Durchbruch der ersten Zähne auf und erscheint auf der Stirne, den
Wangen oder der Kopfhaut. Der Ausschlag besteht im Anfang in rothen
Blattern, auf welchen sich bald kleine gelbliche oder strohfarbene
Pusteln bilden, die zuweilen von einem starken Jucken begleitet sind.
Diese können sich über das ganze Gesicht und die Kopfhaut ausbreiten,
so daß der Kranke ein Ekel erregendes Ansehen annimmt. Die Pusteln
brechen zu Ende des dritten oder vierten Tages auf und entleeren eine
klebrige Flüssigkeit, welche Krusten von weiß-gelblicher oder grüner
Farbe bilden. Wenn sich die Flüssigkeit auf diese Weise unter der
Oberfläche absondert, verursacht sie, daß die Kruste immer dicker
wird, sich so über die sie umgebende Haut verbreitet und die Krankheit
fortpflanzt. Verschwinden die Krusten, so zeigt sich die Haut roth und
entzündet, wie mit kleinen Punkten besetzt, von denen die Flüssigkeit
beständig sickert. Der Gesundheitszustand des Kranken verbleibt im
allgemeinen gut, wenn er nicht von dem Jucken gepeinigt und gereizt
wird. In Fällen bei Kindern mit weißem Haar und blasser, zarter Haut,
sind die Drüsen des Nackens und jene hinter den Ohren zum Anschwellen
geneigt, werden hart und empfindlich.
Die Krusten fangen in der Regel innerhalb 2 bis 4 Wochen an abzufallen,
lassen die Oberfläche roth-glänzend und zart, was bei dem geringsten
Anlaß die Bildung eines neuen Ansatzes von Pusteln verursacht und
dadurch die Krankheit Monate, ja vielleicht Jahre lang hinzieht. Keine
bleibenden Spuren, sogar bei den stärksten Anfällen der Krankheit
werden auf der Haut zurückgelassen. Das Haar kann in Folge dieser
Krankheit ausfallen, aber es wächst wieder, wenn nicht, wie bei
Kopfgrind (~tinea capitis~), die Haarwurzel zerstört ist. Das Waschen
des Kopfes mit Theerseife ist das Beste, was man anwenden kann.
+Behandlung.+
=Homöopathisch.= Bei dem ersten Erscheinen der Krankheit, wenn das
Jucken, besonders des Nachts, stark ist, gebe man ~Aconitum~, sowohl
allein als auch abwechselnd mit ~Chamomilla~, alle 2 Stunden eine
Dosis.
~Sepia~ kann in vielen Fällen mit gutem Erfolg gegeben werden.
Sollte ~Aconitum~ keine Erleichterung gewähren, so kann auch ~Rhus
toxicodendron~ gegeben werden. Es wird gut sein, das Letztere mit
~Sulphur~ zusammen zu geben. Des Nachts eine Dosis (6 Kügelchen)
~Sulphur~ und Morgens und Mittags eine Dosis (6 Kügelchen) ~Rhus
toxicodendron~. Man setze diese Behandlung mehrere Wochen lang fort.
Stellt sich Diarrhöe ein, so stelle die Gabe von ~Sulphur~ ein und
gieb dreimal des Tages ~Rhus toxicodendron~.
~Calcarea carbonica~ kann gegeben werden, wenn der Ausschlag trocken
ist.
Ist der Ausschlag feucht, der Ausfluß übermäßig, bei schlechtem
Geruch, gebe man ~Lycopodium~.
Andere Heilmittel sind: ~Arsenicum~, ~Croton-Tiglium~, ~Petroleum~,
~Mezereum~, ~Hepar Sulphur~, ~Graphites~, ~Nitric Acid~, ~Antimonium
Crudum~.
Aeußerlich gebrauche man nichts außer Milch und Wasser, schlüpferiges
Ulmenwasser oder Glycerin.
+Verordnung der Heilmittel.+ 12 Kügelchen werden in 12 Theelöffel
voll Wasser aufgelöst und beim ersten Erscheinen der Krankheit gebe
man alle 3 Stunden einen Theelöffel voll. Bessert sich das Kind,
so gebe man dieses zwei- oder dreimal des Tages, wenn nicht andere
Anweisungen bei den Heilmitteln angegeben sind. Wird es vorgezogen,
gebe man 3 Kügelchen trocken auf die Zunge.
=Allöopathisch.= Bei milderen Fällen ist es gut, Magnesia in Dosen
von 2 bis 3 Gran einmal des Tages zu verordnen. Auch die Mischung
von Schwefel und ~Cremor tartari~ wird sich als dienlich erweisen.
Bei harten Fällen gebe man Calomel in Dosen von ein bis zwei Gran,
hinreichend oft um auf die Eingeweide zu wirken.
Zu Umschlägen bediene man sich dicker Sahne (~cream~),
Spermazeut-Salbe (~Spermaceti ointment~), Rosenwasser-Salbe oder
Glycerin. Die wässerige Auflösung des Opiums wird sich als ein guter
Umschlag zur Verminderung des Reizes bewähren. In derselben Absicht
kann auch das folgende Mittel angewendet werden:
Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 10 Grane.
Rosenwasser 2 Unzen.
Glycerin 2 Drachmen.
Mische es. Anwendung: Zwei- bis dreimal des Tages.
Auch folgendes wird in einigen Fällen von Erfolg sein:
Blausäure (~Hydrocyanic acid~) 4 Drachmen.
Bleizucker (~Sugar of lead~) 15 Grane.
Alcohol 4 Drachmen.
Wasser 7 Unzen.
Mische es. Einmal des Tages anzuwenden.
Cazenave empfiehlt Zink-Oxyd mit 15 gleichen Theilen Stärke gemischt
zur Anwendung, nachdem die betreffenden Theile zuvor mit schwacher
Lauge abgewaschen und getrocknet sind.
Condie empfiehlt, nachdem die Entzündung vollkommen nachgelassen hat,
eine Salbe von salpetersaurem Quecksilber (~Nitrate of mercury~) mit
ein Drittel Fett aufgelöst als Umschlag.
=Eclectische und Kräuterkur.= Zur Reinigung des Blutes kann
folgendes angewandt werden: Schlangenwurzel (~Black cohosh~) und
Ziegenblatt- (~Shrubby trefoil~) Tinctur; von jedem drei Unzen. Zu
mischen. Man gebe dem Alter des Kindes angemessen 5 bis 20 Tropfen
in einem Theelöffel voll versüßten Wassers. Ist ein stärkendes
Mittel erforderlich, füge zu jeder Dosis 2 bis 3 Tropfen salzsaures
Eisenoxyd (~Ferrum muriaticum~). Als Salbe gebrauche man das folgende:
Hammelfett 1 Unze.
Zinkoxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme.
Kampfer-Tinctur 2 Drachmen.
Glycerin 1 Drachme.
Mische es. Zwei- bis dreimal des Tages anzuwenden.
Grindkopf (~Tinea capitis~)
ist ein ansteckender Ausschlag der Kopfhaut, der sich durch kleine
Eiterbeulen an der Kopfhaarwurzel kennzeichnet. Er beginnt mit kleinen
rothen Flecken, in deren Mitte sich eine kleine gelbe Pustel befindet
und die in der Regel von einem Haare durchstochen sind. Diese Pusteln
brechen auf, bilden dünne Schorfe, in deren Mitte sich bei jedem
einzelnen Schorfe eine Vertiefung befindet; sie verbinden sich mit
den zunächst liegenden und bilden so bald große Flecken. Die Krusten
nehmen allmählig zu und werden hart, werden sie entfernt, so bleibt die
Oberfläche roth und glänzend. Zieht sich die Krankheit in die Länge, so
fallen die Haare aus und wachsen selten oder nie wieder; geschieht es
indessen, so ist es von einer helleren Farbe, kurz und ungesund. Der
Geruch, der die Ausdünstung der Kopfhaut verursacht, ist besonders bei
harten Fällen und da, wo die Reinlichkeit nicht mit in der Behandlung
einbegriffen ist, widerwärtig. Auch bildet sich Ungeziefer unter
den Krusten, welches große Beschwerde verursacht. Da es eine sehr
ansteckende Krankheit ist, sollte Kindern, die damit behaftet sind,
nicht gestattet werden, sich derselben Kämme, Bürsten, Kopfbedeckungen,
Handtücher &c. mit Andern gemeinschaftlich zu bedienen, ebenso ist das
Schlafen solcher mit Andern in einem Bette nicht zulässig.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Reinlichkeit ist bei dieser Krankheit von der größten
Wichtigkeit. Die Haare müssen so kurz als möglich geschnitten werden,
und während des Verlaufs der Krankheit sollten alle ungesunden
Haare mittelst einer kleinen Zange oder Haarzängelchen (~tweezers~)
herausgezogen werden. Die Kost ist sorgfältig zu regeln, wobei alle
reizende und allzureiche Nahrung vermieden werden muß.
=Allöopathisch.= Man entferne die Krusten durch einen erweichenden
Umschlag, wie Brod mit Milch oder eine Waschung von 2 bis 3 Drachmen
Pflanzenlaugensalz (~Subcarbonate of potassa~) mit einem Pint Wasser.
Hierauf wende man Morgens und Abends die Salbe von salpetersaurem
Quecksilber (~Nitrate of mercury~), oder die der Jod-Potasche
(~Iodium potassae~) an, und zwar in dem Verhältniß: aus 1 Drachme
~Potassium~ (Metall der Potasche) 2 Unzen Fett. Vor Anwendung der
Salbe wasche man die Theile mit spanischer Seife und lauwarmem
Wasser. Wenn eine starke Absonderung stattfindet, wende man eine
Auflösung von 2 bis 3 Gran schwefelsaurem Zink mit einer Unze Wasser
zwei- oder dreimal des Tages an; ist keine Absonderung vorhanden,
dann nehme man eine Salbe von 1 Gran gepulvertem schwefelsaurem
Zink mit einer Unze Fett, oder eine Lösung von 2 Drachmen doppelt
kohlensaurer Potasche mit 1 Pint Wasser, oder schlägt dies nicht
an, 2 Drachmen geschwefelte Potasche (~Sulphuret of potash~), 2
Drachmen weiße Seife und ein halbes Pint Limewasser. Sollte irgend
ein Umschlag eine Entzündung hervorrufen, so muß sie ausgesetzt und
dagegen erweichende Umschläge und lauwarme Waschungen angewendet
werden.
Eine sehr zu empfehlende Salbe ist:
Pulverisirtes schwefelsaures Kupfer (~Pulverized
sulphate of Copper~) 10 Grane.
Spanischer Fliegen-Extrakt 5 „
Schweinefett 1 Unze.
Mische und gebrauche es nach einer gründlichen Waschung mit
spanischer (~castile~) Seife und Wasser einmal des Tages.
Zuweilen wird die folgende Salbe mit ausgezeichnetem Erfolg
angewendet:
Salpetersaures Quecksilber 1 Drachme.
Wasser 4 Unzen.
Mische und trage es einen Tag um den andern mit einem
Kameelhaarpinsel auf.
=Eclectische und Kräuterkur.= Man schneide das Haar ganz kurz mache
einen Umschlag von schlüpferigem Ulm, bis sich die Schorfe lockern
und abfallen. Ehe man den Umschlag gemacht, wasche man den Kopf mit
spanischer Seife und Wasser. Nach Entfernung der Krusten und Waschung
des Kopfes wende man folgende Salbe an:
Schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) 1 Unze.
Biester (~Woodsoot~) 1 „
Schwefel ½ „
Schweinefett 6 Unzen.
Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.
Man halte die Eingeweide mit einer gelegentlichen Dosis von Magnesia
und Castoröl offen. Eine andere sehr empfohlene Salbe wird aus
grünem, 6 bis 8 Zoll hohem Roggen gemacht, indem man ihn mit frischer
Sahne langsam kochen läßt, bis die Blätter braun geröstet sind.
Schwefelsalbe wird zuweilen mit Erfolg angewandt.
=Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen (6 Kügelchen) dreimal des
Tages durch zwei oder drei Wochen gegeben werden, tritt keine
Besserung ein, gebe man ~Calcarea carbonica~; bei trockenem
Ausschlag Morgens und Abends eine Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach
zweiwöchentlichem Gebrauche noch keine Besserung wahrgenommen wird,
gebe man ~Sulphur~. Bei feuchtem Ausschlag gebe man ~Rhus~ oder
~Lycopodium~, zweimal des Tages eine Dosis, und lasse ~Sulphur~
folgen. Macht die Absonderung des Ausschlages die Haut wund oder
verursacht Geschwüre, wo sie auf die Haut übertragen wird, gebe man
~Arsenicum~ und ~Rhus~ abwechselnd einen Tag, täglich dreimal.
Eine gute Kopfwaschung geschieht mit Kleiewasser. Als Umschlag
kann Salpetersäure (~Acidum nitri~) im Verhältniß von 12 Tropfen
auf 4 Unzen Wasser angewendet werden. Was immer für ein Heilmittel
innerlich gegeben werden mag, so ist es gut, dasselbe auch als
Umschlag anzuwenden; dadurch, daß man 12 oder 15 Kügelchen in einem
halben Glas voll Wasser auflöst.
Andere Heilmittel als jene bereits erwähnten sind folgende:
~Dulcamara~, ~Staphysagria~, ~Hepar sulphuris~, ~Antimonium crudum~,
~Graphites~, ~Bryonia~. Dieselben können in der nämlichen Weise, wie
die anderen, wenn diese nicht den gewünschten Erfolg haben sollen,
angewendet werden.
Hühneraugen, Leichdornen (~Corns~)
sind eine Verdickung der Schleierhaut, welche durch den Druck oder die
Reibung von zu engem oder schlecht passendem Schuhwerk hervorgerufen
wird.
+Behandlung.+
Erweiche die Füße in warmem oder schwachem Laugenwasser. Dies
erweicht die verhärtete Oberfläche, so daß sie mit dem Fingernagel
oder einem Federmesser entfernt werden kann. Nach Entfernung dieser
verhärteten Haut wird ein kleiner weißer Fleck gesehen werden, der
der Mittelpunkt des Hühnerauges ist. Diesen schneide vorsichtig,
ohne Schmerzen oder Blutung zu verursachen, heraus und lege dann
ein Stück weiches Tuch, einen Schwamm oder nach und nach auch ein
Pflaster auf; jedes von diesem muß indessen ein Loch in der Mitte
haben. Wenn eine Entzündung vorhanden ist, betupfe es jeden zweiten
oder dritten Tag mit einem zugespitzten Stück Höllenstein (~Argentum
nitri~).
Weiche Hühneraugen zwischen den Zehen können durch zwei- oder
dreimaliges Auflegen des Tages von Charpie oder Watte, mit
Kampfer-Tinctur befeuchtet, entfernt werden. Ein Stück Watte sollte
so lange aufgelegt bleiben bis die betreffenden Theile wieder
vollständig hergestellt sind.
Es giebt eine Menge von Mitteln, Hühneraugen zu entfernen, einige von
ihnen sind folgende: Ein Epheublatt mit Essig befeuchtet und auf das
Hühnerauge gebunden; Charpie oder Watte mit einer zusammengesetzten
Flüssigkeit von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~), eine
Unze in 4 Unzen Wasser aufgelöst, befeuchtet. Man mache einen dicken
Teig von Bleiweiß (~White lead~) und Leinöl und soviel pulverisirte
Schlangenwurzel, um es zu färben, schmiere es auf ein Stückchen
dünnes Leder und lege es auf das Hühnerauge. Man erneure es alle
3 bis 4 Tage. Man nehme Salpeter (~Nitric acid~) und Salzsäure
(~Muriatic acid~), von jedem eine halbe Unze, rothes Sandelholz
(~Red sanders~), Opium, salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~),
von jedem 1 Drachme. Nachdem die Haut um das Hühnerauge ringsherum
leicht geritzt ist, befeuchtet man den Stöpsel der Flasche, worin
sich die Flüssigkeit befindet, durch Umschütteln, und betupfe damit
dasselbe. Ein Pulver von Badebaumblättern (~Savine~) 2 Unzen,
Grünspan (~Verdigris~) 1 Drachme, rothes Präcipitat 2 Unzen, gemischt
und über Nacht auf das Hühnerauge gebunden. Weinsteinsäure (~Acidum
tartaricum~), Salzsäure, Wasser, von jedem eine Unze und ein Stück
Schöpsenfett mit einem Stückchen Holz mehrere Male auf das Hühnerauge
zu tragen. Folgendes, „Sir Humphrey Davy’s Solvent“ genannt, besteht
in 2 Theilen Potasche, 1 Theil Sauerkleesalz, fein gepulvert,
gemischt und in einer kleinen Menge vermittelst eines Verbandes durch
mehrere Nächte hintereinander auf das Hühnerauge zu bringen. Starke
Essigsäure bleibt immer das beste Mittel, das angewendet werden kann.
Um die Heilung indessen zu vervollständigen und um für immer davon
befreit zu bleiben, ist es nothwendig, daß das Schuhwerk nicht zu eng
ist, überhaupt gut paßt.
Warzen (~Veruccae~)
sind so allgemein bekannt, daß davon gar keine Beschreibung nothwendig
ist. Fast Jeder hat damit schon mehr oder weniger Bekanntschaft
gemacht. Die Mittel zu deren Entfernung sind fast eben so zahlreich als
die Warzen selbst -- einige von ihnen werden hier angegeben.
Gleiche Theile von salzsaurem Ammoniak (~Muriate of ammonia~),
Cayenne-Pfeffer und Schlangenwurzel, fein gepulvert, gemischt und
mit ein wenig Talg und Bienenwachs zu einem Pflaster gemacht. Ein
Heftpflaster, in dessen Mitte sich ein Loch befindet, so daß es über
die Warze gezogen werden kann und dieselbe allein frei bleibt, wird
aufgelegt und darauf dann das Obige. Die Anwendung dieses Pflasters muß
so lange geschehen, bis die Warze abstirbt.
Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) eine Unze, Wasser ein Pint,
gemischt, und damit die Warze dreimal des Tages gewaschen.
Concentrirte Essigsäure (~Acetic acid~), ebenso Salpeter und
salpetersaure Salzsäure sind ausgezeichnete Mittel. Sobald als die
Warzen hart werden, entferne man sie.
Eine gesättigte Auflösung von doppelt chromsaurer Potasche (~Bichromate
of Potassa~) ist mit Erfolg angewendet worden; das Berühren anderer
Theile außer der Warze sollte vermieden werden.
Mangansäure (~Manganic acid~) zerstört sie sehr schnell.
Eine Mischung von gleichen Theilen Salpeter und unaufgelöstem Lime mit
hinreichend Essig, um einen Teig zu bilden, ist gut.
Die Rinde der gewöhnlichen Weide zu Asche verbrannt mit starkem Essig
gemischt und häufig angewendet, wird sie zuweilen entfernen.
Man binde einen starken Faden um die Warze und ziehe ihn mit jedem Tage
dichter zusammen.
Zweites Kapitel.
Fieber.
Fieber ist ein allgemeiner Ausdruck, in dem verschiedene
Krankheitsformen eingeschlossen sind; es ist eine der gewöhnlichsten,
häufigsten und verwickeltsten Krankheiten, welchen der menschliche
Körper unterworfen ist. Es ist bei allen hitzigen (~acuten~)
Krankheiten in mehr oder weniger erhöhtem Maße vorhanden. Ein
Fieber, das als ein einfaches oder gewöhnliches beginnt, kann sich
hinziehen, bis es sich zu einem Wechsel- oder typhösen Fieber bildet.
Es greift den Organismus im Allgemeinen an und ist eher als ein
Krankheitssymptom, als eine Krankheit an und für sich selbst zu
betrachten.
+Ursachen.+ -- Zum Fieber gibt es zahlreiche, einige von ihnen sind
folgende: Große geistige oder körperliche Anstrengung, Kummer,
Besorgniß, Mangel an gehöriger Nahrung, Kleidung oder Bewegung, Miasmen
(die giftigen Bestandtheile, welche von verwesenden thierischen oder
Pflanzenstoffen aufsteigen), außergewöhnliche Hitze oder Kälte,
plötzlicher Witterungswechsel, allgemeine schädliche Einflüsse,
Entzündungen, reizende Speisen und Getränke.
+Symptome.+ -- Der Kranke klagt zunächst über ein Gefühl der
Ermüdung, Mattigkeit, Schmerzhaftigkeit des Fleisches, Schwere und
Eingenommenheit des Kopfes, Mangel an Eßlust, schlechtem Geschmack im
Mund, dem bald große Hitze, Frost, Uebelkeit und Erbrechen folgt. Diese
Kennzeichen werden bei Fiebern allgemein gefunden. Eine Beschreibung
der verschiedenen Arten von Fiebern folgt nachstehend.
Gewöhnliches oder eintägiges Fieber.
Die einfachste Form des Fiebers, die nur einen Tag, oder auch eine
Woche oder länger dauern kann. Unter gehöriger Behandlung dauert es
indessen selten länger als drei bis vier Tage.
+Ursachen.+ -- Erkältung, außerordentliche geistige oder körperliche
Ermüdung, ungesunde Nahrung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken u. s. w.
+Symptome.+ -- Frost und Hitze, krankhafter Magen, vielleicht auch
Erbrechen, Appetitlosigkeit, Mattigkeit, dem Fieber, Durst, belegte
Zunge u.s.w. folgt.
+Behandlung.+
=Allgemeine.= Der Kranke sollte im Bett bleiben, sich aller
Fleischspeisen enthalten und nichts anderes als Haferschleim,
Fleischbrühe &c. zu sich nehmen.
=Homöopathisch.= ~Aconitum~ ist ungefähr alles, was in dieser
Krankheit zu geben ist. Löse 12 Kügelchen in einem halben Tassenkopf
Wasser und gib von dieser Auflösung alle zwei oder drei Stunden einen
Theelöffel voll, bis ein ungehindertes Schwitzen eintritt.
Sind plötzliches Zusammenfahren, fliegende Hitze und andere Symptome,
die anzeigen, daß der Kopf mehr oder weniger angegriffen ist,
vorhanden, so gebe man ~Belladonna~ abwechselnd mit ~Aconitum~.
=Allöopathisch.= Einige gelinde Abführmittel, wie Magnesia,
Bittersalz, mögen gegeben werden, oder auch die folgende Mischung:
Rochelle-Salz oder weinsteinsaure Potasche (~Tartrate
of potash~) 1 Unze.
Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme.
Pfeffermünzwasser 6 Unzen.
Mische es. Alle 3 Stunden einen Theelöffel voll.
Lasse diesem folgen:
Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~Solution of
acetate of ammonia~) 1½ Unze.
Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen.
Syrup 2 „
Kampher-Mischung 4 Unzen.
Mische es. Alle 4 oder 6 Stunden einen Eßlöffel voll.
=Eclectische und Kräuterkur.= Man gebe ein einfaches Brechmittel, wie
gleiche Theile der Lobelia und Brechwurz, Thee von Kamillenblüthen,
Wasserdost (~Boneset~), Hundekamille (~Anthemis~) oder gepulverten
Senf in warmem Wasser. Bringe den Kranken zu Bett und lege rings
um ihn warme Steine oder Flaschen mit heißem Wasser und lasse
ihn ungehindert Thee von Katzenmünze (~catnip~), grüne Münze
(~spearmint~), Isop, Salbei, Saffran oder Balsam trinken.
Entzündliches Fieber
tritt ebenso wie das gewöhnliche Fieber auf, worauf ein starker Frost
und die gewöhnlichen Symptome von Hitze, Mattigkeit, Unruhe, ziehende
Schmerzen im Kreuz, Kopf und Gliedern folgen. Darauf stellt sich
Röthe des Gesichts, große Beklemmung, Klopfen der Schläfe, große Hitze
der Haut, Durst, eine mit einem weißen Schleim belegte Zunge, sehr
schnelles Athmen, Uebelkeit des Magens, zuweilen Erbrechen, trockene,
heiße Haut und mehr oder weniger Störung fast aller Funktionen des
Körpers, ein. Diese Krankheit nimmt ihren Verlauf in ungefähr zwei
bis drei Wochen; wenn sie aber um diese Zeit nicht nachläßt, geht sie
leicht in ein typhöses Fieber über.
+Ursachen.+ -- Ueberladung des Magens mit fetten, unverdaulichen
Speisen, ungeregeltes Leben, plötzliche Unterdrückung des Schweißes,
heftige geistige Aufregungen und Beschädigungen des Körpers, das
Wohnen in feuchten, schlecht ventilirten Häusern und im Allgemeinen
Unmäßigkeit.
+Behandlung.+
=Allöopathisch.= Da häufig Verstopfung die Ursachen dieses Fiebers
ist, sollte zur Entleerung der Eingeweide eines der folgenden Mittel
genommen werden:
Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 2 Drachmen.
Frisch gebrannter Kaffee, grob gemahlen 2 Skrupel.
Heißes Wasser 4 Unzen.
Mische und koche dieses drei Minuten, seihe es durch und nimm alle
drei Stunden einen Theetassenkopf voll zur augenblicklichen Wirkung.
Jeden Morgen kann ein Tassenkopf voll zum Offenhalten der Eingeweide
gegeben werden.
Oder auch:
Rhabarber 10 Grane.
Calcinirte (~calcined~) Magnesia ½ Drachme.
Mische es und nimm das Ganze auf einmal.
Wenn stärkere Abführmittel erforderlich sind, gebrauche man das
folgende:
Zusammengesetzter Koloquinthen- (~Colocynth~)
Extrakt ½ Drachme.
Jalappenwurzel- (~Jalap~) Extrakt 15 Grane.
Mische dies und mache 12 Pillen davon. Dosis zwei oder drei Pillen,
bis die Wirkung erfolgt. Als ein kühlender Trank ist das folgende zu
empfehlen:
~Cremor tartari~ ½ Unze.
Frisch zerquetschte Citronenschale 4 Unzen.
Stückzucker 4 „
Kochendes Wasser 3 Pint.
Mische und, nachdem es eine Weile gestanden, durchseihe es.
Wenn die Entzündung ihren Sitz im Kopfe hat, sollte unbeschränkt
kaltes Wasser angewendet werden.
=Eclectische und Kräuterkur.= Der Körper sollte öfters, während
das Fieber unterdrückt ist, einige Minuten lang mit kaltem Wasser
gewaschen werden. Ist der Kopf stark von Schmerz und Delirium
angegriffen, sollten drei oder vier Blutegel an jede Schläfe
angesetzt und Umschläge von kaltem Wasser und Essig auf den Kopf
gemacht werden. Das letztere kann zuweilen auch statt der Blutegel
angewendet werden.
Die Ausleerungen zu erhöhen und die Eingeweide zu erleichtern, kann
auch Brechwurz in Dosen von 1 bis 1½ Gran in ein wenig warmem
Wasser oder Molasses aufgelöst auf einmal in zwei Stunden gegeben
werden.
Zur Reinigung der Eingeweide kann auch ein Pulver, aus dem folgenden
zusammengesetzt, gegeben werden:
Gepulverter Entenfuß (~Podophyllum~) 1 Grane.
Leptandrin 4 „
~Cremor tartari~ 1 Theelöffel
voll.
Senna- und Epheublätter-Salz kann ebenso zu demselben Zwecke
verwendet werden.
Wenn es nothwendig ist, Schweiß hervorzurufen, sollten warme
Bäder angewendet oder die Füße in warmem Wasser erweicht werden,
dabei lasse man den Kranken unbeschränkt Thee von Salbei, Balsam,
Wasserdost, Isop oder Flachssamen trinken. Diese Maßregeln werden
in der Regel das Fieber dämpfen. Bei Schlaflosigkeit lege man ein
Hopfenkissen unter den Kopf des Kranken oder lasse ihn starken
Hopfenthee trinken, was von gutem Erfolge sein wird. In dem letzteren
Stadium des Fiebers, wenn der Magen reizbar ist, ist es zuweilen
besser, anstatt der Medizinen Einspritzungen anzuwenden, und diese
können in einem Theelöffel voll gewöhnlichen Salzes, in einem Pint
von warmem Wasser aufgelöst, oder Molasses mit Wasser, und wenn die
Nahrungsmittel vom Magen nicht angenommen werden, in einer Brühe von
Milch- und Wasser-Haferschleim bestehen.
Die Diarrhöe, die zuweilen diesem Fieber folgt, kann vermittelst
Einspritzungen von warmem Wasser, in das 15 bis 20 Tropfen Mohnsaft
(~Laudanum~) gethan werden, eingehalten werden; kleine Dosen von
Rhabarber und Magnesia werden zuweilen erfolgreich gefunden werden.
=Homöopathisch.= ~Aconitum~ sollte immer zu Anfang gegeben werden.
Nachdem dies 6 Stunden lang geschehen ist, die Symptome sich aber
nicht vermindern, gebe man abwechselnd mit dem obigen ~Belladonna~,
besonders wenn der Kopf heiß ist, bei heftigem Schmerz in der
Stirngegend, Gesicht roth, die Augen gegen das Licht empfindlich,
Unruhe oder Schwindel bei großem Druck und Delirium.
~Bryonia.~ -- Wenn mit den anderen Symptomen des Fiebers, Schwindel
im Kopf, Verstopfung und ein Gefühl von Schwere im Magen, Schmerzen
in den Gliedern und im Rückgrate verbunden sind.
Andere Heilmittel, welche angewendet werden können, wenn die Lungen
angegriffen sind, sind folgende: ~Bryonia~, ~Tartarius Emeticus~ und
~Phosphorus~.
Ist eine Neigung zu Typhus vorhanden, so gebe man ~Rhus
toxicodendron~ abwechselnd mit ~Bryonia~.