Bereite einen starken Aufguß und nehme ein halbes bis ein Weinglas

voll alle Stunden, oder wenn immer der Kranke durstig ist.

Folgendes ist ein ausgezeichnetes Rezept:

Senf ½ Unze.

Wachholderbeeren (~Juniper berries~) 1 „

Rosenrothe Apocynum-Wurzel (~Milkweed root~) 1 „

Meerrettig (~Horse-radish root~) 1 „

Schwarze Flieder-Rinde (~Black elder bark~) 1 „

Alraun- (auch Schlafapfel-) Wurzel (~Mandrake root~) 1 „

Zwerg-Flieder Wurzel oder Rinde (~Dwarf elder root

or bark~) 1 „

Bittersüßwurzel-Rinde (~Bitter sweet bark from the

root~) 1 „

Presse dieses und füge eine Gallone gegohrenen Cider hinzu. Dosis:

Ein Weinglas voll dreimal des Tages vor dem Essen.

Auszehrung (~Consumption, Phthisis Pulmonalis~).

Unter Auszehrung versteht man im Allgemeinen die Abnahme des Körpers

aus irgend einer Ursache; gewöhnlich aber gebraucht man den Namen nur

mit Hinsicht auf die Lungenauszehrung, die durch die Erkrankung der

Lungen verursacht wird.

+Symptome.+ -- Die gewöhnlichen Symptome sind Husten, Brustschmerzen,

Fieber, heiße Hände, Füße und Wangen, Veränderung der Stimme, gekrümmte

Nägel, Ausfallen des Haares &c.

Anfänglich ist der Husten trocken und leicht und tritt öfters nur

des Morgens nach dem Aufstehen oder bei irgend einer Anstrengung

ein; Schwerathmen, dünner oder schaumiger, dem Schleim ähnlicher

Auswurf. Mit dem Fortschritt der Krankheit verursacht das Athmen mehr

Schwierigkeit und der Husten wird heftiger und schmerzhafter, die Haut

ist roth und heiß, in dem Innern der Hand und öfters auch auf den

Fußsohlen, verspürt der Patient ein brennendes Gefühl, der Appetit ist

verschieden und der Patient in dieser Hinsicht launisch, der Stuhlgang

unregelmäßig. Bei noch weiterem Fortschritt der Krankheit wird der

Husten immer heftiger und das Athemholen schwieriger; gegen Abend

tritt öfters Frösteln ein, während bei Nacht die Haut heiß ist und

sich gegen Morgen Schweiß zeigt, das Gesicht ist gegen Abend bedeutend

geröthet, der Appetit verliert sich, die Gesichtszüge sind scharf, in

der Brust fühlt der Kranke eine Zusammenziehung und Druck und öfters

auf beiden Seiten Schmerz. In diesem Stadium tritt häufig Lungenbluten

ein, oft auch hartnäckige Diarrhöe und der Kranke leidet von Schmerz in

den Gedärmen, hektischem Fieber und Durst. Je mehr sich die Krankheit

entwickelt, desto mehr verschlimmern sich die Symptome. Der Husten

hört beinahe nie auf und ist sehr schmerzhaft, die Gesichtszüge werden

sehr scharf, die Augen sind eingesunken, das Haar fällt aus, die Nägel

stehen einwärts gebogen, die Stimme wird schwach und heiser, Füße und

Aenkeln schwellen an und der Patient stirbt allmählig an Erschöpfung,

oder an plötzlichem Blutandrang in den Lungen, oder am Lungenbluten,

oder aus anderen Ursachen.

+Ursachen.+ -- Diese Krankheit ist gewöhnlich erblich. Andere Ursachen

-- alles was überhaupt den Körper schwächt und einen geschwächten

Zustand des Organismus hervorruft, z. B. große Aengstlichkeit, Trauer,

Enttäuschung, übermäßige Anstrengung, Befriedigung der Leidenschaften,

zu frühe Geistesanstrengung, Wohnen in feuchten, nicht gelüfteten

Zimmern, festes Schnüren und Gebrauch ungeeigneter Medizinen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Die Kost muß bei der Behandlung bedeutende

Berücksichtigung finden und sollte die Nahrung kräftig und leicht

verdaulich sein. Ochsenfleisch sollte allen anderen Fleischspeisen

vorgezogen und halb gar (~rare~) genossen werden; auch sind

Hammelfleisch, junges Geflügel, mürbes Wildpret, weichgekochte Eier,

Milch, Bier und Fisch zulässig. Leichte Mahlzeiten sind jederzeit

besser, als wenn der Patient zu viel ißt. Als Getränk mag Milch,

Wasser, Thee oder Cocoa gebraucht werden. Der Kranke sollte sich oft

Bewegung im Freien machen, wozu das Reiten sehr dienlich ist; jedoch

darf er bei dieser Bewegung nie erschöpft werden. Sehr dienlich ist

es, wenn man Brust und Schultern täglich mit Essig und Wasser wäscht

oder besprengt, wobei die Flüssigkeit anfänglich warm zu machen ist,

nach und nach gebraucht man sie etwas kälter, bis sie endlich ganz

kalt in Anwendung kommen kann. Das Schlafzimmer sollte groß und gut

ausgelüftet sein. Der Kranke darf weder der Kälte noch plötzlichem

Witterungswechsel bloßgestellt werden. Auf der Brust sollte er

Baumwollen- oder Wollenstoffe oder Pelzwerk tragen. Der Aufenthalt in

mildem Klima ist dem in irgend einem andern vorzuziehen. Man sagt,

daß New Mexiko oder das nördliche Texas den Auszehrenden am besten

zusagt; sowie auch Minnesota, Florida und Cuba. In Europa suchen die

Auszehrenden Pau und Biarritz in Frankreich, oder Malaga, Malta,

Sorrento, Palermo, Algier und Madeira auf.

=Allöopathisch.= Leberthran (~Cod liver oil~) ist bei der Behandlung

der Auszehrung sehr werthvoll, und manchmal wird der Patient, wenn

er dieses Mittel im ersten Stadium der Krankheit nimmt, kurirt,

während es in den folgenden Stadien Linderung verschafft. Es hilft

der Verdauung nach und verschafft dadurch dem Kranken Körperkraft

und Muskelzulage; es mildert den Husten, sowie alle die gewöhnlichen

Symptome. Ein Theelöffel voll Oel dreimal des Tages ist eine Dosis.

Das folgende ist eine der Art und Weisen, wie man dieses Mittel

verordnen kann:

Leberthran (~Cod liver oil~) 2 Unzen.

Ingwer-Syrup 2 „

Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of gum arabic~) 2 „

Nelkenöl (~Oil of cloves~) 6 Tropfen.

Mische.

Oder:

Citronensaures Ammoniak (~Citrate of ammonia~) 10 Grane.

Eisen 10 „

Chinin (~Quinine~) 10 „

Leberthran 2 Unzen.

Glycerin 2 „

Mische.

Dieses kann in Porter- oder Ale-Schaum oder nachdem man den Mund

mit Brandy ausgespült hat, was auch nach dem Einnehmen der Dosis

geschehen kann, genommen werden. Manchen schmeckt diese Arznei

angenehmer, wenn man sie salzt.

Mit diesem Heilmittel sollte man mehrere Monate oder selbst Jahre

lang fortfahren, wenn die Krankheit nicht vorher überwunden wird.

Alkohol enthaltende Getränke, Ale und Lagerbier werden empfohlen.

Diese Stimulanten sollten in kleinen Quantitäten genossen werden,

etwa zwei oder drei Löffel voll Branntwein oder ein halbes Glas voll

oder weniger Wein, oder ein halbes Glas voll Ale oder Bier. Man

trinke diese Quantität zwei- oder dreimal des Tages.

Kleien- oder Senfaufschläge werden die Schmerzen in der Brust

lindern. Dr. Ira Warren von Boston empfiehlt gegen den Husten das

“~Pulmonic Cherry Cordial~,” welches große Dienste leisten soll und

folgendermaßen zubereitet wird:

Gemahlene wilde Kirschenrinde 10 Pfund.

Brechwurz (~Ipecac root~) 20 Unzen.

Blutwurz (~Blood root~) 24 „

Meerzwiebel (~Squill root, bruised~) 12 „

Pulverisirte Lakritzenwurzel (~Pulverized

liquorice root~) 5 „

Kochenille (~Cochineal, bruised~) 2 „

Anissamen 32 „

Fenchelsamen (~Fennel seed~) 8 „

Orangenschale 16 „

Essigsaures Morphium (~Acetate of morphine~) 12 Drachmen.

Alkohol 8 Gallonen.

Wasser 8 „

Pulv. weißer Zucker 40 Pfund.

Schwefelsäure (~Sulphuric acid~) 1 Unze.

Mahle alle diese Artikel zu einem groben Pulver; mit Ausnahme derer,

bei welchen angegeben ist, daß sie pulverisirt oder zerquetscht

(~bruised~) werden sollen, und bringe alle in den Alcohol,

ausgenommen die wilde Kirschenrinde, das Wasser, den Zucker und

die Schwefelsäure. Lasse die Masse eine Woche lang stehen und

rühre tüchtig zweimal des Tages. Nachdem die Rinde von dem wilden

Kirschbaum zwei Tage lang in einem bedeckten Gefäß mit genug Wasser,

um dieselbe zu durchfeuchten, gestanden hat, so bringe man sie in

ein Sieb und schütte durch dasselbe acht Gallonen Wasser, füge den

Alkohol und andere Bestandtheile bei und lasse das Ganze noch weitere

drei Tage stehen, indem man jeden Tag zweimal rührt und nachher die

Flüssigkeit filtrirt und den Zucker und zuletzt die Schwefelsäure

beifügt. Dieser Anweisung nach werden 16 Gallonen bereitet, doch kann

die Quantität leicht durch Berechnung vermindert werden. Dosis: 1 bis

2 Theelöffel voll. Ist eine beruhigende Wirkung wünschenswerth oder

nöthig, so füge man ein wenig Morphium (~Morphine~) zu dem Präparat.

Das folgende wird gegen den Husten sehr dienlich sein:

Wilder Kirschensyrup 2 Unzen.

Lattichbitter (~Lactucarium~) 2 „

Mische dieses. Dosis: 1 oder 2 Theelöffel voll des Abends und Morgens.

Oder:

Tolu-Syrup (~Syrup of Tolu~) 1 Unze.

Meerzwiebel-Syrup (~Syrup of squills~) ½ „

Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) 2 Drachmen.

Paregoricum (~Paregoric~) 3 „

Gummi Arabicum Schleim ½ Drachme.

Mische dieses. Dosis: zeitweilig einen halben Theelöffel voll.

Eisen-Iodide-Tinktur (~Liquor of iodide of iron~), in Dosen von 12

zu 20 Tropfen in Wasser, dreimal des Tages verordnet, mag in manchen

Fällen von guter Wirkung sein, wenn der Patient nämlich sehr schwach

ist. Gegen die Nachtschweiße verordne man folgendes:

Aufguß von Peruvianischer oder Cascarilla-Rinde 4 Unzen.

Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of hyosciamus~) 1 Drachme.

Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) 1 „

Mische dieses. Dosis: einen Eß-Löffel voll dreimal des Tages.

Oder dieses:

Zink-Oxid (~Oxide of zinc~) 1 Drachme.

Schierling-Extrakt (~Extract of Conium~) ½ „

Bereite hieraus 20 Pillen und nehme eine derselben jeden Abend.

Sind die Schweiße sehr bedeutend, so wasche man den Körper mit

Brandy, Whiskey oder Alaun. Gegen die Diarrhöe kann dreifach

schwefelsaurer Wismuth (~Tris-nitrate of bismuth~), in Dosen von 30

Granen, entweder vor oder nach jeder Mahlzeit zu nehmen, verordnet

werden. Ist der Magen in Unordnung, so wird das Ansetzen zweier oder

dreier Blutegel auf die Magengrube, worauf man einen Kleieumschlag

auf die betreffende Stelle legt, gute Dienste leisten. Gegen das

hektische Fieber ist schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~)

ein ausgezeichnetes Mittel, wenn dasselbe in der Zwischenzeit in

Dosen von 10 zu 12 Granen gegeben wird. Manchmal mag auch mit Wasser

verdünnter und versüßter Essig in Dosen von einem zu zwei Theelöffeln

voll mit guter Wirkung gegeben werden. Auch ist das Abwaschen oder

Besprengen der Haut mit warmem Essig oder Spirituosen öfters sehr

wirksam.

=Eclectische und Kräuterkur.= Phosphorsaurer Kalk (~phosphate of

lime~), in Dosen von 10 Granen dreimal des Tages gegeben, wird sehr

empfohlen. Auch wird die salzsaure Eisen-Tinktur (~Tincture of

muriate of iron~), 5 Tropfen in einem Weinglas voll Wasser alle 3 bis

4 Stunden, in manchen Fällen sehr wirksam sein. Das folgende wird

empfohlen:

Blutwurz-Tinktur (~Tincture of blood root~) 1 Drachme.

Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract

of wild cherry~) 3 Drachmen.

Lakritzenaufguß (~Infusion of Liquorice~) ½ Pint.

Salz-Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 1 Drachme.

Mische dieses. Dosis: einen Eßlöffel voll alle zwei Stunden.

Manchmal wird eine Einathmung von folgenden Substanzen guten Erfolg

bezwecken:

Schwefelsäure (~Nitric acid~) 25 Tropfen.

Kampher 4 Drachmen.

Gerbersäure (~Tannic acid~) 4 „

Reiner geruchloser Alcohol (~Pure deodorized

alcohol~) 6 Unzen.

Mische dieses. Man befeuchtet mit einem oder zwei Theelöffel voll

dieser Mischung einen Schwamm, bringt diesen in ein Glas, hält

dasselbe vor die Nase des Patienten, läßt ihn den Dunst 10 oder 15

Minuten lang einathmen und wiederholt dies mehrere Mal des Tages.

Auch ist das Einathmen des durch geschmolzenes Harz (~Rosin~)

entstandenen Dunstes ein werthvolles Mittel. Gegen den Husten

gebrauche folgendes:

Andorn (~Hoarhound~) 1 Unze.

Wallwurz (~Comfrey~) 1 „

Nardensalbe (~Spikenard~) 1 „

Wasser 1 Gallone.

Koche dieses, bis noch 1 Quart der Mischung vorhanden, und füge ein

Pint Honig hinzu. Dosis: einen Eßlöffel voll dreimal des Tages oder

so oft als der Husten beunruhigt.

Oder dieses:

Flüssiger Schlangenwurzel-Extrakt (~Fluid extract

of black cohosh~) 1 Unze.

Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract

of wild cherry~) 1 „

Blutwurzel-Tinktur (~Tincture of blood root~) 1 „

Schwefelsaure Morphin-Tinktur (~Tincture of

sulphate of morphine~) 2 Drachmen.

Mische dieses. Dosis: einen Theelöffel voll drei- oder viermal des

Tages, oder wenn immer der Husten heftig ist.

Oder dieses:

Flüssiger Wildkirschen-Extrakt (~Fluid extract of wild

cherry~) 1½ Unzen.

Brechwurzsyrup (~Syrup of ipecac~) 1½ „

Balsamtolu-Syrup (~Syrup of balsam of tolu~) 1 Unze.

Bilsenkraut-Tinktur (~Tincture of Hyosciamus~) 1 „

Mische dieses. Dosis: einen Theelöffel voll, wenn immer der Husten

heftig ist.

Manchmal thut eine mäßige Chloroform-Einathmung gute Dienste. Die

Nachtschweiße mögen mittelst 10 oder 12 Tropfen Vitriol-Elixir,

welche in einem Weinglas voll Wasser vor dem Schlafengehen zu nehmen

sind, gemildert werden. Es wird von guter Wirkung sein, wenn man den

Körper mit einer aus Alcohol und Wasser bereiteten Mischung, wozu

Zimmetöl und Gerbersäure (~Tannic acid~) gefügt wird, mittelst eines

Schwammes abwäscht. Der Diarrhöe mag durch einen Brombeerwurzel-

(~Blackberry root~) Aufguß Einhalt gethan werden. Auch kann man zu

diesem Zwecke Paregoricum (~Paregoric~) und Catechugummi-Tinktur

(~Tincture of catechu~) gebrauchen. Tritt Lungenbluten ein, so sollte

der Patient viel von einem aus gleichen Theilen kurzblättrigen

Dreiblatts (~Beth root~) und virginischen Wolfsfußes (~Bugle weed~)

bereiteten Aufguß trinken; oder hie und da wird ein wenig Salz und

Wasser dem Bluten Einhalt thun. Die folgenden Recepte werden unter

„Auszehrung“ gegen Husten gefunden:

Ein aus weißem Andorn (~White hoarhound~) und mit Honig versüßter

Thee ist eine treffliche Hustenmedizin. Ebenso wird Thee, aus

Quittensamen (~Quince seed~), Flachssamen (~Flax seed~), Eibisch

(~Marshmallow~) oder Ulmenrinde (~Slippery elm~) bereitet, den

Husten lindern. Auch kann Meerzwiebelsyrup (~Syrup of squills~),

Lobelia-Tinktur, Brechwurzwein (~Wine of Ipecac~) und Paregoricum

(~Paregoric~), von jedem eine Unze, gebraucht werden. Mische dieses.

Dosis: einen Eßlöffel voll drei- bis viermal des Tages.

=Homöopathisch.= Leberthran (~Cod liver oil~) wird auch bei der

homöopathischen Behandlung mit Nutzen angewendet. Man mag dieses

Mittel in Dosen von einem Eßlöffelvoll dreimal des Tages verordnen.

~Calcarea Carbonica.~ -- Wird gebraucht, wenn folgende Symptome

vorhanden sind: Blasse Gesichtsfarbe mit schwermüthigem

Gesichtsausdruck; aufgedunsene Wangen, Launenhaftigkeit bezüglich

des Appetits, eher Neigung zur Hartleibigkeit als zur Diarrhöe,

aber manchmal unregelmäßiger Stuhlgang; leichter doch bestimmt sich

ausdrückender Husten; Schwerathmen, namentlich beim Treppensteigen,

oder wenn der Patient schneller geht als gewöhnlich; weiche,

schlotterige Muskeln; langsame Blutcirkulation; Schwäche. Bei mehr

vorgerücktem Stadium der Krankheit wird ~Lycopodium~ oder ~Nitric

Acid~ nützlicher sein als ~Calcarea~.

~Sulphur~ -- wurde von Hahnemann als ein Hauptmittel gegen diese

Krankheit bezeichnet. Man verwende dasselbe, wenn sich folgende

Symptome zeigen: Skrophulöser Ausschlag, Neigung, sich schnell eine

Erkältung dadurch zuzuziehen, wenn der Patient an die frische Luft

kommt; rheumatische Schmerzen in den Gliedmaßen ohne Anschwellung;

wankender Gang und Zittern der Hände; Gefühllosigkeit verschiedener

Körpertheile; die Schmerzen sind bei Nacht heftiger und werden durch

äußerliche Wärme gelindert; Schläfrigkeit; gestörter Schlaf; Gesicht

blaß, kränklich und schlaff; blaue Ringe um die Augen, trockene Zunge

und trockner Hals; weher Hals und Druck in demselben, als ob Klumpen

vorhanden wären; Magensäure; der Magen gegen Druck sehr empfindlich;

Uebelkeit nach dem Essen; Schmerz im Unterleib; schneidende Schmerzen

und Uebelkeit, worauf Diarrhöe folgt; Heiserkeit oder Stimmverlust;

trockner, kurzer Husten.

~Phosphorus.~ -- Für leichtgebaute Personen mit heller Gesichtsfarbe

gegen kurzen, trocknen Husten, Kurzathmigkeit, große Abzehrung,

Diarrhöe und Schweiß zu gebrauchen.

Andere Heilmittel sind: ~Ferrum~, ~Silicea~, ~Phosphoric Acid~,

~Lobelia~, ~Nitric Acid~, ~Iodine~, ~Belladonna~, ~Hamamelis~ und

~China~. Diese Heilmittel sollten unter Anordnung eines tüchtigen

Arztes gebraucht werden.

+Verordnung der Heilmittel.+ Man nehme von dem gewählten Heilmittel

eine Dosis (6 Kügelchen) dreimal des Tages, oder wenn die Symptome

dazu veranlassen, eine Dosis alle eine, zwei oder drei Stunden.

Brustquetschung (~Contusion of the Chest~).

Wird die Brust durch einen Schlag oder Fall beschädigt, so gebrauche

man Arnica-Tinktur äußerlich. Wenn aber aus Veranlassung der

Beschädigung Bronchitis oder Brustentzündung oder andere Krankheiten

entstehen sollten, so behandle man dieselben nach Anweisung im

betreffenden Kapitel.

Fremde Körper in der Luftröhre.

Man kann fremde Körper, die sich in der Luftröhre festgesetzt haben,

erreichen, indem man die Zunge hinabdrückt und den Daumen und einen

Finger so weit als möglich hinabschiebt. Kann der Gegenstand nicht mit

den Fingern gefaßt werden, so ist eine Chirurgenzange (~Forceps~) zu

gebrauchen. Auch kann man die betreffende Person an einer Stange in

den Knieegelenken, mit dem Kopf abwärts hängen lassen und ihr schnelle

Schläge zwischen die Schultern versetzen, wodurch gewöhnlich geholfen

wird. Kann aber der Gegenstand durch keines dieser Mittel entfernt

werden, so sollte man einen Wundarzt zu Hülfe rufen.

Zwölftes Kapitel.

Krankheiten des Magens und der Eingeweide.

Mangel an Appetit (~Anorexia~). Heißhunger (~Bulemia~).

Mangel an Appetit und krankhafte Eßlust wird bei vielen Krankheiten

gefunden, ersterer besonders bei Krankheiten der Eingeweide oder

Lungen, sowie auch bei anderen acuten Krankheiten, Unordnung des Magens

u.s.w. Letzteres ist zuweilen eine Folge von Wurmleiden oder Verlust

der Kräfte, Verdauungsschwäche u.s.w. Die Behandlung dieser Krankheiten

findet man unter der Rubrik „Dyspepsie.“

Dyspepsie oder schwacher Magen.

Dyspepsie ist eine der gewöhnlichsten Krankheiten, welchen der Arzt

begegnet. Sie wird überall, unter allen Klassen und häufiger bei

Personen von mittlerem Alter gefunden. Solche, welche eine sitzende

Lebensweise führen, keine Gelegenheit haben Bewegung zu machen, sowie

auch jene, die Spirituosen und dem Tabak ergeben sind, sind mehr als

Andere dazu geneigt.

+Symptome.+ Die Dyspepsie kann vorübergehend sein oder sich

einwurzeln. Unter vorübergehend verstehen wir einen leichten Anfall

von Unverdaulichkeit, welcher von Ueberessen oder von unzulänglichen

Nahrungsmitteln herrührt. Unter eingewurzelt verstehen wir solche

Fälle, welche eine lange Zeit -- Monate, ja sogar Jahre lang,

anhalten. Bei dieser Krankheit verliert der Magen seine Kräfte zu

verdauen und der Kranke ist nur dann fähig etwas zu essen, wenn er

immer Spirituosen, Pillen und andere Arzneimittel zu sich nimmt. Ein

vorübergehender Anfall von Unverdaulichkeit macht sich durch ein Gefühl

von Ausdehnung des Magens, Aufstoßen, Appetitlosigkeit, Widerwille

gegen Speisen, zuweilen durch Uebelkeit und Erbrechen kenntlich. Bei

der eingewurzelten oder chronischen Form ist der Appetit veränderlich,

zuweilen gänzlich verloren, steigert er sich dann wieder bis zur

Gefräßigkeit. Nimmt der Patient eine volle kräftige Mahlzeit, wird er

niedergeschlagen, Schmerz und eine Schwere im Magen stellen sich ein;

ein Verlangen nach Essen, das nach dem ersten Mund voll befriedigt,

ist vorhanden; die Zunge ist blaß, welk, schleimig, oder wird trocken,

klebrig, oder dick belegt, besonders am Morgen beim Aufstehen; ein

beständiges unbehagliches Gefühl von Schwere im Magen, ebenso saures

oder unangenehmes Aufstoßen, bei Säure im Magen und einem Gefühl

von Sinken und Flattern in der Magengrube; Empfindlichkeit gegen

Druck, zuweilen Uebelkeit und Erbrechen, Kopfschmerz, Mattigkeit und

große Niedergeschlagenheit, Todesfurcht und Befürchtungen vor der

Zukunft, Herzklopfen oder ein starkes Schlagen in der Gegend des

Magens, Verstopfung, unangenehmer Geschmack im Munde, besonders des

Morgens beim Erwachen; das Gedächtniß ist vermindert; die Stimmung

ist veränderlich und die Laune reizbar; Tiefsinn, Gedanken- und

Ideenverwirrung; Schwindel; Schwachsichtigkeit, Flecken schimmern vor

den Augen; das Gesicht ist blaß und hat einen ängstlichen Ausdruck,

die Haut ist trocken und gerunzelt, Alpdrücken ist eine gewöhnliche

Erscheinung, Kneipen oder krampfartige Thätigkeit der Muskeln;

abwechselnd Hitze und Kälte; ziehende Schmerzen im Rücken und in den

Schultern; häufiges Seufzen; ein Gefühl von Beklemmung in der Gegend

des Herzens; Geräusch oder Singen in den Ohren.

+Ursachen.+ Eine von den häufigsten Ursachen von Verdauungsschwäche

ist hastiges unzulängliches Kauen der Speisen, Mangel an Bewegung

und Ruhe des Geistes, unpassende Nahrung, wie zu kräftige, reizende

Speisen, Spirituosen, zu häufiger Genuß von warmen Flüssigkeiten und

Tabak, spätes Aufbleiben, stark gewürzte Gerichte, übermäßig starke

Entleerungen, sitzende Lebensweise, langes angespanntes geistiges

Arbeiten, Trägheit, zu langes Schlafen, das Athmen unreiner Luft,

geschlechtliche Ausschweifungen; Leute, welche sehr schnell essen und

dazu übermäßig viel Wasser, Thee oder Kaffee trinken, sind diesem

mehr ausgesetzt als andere; auch Essen, unmittelbar nach starker

körperlicher oder geistiger Arbeit ist sehr schädlich; starke Bewegung

nach der Mahlzeit oder kurz vor dem Schlafengehen, Aerger, Eifersucht,

große Freude, nächtliches Wachen sind hervorragende Ursachen. Der

Mißbrauch von Abführmitteln, der die Eingeweide träge macht, ist

äußerst schädlich.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Gutes Kochen ist ein wichtiger Theil der Behandlung

bei der Verdauung; die Speisen sollten gut, aber nicht übermäßig

gekocht werden; halb gar gekochtes Fleisch ist bei Dyspepsie das

Beste. Leute, die an Dyspepsie leiden, sollten alle eingemachten

Fleischarten, wie Schinken, Zunge, geräucherte oder gesalzene

Fleischsorten, Würste u.s.w., sowie auch rohes Gemüse, Pickles, Salat

u.s.w. vermeiden. Die Nahrung muß, ehe sie in den Magen geht, langsam

und gehörig gekaut werden, jeder Mundvoll muß so gekaut sein, bis

er von selbst in die Speiseröhre tritt, denn Speisen, die gehörig

gekaut sind, folgen ihrer eigenen Bestimmung. Verschiedene Sorten von

Pasteten, heißes Brod, heißer Zwieback, Eier, Suppen, stark gewürzte

Gerichte, Puddings u.s.w. müssen vermieden werden.

Fische sind am meisten verdaulich, wenn gekocht, weniger wenn

gebraten und am wenigsten wenn gebacken. Die meisten Sorten von

wildem Geflügel können erlaubt werden, auch Hammelfleisch, Wild,

Hühner und Turkeyfleisch, rohe Austern, geröstetes, gebackenes oder

gekochtes Obst, Schwarz- oder Weizenbrod, Kartoffeln sind für die

Kost zulässig. Thee, Kaffee und alle berauschenden Getränke müssen

vermieden werden, der beste Trunk bleibt immer Wasser oder Milch,

wenn eins oder das andere ohne unangenehme Symptome genommen werden

kann. Während des Essens sollten nicht zu viele Flüssigkeiten

genommen werden, und es wird besser sein, wenn der Patient damit bis

nach der Mahlzeit wartet. Wenigstens sechs Stunden sollten immer von

einer zur andern Mahlzeit verstreichen, während bei einem gesunden

Magen drei bis vier Stunden hinreichen. Niemals sollte Jemand eine

Reise oder einen Ausflug weder mit zu vollem noch mit ganz leerem

Magen antreten. Das Trinken geschieht für den Magen vortheilhafter

vermittelst Schlürfens oder indem man jedesmal einen Mund voll nimmt,

als durch das Trinken in langen Zügen. Nach Bewegung von irgend

welcher Art, wie Reiten, Gehen u.s.w. sollte man sich stets vorher

eine halbe Stunde ausruhen, ehe man eine Mahlzeit zu sich nimmt, und

ebenso sollte nach der Mahlzeit ein solcher Zeitraum verstreichen,

ehe irgend eine Bewegung gemacht wird. Gehen, Laufen, Springen,

Tanzen, Holzsägen oder das Rudern eines Bootes sollte jeden Tag

regelmäßig geübt werden. Folgende Kosteintheilung ist mit geringer

Veränderung von Dr. Leared.

Unser Familien-Arzt · 第 23 / 51 段