Nach dem Brechmittel gebe folgendes Abführmittel:

Schwefelsaure Magnesia (~Sulphate of magnesia~) 1 Unze.

Salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potash~) 10 Gran.

Lakritzen-Extrakt 1 Skrupel.

Zusammengesetzter Aufguß von Sennablättern

(~Compound infusion of senna~) 5½ Unze.

Tinctur von Senna-Blättern oder Jalappenwurzel 3 Drachmen.

Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of sal

volatile~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll.

Das Fieber kann durch folgendes abführendes Salz eingeschränkt werden:

Steinalaun (~Rochelle salt~) oder Weinsteinsaure

Potasche (~Tartar of Potash~) 1 Unze.

Kohlensaure Magnesia (~Carbonate of magnesia~) 1 Drachme.

Pfeffermünzwasser 6 Unzen.

Mische es. Dosis: Einen Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden. Dies

wird gleichzeitig die Eingeweide mäßig offen halten.

Nachdem der Ausschlag sich vollständig entwickelt hat und das

secundäre Fieber erscheint, gebe folgendes:

Flüssiges Ammoniak (~Spirits of mindererus~) 2 Unzen.

Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet spirits of nitre~) 1 Unze.

Mische es. Alle 3 Stunden einen Eßlöffel voll.

Calcinirte Magnesia (~Calcined magnesia~) 1 Drachme.

Wasser 2 Unzen.

Mische es. Nimm es auf einmal und wiederhole so oft als nothwendig.

Wenn der Patient, besonders des Nachts, von Husten abgemattet wird,

gebe man folgendes von Dr. Condie empfohlene Mittel:

Schleim des Akazien-Gummi’s (~Mucilage of Gum

Acacia~) 3 Unzen.

Syrup von Meerzwiebeln (~Syrup of squills~) 1 Drachme.

Spiritus von Salpeter-Aether (~Spirits of nitric

ether~) 3 Drachmen.

Ipecacuanhawein 1 Drachme.

Mit Kampfer gesättigte Tinctur des Opiums

(~Camphorated tincture of Opium~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll alle 2 oder 3 Stunden.

Wenn die Symptome, wie Schmerz im Kopf, fliegende Hitze und Delirium

eine Störung im Gehirn anzeigen, muß am Arme Blut entzogen, an den

Schläfen und hinteren Theile des Nackens müssen Blutegel gesetzt und

für die Füße ein Senfbad gemacht werden. Zu derselben Zeit gebe ein

Abführmittel, wie Calomel und Jalappenwurzel, oder einen Aufguß von

Sennesblättern.

Kommt der Ausschlag nicht recht heraus, und der Kranke beklagt sich

bei häufigem Erbrechen und Brustbeklemmung über große Reizbarkeit

des Magens, gieb ihm ein warmes Bad, lege Flaschen mit heißem Wasser

zu seinen Füßen und in warmem Wasser ausgerungene Tücher über seinen

Magen.

Gegen bösen Hals kann folgendes als ein Gurgelwasser gebraucht werden:

Chlorsaure Potasche (~Chlorate of potash~) ¼ Unze.

Starke Chlorwasserstoffsäure (~Hydrochloric acid~) 40 Tropfen.

Wasser 1 Pint.

Mische es. Gebrauche mehrere Male des Tages.

Oder:

Zusammengesetzter Aufguß der Rosen (~Compound

infusion of roses~) ½ Pint.

Verdünnte Salzsäure (~Dilute muriatic acid~) ½ Drachme.

Mische es.

Wenn Diarrhöe vorhanden, so mag dieselbe mit dem folgenden gehemmt

werden:

Kreidemischung 5½ Unzen.

Zusammengesetzte Cardamon-Tinctur (~Compound

tincture of cardomons~) 3 Drachmen.

Catechu-Tinctur 3 Drachmen.

Laudanum 20 Minims.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll alle 4 Stunden.

Die Kost bei den Pocken sollte aus Wasser, Eiscream, Limonade,

Orangen, gebratenen Aepfeln, gedünsteten Pflaumen, Erdbeeren,

Haferschleim, trockener, gerösteter Brodschnitte u. s. w. bestehen.

Ist Diarrhöe vorhanden, so sollten Früchte und Eiscream nicht

gestattet werden. In jedem Falle muß dem Kranken animalische

Kost (Fleischspeisen &c.) bis zu seiner völligen Wiedergenesung

vorenthalten bleiben.

Als ein Schutzmittel gegen diese Krankheit muß die Impfung angewendet

werden, was Jedermanns Pflicht gegen sich selbst, seine Familie und

seine Freunde ist. Sie ist die einzige Versicherung gegen diese

fürchterliche und so lästige Krankheit. Es ist sehr gut, wenn sich

die betreffenden Personen, sobald sich die ersten Symptome zeigen,

impfen lassen, denn es mag den Anfall bedeutend mäßigen.

+Anmerkung.+ Bei dieser Krankheit (den ächten Pocken) ist es das

Beste, einen +erfahrenen+ Arzt zu Rathe zu ziehen, besonders bei der

ineinander fließenden Form.

Varioloiden.

Diese Krankheit ist nur eine gelindere Form der ächten Pocken und die

Behandlung für beide ist ein und dieselbe. Eine Person, die geimpft

wurde, kann die Varioloiden bekommen, aber sie werden sehr mild

auftreten.

2. Chronische Hautausschläge.

Jucken und Reizung der Haut.

Dies ist ein Ausschlag eines feinen farblosen Friesels unter der

Haut. Er ruft ein sehr unangenehmes und lästiges Kitzeln, das

zuweilen unerträglich wird, hervor. Die heftigere Form ist von einem

Gefühl begleitet, wie es kriechende Ameisen oder stechende Insekten

hervorbringen. Er dauert zuweilen Monate und Jahre lang und wird

gewöhnlich durch das Aussetzen ungewöhnlicher Hitze und Kälte, gewisse

Mischungsmittel &c. hervorgerufen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Jeden Abend vor dem Schlafengehen eine gute Waschung

von Wasser mit spanischer Seife (~castile soap~), welche man

eintrocknen läßt. Branntwein oder Alcohol kann in derselben Weise

gebraucht werden. Eine Unze von Citronensaft in einem Pint Wasser

in demselben Verhältniß angewendet, wird zweckentsprechend gefunden

werden; ebenso Wasser und Kampher-Spiritus. Die Kost sollte dabei

sorgfältig geordnet und alles Reizende vermieden werden.

=Homöopathisch.= ~Pulsatilla.~ -- Wenn das Kitzeln im Bette, oder

wenn nahe am Feuer sich verschlimmert, besonders nach Kratzen. Eine

Dosis (6 Kügelchen) alle Morgen und Abend.

~Ledum palustre.~ -- Im Fall das Kitzeln nach dem zu Bett gehen

beginnt, von einem zum andern Platze springt und der Ausschlag

Flohbissen gleicht. Man gebe es in derselben Weise wie ~Pulsatilla~.

~Mercurius.~ -- Wenn das Kitzeln die ganze Nacht fortdauert und

nach dem Kratzen leicht blutet. Es ist gut, dieses abwechselnd mit

~Causticum~ jeden Abend zu geben.

Ist das Jucken von einem starken Brennen begleitet, gebe man

~Bryonia~ und ~Rhus~ abwechselnd alle 4 Stunden; eine Dosis (6

Kügelchen). Gebe diese Mittel zwei Tage lang und dann ~Hepar

sulphuris~ jeden Morgen und Abend eine Dosis. Wenn nach einer

Woche nicht besser, nehme man Morgens und Abends eine Dosis ~Carbo

vegetabilis~.

~Nux vomica~ und ~Arsenicum~ abwechselnd wird sich zuweilen

vortheilhaft bewähren.

Befällt es alte Leute, so gebe man ~Opium~ und ~Secale~ abwechselnd

jeden Abend eine Dosis.

Wenn es durch die Hitze im Sommer hervorgerufen wird, gebe man

~Lachesis~ und ~Lycopodium~ abwechselnd Abends.

~Silicea~ und ~Sulphur~ sind gut bei hartnäckigen Fällen. Andere

Heilmittel sind: ~Thuja~, ~Graphites~, ~Petroleum~, ~Calcarea

Carbonica~, ~Sepia~, ~Conium~.

=Allöopathisch.= Erasmus Wilson empfiehlt folgendes:

Verdünnter holzsaurer Holzessig (~Pyroligneous

acid~) ½ Unze.

Gepulverter Kampher ½ Drachme.

Rosenwasser 1 Pint.

Mische es.

Folgendes wird auch gut gefunden werden:

Kohlensaure Soda (~Carbonate of soda~) 1 Drachme.

Hydrocyan-Säure (~Hydrocyatic acid~) 1 „

Destillirtes Wasser 8 Unzen.

Mische es.

Zwei Drachmen schwefelsaure Potasche mit einem Pint Wasser kann auch

versucht werden.

Bei hartnäckigen Fällen möge folgendes angewendet werden:

Scharfes salzsaures Quecksilber (~Corrosive

sublimate~) 2 Gran.

Basisches Quecksilber-Oxyd (~Hydrochloras

ammoniacus~) 2 Gran.

Rosenwasser und Almond-Mischung, von jedem 4 Unzen.

Hydrocyan-Säure 1 Drachme.

Mische es. Dies sollte bei Kindern nicht angewendet und, da es giftig

ist, sollte sehr sorgsam damit umgegangen werden.

Frostbeulen (~Chilblains~)

sind eine lästige entzündete Anschwellung, welche gewöhnlich an den

Fersen und Füßen erscheint und durch Kälte verursacht wird. Sie sind

roth oder purpurn und verursachen durch das ungewöhnliche Kitzeln,

Stechen und Prickeln große Unbehaglichkeit. Wenn der Frost einen Theil

des Körpers angegriffen hat (~frost-bitten~), so muß er zu seinem

natürlichen Wärmezustand, sehr langsam, stufenweise zurückgeführt

werden, auf welche Weise man Frostbeulen meistentheils vermeiden kann.

+Behandlung.+

Bei dem ersten Erscheinen kann eins von den folgenden Mitteln

angewendet werden:

Zusammengesetztes Kampher-Liniment 6 Drachmen.

Seifensalbe 6 „

Kanthariden-Tinctur (~Tincture of cantharides~) ½ Unze.

Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.

Collodium 1 Unze.

Venetianischer Terpentin ½ „

Castoröl 2 Drachmen.

Mische es. Morgens und Abends anzuwenden.

Wenn man damit befallene Theile mit gepulverter Stärke vermittelst

der Hand einreibt, wird zuweilen das unerträgliche Kitzeln

vermindert. Petroleum oder Kohlenöl ist ein ausgezeichnetes Mittel.

Feuchte ein Tuch damit an und binde es über den kranken Theil. Bei

hartnäckigen Fällen kann das folgende empfohlen werden:

Olivenöl 5 Unzen.

Venetianischer Terpentin 1 Unze.

Gelbes Wachs ½ „

Alkanna-Wurzel (~Alcanet root~) 2 Drachmen.

Mische dasselbe, koche es zusammen und presse es aus, dann nehme

Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) 1 Drachme.

Kampher 5 Gran.

Mische es, füge die warme Mischung hinzu und rühre es so lange, bis

es erkaltet.

Frostbeulen können dadurch, daß man sie mit dem gewöhnlichen

Seifenpflaster bedeckt, an dem Aufbrechen verhindert werden.

Ist die Entzündung und Geschwulst bedeutend und bilden sich Blasen,

wird das folgende, „Devergier’s Salbe“ genannt, sehr wohlthuend sein:

Schweinefett 1 Unze.

Essigsaures Blei (~Acetus plumbi~) 5 Gran.

Opium-Extrakt 3 „

Kreosot 10 „

Mische und gebrauche es jeden Morgen und Abend.

Gleiche Theile von Petroleum und Kalkwasser werden auch in diesen

Fällen Erleichterung verschaffen. Nachdem die Blasen aufgebrochen

sind, mache Umschläge von Brod und Milch oder Flachssamen mehrere

Tage lang. Hierauf bedecke die Oberfläche mit einer aus gleichen

Theilen zusammengesetzten Salbe von salpetersaurem Quecksilber

(~Nitrate of mercury~) und einfacher Wachssalbe und auf Charpie oder

ein weiches Tuch gestrichen.

Einige einfache Mittel gegen Frostbeulen sind die folgenden:

1. Eine Unze schwefelsaures Zink (~Sulphate of zinc~) in einem Pint

Wasser aufgelöst. Bade darin den erkrankten Theil mehrere Male des

Tages.

2. Eine Unze salzsauren Ammoniak (~Ammonium muriaticum~) aufgelöst

in einem Pint Apfel- (~Cider~) Essig. Wie das vorhergehende zu

gebrauchen.

3. Zusammengesetzte Seifensalbe, 2 Unzen, und Kanthariden-Tinctur, 1

Unze. Mische es und gebrauche es wie Nro. 1 und 2.

4. Essig und Alcohol, von jedem ein halbes Pint, salzsaures Ammoniak

(~Muriate of ammonia~), eine Unze. Mische es und gebrauche es wie die

früheren.

Zittermahl -- auch Gürtelrose (~Herpes Circinnatus~, ~Ringworm~).

Diese Krankheit ist an einem Ausschlag von kleinen Blasen

(blatternartig) in der Form eines Ringes, dessen Mittelpunkt seine

natürliche Farbe behält, kenntlich. Sie ist von einer leichten

prickelnden und kitzelnden Empfindung begleitet. Die Blasen trocknen

allmählig, Schorfe bilden sich und fallen zur Zeit ab. Die Haut bleibt

roth. Die Krankheit kann an irgend einem Theile des Körpers auftreten,

aber vorzugsweise wird sie am Hals oder im Gesicht gefunden. Sie wird

durch das sich der Kälte und Feuchtigkeit Aussetzen, unregelmäßige

Kost, Ermüdung &c. hervorgerufen.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Aufmerksamkeit sollte der Kost zugewendet und alle

stimulirenden Nahrungsmittel vermieden werden. Halte die Glieder

rein, und ein gelegentliches lauwarmes Bad wird sehr zuträglich

gefunden werden. Es ist gut, jede einzelne Blase mit einer Nadel zu

öffnen, damit die Flüssigkeit auslaufen kann, was häufig das Kitzeln

vermindern wird.

=Allöopathisch.= Bei heftigen Anfällen gebe man einige gelinde

Abführmittel, wie Schwefel und Magnesia, oder Schwefel und

doppeltweinsteinsaure Potasche (~Bitartrate of potash~). Das

Prickeln, Kitzeln und Brennen kann durch eine Abwaschung mit

essigsaurem Blei (~Acetas plumbi~) und ein wenig Alcohol, oder durch

die Anwendung der essigsauren Bleisalbe erleichtert werden. Der Saft

der grünen Schale der Wallnuß, Tinctur von Galläpfeln, oder eine

starke Waschung mit essigsaurem oder schwefelsaurem Kupfer sind

Mittel, welche Condie empfiehlt.

=Eclectische und Kräuterkur.= Die folgende Salbe ist von Dr. John

King empfohlen:

Gagel (~Bayberry tallow~) ½ Unze.

Süßer Gummi (~Sweet gum~) ½ „

Hammeltalg (~Mutton suet~) 1 „

Mache es zusammen flüssig und presse es.

Folgendes wird für ein unfehlbares Mittel gehalten:

Man nehme Taback-Blätter, koche sie und füge Essig und starke Lauge

zu der Flüssigkeit. Wasche den Ausschlag mehrere Male des Tages. Auch

Castoröl, häufig angewendet, soll ein sicheres Mittel sein.

Peruanischer Balsam (~Balsam of Peru~) mit einer gleichen Menge Talg

mag zuweilen helfen.

=Homöopathisch.= ~Sepia~ kann in Dosen von 6 Kügelchen Morgens und

Abends gegeben werden. Wenn es nach Verlauf einer Woche nicht hilft,

gebe ~Rhus toxicodendron~ und ~Sulphur~ einen Tag um den andern eine

Dosis (6 Kügelchen). Wenn nach zehn- oder vierzehntägiger Anwendung

dieser Heilmittel keine Besserung eintritt, gebe man ~Calcarea~ und

~Causticum~ einen Tag um den andern oder man gebe eins allein --

jeden Abend eine Dosis.

Andere Heilmittel sind ~Graphites~, ~Silicea~, ~Acidum Nitre~,

~Mercurius~. Diese mögen ebenso gegeben werden wie die vorhergehenden.

Flechten (~Tetter~, ~Herpes~).

Flechten können in +trockene+ und +nasse+ eingetheilt werden. Zu der

trockenen Gattung mögen z. B. Schorf (~dandruff~) gezählt werden.

Er ist kenntlich an sehr kleinen weißen Schuppen oder Schorfen und

wird auf dem Gesicht, Kopf, Brust, Händen, Füßen und an den Gelenken

gefunden. Häufiger befällt er die Kopfhaut.

+Nasse Flechte+ schließt folgendes in sich: ~Ecthyme~, die

Blatterflechte (~eczema~), welche in einem Ausschlag von kleinen

wässerigen Bläschen an verschiedenen Theilen des Körpers und zwar dicht

zusammengedrängt besteht. Oeffnen sich diese Bläschen oder werden sie

geöffnet, so breitet sich die Flüssigkeit über die gesunde Haut aus

und pflanzt dadurch die Krankheit fort. Bleiben sie geschlossen, so

trocknen sie auf und bilden eine Kruste.

Eine andere Art ist die ~Pemphigus~. -- Die Nesselsucht ist ein

Ausschlag von Wasserblasen, welche eine wässerige Flüssigkeit, gleich

der einer gewöhnlichen Blase enthalten. Sie sind bezüglich ihrer Größe

verschieden und wechseln von der Größe einer gespaltenen Erbse bis zu

der einer halben Wallnußschale. Sie wachsen sehr schnell, brechen auf

und lassen eine rauhe Oberfläche, welcher bald heilt, zurück.

+Der Rothlaufgürtel+ -- ~Shingles~ -- ~Cingulum~ ist eine ander Form

der nassen Flechte. Ein leichtes Fieber geht in der Regel zwei bis

drei Tage einem Anfalle dieser Krankheit voraus, dann folgt ein

Ausschlag von kleinen durchsichtigen Bläschen, mit einer farblosen

zuweilen bräunlich gefärbten Flüssigkeit. Es zeigt sich auf dem

Gesicht, den Händen und Füßen, aber in der Regel auf dem Körper, wo der

Ausschlag die Gestalt eines Gürtels oder Ringes annimmt und rings um

den Körper herumläuft.

Es gibt noch verschiedene Gattungen von Flechten, ich hielt es aber für

genügend, nur diese wenigen anzuführen, denn die meisten Krankheiten

der Haut sollten von einem erfahrenen Arzt behandelt werden.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Das erste, was bei der Behandlung dieser Krankheit in

Betracht zu ziehen ist, ist die Reinlichkeit. Ohne genaue Beachtung

dieses Punktes ist die Behandlung dieser Krankheit um Vieles schwerer

als es andererseits der Fall sein würde. Eine Verordnung von

spanischer Seife (~castile soap~) und Wasser ist dringend nothwendig

und in manchen Fällen sogar unentbehrlich. Auch der Kost muß

gehörige Aufmerksamkeit geschenkt werden. Allzureiche, reizende und

stark gewürzte Speisen müssen vermieden und nichts außer einfacher

nährender Kost genommen werden. Ein gelegentliches warmes Bad wird

sehr wohlthuend gefunden werden -- ebenso das Schwefelbad.

=Eclectische und Kräuterkur.= Eine gute Behandlung gegen

Rothlaufgürtel besteht in der Regulirung der Eingeweide vermittelst

gelinder Abführmittel, wie Magnesia; dann lasse man den Kranken

viel von einer Abkochung von Klette (~Burdock~), ~Yellow dock~

und Sassafras-Wurzel einige Tage lang nehmen oder verordne den

zusammengesetzten Syrup von ~Yellow dock~. Wasche den Körper Abends

mit Saleratus-Wasser. Die Salbe von Gagel (~Bay berry tallow~), unter

Zittermahl angegeben, wird sich auch hier wohlthuend erweisen, oder

auch folgendes:

Zink-Oxyd 3½ Unzen.

Benzoe-Säure (~Benzoic acid~) 1 Drachme.

Schwefelsaures Morphium (~Sulphate of morphia~) 1 Skrupel.

Rosenöl 10 Minims.

Stoße alles im Mörser zu einem feinen Pulver, dann füge folgendes

hinzu, welches vorher gemischt werden muß:

Olivenöl 1 Pfund.

Weißes Wachs 2 Unzen.

Spermaceut (~Spermaceti~) 5 „

Rühre es bis es kalt wird.

Gegen ~Eczema~ kann das folgende angewendet werden: Zwei Unzen von

~Yellow dock~ und ebensoviel Blutwurzel (~blood root~); wasche und

lege es in ein Pint Alcohol und ebensoviel Essig; lasse es vor

dem Gebrauch eine Woche oder zehn Tage lang stehen. Diese Mischung

sollte ein- oder zweimal des Tages angewendet werden, ebenso auch die

folgende Salbe:

Frische Butter 4 Unzen.

Venetianischer Terpentin 1 Unze.

Rothes Präcipitat (Quecksilberniederschlag) 3 Drachmen.

Mische es.

Gegen ~Pemphigus~ kann die folgende Salbe angewendet werden:

Zink-Oxyd (~Oxide of zinc~) 1 Drachme.

Sparmaceut-Salbe (~Spermaceti ointment~) 1 Unze.

Mische und wende es Abends an.

=Homöopathisch.= Gegen Gürtelrose (~Shingles~, ~Cingulum~) ist es

gut, die Behandlung mit ~Aconitum~ zu beginnen, besonders wenn

Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerz &c. vorhanden ist. Nachdem man einige

Dosen davon gegeben hat, gebe man alle drei Stunden eine Dosis ~Rhus

toxicodendron~ (6 Kügelchen).

Bei Uebelkeit und Erbrechen ~Tartarus emeticus~.

Bildet sich Eiter in den Bläschen, gebe man ~Hepar sulphuris~, ebenso

wie ~Rhus~.

Wenn bei trockener Haut, Durst &c. ein brennendes Gefühl vorhanden

ist, gebe man ~Arsenicum~.

Bei Eiterung des Ausschlages kann man die folgenden Mittel geben:

~Mercurius~, ~Sepia~, ~Lycopodium~, ~Sulphur~. Zwei Tage lang alle

drei oder vier Stunden eine Dosis von einem dieser Heilmittel;

tritt keine Besserung ein, wechsle es gegen ein anderes. Kopfgrind

(~dandruff~) erfordert eins von den folgenden Mitteln: ~Dulcamara~,

~Sepia~, ~Sulphur~, ~Silicea~.

~Eczema~ erfordert ~Rhus~, ~Graphites~, ~Calcarea~, ~Lycopodium~,

~Sulphur~, ~Dulcamara~.

~Pemphigus~ erfordert ~Carbo veg.~, ~Rhus~, ~Sulphur~, ~Graphites~,

~Mercurius~, ~Lycopodium~.

Ist das Kitzeln sehr heftig, gebe ~Acidum Nitri~, ~Phosphorus~,

~Graphites~; wird es durch die Wärme erhöht, ~Clematis~, und

verschlimmert es sich am Abend, gebe ~Alumina~ und ~Staphysagria~.

+Verordnung der Heilmittel.+ Nimm eine Dosis (6 Kügelchen) des

betreffenden Heilmittels zwei Wochen lang Morgens und Abends. Stellt

sich zu Ende dieser Zeit keine Besserung ein, wähle ein anderes

Heilmittel und gib es in derselben Weise.

=Allöopathisch.= Gegen nasse Flechten, wie Gürtelrose, ~Eczema~,

~Pemphigus~ möge die folgende Behandlung angewendet werden:

Ist der Kranke alt oder schwächlich, gebe:

Doppelkohlsaure Soda ½ Unze.

Zusammengesetzter Aufguß von Enzian 4 Unzen.

Colombo-Wurzel-Tinctur 1 Unze.

Orangenschalen-Syrup ½ „

Mische es. Dosis: Einen Theelöffel voll dreimal des Tages.

Gleichzeitig gebrauche:

Hollunder-Blüthen-Salbe 1 Unze.

Zink-Oxyd 1 Drachme.

Ist der Organismus in gutem Zustande, so mag das folgende angewendet

werden:

Blaue Pillen 1 Skrupel.

Zusammengesetzte Rhabarber-Pillen 2 „

Mische es. Theile es in 12 Pillen und nimm als Dosis eine oder zwei,

bis sie wirken. Gleichzeitig folgendes:

Eine Abkochung von Sarsaparilla ½ Pint.

Potaschen-Hydriodat 25 Gran.

Mische es. Dosis: Zwei Eßlöffel voll dreimal des Tages.

Folgende Waschung kann gebraucht werden:

Wein-Spiritus 2½ Unzen.

Destillirtes Wasser 1 Pint.

Mische und wende es mehrere Male des Tages an.

Wenn die Krusten anfangen abzufallen, gebrauche:

Schwefelsaures Zink ½ Drachme.

Destillirtes Wasser 1 Pint.

Mische es.

Gegen Kopfgrind dient folgende Waschung:

Auflösung von Potasche 2 Drachmen.

~Acidum hydrocianicum~ (verdünnt) 1 Drachme.

Almond-Mischung ½ Pint.

Mische und gebrauche es ein- oder zweimal des Tages.

Wenn nach Anwendung dessen eine Zeitlang keine Besserung eintritt,

gebrauche man das Folgende:

Salbe von Quecksilber-Salpeter (~Mercurius nitrosus~) 1 Theil.

Spermaceut-Salbe 2 Theile.

Mische es.

Bei chronischen Ausschlägen dieser Art kann man sich des folgenden

mit Erfolg bedienen:

Präparirter Schwefel 1 Skrupel.

Kohlensaure Magnesia 10 Gran.

Zusammengesetztes Pulver von Jalappenwurzel und

Ingwer von jedem 5 Gran.

Mische es und nehme eine kleine Portion zweimal des Tages.

Krätze (~Itch~, ~Scabies~).

ist ein ansteckender, in der Regel von Unreinlichkeit herrührender

Ausschlag.

+Ursache+: Er wird durch die Anwesenheit eines sehr kleinen Insekts,

~Acarus Scabies~ genannt, hervorgerufen. Kommt dieses Insekt auf die

Haut, so beginnt es sofort zu arbeiten und bohrt sich eine Wohnung

unter der ~Epidermis~ oder Schleierhaut. Natürlich verursacht das

Herumkriechen dieses ungebetenen Gastes ein unerträgliches Jucken, das,

wie James ~I.~ bemerkte, als der Luxus des Kratzens sehr in Aufnahme

kam, nur für Könige gemacht sei.

+Symptome.+ Als etwas ganz Gewöhnliches erscheint dieser Ausschlag

zuerst an den Handgelenken und zwischen den Fingern. Derselbe besteht

in kleinen punctirten Bläschen, mit einer durchsichtigen Flüssigkeit

gefüllt. Anfänglich sind diese Blasen von einer blaßrothen oder

Fleischfarbe; aber die Haut bricht bald auf und die Flüssigkeit bildet

einen dünnen Schorf. Er kann unter anderen Ausschlägen an seiner Form,

dem überstarken Jucken und dadurch, daß er nie im Gesicht gefunden

wird, erkannt werden. Das Jucken ist des Nachts schlimmer und wird

durch die Bettwärme erhöht.

+Behandlung.+

Gegen diese Krankheit ist beinahe Schwefelsalbe das einzige Mittel,

das hilft. Dies zerstört das Insekt und bewirkt dadurch die Heilung.

Gebrauche einen Theil Schwefelmilch und zwei Theile Schweinefett.

Mische und reibe es gehörig in die Haut. Andere Zubereitungen sind

wie folgt:

Schwefel 2 Unzen.

Kohlensaure Potasche (~Carbonate of Potash~) 2 Drachmen.

Präparirtes Schweinefett 4 Unzen.

Mische es.

Schwefel 1 Unze.

Boraxsaure Soda (~Borate of Soda~) 1 Drachme.

Salzsaures Ammoniak (~Muriate of ammonia~) 1 „

Weißes Präcipitat-Quecksilber (~White Precipitate of

Mercury~) 2 Skrupel.

Präparirtes Schweinefett 2 Unzen.

Mische es. (Frisch.)

Welches immer von den vorstehenden Mitteln gebraucht wird (und

ich möchte gewöhnlichen Schwefel und Schweinefett empfehlen), so

muß sich der Kranke vom Kopf bis zum Fuß und zu den Fingerspitzen

einschmieren; an einem Feuer gehörig in die Haut einreiben, sich mit

Socken, Unterhosen und Flanellhemd bekleiden und 36 Stunden im Bett

verbleiben, während welcher Zeit die Einreibung zweimal erfolgen muß.

Hierauf reinige die Haut vermittelst eines warmen Bades gründlich.

Reicht dies nicht hin, so wiederhole man die Kur noch einmal. Bei

milderen Fällen wird ein Schwefeldampfbad, ein- oder zweimal des

Tages genommen, schnell Erleichterung verschaffen.

Milchschorf (~Milk Crust~, ~Crusta Lactea~).

Unser Familien-Arzt · 第 4 / 51 段