Pillen gegeben ist das beste

Mittel; man löse davon 12 in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe alle

3 Stunden einen Theelöffel voll. Eine Auflösung von Borax -- einige

Grane auf einen Theetassenkopf voll Wasser -- möge als Gurgelung

verwendet werden, in welchem Falle es nicht nothwendig ist, dasselbe

noch in irgend einer anderen Form zu geben.

~Mercurius.~ -- Bei Speichelfluß und Neigung zur Eiterung. Hilft dies

nicht, so lasse ~Sulphur~ folgen.

~Arsenicum.~ -- Wenn Mund und Hals zu eitern anfangen, der Eiter von

einer schwarzgelben Farbe und Diarrhöe bei großer Schwäche vorhanden

ist. Entspricht dies nicht, so gebe man ~Acidum Nitri~.

~Coffea~ und ~Chamomilla~. -- Entweder allein oder abwechselnd, wenn

der Mund trocken, heiß und sehr roth ist.

Wenn Verstopfung folgt, gebe dreimal des Tages ~Nux Vomica~. Die

anderen Heilmittel müssen ebenso wie ~Borax~ gegeben werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Tritt eine Störung in den Eingeweiden

ein, so gebe man den zusammengesetzten Syrup von Rhabarber und

Potasche (~Compound syrup of rhubarb and potassa~). Dosis: Alle 2

oder 3 Stunden einen Theelöffel voll. Wasche den Mund mit einem

starken Aufguß von blauer Schlangenwurzel (~Blue cohosh root~) und

Gelbwurz; versüße ihn mit ein wenig Zucker oder Honig und füge etwas

Alaun (~Alum~) hinzu. Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~),

einige Grane in ein wenig Wasser aufgelöst, wird empfohlen, den

Säurezustand der Eingeweide zu bewältigen; oder bei lockerem Zustande

gebe man präparirte Kreide (~Prepared chalk~) und lasse beiden einen

Tag um den andern eine gelinde Dosis Castoröl folgen. Ein schwacher

Aufguß von Anissamen (~Anise seed~), oder Katzenmünze (~Catnip~),

dem eine kleine Quantität minderkohlensaure Soda (Sodasalz --

~Subcarbonate of soda~ -- ~Sal Soda~) und ein oder zwei Tropfen

Paregoricum (~Paregoric~) beigefügt ist, wird dienlich gefunden

werden, das Kind zu beruhigen und die Entleerungen zu reguliren. Das

folgende ist ein gutes Gurgelwasser für den Mund des Kindes: Man

nehme Salbei (~Sage~), Isop (~Hyssop~) und Sumachbeeren (~Sumach

berries~) zu gleichen Theilen und mache eine starke Abkochung davon,

versüße es mit Honig oder Zucker und gebe zu einem halben Pint einen

halben Theelöffel voll pulverisirten Borax. Wasche den Mund häufig

damit. Auch Abkochungen von Salbei (~Sage~), Krätzwurzel (~Gold

thread~), Brombeerwurzel (~Black berry root~), rothe Himbeerblätter

(~Red raspberry leaves~) werden zuträglich gefunden werden.

Verstopfung und Diarrhöe.

Bei Verstopfung der kleinen Kinder ist es nicht rathsam, Abführmittel,

wie Castoröl, Bittersalz (~Epsom salts~) &c. zu geben, statt deren

bediene man sich einfacher Einspritzungen von warmem oder kaltem

Wasser. Diese wirken milder und mehr naturgemäß. Diarrhöe ist eine

nicht seltene Plage der Kinder und wird in der Regel durch übermäßiges

Füttern, Erkältung, ungesunde Kost, Zahnen &c. verursacht. Sorge sollte

getragen werden, daß die Diarrhöe nicht zu plötzlich gestopft wird,

besonders wenn stark wirkende Medizinen angewendet werden.

Wegen der Behandlung dieser Zustände siehe Abtheilung ~I~, Kapitel 12.

Kopfwassersucht (~Hydrocephalus~).

Dies ist eine Ansammlung von Wasser im Schädel und befällt Kinder sehr

häufig.

+Symptome.+ Eine Entzündung, welche Wassersucht hervorruft, geht in

der Regel sehr langsam und allmählig vor sich und es treten daher

keine sehr heftigen Symptome ein. Eines der gewöhnlichsten Symptome

ist Schläfrigkeit; der Patient legt seine Hände auf das Haupt und

gibt so augenscheinliche Zeichen des Leidens und Schmerzes; die Zunge

ist mit einem weißen Schleim bedeckt, der Kopf ungewöhnlich heiß, das

Athmen schwierig und mühsam, die Augen stumpf und schwer, der Puls ist

schwach, während die Adern des Nackens und der Schläfe heftig schlagen,

der Kopf vergrößert sich allmählig, die Eingeweide sind verstopft, der

Appetit verschwindet. Schreitet die Krankheit vor, so ist das Kind

geneigt, fortwährend zu schlafen.

+Ursachen.+ In einigen Familien scheint eine Anlage hierzu vorhanden

zu sein. Unter den hervorragendsten Ursachen mögen Zahnen, Diarrhöe,

Schläge, Fallen, Erkältung, chronische Entzündung des Gehirns gezählt

werden.

+Behandlung.+

=Homöopathisch.= ~Bryonia~ und ~Helleborus~ -- sind die Hauptmittel,

besonders wenn das Kind schläferig ist, der Kopf heiß, die Füße kalt,

bei Schlafen mit halboffenen Augen.

Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe jede Stunde

oder alle zwei Stunden einen Theelöffel voll. Wenn dies nicht

innerhalb einer kurzen Zeit hilft, so gebe man ~Opium~ und ~Sulphur~

in derselben Weise. Nachher ~Belladonna~ und ~Helleborus~ in

derselben Weise.

Dr. Pulte in Cincinnati empfiehlt, daß, wenn das Kind schläfrig wird

oder heißer Kopf, halb offene Augen und andere Symptome erscheinen,

Eiswasser in einem kleinen aber beständigen Strom aus den Kopf

gegossen werden sollte, bis das Kind erwacht oder in einen sanften

Schlaf verfällt. Innerlich giebt er ~Bryonia~ und ~Helleborus~

abwechselnd; alle halbe Stunden einen halben Theelöffel voll und

verlängert allmählig die Zwischenräume. Diese Behandlung sollte

nothwendig 24 Stunden fortgesetzt werden, bis das Kind außer Gefahr

ist. Es ist wichtig, daß das Wasser fortwährend erneuert und der

Strom ununterbrochen erhalten wird. Ist der Stuhlgang locker, gebe

man ~China~ und ~Acidum phosphoricum~ allein oder abwechselnd, alle

zwei oder drei Stunden einen Theelöffel voll von der Lösung.

=Allöopathisch.= Aeußerlich wende folgende Salbe an:

Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 1 Drachme.

Schweinefett 2 Unzen.

Mische es und reibe damit jeden Abend die Kopfhaut ein.

Den Stuhlgang erhalte man vermittelst des folgenden:

Pulverisirtes Windenharz (~Pulv. Scammony~) 6 Grane.

Crotonöl 4 Tropfen.

Pulverisirter Stückzucker 16 Theelöffel

voll.

Mische es in einem Mörser. Alle ein oder zwei Stunden gebe einem

Kinde bis zu sieben Jahren einen Theelöffel voll.

Gleichzeitig nehme man folgendes:

Potaschen-Jodid (~Iodide of potassium~) 1 Drachme.

Wasser ½ Unze.

Mische es. Dosis: für ein Kind bis zu sieben Jahren alle Stunden 30

Tropfen.

Oder auch:

Cremor Tartari (~Cream of tartar~) 1½ Unzen.

Schwefelsaure Potasche (~Sulphate of potassa~) ½ Unze.

Pulverisirte Meerzwiebel (~Pulv. squills~) 2 Drachmen.

Brechweinstein (~Tartar emetic~) 2 Grane.

Mische es. Dosis: vier- oder fünfmal des Tages einen Theelöffel voll.

=Eclectische und Kräuterkur.= Senfpflaster sollten über die

Eingeweide, in den Nacken, auf die Handgelenke und die Knöchel

gelegt und kalte Wasserumschläge auf den Kopf gemacht werden. Behufs

gehörigen Stuhlganges gebe man ein Gran Fußblatt (~Podophyllin~)

und einen Theelöffel voll Cremor Tartari, was alle drei Stunden

wiederholt wird, bis sich die Wirkung zeigt. In einigen Fällen ist

folgendes dienlich:

Elaterium 4 Grane.

Salpetersäure (~Nitric Acid~) 6 Tropfen.

Alcohol 1 Unze.

Mische es. Dosis: 5 bis 10 Tropfen in Wasser für ein Kind von zwei

Jahren. Wiederhole es so oft als erforderlich.

Die Behandlung dieser Krankheit sollte einem geschickten Arzte

überlassen werden.

Remittirendes Fieber der Kinder.

Zu Anfang ist gewöhnlich große Mattigkeit durch mehrere Tage hindurch,

Reizbarkeit, Uebelkeit, trockne, aufgesprungene Lippen, Auffahren aus

dem Schlafe, Schläferigkeit und Betäubung vorhanden. Diese Symptome

nehmen zu, das Fieber tritt ein, sehr schneller Puls, belegte Zunge,

trocken und roth an den Rändern, kalte Endglieder, Stöhnen, Knirschen

mit den Zähnen, Zupfen an der Nase, dem Munde oder den Augen, sind

vorhanden, der Unterleib schwillt an, Verstopfung oder Diarrhöe von

Schleim, stinkender Substanzen, der Urin sieht aus, als ob er mit Milch

gemischt wäre.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Die Anwendung des kalten Wassers wird bei dieser

Krankheit zuträglich gefunden werden. Während des Fiebers hülle

das Kind in ein nasses Tuch und halte es gehörig zugedeckt, bis es

schwitzt, dann nehme es heraus und wasche es mit lauwarmem Wasser ab.

Wenn der Kopf heiß ist, so lege Tücher, in kaltem Wasser getränkt und

gehörig ausgerungen, auf denselben und wechsele sie häufig.

Unser Familien-Arzt · 第 40 / 51 段