Mische es und mache 12 Pillen daraus. 2 oder 3 Pillen werden

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Anmerkungen zur Transkription:

In der originalen Frakturschrift wird zwischen den Großbuchstaben

‚I‘ und ‚J‘ nicht unterschieden, daher wurden den Namensinitialen

willkürlich der wahrscheilichere Buchstabe ‚J‘ zugeordnet. Bei

‚Iodide‘ wurde, passend zur entsprechenden englischen Bezeichnung,

ein ‚I‘ verwendet; bei den deutschen Bezeichnungen ‚Jod‘ und

‚Jodid‘ aber der Buchstabe ‚J‘.

Von der normalen Schriftart abweichenden Schriftschnitte werden

durch die folgenden Sonderzeichen dargestellt:

fett: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

Kapitälchen: /Schrägstriche/

Eine Übersicht über die korrigierten Fehler findet sich am Ende

dieses Textes.

UNSER FAMILIEN-ARZT.

Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische,

Eclectische und Kräuter-

+Heilmethode+.

+Eine+

=vollkommen zuverlässige Anweisung=

+zur+

Entdeckung aller solcher Krankheiten, die ohne ärztliche Hilfe von

irgend einer intelligenten Person in ihrem Verlaufe

gehemmt oder behandelt werden können.

+Mit besonderer Berücksichtigung

der+

prompte, energische Maßregeln erheischenden, sowie der in Amerika

vorkommenden Krankheitsfälle.

+Nebst+

=einer vollständigen und deutlichen Anweisung zur Krankenpflege,

Zubereitung der Krankenkost u.s.w.=

Chicago.

J. S. Goodman & Co.

Cincinnati. C. F. Vent & Co.

San Francisco. H. H. Bancroft & Co.

1869.

Entered according to Act of Congress, in the year 1869, by

J. S. GOODMAN & CO.,

In the Clerk’s Office of the District Court of the United States,

for the Northern District of Illinois.

Vorwort der Verleger.

Schon längst sind wir davon überzeugt, daß sich in unserem Lande

das Bedürfniß nach einem +bündig gefaßten+ Werke, das +billig

verkauft+ werden kann, und welches eine zuverlässige Anweisung für

die erfolgreiche Behandlung solcher Unpäßlichkeiten, Krankheiten und

körperlichen Beschädigungen enthält, die von irgend einer intelligenten

Person ohne ärztliche Hülfe behandelt werden mögen, vorhanden ist: Ein

Werk, das nicht den Anspruch macht, alle die betreffenden Kenntnisse

zu bieten, noch unter allen Umständen die Hülfe eines Arztes unnöthig

zu machen, denn es giebt Fälle, deren Behandlung berufsmäßige

Geschicklichkeit und lange Erfahrung erfordert.

Es giebt jedoch -- dies ist einleuchtend -- eine große Anzahl

Krankheitsfälle, welche mit Hülfe solcher Belehrung, wie die in der

vorliegenden Abhandlung leicht gehoben werden können, während andere

gleich beim Anfang die promptesten, energischsten Mittel nöthig machen,

widrigenfalls sie sich, ehe noch ein Arzt eintreffen kann, so sehr

steigern, daß das Leben des Patienten gefährdet wird.

Der Schreiber dieses erinnert sich noch recht wohl des plötzlichen

Erkrankens seines Familienarztes, welcher unerwartet in seiner Office

von jener fürchterlichen Seuche, der Cholera, befallen wurde, und ehe

Hülfe geleistet werden konnte, dem Tode verfallen war.

Auch erinnert sich der Verfasser dieser Vorrede noch recht wohl, wie

dankbar er dafür war, daß er ein Buch hatte, welches +genau angab, was

bei Croup-Anfällen zu thun sei+, als er zum erstenmal mitten in der

Nacht durch den =Croup-Husten= seines einzigen Kindes aufgeweckt wurde.

Durchdrungen von der oben ausgedrückten Ueberzeugung, sahen wir uns

nach einem Autor um, welcher einerseits mit unseren Ansichten völlig

übereinstimmte und andererseits die Fähigkeit hatte, dieselben in

praktische Form zu kleiden, und nachdem wir längere Zeit vergeblich

uns bemühten, sind wir sicher, den rechten Mann gefunden zu haben, und

legen nun dem Publikum das Resultat seiner Arbeit mit der Zuversicht

vor, daß dieses längst gefühlte Bedürfniß durch dieses Werk vollkommen

befriedigt ist.

Um das Buch noch brauchbarer und praktischer zu machen, sind die

verschiedenen Behandlungsweisen der verschiedenen medizinischen

Schulen angegeben: die +allöopathische+, die +homöopathische+, die

+hydropathische+, die +eclectische+ und die +Kräuter-Heilmethode+, so

daß man je nach Bequemlichkeit oder Ueberzeugung zu der einen oder der

andern greifen, oder eine nach der andern anwenden kann, falls die erst

angewandte nicht den erwünschten Erfolg erzeugt hätte. Wenn z. B. eine

auf dem Lande, weit von einem Arzte oder einer Apotheke lebende Person

sich plötzlich eine heftige Erkältung zuzieht und ein Fieber im Anzuge

ist, mag sie -- obgleich die allöopathische Kurmethode vielleicht

vorziehend -- zur Kräuter- oder Wasser-Heilmethode mit dem besten

Erfolg greifen.

Diese Zusammenstellung der verschiedenen Heilmethoden ist originell und

wird, wie wir glauben, in keinem anderen Buche gefunden.

Der Name des Autors ist, wie der Leser bemerken wird, nicht angegeben

und zwar deshalb, weil er ein Graduirter eines medizinischen

Collegiums, ein angesehener Arzt einer der medizinischen Schulen

ist und seine Stellung unter seinen Fachgenossen verlieren würde,

sobald bekannt wäre, daß er nebst den in seiner Schule üblichen

Behandlungsweisen auch andere angegeben habe. Erst kürzlich wurde ein

hochgestellter allöopathischer Arzt in New-York „disciplinirt,“ weil

er mit einem ebenso intelligenten und ausgezeichneten homöopathischen

Arzte sich berathen hatte. So lange solcher Geist selbst noch unter den

intelligenteren Kunstgenossen herrscht, kann man es unserem Autor nicht

verargen, wenn er seinen Namen verschweigt, und dies um so mehr, als

durch die Nennung desselben doch nichts Gutes bezweckt würde.

Der =Werth= des Werkes wird demselben entweder +Erfolg+ sichern,

oder das Mißfallen des Publikums zuziehen; aber wir übergeben es der

Oeffentlichkeit mit dem festen Glauben, ja wir möchten sagen, mit der

+unzweifelhaften Gewißheit+, daß es +mit Beifall+ aufgenommen werden

und ein +kostbarer Familienschatz in tausenden Häusern+ werden wird.

Daß dies der Fall sein möge, ist der Wunsch

=Der Verleger.=

=Chicago, September 1868.=

Vorrede des Verfassers.

Dieses Werk der Beurtheilung des Publikums übergebend, bin ich

überzeugt, durch dasselbe einem langgefühlten Bedürfniß für ein

Familienbuch der Heilkunde, das allen Klassen entspricht, nachzukommen.

Dasselbe ist hauptsächlich für die Erfordernisse der Landbevölkerung

und solcher geschrieben, die weit entfernt von größeren Ortschaften

oder solchen Plätzen wohnen, wo zuverlässige Hülfe in Krankheitsfällen

beschafft werden kann. Viele können sich gewisser Zeiten erinnern,

in welchen, wäre ein solches Buch vorhanden gewesen, großen Leiden

vorgebeugt, oder selbst dann und wann ein Leben hätte gerettet werden

können. Da unser Leben, auch wenn wir ein hohes Alter erreichen,

immerhin ein sehr kurzes ist, so ist die Pflicht, dasselbe womöglich

bis zu der dem Menschen zugemessenen Zeit zu verlängern, eine

deutliche; Niemand kann sagen, wann ihn eine Krankheit befallen, wann

er durch einen Unfall körperlich bedeutend beschädigt werden wird, und

wir sollten gegen solche Fälle stets vorbereitet sein.

In der Ausarbeitung dieses Werkes habe ich mich bemüht, jede Krankheit

in so einfacher Weise zu beschreiben als möglich, indem ich mir Mühe

gab, technische und wissenschaftliche Ausdrücke so weit dies geschehen

konnte, zu vermeiden und +eine Sprache+ zu gebrauchen, die jedes Kind

verstehen kann. Alle Fremdwörter aber, die nothwendiger Weise gebraucht

werden mußten, sind entweder sogleich erklärt oder findet sich deren

Erklärung im Fremdwörterverzeichniß.

Um allen Klassen und den Anhängern der verschiedenen medizinischen

Schulen etwas zu bieten, habe ich bei jeder Krankheit die

Behandlungsweise der verschiedenen Methoden beigefügt und dabei alle

Vorurtheile, die ich für oder gegen diese oder jene Schule haben mag,

in den Hintergrund treten lassen, indem ich jeder derselben volle

Gerechtigkeit widerfahren ließ und sowohl meine Erfahrung als die

anderer benützte, denn es wurden die besten Autoritäten Europas und

Amerikas zu Rathe gezogen, so daß man sich auf die Angaben dieses

Buches verlassen kann.

Zur Bequemlichkeit und Nachhülfe beim Nachschlagen ist das Werk

eingetheilt wie folgt:

+Erster Theil: Allgemeine Krankheiten.+

Jedes Kapitel dieses Theils führt Krankheiten verschiedener

Körpertheile auf, sowie allgemeine Krankheiten. Jede derselben ist

deutlich behandelt, indem die Symptome, die Ursachen und die Behandlung

der verschiedenen medizinischen Schulen pünktlich angegeben sind.

+Zweiter Theil: Frauenkrankheiten.+

Unter dieser Ueberschrift wird über Menstruation, mit ihren Störungen,

Schwangerschaft und die Behandlung der Krankheiten während derselben,

Entbindung u. s. w. abgehandelt.

+Dritter Theil: Kinderkrankheiten.+

In diesem Theile finden sich wertvolle Winke bezüglich der

Verpflegung, der Kost und der allgemeinen Behandlung der Kinder, sowie

Abhandlungen über Kinderkrankheiten.

+Vierter Theil: Verschiedene Krankheiten.+

Unter dieser Ueberschrift werden die nicht im ersten Theile

eingeschlossenen Krankheiten aufgeführt, und sind Anweisungen gegeben,

wie man die Scheintodten wieder zum Leben bringen kann. Dieser

Abtheilung sind auch werthvolle Bemerkungen über die Krankenpflege

beigefügt, nebst einer vollständigen Anweisung für die hydropathische

Behandlung der Krankheiten.

Unter dem Titel -- +Pharmacie+ ist die Zubereitung mancher in diesem

Buch angegebenen Arzneien vorgeschrieben.

+Fünfter Theil: Wundarzneikunst.+

In diesem Theil werden solche Behandlungen und Mittel der

Wundarzneikunde angegeben, welche von jeder intelligenten Person in

Anwendung gebracht werden können. Außerdem finden hier die Gifte nebst

ihren Gegenmitteln und ein Verzeichniß der medizinischen Ausdrücke

einen Platz.

In dem +Symptom-Verzeichniß+ sind die hauptsächlichen Symptome der am

häufigsten vorkommenden Krankheiten angegeben, und wird dasselbe den

Personen, die unwohl fühlen, aber nicht gerade sagen können, was ihnen

fehlt, gute Dienste leisten.

Daß das Werk zum Besten der Menschheit eine weite Verbreitung finden

und hierdurch die darauf verwendete Arbeit vergüten möge, ist der

aufrichtige Wunsch des

=Verfassers.=

=Chicago, Januar 1869.=

+Zeugnisse.+

Die folgenden anerkennenden Zeugnisse wurden von ausgezeichneten

Aerzten der Homöopathischen, Allöopathischen und Eclectischen Schulen

ausgestellt.

Herren J. S. Goodman & Co., Verleger:

+Meine Herren+! -- Daß in Ihrem zu publizirenden Werk „Unser

Familien-Arzt“ die Krankheiten genau und richtig beschrieben sind, und

daß die darin angegebene Heilkunde zuverlässig ist, kann ich nach einer

Prüfung der mir zugesandten Probebogen des Buches bezeugen.

+N. F. Cooke, ~M. D.~+,

=Professor der Theorie und Praxis am Hahnemannischen medizinischen

Collegium.=

=Chicago den 6. Febr. 1869.=

* * * * *

Ich beglaubige hiermit, daß ich das Werk „Unser Familien-Arzt,“ welches

von J. S. Goodman & Co. publizirt werden wird, geprüft habe und in

demselben die Symptome der Krankheiten richtig angegeben sind, wie denn

das Buch überhaupt das Vertrauen des Publikums verdient.

+H. S. Hahn, ~M. D.~+

=Chicago den 8. Febr. 1869.=

+Meine Herren+! -- Auf Ihr Ersuchen habe ich die Probebogen Ihres

Werkes „Unser Familien-Arzt“ durchgelesen und es macht mir Vergnügen

dasselbe zu empfehlen. Es gibt die richtige Behandlungsweise der

Krankheiten an und verdient eine weite Verbreitung.

+J. F. Cooke, ~M. D.~+,

=Professor im Bennett medizinischen Collegium, Chicago.=

=Den 8. Febr. 1869.=

Inhalts-Verzeichniß.

Erster Theil. -- Allgemeine Krankheiten.

Erstes Kapitel.

(Seite 17.)

=Krankheiten der Haut.= -- 1. +Ausschlagfieber.+ -- Ausschlag --

Nesselfieber -- Rose -- Masern -- Scharlachfriesel -- Scharlachfieber

-- Windpocken -- Blattern -- Varioliden.

2. +Chronische Hautausschläge.+ -- Jucken und Reizung der Haut --

Frostbeulen -- Zittermahl oder Gürtelrose -- Flechten -- Krätze --

Milchschorf -- Grindkopf -- Hühneraugen -- Warzen.

Zweites Kapitel.

(Seite 65.)

=Fieber.= -- Gewöhnliches oder eintägiges Fieber -- Entzündliches

Fieber -- Nervenfieber oder Typhus -- Gehirnfieber oder

Gehirnentzündung -- Remittirendes oder Gallenfieber --

Intermittirendes oder Wechselfieber -- Gelbes Fieber.

Drittes Kapitel.

(Seite 99.)

=Geisteskrankheiten.= -- Hypochondrie oder Schwermüthigkeit --

Hysterie oder Bauchnervensucht -- Melancholie oder Trübsinn -- Manie,

Irr- oder Wahnsinn.

Viertes Kapitel.

(Seite 106.)

=Krankheiten des Kopfes.= -- Congestion oder Blutandrang nach dem

Kopfe -- Schwindel (~Dizziness~) -- Schlagfluß -- Gehirnentzündung

-- Sonnenstich -- Kopfweh durch Catarrh verursacht -- Kopfweh durch

Blutandrang verursacht -- Kopfweh durch Rheumatismus verursacht --

Kopfweh durch Hartleibigkeit und Unterleibsbeschwerden verursacht

-- Sympathetisches Kopfweh (~Sick Headache~) -- Nervöses Kopfweh

(~Neuralgia in the Head~) -- Ausfallen des Haares.

Fünftes Kapitel.

(Seite 131.)

=Augenkrankheiten.= -- Niederfallen des Augenlids -- Entzündung und

Anschwellen des Augenlids -- Entzündung des Rands des Augenlids --

Entzündung des Augapfels -- Chronische Augenentzündung -- Chronische

skrophulöse Augenentzündung -- Gerstenkorn am Augenlid -- Nasse oder

thränende Augen -- Schwarzer Staar -- Augenschwäche -- Blindheit --

Kurzsichtigkeit -- Weitsichtigkeit -- Schielauge -- Fremde Körper im

Auge.

Sechstes Kapitel.

(Seite 147.)

=Ohrenkrankheiten.= -- Das äußere Ohr und die dasselbe umgebenden

Theile -- Ohrenentzündung -- Ohrenweh -- Ohrensausen --

Schwerhörigkeit -- Ohrlaufen -- Durchstechen des Ohrläppchens --

Fremde Körper im Ohr.

Siebentes Kapitel.

(Seite 155.)

=Krankheiten der Nase.= -- Entzündung und Anschwellen der Nase

-- Nasenbluten -- Schnupfen oder Erkältung im Kopf (~Catarrh~) --

Eiterung der Nase -- Nasenpolyp -- Nasenkrebs -- Fremde Körper in der

Nase.

Achtes Kapitel.

(Seite 166.)

=Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbacken.= --

Gesichtsrose -- Gesichtsausschlag -- Nervöser Gesichtsschmerz oder

Neuralgie -- Gesichtsflecken -- Gesichts- und Kinnbackenlähmung.

Neuntes Kapitel.

(Seite 178.)

=Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes.= -- Zahnweh

-- Verfall und Leiden der Zähne -- Widerwärtiger Geruch des Athems --

Schlechter Geschmack im Munde -- Zahnfleischschwären -- Entzündung

und Anschwellen der Zunge -- Mundkrebs -- Scorbut -- Speichelfluß --

Stammeln.

Zehntes Kapitel.

(Seite 194.)

=Krankheiten des Halses.= -- Weher Hals oder gewöhnliche

Halsentzündung -- Eiternde und putride (Fäulniß erzeugende), oder

bösartige Halsentzündung -- Entzündung und Anschwellung der Mandeln

oder Tonsillen -- Anschwellen und Verlängerung des Zäpfchens.

=Eilftes Kapitel.=

(Seite 208.)

=Krankheiten der Luftröhre und der Brust.= -- Heiserkeit --

Luftröhrenentzündung oder Bronchitis -- Influenz oder Grippe, auch

Flußfieber -- Husten (~Tussis Convulsiva~) -- Lungenentzündung

-- Lungenentzündung bei alten Leuten -- Pleuresie, Brustfell-,

Rippenfell-Entzündung -- Scheinbare Pleuresie oder Seitenstechen

-- Herzentzündung -- Herzklopfen -- Rheumatische Herzschmerzen --

Brustbeklemmung -- Lungenbluten -- Engbrüstigkeit oder Asthma --

Brustwassersucht -- Auszehrung -- Brustquetschung -- Fremde Körper in

der Luftröhre.

Zwölftes Kapitel.

(Seite 253.)

=Krankheiten des Magens und der Eingeweide.= -- Mangel an Appetit

-- Heißhunger, Schlinglust -- Dyspepsie oder schwacher Magen --

Sodbrennen, oder Unverdaulichkeit, oder versäuerter Magen --

Uebelkeit und Erbrechen -- Seekrankheit -- Magen-Neuralgie --

Magenweh oder Magenkolik -- Magenentzündung -- Gedärmentzündung

-- Leberentzündung -- Gelbsucht -- Milzentzündung -- Würmer --

Hartleibigkeit -- Diarrhöe oder Durchfall -- Ruhr -- Cholera Morbus

-- Asiatische Cholera -- Hämorrhoiden -- Mastdarmvorfall -- Bruch --

Unterleibswassersucht.

Dreizehntes Kapitel.

(Seite 323.)

=Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechts-Organe.= --

Nierenentzündung -- Blasenentzündung -- Harnverhaltung -- Harnfluß

-- Harnruhr -- Blasenpolyp -- Blasenstein -- Blutharnen --

Selbstbefleckung -- Syphilis oder Lustseuche -- Samenfluß, Tripper.

* * * * *

Zweiter Theil. -- Frauenkrankheiten.

Erstes Kapitel.

(Seite 344.)

=Menstruation.= -- Eine vollständige Beschreibung dieser Funktion.

Zweites Kapitel.

(Seite 349.)

=Störungen der Menstruation.= -- Verzögerte Menstruation -- Chlorose

oder Bleichsucht -- Uebermäßige Menstruation -- Schwere Menstruation

oder Menstrualkolik -- Unterdrückte Menstruation -- Aufhören der

Menstruation oder Uebergangszeit.

Drittes Kapitel.

(Seite 367.)

=Vorfall der Gebärmutter.= -- Weißer Fluß.

Viertes Kapitel.

(Seite 375.)

=Schwangerschaft.= -- Anzeichen der Schwangerschaft -- Kleidung

-- Bewegung -- Diät -- Erbrechen -- Scham-Jucken während der

Schwangerschaft -- Krampfadern oder varicöse Adern -- Hämorrhoiden

oder Goldader -- Anschwellen der Füße -- Hartleibigkeit während der

Schwangerschaft -- Diarrhöe während der Schwangerschaft -- Zahnweh

und Speichelfluß -- Dyspepsie oder versäuerter Magen, auch Sodbrennen

genannt -- Hysterische Anfälle -- Herzklopfen -- Kopfweh -- Husten

-- Krämpfe -- Urin- oder Harnträufeln -- Unterdrückung des Urins --

Blutfluß -- Frühgeburt oder Abortion -- Falsche Wehen -- Behandlung

der Brüste.

Fünftes Kapitel.

(Seite 396.)

=Entbindung oder Kindbett.= -- Geburtswehen -- Schmerzen bei den

Geburtswehen -- Entbindung -- Behandlung nach der Entbindung --

Verbinden des Nabels -- Licht, Temperatur und Lüftung -- Nachwehen

-- Blutfluß -- Dauer des Kindbetts -- Diät und Regeln während des

Kindbetts -- Lochien oder Geburtsfluß -- Unterdrückung der Lochien --

Uebermäßige und lang anhaltende Lochien -- Milchfieber -- Ausbleiben

der Milch -- Uebermäßige Ansammlung der Milch -- Wunde Brustwarzen --

Brustfieber -- Brustgeschwulst -- Hartleibigkeit nach der Entbindung

-- Diarrhöe nach der Entbindung -- Puerperal- oder Kindbettfieber --

Weiße Schenkelgeschwulst -- Der wunde Mund der Stillenden.

* * * * *

Dritter Theil. Kinderkrankheiten.

(Seite 415.)

Kleidung des Kindes -- Scheintod (~Asphyxia~) -- Diät der

Neugeborenen -- Anschwellen und Verlängerung des Kopfes --

Anschwellen der Brüste -- Kindspech (~Meconium~) -- Gemüthsbewegungen

beeinflussen die Milch -- Abgewöhnung -- Kost während des Säugens --

Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit der Kinder -- Durchscheuern und

Wundheit der Haut -- Gelbsucht -- Krämpfe -- Zahnen -- Verstopfte

Nase oder Schnupfen -- Mundschwamm -- Hartleibigkeit -- Diarrhöe

-- Kopfwassersucht -- Remittirende Fieber -- Cholera Infantum

-- Sommerkrankheit -- Häutige Bräune -- Keuch- oder Stickhusten

(~Hooping cough~; ~Pertussis~) -- Gaumenlähmung -- Kolik -- Würmer --

Gehirnentzündung -- Kehlsucht, auch Ziegenpeter.

* * * * *

Vierter Theil. -- Verschiedene Krankheiten.

Erstes Kapitel.

(Seite 448.)

=Verschiedene Krankheiten.= -- Rheumatismus -- Gicht -- Skropheln --

Hüftenentzündung -- Krämpfe -- Kropf -- Schlaflosigkeit -- Lähmung --

Säuferwahnsinn -- Fallsucht -- Veitstanz -- Ohnmacht -- Starrkrampf.

+Scheintod+ durch Hunger -- durch Ertrinken -- durch Erfrieren --

durch Erhängen -- durch Blitzschlag -- durch schädliche Dünste --

durch einen Fall oder Schlag -- durch heftige Aufregung.

Zweites Kapitel.

(Seite 474.)

=Das Krankenzimmer.= -- Krankenpflege -- Zubereitung der Speisen für

Kranke und Wiedergenesende -- Brauchbare Anweisungen.

Drittes Kapitel.

(Seite 484.)

=Hydropathische Behandlung.=

Viertes Kapitel.

(Seite 495.)

=Arzneibereitungskunst.=

* * * * *

Fünfter Theil. -- Wundarzneikunst und Gifte.

(Seite 503.)

=Wundärztliche Hülfsmittel.= -- Umschläge -- Bähmittel -- Pflaster --

Wickelbänder und Bandagen -- Schienen.

=Unglücksfälle.= -- Bruch des Nasenbeins -- des untern Kinnbackens

-- der Rippen -- des Schlüsselbeins -- des Schulterblatts -- des

Oberarms -- des Ellbogens -- des Vorderarms -- des Fingers -- des

Schenkels -- des Beins -- des Fußes -- der Zehe -- Zusammengesetzte

Brüche.

=Ausrenkungen.= -- Ausrenkung des Kinnbackens -- des Genicks -- der

Schulter -- des Ellbogens -- des Faustgelenks, Handwurzel -- des

Hüftknochens -- der Kniescheibe -- des Kniegelenks -- des Knöchels.

=Wunden, Quetschungen.= -- Verstauchungen und Erschütterungen --

Brand- und Brühwunden -- Erfrorene Gliedmaßen -- Beulen -- Karfunkel

-- Fingergeschwür -- Einwachsen des Zehenagels.

* * * * *

(Seite 524.)

=Gifte und Gegengifte.= -- Animalische Gifte -- Vegetabilische Gifte --

Mineralische Gifte.

* * * * *

(Seite 527.)

=Angabe der Symptome der verschiedenen Krankheiten.=

* * * * *

(Seite 536.)

=Alphabetisches Fremdwörter-Verzeichniß.=

* * * * *

(Seite 540.)

=Alphabetisches Inhalts-Verzeichniß.=

Unser Familien-Arzt.

+Erster Theil. -- Allgemeine Krankheiten.+

Erstes Kapitel. -- Krankheiten der Haut.

1. Ausschlag-Fieber.

Ausschlag.

Diese Krankheit wird häufig durch Erkältung, Mattigkeit, verdorbenen

Magen u. s. w. hervorgerufen. Sie zeigt sich in der Form von kleinen

rothen Flecken, welche besonders des Nachts unerträglich jucken, ist

aber nicht lebensgefährlich.

+Behandlung.+

=Homöopathisch.= Wenn das Jucken sehr stark wird, dabei Frost

oder Hitze und Schlaflosigkeit, gebe man alle Stunden eine Dosis (6

Kügelchen) ~Chamomilla~. Wird es nach 2 bis 3 Stunden nicht

besser, so gebe man eine Dosis (6 Kügelchen) ~Ledum Palustre~.

Ist es am nächsten Tage noch nicht besser, so gebe ~Rhus~ und

~Sulphur~ abwechselnd alle 2 bis 3 Stunden. Laue Bäder werden

sehr erfrischen.

=Allöopathisch.= Das folgende gelinde Abführmittel mag gegeben

werden:

Magnesia ½ Pfund.

Ingwer (~Ginger~) fein pulverisirt 1 Unze.

Rhabarber fein pulverisirt 2 Unzen.

Dies zu mischen. Für Kinder ungefähr einen halben, für Erwachsene

einen Theelöffel voll oder mehr.

Nesselfieber (~Hives~, ~Urticaria~).

Dies ist ein Ausschlag der Haut, ähnlich den Verletzungen durch

Brennnesseln; derselbe ist aber weder ansteckend, noch gefährlich.

+Ursachen.+ -- Einige Personen haben eine Anlage zu dieser

Krankheit, so daß sie sich nach dem kleinsten Diätfehler einstellt.

Nahrungsmittel wie Schellfisch, Gurken, Pilze, Erdbeeren, Makrele &c.

werden häufig die Ursache zu einem Anfall. Kinder, die eine zarte,

feine Haut haben, sind besonders geneigt dazu.

+Kennzeichen.+ -- Der Ausschlag besteht in erhabenen Flecken auf

der Oberfläche der Haut, die zuweilen roth, aber im Allgemeinen weiß

und roth gemischt und ziemlich hart sind und eine brennende, juckende

Empfindung erzeugen. Nesselausschlag erscheint häufiger bei kleinen

Kindern in der Form von großen Blattern, die außen von unregelmäßiger

Gestalt und hellrother Farbe, im Mittelpunkt aber weiß und ein wenig

erhaben sind. Der Ausschlag zeigt sich bald an dem einen bald an dem

andern Ort. Zuweilen geht der Krankheit ein wenige Stunden anhaltendes

Fieber, Kopfschmerz, Uebelkeit, Erbrechen, bitterer Geschmack im Munde

voraus; hin und wieder gleicht auch der Ausschlag den Striemen von

Peitschenhieben.

+Behandlung.+

=Allöopathisch.= Geht die Krankheit vom Magen aus, so gebe man

das folgende Brechmittel:

Brechweinstein (~tartar emetic~) 1 Gran.

Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel.

Gewöhnlicher Syrup 1 Drachme.

Quellwasser 10 Drachmen.

Mische und nehme es auf einmal.

Diesem lasse man untenstehendes schnell wirkendes Abführmittel folgen:

Zusammengesetzter Extrakt von Coloquinthen ½ Drachme.

(~Colocynth~)

Extrakt von Jalappenwurzel (~Jalap~) 15 Gran.

Mische es und mache 12 Pillen daraus. 2 oder 3 Pillen werden ihre

Wirkung nicht verfehlen.

Bei starken nervösen Symptomen gebe man je nach dem Alter des Kranken

5-20 Tropfen Schwefel-Aether -- alle halbe Stunden.

Zur äußerlichen Anwendung gebrauche man eins von den folgenden:

Bleizucker ½ Drachme.

Kohlensaures Ammoniak (~Carbonate of Ammonia~) 1 Drachme.

Rosenwasser ½ Pint.

Mische es.

Oder:

Alcohol 1½ Unze.

Rosenwasser 4 Unzen.

Mische es.

Oder folgendes von Dr. Erasmus Wilson empfohlene:

Aetzendes Quecksilber (~Corrosive Sublimate~) 6 Gran.

Rosmarin-Spiritus 1 Unze.

Alcohol 1 Unze.

Kühltrank von bittern Mandeln 6 Unzen.

Mische es.

Es ist rathsam, hiervon sorgfältig äußerlich Gebrauch zu machen,

weil der Ausschlag nach Innen getrieben werden kann, was bedenkliche

Folgen hat.

=Eclectische und Kräuterkur.= Wo immer der Ausschlag erscheint, reibe

man den Körper mit Waizenmehl und lasse den Kranken ungehindert

Saffran-Thee, oder Salbei- und Sassafras-Thee trinken. Bessert

sich der Kranke, so gib folgendes beruhigendes Arzneimittel: 3

Theile ~Cremor Tartari~, ein Theil Schwefel mit Molasses gemischt;

davon einen Theelöffel dreimal des Tages mehrere Tage hinter

einander. Wirkt es nicht hinreichend, nehme man eine Dosis Salz und

Sennablätter. Warmes Saleratuswasser ist ein gutes Einreibmittel für

die Haut.

=Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wo dem Ausschlag Fieber, heiße Haut,

Durst, belegte Zunge und Schlaflosigkeit vorausgeht oder wo es

denselben begleitet.

~Dulcamara.~ -- Wenn der Anfall durch Erkältung hervorgerufen ist,

und von Uebelkeit, Erbrechen, bitterem Geschmack im Munde, Diarrhöe

begleitet ist, die Symptome des Nachts oder in der Stubenhitze

stärker, dagegen im Freien schwächer sind. Dieses Mittel kann

abwechselnd mit ~Antimonium Crudum~ gegeben werden.

~Rhus toxicodendron.~ -- Wird der Ausschlag von Jucken und Brennen

begleitet, besonders nach Bewegung im Freien oder dem Genusse

gewisser Speisen.

~Pulsatilla.~ -- Wenn der Anfall durch reiche und fette Kost

hervorgerufen wurde.

~Calcarea Carbonica.~ -- Wenn der Ausschlag beim Aufenthalt in

der frischen Luft verschwindet und er durch die Anwendung des

kalten Wassers verstärkt wird, das Gesicht gelb, die Haut rauh mit

Gänse-Finnen bedeckt ist, mit einem betäubenden Schmerz im Kopf,

Uebelkeit und Schwindel des Nachts oder beim Erwachen des Morgens.

Wenn durch feuchtes Wetter Erkältung, mit Schmerzen in den Gliedern,

Frost und Kopfschmerz hervorgerufen, so gebe man ~Bryonia~ und ~Rhus

toxicodendron~ abwechselnd, alle 3 bis 4 Stunden eine Gabe (4 oder

6 Kügelchen). ~Ledum Palustre~ ist ein anderes Mittel, das bei den

meisten Fällen mit Erfolg angewendet werden kann.

Sollte sich der Ausschlag nach Innen werfen und der Kranke über einen

krankhaften Zustand des Magens, große Schwäche klagen, gebe man

~Ipecacuanha~ (~Ipecac~) oder ~Bryonia~ jede Stunde mehrere Stunden

hintereinander, tritt nach drei Stunden keine Besserung ein, so

nehme man ~Arsenicum~. Gleichzeitig hülle man den Kranken wohl ein

und lasse ihn viel Wasser trinken, um Schweiß hervorzurufen.

Hat Jemand diese Krankheit eine lange Zeit, oder hat er besonders

Anlage dazu, so lasse man ihn jeden vierten Tag am Abend eine Dosis

~Calcarea Carbonica~ nehmen. Bessert er sich nicht innerhalb einiger

Wochen, gebe man entweder ~Lycopodium~, ~Sulphur~, ~Acidum Nitri~

oder ~Carbo Vegetabilis~ in derselben Weise.

+Die Darreichung der Arzneimittel.+ -- Wenn die Dosis nicht mit dem

Mittel erwähnt ist, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel Wasser und

gebe alle 2 oder 3 Stunden, je nach der Heftigkeit des Auftretens der

Symptome, eine Dosis.

+Kost.+ Kein Fleisch, oder erhitzende Getränke, nur Wasser, schwarzer

Thee, Haferschleim, Zwieback (~Toast~), gebackene Aepfel und

altbackenes Brod.

Die Rose (St. Antonius Feuer, ~Erysipelas~).

Die Rose oder Rothlauf ist eine Entzündung der Haut, die sich leicht

ausbreitet und zuweilen weit in das Zellengewebe dringt. Sie ist

ansteckend und Personen, deren Verdauungsorgane nicht in Ordnung, oder

die der Feuchtigkeit und Kälte ausgesetzt sind, haben besonders Anlage

dazu. In der Regel finden wir die Rose im Gesicht, häufig aber auch an

den Gliedern.

+Kennzeichen.+ -- Der Rose gehen gewöhnlich Fieber, eine allgemeine

Erschlaffung, Frost, Kopfschmerz und belegte Zunge voraus; diesen

Symptomen folgen dann heiße Haut, schneller Puls, Durst, Schmerzen

im Rücken und den Gliedern, die Haut wird roth oder purpurn, und ein

starkes stechendes, brennendes Gefühl mit Spannung und Schmerz wird

wahrgenommen. Die betreffenden Theile fangen an zu schwellen, und

befindet sich die Entzündung am Kopf oder im Gesichte, so schwellen

die Augen zu und die Züge können nicht wieder erkannt werden. Blasen

mit Wasser gefüllt, gleich jenen, die vom Verbrennen herrühren, bilden

sich zuweilen auf der Oberfläche. Der Kranke, besonders wenn sich

die Entzündung am Kopfe befindet, phantasirt des Nachts und der Hals

schwillt beträchtlich an. In den schlimmsten Fällen steigert sich

dieser Zustand bis zum Irrsinn; Schlafsucht tritt ein und der Kranke

kann in Folge eines inneren im Kopfe erfolgenden Ergusses sterben. Wird

das Zellengewebe tief angegriffen, so kann sich Eiter bilden und die

betreffenden Theile können sich von dem gesunden Fleisch ablösen. Sind

die Theile bedeutend angegriffen, die Farbe hochroth, das Prickeln

und Brennen sehr heftig, die Oberfläche fest und hart, so wird die

Entzündung Phlegmone oder unächter Rothlauf genannt. Ist die Geschwulst

weich und schwammig -- beim Druck beweglich -- die Farbe blaßroth oder

wachsgelb und gewöhnlich schwächliche Constitutionen angreifend, so

wird sie Blasen- oder Blatterrose (~Erysipelas ædematodes~) genannt.

Wenn der Rothlauf als eine blasse Röthe ohne Fieber auftritt, nennt man

ihn ~Erythema~ (kalte Hautröthe).

+Ursachen.+ -- Die Ursachen der Rose sind mannigfach, einige von ihnen

sind folgende: Einfluß der Witterung, ungeregelte Lebensweise, Mangel

an Reinlichkeit. Die meisten Veranlassungen dazu sind: Unmäßigkeit,

heftige, geistige Aufregung, das sich Aussetzen der kalten Luft nach

Erhitzung oder Aufregung, besonders wenn der Magen nicht in Ordnung

ist, Wunden und Quetschungen. Große Sorgfalt muß getragen werden, die

Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Man lüfte das Zimmer gut aus

ohne den Kranken der Zugluft auszusetzen, halte ihn sehr reinlich und

gebe ihm hinreichend Nahrung. Personen, die an Wunden leiden, oder in

irgend einer Weise erkrankt sind, und besonders Frauen unmittelbar

vor oder nach der Entbindung sollte der Aufenthalt in der Nähe eines

an der Rose Erkrankten nicht gestattet werden; auch sollten die mit

dieser Entzündung Behafteten an Wunden Leidende oder Frauen im Kindbett

nicht besuchen, ohne die größte Sorgfalt anzuwenden, um gegen die

Uebertragung der Krankheit zu schützen, z. B. durch den Wechsel der

Kleider, Baden u. s. w.

+Behandlung.+

=Eclectische und Kräuterkur.= Beginne die Behandlung, besonders

wenn Fieber vorhanden ist, mit folgendem Abführmittel:

~Potophyllum peltatum~ (Gemeines Fußblatt) 1½ Gran.

~Leptandrin~ 4 Gran.

~Cremor Tartari~ 20 Gran.

Mische es, theile es in zwei Pillen und gib alle 6 Stunden eine, bis

Stuhlgang erfolgt ist. Hierauf erhalte regelmäßigen Stuhlgang durch

folgendes:

Schwarzwurzel (~Blackroot~) 5 Unzen.

Wilde Indigo Wurzel (~Wild Indigo Root~) 1 Unze.

Mische es und rühre die Mischung in 4½ Pint kochendes Wasser. Man

nehme einen Theelöffel voll mehrere Male des Tages.

Treten die Symptome heftig auf, so beginne man die Behandlung mit

einem Brechmittel. Gegen Magensäure gib Magnesia, Kreide oder

doppeltkohlsaures Soda (~Bicarbonate of Soda~). Erscheint die

Entzündung am Körper, so wird ein Dampfbad Erleichterung gewähren.

Wenn sich die Rose im Gesicht oder am Kopf befindet, bähe die

betreffenden Theile mit einer Abkochung von Boneset, Farnkraut

(~Tansy~), oder Katzenmünze (~Catnip~) mehrere Male des Tages. Ein

Umschlag von Preiselbeeren wird von Vielen für ein ganz besonderes

Mittel gegen diese Krankheit gehalten. Koche ein oder zwei Pint, bis

sie weich sind und mische sie mit pulverisirter Ulmenrinde oder Mehl

und mache einen Umschlag auf den erkrankten Theil. Ist die Entzündung

heftig, gebrauche

Eisen-Chlor-Tinctur (~tincture of chloride of iron~) 1 Drachme.

Süßer Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen.

Mische es. Dosis: 25 Tropfen in ein Weinglas mit einem Aufguß von

Hollunderblüthe und Frauenhaar (~Elder flowers and Maiden hair~) 1

Unze von jedem, in 2 Pints kochenden Wassers.

Bilden sich Blasen und tritt Eiterung ein, mache Umschläge von

Ulmenrinde und Hopfenmalz. Verschwindet die Entzündung plötzlich,

oder wird eine Neigung hierzu bemerkbar, gebe man folgendes:

Blutwurzel, Pleuresiewurzel, Ipecacuanha und Salpeter, jedes

pulverisirt, eine Drachme. Gieb eine Dosis von 12 zu 15 Gran alle 3

oder 4 Stunden. Zur Milderung des Juckens und Brennens kann eines

der folgenden Mittel gebraucht werden: Gleiche Theile von Lobelia-

und Blutwurzel-Tinctur mit ein wenig Essig; drei- oder viermal des

Tages anzuwenden. -- Eine Abkochung von Flöhkraut und Stinkkamille

(~Smartweed and Mayweed~) kann kalt gebraucht werden. Ein anderes

Mittel: Lobelia-Tinctur, Lorbeer-Rinden- (~Bay berry~) Tinctur, eine

satte Auflösung von Salmiak, von jedem eine Unze; bade die Theile

mehrere Male des Tages damit. Ebenso noch einen erweichenden Umschlag

von gebranntem Mehl oder Ulmen-Rinde. Wenn der Rothlauf chronisch

ist und nach einigen Monaten immer wieder ausbricht, kann zu dessen

Vertreibung folgende Behandlung angewendet werden: Man halte die

Eingeweide mit guten Abführungspillen oder einem gemischten Pulver

von Rhabarber und Potasche in Dosen von fünf oder zehn Gran dreimal

des Tages zu nehmen in Ordnung; gleichzeitig nehme man das folgende:

Wilde Indigo-Wurzel, Blut-Wurzel und Scharlachbeere-Wurzel (~Poke

root~) von jedem eine Unze; holländischen Wachholderbranntwein

(~Gin~) und Branntwein 1 Pint; man lasse es eine Woche stehen und

füge 2 Drachmen hydriosaures Potasche-Salz, aufgelöst in einer Unze

Wasser; Dosis einen Theelöffel voll dreimal des Tages. Das folgende

Mittel wird gleichfalls empfohlen: Blaue Schwertlilien-Wurzel,

gelbe Ampferkraut-Wurzel, Kletten-Wurzel, die Rinde der

Bittersüß-Wurzel, Sassafras-Rinde, von jedem, grob gepulvert, eine

Unze; Hollunder-Blüthe 2 Unzen, dazu 6 Pint kochendes Wasser; bedecke

das Gefäß und lasse es 24 Stunden stehen; presse ferner die Kräuter,

durchseihe und versüße es. Dosis: Ein Weinglas voll dreimal des

Tages. Das Baden der angegriffenen Theile mehrere Male in der Woche

in schwachem Laugenwasser wird gleichfalls von guter Wirkung gefunden

werden.

=Homöopathisch.= ~Aconitum.~ -- Wenn starkes Fieber, heiße, trockene

Haut, Durst u. s. w. vorhanden ist.

~Belladonna.~ -- Ein wichtiges Mittel, besonders gegen Gesichtsrose,

bei geschwollenen Augen, trockener Haut, Durst und Phantasiren.

~Aconitum~ und ~Belladonna~ kann abwechselnd gegeben werden. Alle 2

Stunden eine Dosis. Bessern sich die Symptome nicht, klagt der Kranke

über Schmerz im Hals, Trockenheit, Husten ohne Auswurf, gebe man

~Lachesis~. ~Apis mellifica~ kann abwechselnd damit gegeben werden.

Wenn diese Mittel eine Zeitlang gegeben worden sind und sich

der Zustand des Kranken noch verschlimmert, während eine große

Empfindlichkeit gegen Geräusch und Licht vorhanden, die Haut glänzend

und sehr zart ist, zuweilen Blasen bildet, gebe man ~Belladonna~

und ~Rhus toxicodendron~ abwechselnd, einen Theelöffel voll alle

zwei Stunden. Wird der Kranke schläfrig, gebe man eine Dosis (4

Kügelchen) ~Opium~. Wenn aufgeregt und schlaflos, gebe man Kaffee und

~Belladonna~ abwechselnd, alle Stunden eine Dosis. ~Arsenicum~ kann

gegeben werden, wenn die Entzündung eine dunkle Farbe annimmt und der

Kranke sehr schwach wird.

~Pulsatilla~ -- ist zu geben, wenn die Krankheit durch gewisse

Nahrungsmittel, wie Austern, Clams u. s. w. Auch dann, wenn die

Entzündung an einem Orte verschwindet und an einem anderen wieder

erscheint oder wenn sie die Ohren angreift. Gegen Rothlauf in den

Gelenken ~Bryonia~ und ~Rhus toxicodendron~ abwechselnd.

Wenn sich Blasen bilden, die faulig werden, gebe man ~Arsenicum~ und

~Carbo vegetabilis~ abwechselnd.

~Mercurius~ und ~Hepar sulphuris~ kann gegeben werden, wenn sich der

Rothlauf in Eitergeschwüre verläuft.

Wenn die Krankheit chronisch wird und der Leidende derselben hin und

wieder unterworfen ist, gebe man ~Rhus toxicodendron~ und ~Graphites~

einen Tag um den andern. Eine Dosis 6 Kügelchen.

Die Anwendung des Wassers -- in Form von nassen Tücherumschlägen --

um Schweiß hervorzurufen, wird sehr zuträglich gefunden werden.

+Anwendung der Heilmittel.+ Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll

Wasser und gebe stündlich oder alle 2 bis 3 Stunden einen Theelöffel

voll, wenn nicht anders verordnet.

+Kost.+ -- Trockenes geröstetes Brod, Haferschleim, schwarzer Thee,

warme Limonade, wenn keine Diarrhöe vorhanden ist, und geschmorte

Pflaumen.

=Allöopathisch.= Beim Ausbruch gebe man ein Abführmittel wie

Bittersalz oder folgendes:

~Magnesia sulphurica~ 1 Unze.

Salpetersaure Potasche (~Nitrate of Potash~) 10 Gran.

Lakritzen-Saft (~Liquorice~) 1 Skrupel.

Gemischten Aufguß von Sennablättern 5½ Unze.

Tinctur von Senna-Blättern und Jalappenwurzel 3 Drachmen.

Spiritus von flüchtigem Salz (~Spirit of sal

volatile~) 1 Drachme.

Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. Wenn die Krankheit nicht

heftig ist, ist es nicht gut, ein Brechmittel anzuwenden. Das

folgende kann, wenn nothwendig, gebraucht werden:

Brechweinstein (~Tartar Emetic~) 1 Gran.

Ipecacuanha-Pulver 1 Skrupel.

Syrup 1 Drachme.

Quellwasser 10 Drachmen.

Mische es und nimm es auf einmal.

Wenn auf die Eingeweide gewirkt wurde, kann das folgende gegeben

werden:

Eine Auflösung des essigsauren Ammoniak

(~solution of acetate of Ammonia~) 1½ Unzen.

Süßer Salpeter-Spiritus (~Sweet Spirits of

Nitre~) 2 Drachmen.

Syrup 2 Drachmen.

Campher-Mischung 4 Unzen.

Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 2 bis 3 Stunden.

Ist der Magen reizbar, gebe man folgendes:

Doppelkohlsaure Potasche (~Bicarbonate of Potash~) 2 Drachmen.

Syrup 2 Drachmen.

Destillirtes Wasser 6 Unzen.

Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll. Zu jedem füge einen Theelöffel

voll frischen Lemon-Saft oder 15 Gran Citronen-Säure, zuvor in einem

Eßlöffel voll Wasser aufgelöst; trinke es während des Aufschäumens.

Wird der Kranke schwach und der Fall nimmt einen typhösen Charakter

an, so gebraucht man folgendes stärkende Mittel:

Eine Abkochung von Baumrinde 6 Unzen.

Schwefelsaures Chinin (~Sulphate of quinine~) 8 Gran.

Verdünnte Schwefelsäure (~Dilute sulphuric acid~) ½ Drachme.

Zusammengesetzte Baumrinden-Tinctur ½ Unze.

Syrup von Orangen-Schale 2 Drachmen.

Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 4 Stunden. Wein, Molken,

Milch, Punsch, Eier und Wein u. s. w. können ebenfalls mit Vortheil

angewendet werden.

Schlägt die Krankheit aus irgend einem Grunde nach Innen, muß die

krankhafte Oberfläche mit Senf abgerieben und der ganze Körper in

ein heißes Bad gebracht werden. Um das Jucken und Brennen der Haut

zu vermeiden, ist eines von den folgenden Mitteln anzuwenden:

Pfeilwurzpulver, Roggenmehl, pulverisirte Stärke, ein Thee von

Buchweizenmehl; leinene Umschläge, mit folgender Mischung getränkt:

Eine Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~solution

of Acetate of Ammonia~) 4 Unzen.

Wein-Spiritus 1 „

Hollunderblüthe oder Rosenwasser 3 „

Gegen die Ausbreitung der Entzündung wende man Jod-Tinctur an, Dr.

Wood empfiehlt einen Rand von ungefähr zwei Zoll, eine Hälfte auf

der entzündeten Oberfläche und die andere auf der gesunden Haut zu

malen; nach Belieben anzuwenden und täglich, wenn nothwendig, zu

wiederholen. Salpetersaures Silber wird von Higgenbottom empfohlen

und wie folgt angewendet:

Salpetersaures Silber (~Nitrate of Silver~) 2 Skrupel.

Salpetersäure (~Nitric Acid~) 12 Tropfen.

Wasser 1 Unze.

Mische es. Wende es mit einem an einen Stock gebundenen Lappen oder

einer Kameelshaarbürste an.

+Anmerkung.+ Bei heftig auftretenden Fällen wende man sich an einen

geschickten Arzt.

Masern (~Measels~, ~Rubeola~).

Dies ist eine Krankheit, die hauptsächlich in der Kindheit auftritt;

doch werden auch Erwachsene davon befallen, die derselben weit

härter als Kinder unterworfen sind. Ein Anfall wird in der Regel den

Betreffenden gegen einen zweiten sichern. Es ist eine ansteckende

Krankheit, deren Verlauf 7 bis 20 Tage nach dem Erscheinen erfordert.

+Kennzeichen:+ Die Symptome sind anfänglich jenen des Katarrhs oder

Schnupfens sehr ähnlich. Frost, Durst, Schlaflosigkeit, zuweilen

Kopfschmerzen, Niesen, kurzer trockner Husten, Laufen der Nase, rothe

und wässrige Augen sind vorhanden. Dies ist das erste Stadium, welches

in der Regel ungefähr drei Tage dauert. Am vierten Tage zeigt sich ein

Ausschlag. Derselbe beginnt im Gesicht, gewöhnlich auf der Stirne, und

geht hinab nach dem Nacken, Rumpf und untern Körpertheilen. Dieser

Zustand dauert ungefähr 48 Stunden, während dessen das Fieber sehr

stark ist. Der Ausschlag besteht in ganz kleinen tief rothen Punkten,

welche den Flohbissen sehr ähnlich sind, sind leicht erhaben auf der

Oberfläche und fühlen sich rauh an, wenn man mit der Hand über die

Haut streicht. Am siebten oder achten Tage nach den ersten Symptomen

der Krankheit verschwindet der Ausschlag und zwar zunächst da, wo er

sich zuerst zeigte. Am neunten Tage werden in der Regel nur noch

einige gelbrothe Flecke gesehen. Die Haut wird trocken und löst sich

in kleinen kleiartigen Stückchen ab. Masern können mit einer Unordnung

des Magens, Entzündung der Lungen oder einer solchen der Eingeweide

verwickelt sein. Fällt die Krankheit auf die Lungen, so verschwindet

der Ausschlag viel früher als er sollte -- in 36 oder 48 Stunden.

Die Masern können mit Scharlachfieber verwechselt werden, wer aber

die Symptome genau beachtet, kann kaum einen solchen Irrthum begehen.

Die unterscheidenden Merkmale zwischen den beiden Krankheiten sind

folgende: 1) Den Masern gehen stets Katarrh-Symptome, wie Niesen,

Husten, Laufen der Nase voraus, was bei dem Scharlachfieber nicht

der Fall ist. 2) Das Ausbrechen der Masern zeigt sich in Flecken in

der Gestalt eines Halbmonds, ähnlich den Flohbissen, welche auf der

Oberfläche leicht erhaben sind. Die Flecken des Scharlachfiebers

sind nicht erhaben, breiten sich über den ganzen Körper aus und sind

von einer hellen Scharlachfarbe. Bezüglich der Farbe könnte man

die Masern mit der der Himbeere und die des Scharlachfiebers mit

jener eines gekochten Krebses vergleichen. 3) Böser Hals wird stets

beim Scharlachfieber gefunden, bei Masern selten oder nie. 4) Der

Masernausschlag erscheint am vierten und jener des Scharlachfiebers am

zweiten Tage.

+Behandlung.+

=Allgemeine.= Masern erfordern in der Regel nur wenig medizinische

Behandlung. Der Kranke sollte in ein großes luftiges Zimmer geschafft

werden, und es ist besser, wenn er im Bett bleibt. Man sollte ihm

keine warmen Getränke oder Brechmittel geben, da diese das Fieber

nur erhöhen. Kaltes Wasser kann er so viel trinken, als er wünscht.

Die Kost muß leicht sein, wie: Weizen- oder Reismehl, Haferschleim,

Zwieback-Wasser, Milch und Wasser, Tapiocamehl, Sago oder andere

leicht verdauliche Nahrungsmittel. Wenn das Fieber abnimmt, kann eine

kräftigere Kost gestattet werden. Die Augen schütze man gegen das

Licht.

=Eclectische und Kräuterkur.= Wenn das Fieber stark und die Symptome

ernstlich, mag die Tinctur von Virginischer Schlangenwurzel (~Snake

root~) in Dosen von 10 bis 60 Tropfen in warmem Katzenmünze-

(~catnip~) oder Balsam-Thee, alle 2 oder 4 Stunden eingenommen

werden. Kommt der Ausschlag lange nicht heraus, oder schlägt er nach

seinem Erscheinen wieder zurück, mache man Senfumschläge auf den

Unterleib, die Füße, Knöchel und die Handgelenke. Ist der Husten

stark, gieb eine gemischte Tinctur von Lobelia in einem Aufguß

von Ulmenrinde (~slippery elm~) alle ein oder zwei Stunden. Sind

Anzeichen von einer Lungenentzündung vorhanden, so mache man einen

Senfumschlag über die ganze Brust, der entfernt werden kann, sobald

er eine bestimmte Röthe hervorgerufen hat, dann einen Umschlag

von Hopfen- und Lobeliablättern, wechsle sie alle halbe oder alle

Stunden. Man gebe die gemischte Lobelia-Tinctur, die Uebelkeit

verursachen wird. Auch wasche man den Kranken öfters vermittelst

eines Schwammes mit warmem, schwachem Laugenwasser, um das Jucken und

Brennen zu vermindern. Ist Diarrhöe vorhanden, gebe man einen Aufguß

von Brombeerenwurzel (~blackberry root~) oder Einspritzungen von

Stärkewasser mit einigen Tropfen Laudanum.

=Allöopathisch.= Gegen den Husten gebe man Flachssamen- oder

Ulmenrindenthee (~slippery elm~). Die Eingeweide halte man durch

geröstete Aepfel, gekochte Pflaumen oder mit folgendem Mittel offen:

Schwefelsaures Magnesia (~sulphate of Magnesia~) 3 Drachmen.

Auflösung von essigsaurem Ammoniak (~solution of

Acetate of Ammonia~) 1 Unze.

Ipecacuanha-Wein (~wine of Ipecac~) 1 Drachme.

Süßer Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 1 „

Mohn-Syrup (~syrup of Poppies~) 2 „

Zimmet-Wasser 1 Unze.

Hinreichend Wasser, um vier Unzen zuzubereiten.

Mische es. Dosis: 1 Eßlöffel voll 3 oder 4 Mal des Tages.

Wenn der Ausschlag von zu starkem Fieber zurückgehalten wird, gebe

man die Tinctur von grüner Nieswurz (~veratrum viride~),

Ipecacuanha, Bienen-Syrup oder Lobelia in Dosen, die hinreichen, um

Uebelkeit im Magen hervorzurufen, so wie die zusammengesetzte Tinktur

der Virginischen Schlangenwurzel theelöffelweise.

Ist der Husten sehr stark, gebe man folgendes:

Gewöhnlichen Sauerhonig (~oxymel simple~) 1 Unze.

Ipecacuanha-Wein (~Wine of Ipecac~) ½ Drachme.

Meerzwiebel-Tinctur (~tincture of Squills~) 1 „

Genügend Wasser, um 6 Unzen zu bereiten.

Mische es. Dosis: Vier- oder fünfmal des Tages einen Theelöffel voll.

Oder:

Tolu-Syrup 1½ Unze.

Gummi Arabicum Schleim (~Mucilage of Gum Arabic~) 1½ „

Ipecacuanha Wein 1 Drachme.

Meerzwiebel-Tinctur 1 „

Hinlänglich Wasser, um 6 Unzen zuzubereiten.

Mische es. Alle 4 Stunden einen Eßlöffel voll. Am dritten oder

vierten Tage, nachdem der Ausschlag verschwunden ist, gebe man ein

zusammengesetztes Pulver von Jalappenwurzel oder Scammonium-Harz.

Bei großer Schwäche des Patienten gebe man:

Anderthalb Kohlensaures Ammoniak (~sesquicarbonate

of Ammonia~) ½ Drachme.

Süßen Salpeter-Spiritus (~sweet spirits of nitre~) 2 Drachmen.

Opium-Tinctur 30 Minims.

Kampfer-Mischung 6 Unzen.

Mische es. 2 Eßlöffel voll alle 3 oder 4 Stunden.

Oder:

Salzsaures Ammonium (~muriate of Ammonia~) 1 Unze.

Destillirtes Wasser 9 Unzen.

Mische es. Alle 3 oder 4 Stunden einen Eßlöffel voll.

=Homöopathisch.= Wenn der Anfall gelind ist, gebe man abwechselnd

~Aconitum~ und ~Pulsatilla~ (4 Kügelchen) alle 2 bis 3 Stunden, was

in der Regel die gewünschte Wirkung haben wird. Bei Magenbeschwerden

gebe man gelegentlich eine Dosis Ipecacuanha oder Belladonna. Bei

bösem, trockenem, schmerzhaftem (beim Schlucken) Hals, Durst,

krampfartigem Husten, auch wenn Andrang nach dem Kopfe bei erhöhtem

Fieber, Schlaflosigkeit, Delirium vorhanden ist.

~Aconitum~ und ~Bryonia~ sollten alle zwei bis drei Stunden

abwechselnd gegeben werden (12 Kügelchen aufgelöst in 12

Theelöffelvoll Wasser). Gebe einen Theelöffel voll bei heftigem,

trocknem Husten mit stechenden Schmerzen in der Brust, welche

Bronchitis oder Lungenentzündung anzeigt.

~Ipecacuanha~ und ~Bryonia~ gebe man abwechselnd alle Stunden oder

alle halbe Stunden, wenn der Ausschlag nicht recht herauskommt oder

plötzlich zurückschlägt -- bei Blässe und Magenschmerzen. ~Euphrasia~

bei entzündeten wässerigen Augen.

Unser Familien-Arzt · 第 1 / 51 段