Essigsäuerlicher Colchicum- (Zeitlose) Extrakt

(~Acetous extract of colchicum~) 1 Skrupel.

Präparirtes Schweinefett 1 Unze.

Mische. Jeden Abend sollte das Ohr und die Theile um dasselbe

mit einem Stückchen dieser Mischung -- so groß wie eine Erbse --

eingerieben werden. Ist das Ohr sehr trocken, so mag der Ohrengang

zwei- oder dreimal die Woche mit Glycerin eingerieben werden, während

man ein kleines Stück geräucherten Speck Abends in die Höhlen bringt

und Morgens entfernt. Findet sich jedoch zu viel Feuchtigkeit im

Ohr, so spritze dasselbe mit einer Auflösung von schwefelsaurem Zink

(~Sulphate of zinc~) aus, indem man einen Gran Zink zu einer Unze

Rosenwasser nimmt; auch lege man kleine Pflaster hinter die Ohren.

Ist die Ursache eine Entzündung, oder sind es kleine Geschwüre am

Ohreingang, so sollte ein warmer Umschlag auf das Ohr gelegt und die

Ohren mit gleichen Theilen Goulard- und Rosenwasser ausgespritzt

werden.

=Eclectische und Kräuterkur.= Ist die Schwerhörigkeit oder Taubsucht

durch Ansammlung des Ohrenschmalzes entstanden, so müssen die bei

der Allöopathischen Behandlung angegebenen Mittel zur Entfernung

desselben angewandt werden. Auch kann man das folgende in einigen

Fällen gebrauchen:

Gebrannten Alaun (~Burnt Alum~) 10 Grane.

Süßes Mandelöl (~Sweet oil of almonds~) 1 Unze.

Mische dies und laß jeden Tag einige Tropfen der Mischung in das Ohr

träufeln. Zu gleicher Zeit spritze das Ohr mit einer Auflösung aus

gleichen Theilen Weißeichenrinde (~White oak bark~), Kurzblätterigem

Dreiblatt (~Bethroot~) und Rosenblätter aus.

Ist eine Ohrenschmalz-Ansammlung vorhanden, so mögen von folgender

Mischung ein- oder zweimal des Tages einige Tropfen ins Ohr

geträufelt werden:

Sassafrasöl 15 Tropfen.

Glycerin 1½ Drachmen.

Olivenöl ½ Unze.

Ist das Ohr sehr trocken, so gebrauche man folgendes:

Glycerin 1 Drachme.

Terpentinöl ½ „

Leinsamenöl ½ Unze.

Ohrfluß, Ohrlaufen (~Running of the Ears~, ~Otorrhœa~).

Dies ist ein sehr widerwärtiges Uebel, das aus verschiedenartigen

Ursachen entstehen mag. Oft folgt es der Ohrentzündung und manchmal dem

Scharlachfieber und den Masern.

+Symptome.+ -- Fieber, Kopfschmerzen, Schmerzen im Ohr und Anschwellen

der Halsdrüsen. Bald sondert sich eine röthliche, wässerige Masse aus,

die nach und nach sich verdickt. Das Fieber tritt mit der Aussonderung

dieser Materie ein.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Ist die Entzündung eine acute, so sollte die bei

Ohrenentzündung vorgeschriebene Behandlung eingeschlagen und das

Ohr mit warmem Wasser oder einer Mohnsamen- (~poppies~) Auflösung

ausgespritzt werden. Es ist aber besser, wenn man die Flüssigkeit

mittelst eines Theelöffels dem Ohre zuführt, weil durch das

Einspritzen mit der Spritze leicht Kopfweh entsteht. Sobald die

Aussonderung eintritt, sollte das Ohr mit spanischer (~castile~)

Seife gut ausgewaschen werden und gleich darauf mit einer Auflösung

von Alaun (~Alum~), Zinkvitriol (~Sulphate of zinc~) -- ein Gran

zu einer Drachme Wasser. Essigsaures Blei (~Acetate of lead~), ein

oder zwei Grane auf eine Unze Wasser, wird sich öfters sehr wirksam

erweisen. Auch wird ein Theil Glycerin und fünf Theile Rosenwasser

empfohlen. Ist die Absonderung sehr übelriechend, so hat man

das Ohr mit einer Mischung auszuspritzen, die aus zwei Drachmen

Chlorkalk (~Chloride of lime~) und einer halben Pint Wasser besteht,

während man zu gleicher Zeit eine Auflösung von salpetersaurem

Silber (~Nitrate of silver~) -- fünf Grane zu einer Unze Wasser --

gebraucht. Jedoch muß man bei Anwendung dieser Mittel acht darauf

haben, daß dem Ausfluß nicht allzu plötzlich Einhalt gethan wird.

=Eclectische und Kräuterkur.= Die Ohren mögen mit warmem Seifenwasser

ausgespritzt werden, wornach eine Einflößung von Gelbwurzel (~Golden

seal~) und brenzlicher Holzsäure (~Pyroligneous acid~) stattfinden

sollte. Die Säure darf nur gebraucht werden, wenn der Ausfluß sehr

übel riecht. Eine Abkochung von Gelbwurzel, wilder Indigowurzel kann

in manchen Fällen gebraucht werden, oder auch eine Auflösung von

anderthalbkohlensaurem Kali (~Sesquicarbonate of potassa~).

=Homöopathisch.= Nie sollte man versuchen, den Ausfluß dadurch

hinwegzuräumen, daß man das Ohr verstopft, denn dies mag sehr

gefährlich werden. Wurde der Ohrfluß durch Masern herbeigeführt, so

gebe man ~Pulsatilla~ und ~Sulphur~ vier Tage lang, jedes dieser

Heilmittel an zwei aufeinanderfolgenden Abenden, -- sechs Kügelchen

eine Dosis. Folgt das Ohrenlaufen dem Scharlachfieber, so gebe

~Belladonna~, ~Mercurius~, ~Hepar Sulphur~ und ~Lycopodium~ -- in

derselben Weise. Wenn es nach den Blattern eintritt, ~Mercurius~,

~Lachesis~, ~Sulphur~ und ~Calcarea Carbonica~. Diese Mittel sollten

eine Woche lang oder länger eingegeben werden, ehe man zu andern

Arzneien greift. Wenn der Geruch der sich ausscheidenden Flüssigkeit

außerordentlich unangenehm ist, so gebe man ~Mercurius~, ~Hepar

Sulphur~, ~Lycopodium~, ~Pulsatilla~ oder ~Sulphur~. Ist der Ausfluß

mit Blut vermischt, ~Pulsatilla~, ~Mercurius~ und ~Lachesis~. Hat

der Kranke heftiges Kopfweh und Fieber, ~Belladonna~ und ~Bryonia~

abwechselnd. Wurde der Ausfluß plötzlich unterdrückt und die Mandeln

beginnen anzuschwellen, so gebe ~Pulsatilla~, ~Mercurius~ und

~Belladonna~. Wenn die Unterdrückung des Ausflusses durch Erkältung

veranlaßt wurde, so gebe ~Rhus~ oder ~Dulcamara~. Wenn nach der

Unterdrückung die Hoden anschwellen, ~Pulsatilla~, ~Nux vomica~ oder

~Mercurius~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen der erwählten Arznei

in 12 Theelöffel voll Wasser auf und gebe einen Theelöffel voll

der Auflösung jede 4 Stunden, eine Woche lang, es sei denn, andere

Anweisungen seien bei den Heilmitteln angegeben. Wenn es bequemer

ist, so gebe man sechs Kügelchen zu einer Dosis.

Durchstechen des Ohrläppchens.

Dr. H. R. Stout in Chicago befolgt beim Durchstechen des Ohrs zum

Zwecke des Anbringens der Ohrringe eine sehr einfache Methode. Dieselbe

besteht darin, daß das Ohrläppchen so lange gegen ein Stück Kork

gedrückt wird, bis man kein Gefühl mehr in demselben hat; sodann sticht

man, ohne den Kork zu entfernen, mit einer Nadel, in welcher ein Faden

ist, schnell durch das Ohrläppchen, macht eine kleine Masche und läßt

den Faden in der Oeffnung, bis die unbedeutende Wunde geheilt ist.

Jeden Tag sollte man den Faden ein wenig hin- und herziehen, damit die

Höhlung nicht zuheilt. Manchmal entsteht durch diese Operation die

„Rose,“ deren Behandlung in einem anderen Theile dieses Buchs angegeben

ist.

Fremde Körper im Ohr.

Manchmal kommen Insekten ins Ohr, in welchem Falle man Salatöl

einträufelt, welches das Insekt tödtet, wornach es leicht entfernt

werden kann. Ist eine Bohne oder derartige Substanz im Ohr, so sollte

sie mittelst einer Haarnadel sorgsam entfernt werden; man biegt zu

diesem Zwecke die Nadel hakenförmig. Jedoch muß man sich äußerst in

acht nehmen, den Gegenstand nicht noch weiter hineinzuschieben. Es ist

immer besser, wenn derartige Operationen von einem gebildeten Arzt

vollbracht werden.

Siebentes Kapitel.

Krankheiten der Nase.

Entzündung und Anschwellen der Nase.

Dieses kann durch Verletzungen, z. B. Schläge, Fallen, Schneiden,

hervorgerufen werden. Arnica ist hierbei das vorzüglichste Mittel,

eine schwache Auflösung sollte zur Waschung der Nase dienen; es wird

gleichzeitig das Bluten, das durch einen harten Schlag verursacht

wurde, stillen.

Nasenbluten (~Epistaxis~).

Nasenbluten kommt sehr häufig, besonders unter jungen Leuten vor und

erfordert selten irgend welche Behandlung. Ein leichter Schlag oder

Niesen, sowie auch ungewöhnliche Hitze kann bei manchen Leuten schon

die Veranlassung dazu werden. Es ist der Ueberfüllung der Blutgefäße

des Kopfes zuzuschreiben und gewährt eher Linderung als das Gegentheil.

+Behandlung.+

=Eclectische und Kräuterkur.= Kalte Umschläge auf die Stirne,

die Nase und den Nacken sollten angewendet werden, ein Druck aus

den unteren Theil der Nase ist zuweilen hinreichend, dasselbe zu

unterdrücken, Verstopfen der Nasenhöhlen mit geröstetem trocknen

Rindfleisch oder mit Linnen oder Watte, die zuvor mit einem

Geraniumaufguß oder einer Auflösung von schwefelsaurem Zink

(~Sulphate of zinc~) getränkt sind, wird zuweilen zuträglich gesunden

werden.

=Homöopathisch.= Ist die Blutung sehr heftig und kann derselben

auf keine andere Weise Einhalt gethan werden, so sollte ein wenig

feine Leinwand oder auch Charpie (~Lint~) mittelst eines starken

Fadens durch die Nasenlöcher und den Mund und so lange aufwärts

gezogen werden, bis dasselbe gegen die blutenden Gefäße andrückt.

Ein bekanntes Mittel ist auch das Gleiten längs des Rückens mit

einem Stück Eis oder einem kalten Schlüssel; Halten der Hände über

dem Kopfe, welches hin und wieder das Nasenbluten stillt. Wird es

durch einen Fall verursacht, so gebe man ~Arnica~, rührt es von

Blutandrang nach dem Kopfe her, so gebe man ~Aconitum~, ~Belladonna~

oder ~Bryonia~. Ist Ueberanstrengung die Ursache, ~Rhus~. Durch

übermäßige Hitze, so liege man ruhig, mit dem Kopfe erhöht, und

nehme alle halbe Stunden ~Bryonia~ und ~Aconitum~ abwechselnd; tritt

es zur Nachtzeit ein, gebe man ~Rhus~, ~Bryonia~ oder ~Belladonna~

abwechselnd alle Abend eine Dosis, wenn des Morgens, ~Nux vomica~

oder ~Bryonia~, während eines Schnupfens alle Morgen und Abend

~Pulsatilla~ und ~Arsenicum~ abwechselnd eine Dosis von jedem, bei

Kindern, welche an Würmern leiden, ~Cina~ und ~Mercurius~, bei

Schwäche auch da, wo diese von Nasenbluten herrührt, gebe man alle

halbe oder ganze Stunden eine Dosis ~Chinin~, oder wenn dies ohne

Wirkung, ~Ferrum~. Blutklumpen, die sich in der Nase bilden, sollten

nicht eher entfernt werden, bis das Bluten vollkommen gestillt ist.

Charpie so unter die Oberlippe gepreßt, daß dadurch ein Druck auf die

Pulsader ausgeübt wird, wird öfters das heftigste Nasenbluten stillen.

=Allöopathisch.= Charpie oder ein kleines Stück Filz, in eine starke

Lösung von Alaun oder Tannin getaucht, wird zuweilen mit Erfolg

angewendet. Es sollte dies so weit als möglich in die Nase gezogen

werden. Auch wird in manchen Fällen ~Mousel’s persalt of iron~, 1

Theil auf 10 Theile Wasser, mit Erfolg angewendet.

Schnupfen, Erkältung im Kopfe (~Coryza~ -- ~Catarrh~).

Dies ist ein Leiden der Schleimhaut der Nase und des Halses, das sich

zuweilen bis in die Luftröhren und Lungen erstreckt.

+Symptome+: Der Schnupfen beginnt in der Regel mit einem dumpfen

Schmerz und einem Gefühle von Schwere in der Stirn, Beklemmung der

Brust, erschwertes Athmen, häufiges Niesen, Schwere des Kopfes,

trockene, verstopfte Nase, böser Hals, Heiserkeit, Augen mehr oder

weniger roth und wässerig, kurz darauf sondert sich eine dünne

Flüssigkeit in der Nase ab, der Husten wird leichter und der Auswurf

gelb und dick, der Kranke klagt über Heiserkeit und bösen Hals, hat

keinen Geruch, hört schwer, stechender Husten; des Nachts gewöhnlich

schlimmer, etwas Fieber und starke Schmerzen in verschiedenen

Körpertheilen, Durst, fliegende Hitze, abwechselnd mit Frost.

Beschränkt sich die Entzündung lediglich auf die Schleimhaut der

Nasenhöhlen, so ist Niesen, ein Gefühl von Vollsein und Hitze, mit

einem dünnen wässerigen Ausfluß vorhanden.

+Behandlung.+

=Homöopathisch.= ~Aconitum~ -- bewährt sich immer bei Beginn der

Erkältung, sogar wenn nur ein leichtes Fieber vorhanden ist, ebenso,

wenn die Absonderung aus der Nase unterdrückt wird und Kopfweh folgt.

Auch ist ~Camphor~ bei denselben Symptomen gut. Wenn nichts anderes

als gewöhnlicher Kampherspiritus zu haben ist, gebe man 1 oder 2

Tropfen auf ein Stück Zucker, löse dasselbe in einem Glas halb voll

Wasser und gebe es nach Vorschrift.

~Arsenicum.~ -- Nicht viel Fieber, Hitze oder Durst, der Patient ist

unruhig, besonders des Nachts, trinkt oft und nur wenig auf einmal,

Absonderung scharf und verdorben, brennende Hitze der Nase, die

Absonderung verursacht Anschwellen der nächsten Theile, Röthe und

Thränen der Augen. Gewährt ~Arsenicum~ keine Linderung, so gebe man

~Ipecacuanha~.

~Nux vomica~ -- sollte bei Verstopfung oder bei nur geringem Laufen

der Nase gegeben werden, auch wenn dasselbe am Morgen stattfindet,

bei Trockensein des Nachts, Mund trocken und dürr, ohne viel Durst,

Verstopfung, am Abend Fieber und Frost abwechselnd.

~Chamomilla~ -- wenn der zurückgeschlagene Schweiß Beschwerde

verursacht, Frösteln, Hitze und Durst, Schwere des Kopfes,

Anschwellen des Gesichts, geröthete Wangen, Röthe und Entzündung der

Augen.

~Mercurius.~ -- Beständiges Niesen, böser Hals, beständiges

Laufen einer wässerigen Flüssigkeit, welches den Theil, welchen

es berührt, wund macht, Anschwellen und Röthe der Nase, rasendes

Kopfweh, Schmerzen in dem Nasenknochen, Katarrh am Morgen schlimmer,

widerwärtiger Geruch.

~Belladonna.~ -- Anschwellen, Röthe und Brennen der Nase, Schmerz

in der Nase, durch Berührung erhöht, klopfende Schmerzen im Kopfe,

schlimmer bei Bewegung.

~Hepar Sulphuris.~ -- Besonders wenn nur eine Nasenhöhle angegriffen

ist, brennendes Kopfweh, besonders in der Gegend der Nasenwurzel, bei

der geringsten Bewegung verschlimmert, Katarrh durch jedes Einathmen

der Luft verschlimmert. Sollte aufgegeben werden, wenn ~Mercurius~

nur wenig Erfolg bietet.

~Pulsatilla.~ -- Dicke, grüne oder gelbliche Absonderung aus der

Nase, die sehr widerwärtig ist, Schwere im Kopfe und Schwindel,

häufig gegen Abend und in der Zimmerwärme nimmt die Verstopfung der

Nase überhand, Schmerz in einer Hälfte des Kopfes, öfters Niesen,

schmerzhafter Druck an der Nasenwurzel, ziehende Schmerzen, Summen in

den Ohren.

~Euphrasia.~ -- Besonders wenn die Augen entzündet und wässerig sind.

~Lycopodium.~ -- Verstopfung der Nase, besonders des Nachts, Geruch

sehr scharf, rasende Schmerzen in der Stirne, Trockenheit des Mundes,

ohne Durst.

~Silicea.~ -- Chronischer Katarrh bei starken Schmerzen in den

Knochen der Nase. ~Tartarus emeticus~ kann in einigen Fällen gegeben

werden, besonders bei Niesen, Frost, Geschmack- und Geruchlosigkeit;

zuweilen, wenn die Absonderung der Schleimhaut unterdrückt wird,

oder bevor dieselbe beginnt und die Nase ist heiß und trocken, wird

auch ein wenig Almondöl, kalte Sahne vermittelst einer Feder oder

eines Kameelhaarpinsels in das Innere der Nase gebracht, sowie auch

Bähungen von heißem Wasser werden mit gutem Erfolg angewendet.

+Verordnung der Heilmittel.+ Wo keine Verordnungen mit den Mitteln

angegeben sind, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser

auf, gib jede oder alle 2 oder 3 Stunden, der Strenge der Symptome

angemessen, einen Theelöffel voll. Die Anwendung des Wassers ist

bei dieser Krankheit von gutem Erfolg und kann gleichzeitig mit der

Gabe der Mittel verbunden werden. Der Kranke muß sich in einem nicht

zu warmen Zimmer aufhalten; nasse Umschläge über die Brust und den

Unterleib sollten gemacht werden, der Kranke hütet das Bett, gehörig

zugedeckt, und trinkt soviel als möglich kaltes Wasser, wodurch

Schweiß hervorgerufen wird. Nachdem derselbe einige Zeit geschwitzt

hat, lasse man ein milchwarmes Bad folgen.

=Allöopathisch.= Man gehe frühzeitig zu Bett, nehme ein halbes Pint

von einem warmen Getränk, einen Theelöffel voll ~Paregoric Elixir~

oder einen Eßlöffel voll Mohnsyrup (~Syrup of poppies~), oder eine

halbe Unze Bittersalz (~Epsom salts~), oder auch ein Seidlitzpulver

am Morgen. In einigen Fällen wird auch folgendes angewendet:

Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze.

Salpetersaure Potasche (~Nitrate of potash~) 10 Grane.

Lakritzenextrakt (~Extract of liquorice~) 1 Skrupel.

Zusammengesetzter Aufguß von Sennesblättern

(~Compound infusion of senna~) 5½ Unzen.

Sennesblätter oder Jalappenwurzel (~Tincture of

senna or jalap~) 3 Drachmen.

Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirits of sal

volatile~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. Diesem sollte man folgen

lassen:

Essigsaures Ammoniak (~Acetate of Ammonia~) 1½ Unzen.

Süßer Salpeterspiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen.

Syrup 2 „

Kampher-Mischung (~Camphor mixture~) 4 Unzen.

Mische es. Ist kein Fieber vorhanden, so wird zuweilen schon eine

Dosis von schwefelsaurem Magnesia (~Sulphate of magnesia~), wobei

zu vermeiden ist, sich dem kalten oder nassen Wetter auszusetzen,

gänzliche Enthaltsamkeit einer thierischen (Fleisch-) Kost,

hinreichen; treten die Symptome heftig auf, sollten heiße Fußbäder,

denen ein wenig Salz oder Senf beigefügt ist, gegeben werden. In

einigen Fällen wird das Einathmen des Gases der Mischung von Laudanum

und Hoffmann’s Anodyne -- zu gleichen Theilen -- von gutem Erfolg

sein; in einzelnen Fällen verschafft schon ein Stück Kampher unter

die Nasenlöcher gehalten, Linderung. Eine Auflösung von Opiumextrakt,

im Verhältniß von einem Gran auf eine Unze Wasser, durch Einathmung

in die Nasenhöhle gezogen, wirkt sofort erfolgreich. Dr. John A.

Lockwood hat gefunden daß eine Auflösung von salpetersaurem Silber

(~Nitrate of silver~) im Verhältniß von 8 oder 10 Granen auf eine

Unze vermittelst eines Kameelhaarpinsels auf die Schleimhaut der

Nase gebracht, ein ausgezeichnetes Mittel ist. Dr. C. J. A. Williams

empfiehlt eine trockene Kur, die zuweilen von gutem Erfolge ist.

Er gestattet keine Getränke mit Ausnahme einen Theelöffel voll

Milch oder Thee, des Morgens oder Abends bei der Mahlzeit, und ein

Weinglas voll Wasser beim zu Bett Gehen; die Symptome verschwinden

in der Regel nach Verlauf von 36 bis 48 Stunden. Der Vortheil

der Kur liegt darin, daß der Kranke hierbei seiner gewöhnlichen

Beschäftigung ohne Störung nachgehen kann. Dr. Chapman, von der

Pennsylvanischen Universität, empfiehlt 1 bis 2 Grane Opium oder 2

bis 20 Grane Doverisches Pulver, das beim zu Bette Gehen genommen

werden sollte, wornach der Kranke häufig am Morgen gesund aufwacht.

Um die Verstopfung in Folge des Opiums zu beseitigen, kann es

nothwendig werden, eine Dosis von schwefelsaurer Magnesia (~Sulphate

of magnesia~) oder Salz zu geben.

=Eclectische und Kräuterkur.= Ist der Anfall gelind, so ist nur wenig

Medizin erforderlich. Beim zu Bette Gehen nehme der Kranke ein Fußbad

in warmem Laugenwasser und trinke nach Belieben Kräuterthee, wie

Pfeffermünz (~Peppermint~), Isop (~Penny royal~), Salbei (~Sage~),

oder ~Composition powder~ und eine Dosis von Doverischem Pulver. In

einigen Fällen mag die zusammengesetzte Tinktur von virginischer

Schlangenwurzel (~Virginia snake root~) alle Stunden einen Theelöffel

voll gegeben werden, um Schweiß hervorzurufen. Gegen den Husten,

der den Schnupfen gewöhnlich begleitet, ist das bekannte Hausmittel

von Honig oder Molasses mit Weinessig zusammen warm gemacht und

mit frischer Butter gemischt, zu empfehlen; man gebe davon einen

oder zwei Theelöffel voll und wiederhole es so oft als möglich. Die

zusammengesetzte Gelbwurz- (~Golden seal~) Tinktur, verdünnt oder

auch nicht, vermittelst eines Kameelhaarpinsels auf die Hautrände der

Nase aufgetragen, wird zuweilen sehr schnelle Linderung verschaffen.

Dr. King empfiehlt zur Entfernung des Gefühls von Vollsein und

Verstopfung der Nasenhöhlen folgendes:

Pulverisirte Cubeben (~Cubebs~) 2 Drachmen.

~Balsam Tolu~ 6 Grane.

Mische es gehörig und füge ferner hinzu:

Pulverisirten Lakritzen- (~Liquorice~) Extrakt 1 Unze.

Peruanischen Balsam- (~Balsam Peru~) Syrup 1 Drachme.

Pulverisirtes Gummi Arabicum in hinreichender Menge.

Mische es gehörig und theile es in Kügelchen von 10 Gran, als Dosis

ist eine zu nehmen und so oft als erforderlich zu wiederholen. In

einigen Fällen wird ein Aufguß von Wasserdost (~Boneset~) beim zu

Bette Gehen nach einem warmem Fußbad genommen Linderung verschaffen.

Der Kranke sollte sorgfältig vermeiden, nachdem er am Abende eins

von diesen Mitteln angewendet hat, sich am nächsten Tage einer neuen

Erkältung auszusetzen.

Tägliche Waschungen des Kopfes und Nackens mit sehr kaltem Wasser

oder, wenn von nassen Füßen herrührend, deren Eintauchen in eiskaltes

Wasser des Morgens werden dieses lästige Leiden verhindern. Man

sollte damit in der wärmeren Jahreszeit beginnen und es den ganzen

Winter hindurch fortsetzen.

Chronischer Katarrh (~Ozœna narium~), Eiterung in der Nase

kann die Folge eines vernachlässigten Katarrhs sein und von dessen

häufiger Wiederkehr herrühren. Dieses Leiden kann Jahre lang dauern und

sehr lästig werden. Es verursacht heftige Kopf- und Augenschmerzen,

Thränen der Augen, starke Schleim-Absonderung in der Nase,

Appetitlosigkeit, Abmagerung und dergleichen mehr, zuweilen ist er auch

die Folge von anderen Krankheiten wie Scharlachfieber und Masern.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Dr. Wood empfiehlt zur Anwendung eine Einspritzung

von essigsaurem Blei (~Acetate of lead~), schwefelsaurem Zink

(~Sulphate of zinc~), schwefelsaurem Kupfer (~Sulphate of copper~)

oder salpetersaurem Silber (~Nitrate of silver~). Er zieht

schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) vor und zwar so, daß mit

zwei Granen auf eine Unze Wasser angefangen und je nachdem es die

Nase verträgt, auf 10, 15 sogar 20 Grane auf die Unze erhöht wird.

Diese Einspritzung sollte jeden Tag ein- oder zweimal des Tages

wiederholt und wenn nothwendig einige Monate lang fortgesetzt

werden. Wenn der angegriffene Theil mit einem Pinsel von Kameelhaar

erreicht werden kann, so ist dies die beste Art der Anwendung. Ist

die Absonderung widerwärtig, so wird eine Auflösung von Chlorsoda

(~Chloride of soda~), Potasche oder Kalk zuträglich gefunden werden.

Zuweilen ist die Einathmung vom Gas des Kreosot, Theer und Essig

dienlich.

=Eclectische und Kräuterkur.= Dr. Gunn empfiehlt einen Schnupftabak

aus gleichen Theilen von Lorbeer (~Bay berry~), Blutwurzel (~Blood

root~), Chinarinde (~Peruvian bark~) mehrere Male des Tages zu

schnupfen. Gleichzeitig brühe man eine Handvoll Hopfen, Hundsbeere

(~Hoarhound~) und Kamillen (~Chamomile~) in Essig und ziehe den

warmen Dampf mehrere Male des Tages durch die Nase.

Die nachstehenden Mittel sind ebenfalls zu empfehlen:

Fein pulverisirte Blutwurzel (~Blood root~) und

Lorbeerrinde (~Bay berry bark~) von jedem 1 Unze.

Pulverisirte Myrrhen (~Myrrh~) ½ „

Mische es und schnupfe mehrere Male des Tages davon.

Oder auch:

Pulverisirten Kampher (~Powd. Camphor~) 1 Drachme.

Benzoe-Säure (~Benzoic acid~) 20 Grane.

Pulverisirtes Opium 6 „

Rothe Chinarinde (~Peruvian bark~) 4 Drachmen.

Mische es gehörig und mache es mit Bergamottenöl wohlriechend.

Dasselbe wird wie Schnupftabak gebraucht. Die Eingeweide sollten

vermittelst eines gelegentlichen Abführmittels offen gehalten und die

Haut täglich mit warmem Saleratuswasser gewaschen werden. Es wird

gut sein, wenn der Kranke beim zu Bett Gehen Compositionsthee nach

Belieben trinkt.

Bei sehr hartnäckigen Fällen bringe folgendes vermittelst eines

Kameelhaarpinsels in die Nasenhöhlen:

Cubeben (~Cubebs~) 1½ Unze.

Gelbwurz (~Golden seal~) 1½ „

Lobelia 1½ „

Blutwurz (~Blood root~) 1½ „

Spanischer Pfeffer (~Capsicum~) 3 Drachmen.

Verdünnter Alcohol 2 Quart.

Mische es, laß die Mischung mehrere Tage lang stehen und schüttele

es während dieser Zeit häufig um. Bei starkem Husten sollte die

Tinktur von Lobelia, Blutwurz (~Blood root~), Brechwurzwein (~Wine of

Ipecac~) und Peruanischer Balsam-Syrup in Dosen von einem Theelöffel

voll mehrere Male des Tages gegeben werden.

Unser Familien-Arzt · 第 14 / 51 段