Die Eruptionen dauerten fort. Zunächst entquollen, die Sedim

Land und Leute

Monographien zur Erdkunde

In Verbindung mit hervorragenden Fachgelehrten

herausgegeben von

A. Scobel

IX.

Der Harz

$Bielefeld$ und $Leipzig$

=Verlag von Velhagen & Klasing=

1901

* * * * *

Der Harz

Von

Fr. Günther

=Mit 115 Abbildungen nach photographischen Aufnahmen

und einer farbigen Karte.=

[Illustration]

$Bielefeld$ und $Leipzig$

=Verlag von Velhagen & Klasing=

1901

Alle Rechte vorbehalten.

Druck von Fischer & Wittig in Leipzig.

Inhalt.

Seite

I. Einleitung 3

II. Geographischer Überblick 5

III. Geologische Übersicht 8

IV. Das Klima 18

V. Geschichtlicher Überblick 25

VI. Land und Leute 30

VII. Die Hochebene von Klausthal 40

VIII. Die Söselandschaft 56

IX. Die Innerstelandschaft 58

X. Die Okerlandschaft 68

XI. Die Oderlandschaft 77

XII. Der Brocken und das Brockenfeld 83

XIII. Radau, Ecker und Ilse 89

XIV. Die Holtemme 91

XV. Die Bodelandschaft 98

XVI. Die Selkelandschaft 106

XVII. Die Wipperlandschaft. -- Mansfelder Bergbaugebiet 108

XVIII. Die Helmelandschaft 118

Register 126

* * * * *

[Illustration: Abb. 1. =Stolberg, von der Lutherbuche gesehen.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

* * * * *

[Illustration: Abb. 2. =Eisleben im 17. Jahrhundert= (nach Merian).]

Der Harz.

I.

Einleitung.

»Mag Samaria und Judäa ein sehr fruchtbares Land gewesen sein, ich lobe

mir dafür meine Güldene Au.« So sprach, wie D. Luther erzählt, Botho der

Glückselige, Graf zu Stolberg, als er am 9. Februar 1494 von seiner

»Meerfahrt« in das Gelobte Land in seine harzische Heimat zurückkehrte.

Ja, und wenn es auch gar viel gewaltigere Gebirge gibt mit

himmelanstrebenden, von den Wolken benetzten Spitzen und Hörnern, mit

glitzernden Gletschern und ewigem Firn: ich lobe mir doch meinen

bescheidenen Harz und ich liebe ihn und preise ihn, so gut ich kann.

»Größ're Gebirge wohl gibt's, doch keines, das ihn überträfe

Beides an Wald und Wild ...«

singt Heinrich Rosla (gegen 1300) in seiner Herlingsberga; und Konrad

Celtis, der die Vorlande unseres Gebirges im Jahre 1498 durchreiste,

rühmt an diesem die Fülle mannigfaltigen Erzes, die mit Taxus und Fichte

geschmückten Höhen, die dunkelschattigen Thäler, die rauschenden,

jählings durch die Felsen herabstürzenden Gießbäche, wodurch die

matterleuchtete Gegend das Ansehen der Unterwelt gewönne.

»Vom Harz der Fichte« leitet Celtis den Namen unseres Waldgebirges ab,

und noch Johann Rauws spricht's hundert Jahre später ihm nach. Aber wenn

sie hierin auch irren, strömt uns nicht aus dem Worte »Harz« gleichsam

der würzige Duft der unabsehbaren Nadelwälder erfrischend entgegen, hören

wir nicht bei seinem Klange gleichsam das geheimnisvolle Rauschen und

Flüstern der weithin schauenden Wipfel unserer »nordischen Palme«? Und

die Töne der Schwarzdrossel und ihrer sangeskundigen Schwestern klingen

melancholisch darein, und über die klaren, blinkenden Teiche hallt leise

und feierlich wie aus »verlorener Waldkirche« das harmonische Geläut der

friedlich weidenden braunen Rinderherden herüber, und der Gießbach stimmt

murmelnd ein in den Abendpsalm. Und wenn die Schwingen des Waldes ruhen

und die Töne mählich verklingen und nur noch die Saiten des Herzens

andächtig nachzittern, und der letzte Sonnenstrahl, der so eben noch hier

die grüne Nacht des Hochwaldes zu durchdringen sich bemühte, dort auf dem

weichen, dichten Moospolster und den dichtgedrängten, losen Farnwedeln

neckisch spielte, scheidend erlischt -- dann erheben Sage und Märchen ihr

Haupt. Schaut hier nicht König Hübich Gaben verheißend aus dem

Felsenspalt, schreitet dort nicht der Bergmönch mit flackerndem

Grubenlicht hinter dem ältesten der Baumriesen hervor? Und das zottige

Flechtengewirr an den Zweigen und die knorrigen, weit hervorragenden

Wurzeln nehmen gar seltsame Gestalten an, und wie ein Geisterhauch

fliegt's durch die Kronen.

Wohl ist die Rottanne oder Fichte dem Harze nicht ausschließlich eigen,

aber es gibt in Deutschland kaum ein zweites Gebirge von gleicher Höhe,

in dem ihre Herrschaft so wenig beschränkt wird; und mindestens dem

Westharz, seinen hohen Bergen und tiefen Thälern prägt sie durch ihre

dunklen, lang hinziehenden Massen, in denen der einzelne Baum gleichsam

untergeht, den eigenartigen Charakter auf.

[Illustration: Abb. 3. =Kaiserhaus in Goslar.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

Den Inseln gleich im grünen Waldmeere liegen, weithin, doch nicht planlos

verstreut, große und kleine Wiesenfluren und inmitten einer jeden, meist

der Form und dem Zuge des Thales sich anschmiegend, die Bergstädte und

oberharzischen Ortschaften, auf den kleinsten Eilanden wenigstens ein

Forsthaus, oder ein Zechenhaus oder eine Mühle. Längst hat der rote

Ziegel die schwärzlich graue Holzschindel verdrängt, und mit frischen

Farben leuchten diese kleinen Siedelungen -- in den unabsehbaren grünen

Teppich gewobene Blumen -- zu der Höhe herauf, von der wir Umschau

halten, und fesseln unsere Augen.

Und wie ganz anders rollt das Bild sich ab, wenn wir unsern Fuß rüstig

wandernd gen Osten setzen. Sind wir denn wirklich im Gebirge? Kein

Bergzug umrandet die Ebene, versteckt und verdeckt liegt selbst der Vater

Brocken, der sonst nach allen Seiten seine Grüße versendet; kein Gießbach

schäumt, fast unhörbar und in Mäanderschlingen schleichen träge die Bäche

vorüber. Nur die kärglich bestandenen Fluren mit ihren sich verspätenden

Saaten und die in der Ferne sich kräuselnden Rauchwolken, die einem

Hüttenwerke entstammen müssen, heben unsere berechtigten Zweifel.

Doch weiter! Bald ist sie überwunden -- diese Einförmigkeit der

unterharzischen Hochebene, die doch niemals zur Langweiligkeit ausartet,

vielmehr dem Wanderer nur einige Stunden ruhiger Beschaulichkeit gewährt

und sein Gemüt vorbereitet zu rechter Würdigung und zu vollem Genusse des

Kommenden.

Mählich beginnen die Thäler sich einzuschneiden und die buchenbestandenen

Höhenzüge zu wachsen; die kleinen Flüßchen bekommen Leben, und nicht

lange, so erhält das anmutige Hügelgelände überzeugend den wirklichen

Gebirgscharakter. Berg türmt sich auf Berg, wunderliche Felsgebilde

steigen empor und recken sich höher und höher, um hier in die

schwindelnde Tiefe mit ihrem brausenden Bergstrom, dort wie eine Gefahr

dräuende Riesenburg weit hinaus zu schauen in die blühenden Vorlande.

Hart dem Saume des Gebirges folgend, reihen sich hier blühende Städte,

rührige Flecken und schmucke Dörfer zu einem lieblichen Kranze. Wo auch

nur ein Fluß oder Bächlein aus dem Harze heraustritt, da haben -- gerade

an diesem Austrittspunkte -- unsere Vorfahren mit Verständnis einst ihre

Wohnungen aufgeschlagen und von hier aus nach dem Vorbilde eines

Klosters, unter dem Schutze einer Burg den Kampf mit der Wildnis

aufgenommen, und unermüdlich die blanke Axt schwingend dem Urwalde die

fruchtbaren Fluren abgerungen, auf denen sich jetzt der goldige Weizen

mit schwerer Ähre im Winde wiegt und die gehaltvolle Zuckerrübe reichen

Ertrag gewährt.

Nur spärlich ist die Zahl der Urkunden, welche aus jener Zeit berichten,

wo dieser engste Saum von Ortschaften, von denen dann allmählich

unternehmende Pioniere in den inneren Harz eindrangen, um unser Gebirge

gelegt wurde, und vielfach verstummt sogar verschämt die sonst selten

verlegene Sage. Aber die Städte und Ortschaften selbst tragen in ihrem

Namen eine untrügliche Inschrift, ein unauslöschliches Merkmal der Zeit

ihrer Entstehung.

II.

Geographischer Überblick.

Das Harzgebirge liegt zwischen 51° 28,5' und 51° 51' nördl. Breite und

zwischen 10° 10' und 11° 26' östl. Länge von Greenwich und hat die

Gestalt einer von West-Nordwest nach Ost-Südost gerichteten

unvollständigen Ellipse, deren Brennpunkte auf den 1142 Meter hohen

Brocken und den 595 Meter hohen Ramberg fallen; und deren lange Achse,

welcher der nordöstliche Rand als Sehne parallel läuft, zwischen Hahausen

und Hettstedt 95 Kilometer lang ist, während ihre größte Breite (vom

Südwestrande bis zur Sehne) 34 Kilometer beträgt.

[Illustration: Abb. 4. =Bergmann.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

[Sidenote: Die Ränder des Gebirges.]

Am imposantesten wirkt der Harz von Norden gesehen. In scharfer

Markierung, ohne vermittelnden Uebergang steigt er mauerartig auf der

etwa 25 Kilometer langen Strecke von Harzburg bis Hahausen aus dem

Vorlande auf. Die Luftlinie zwischen der bei 256 Metern liegenden

Grenzlinie und den diese um die doppelte Meereshöhe überragenden

Bergspitzen beträgt noch nicht 1 Kilometer; zwischen den Hüttenorten Oker

und Langelsheim kulminieren der Adenberg bei 538 Meter, der Hahnenberg

bei 520 Meter, der Gelmkeberg bei 538 Meter, der Steinberg bei 479 Meter

und der Nordberg bei 455 Meter; ja der Rammelsberg und der Herzberg, die

den unmittelbaren Hintergrund Goslars bilden, erheben sich sogar zu 635

und 638 Meter. Den vollen, überwältigenden Eindruck eines völlig

geschlossenen Gebirgswalles macht dieser Rand indes nur aus der Ferne;

von den austretenden Flüssen und Bächen (Radau, Oker, Gose, Grane,

Barley, Töllebach und Innerste) außerordentlich stark zerschnitten, löst

er sich in der Nähe in Einzelberge auf.

[Illustration: Abb. 5. =Fuhrherr.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Im Westen prägt sich die Gebirgsgrenze von Hahausen bis Lauterberg in

einem Thale, das der Zechsteinbildung angehört, deutlich aus. Von großer

landschaftlicher Schönheit ist es besonders in der Gegend von Osterode

und Herzberg, wo die schneeweißen Felsen des Gipszuges, der den Thalrand

auf der ganzen Strecke zur Rechten begleitet, im wirkungsvollen

Gegensatze zu den weniger steil abfallenden grünen Harzbergen aus dem

Thale, in dem sich die wassergefüllten Erdfälle der Teufelsbäder

aneinander reihen, bis zu 100 Meter jäh emporsteigen.

Von Lauterberg über Walkenried bis Questenberg folgt die Grenze, noch

erkennbar, aber weniger scharf hervorgehoben, dem Laufe der Helme, wird

dann aber, bis Mansfeld, durch die sich unmittelbar an das Gebirge

anschließende »Thüringer Grenzplatte«, einen in südöstlicher Richtung bis

zur Unstrut laufenden Höhenrücken mit flachgerundeten Gipfeln, fast

völlig verwischt. Von Mansfeld ab bis Harzburg bezeichnen die Orte

Hettstedt, Ballenstedt, Thale, Blankenburg, Wernigerode, Ilsenburg die

Grenze in überall deutlich erkennbarer Ausprägung.

[Illustration: Abb. 6. =Landgängerin.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Der Südrand, der mit 267 Meter mittlerer Meereshöhe den Nordrand um etwa

11 Meter -- der in Deutschland allgemein geltenden Regel entsprechend --

übertrifft, hat seine größte relative Höhe in dem die Wasserscheide

zwischen Weser und Elbe bildenden Höhenrücken bei Osterhagen, von dem der

Rand fast gleichmäßig nach Westen (Seesen 204 Meter) und Osten (Riestdorf

178 Meter) abfällt.

[Illustration: Abb. 7. =Klausthal.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

[Illustration: Abb. 8. =Zellerfeld.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

[Sidenote: Ober- und Unterharz.]

Der ganze so umrandete Harz bedeckt eine Fläche von 2468 Quadratkilometer

und ist demnach genau so groß wie das Herzogtum Sachsen-Meiningen und

fast doppelt so groß wie Sachsen-Altenburg. Wenn man das Gebirge auf

dieser Grundfläche einebnen könnte, so würde man die mittlere Höhe von

442 Meter erhalten.

Man hat den Harz einen einzigen Berg mit verschiedenen Köpfen und

Thalfurchen genannt; und dieser Vergleich ist auch nicht ganz

unzutreffend. Aber auf den Sockel dieser scheinbar ununterbrochenen

Bergwand ist -- wie ein Blick aus der nördlich sich vorlagernden Ebene

zeigt -- im Westen die Granitmasse des Brockens als ein zweites, fast

ebenso hohes Gebirge und im Osten der kleine Ramberg-Kegel gestellt; und

auf der Hochebene von Klausthal oder auf dem Aussichtspunkte der Schalke

tritt auch der Bergzug des »Langen Ackers« (jetzt Acker-Bruchbergs) als

bedeutende Überragung klar neben dem scheinbar nicht viel höheren

Brockengebirge ins Auge. Sollte aber der Vergleich mit einem einzigen

Berge den Trugschluß auf langweilige Einförmigkeit nahelegen, so belehrt

uns der umfassende Rundblick vom Brocken auf die von immer tiefer

werdenden Furchen und Flußthälern zerschnittenen Hochebenen des Ober- und

Unterharzes eines Besseren.

Unter dem Oberharz versteht man den höheren westlichen, unter dem

Unterharz den allmählich an Höhe abnehmenden östlichen Teil des Gebirges.

Aber die Grenze zwischen beiden steht keineswegs von vornherein fest. Daß

dabei die vormalige Praxis der hannover-braunschweigischen Bergbehörden,

nach welcher mit dem Unterharze die Gegend von Goslar, Oker, Gittelde

gemeint war, völlig außer Betracht zu bleiben hat, liegt auf der Hand.

Doch auch nach Flußgebieten läßt jene sich nicht angeben, denn die dem

Elbegebiet angehörende Bode entspringt auf dem Brockenfelde, der

höchstgelegenen Hochebene des Gebirges. Ohne uns in den -- übrigens

bedeutungslosen -- Streit weiter einzulassen, wollen wir unter dem

Oberharz das ganze Brockengebirge samt dem Brockenfelde, die im Mittel

580 Meter hohe Hochebene von Klausthal mit ihren Randbergen und der

Bruchberg-Kette und das Andreasberger »Dreieck« verstehen; und den

Unterharz, der in seinem westlichen Drittel noch gleich jenem vorwiegend

mit Fichtenwald bedeckt ist, in das Bode- und das Selkeplateau einteilen.

III.

Geologische Übersicht.

Von den Randgesteinen abgesehen, die den deutlich begrenzten Gebirgskern

mantelartig umgeben, besteht das Massiv des Harzes zum bei weitem größten

Teile aus sedimentären, zum kleineren aus eruptiven Gesteinen.

[Sidenote: Verbreitung des Devon.]

Die Sediment- oder geschichteten Gesteine -- sie heißen auch paläozoische

d. i. alttierische -- welche sich, die erste, ursprüngliche Grundlage für

unser Gebirge bildend, aus den trüben Fluten des noch alle Lande

bedeckenden Meeres als Schlamm, Sand und Kies horizontal oder in geringer

Neigung niederschlugen, ablagerten und erhärteten, gehören im Westharze

dem Devon-, im Ostharze vorwiegend der Kohlenformation an. Die devonische

Bildung kommt im Harze in allen ihren Niveaus, als Unter-, Mittel- und

Ober-Devon vor.

Von dem Unter-Devon hat man in neuester Zeit die ältesten Schichten

abgetrennt und dieser Gruppe den Namen Obersilur zuerkannt. Es sind dies

namentlich die Graptolithenschiefer bei Lauterberg, Wernigerode,

Harzgerode, Treseburg und der feste, feinkörnige und helle Quarzit, aus

dem der Rücken des Bruchberges und des Ackers besteht.

[Illustration: Abb. 9. =Marktkirche in Klausthal.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Dem Unter-Devon gehören zum größten Teil die »Unteren Wieder-Schiefer« --

harte Schiefer mit eingelagerten Kalklinsen -- und ähnliche Schiefern bei

Zorge, Harzgerode und Mägdesprung, sowie der »Hauptquarzit« des

Unterharzes, die sich südöstlich an den Oker-Bruchberg anschließenden

Quarzite und neben sandigen Schiefern des Rammelsberges, der nach seinen

zahlreichen Versteinerungen, den zu den Armfüßern gehörenden Spiriferen

oder Windungsträgern benannte Spiriferen-Sandstein an, welcher die

Berggruppe zwischen Oker und Innerste, also den Rammelsberg, den

Kahlenberg und Bocksberg, die höchsten Kuppen der Klausthaler Hochebene,

bildet.

In das Mittel-Devon rechnet man außer einem Teile der Wieder-Schiefern

(bei Hasselfelde, im Selkethal) besonders die »Wissenbacher« (oder

Goslarer) und die Calceola-Schiefer. -- Die Calceolaschichten, welche

sich eng an den Spiriferen-Sandstein anschließen und sich durch ihren

großen Reichtum an Petrefakten auszeichnen (Leitmuschel _Calceola

sandolina_, gemeine Pantoffelmuschel) finden sich zwischen Oker und

Innerste in schmalen Säumen, in Mulden und in sattelförmigen

Hervorragungen. Die auf ihnen folgende Zone der Goslarer Schiefer ist von

hervorragender Bedeutung: nicht nur werden die härtesten dieser blau-

oder grauschwarzen, dichten Thonschiefer als Dachschiefer benutzt,

sondern es ist ihnen auch das berühmte, trotz fast tausendjährigen

Betriebes noch immer nicht erschöpfte Erzlager des Rammelsberges

eingeschaltet. -- Mitteldevonisches Gestein findet sich auch in dem Zuge,

welcher -- wegen der in ihm auftretenden Diabase und Roteisensteine

meistens als Diabas- (Grünstein-) oder Eisensteinszug bezeichnet -- von

Osterode bis über Altenau hinaus in gerader Linie als 400 Meter breiter

Streifen verläuft. Es steht den Wissenbacher Schiefern gleich und wird

von Tentakuliten-Schiefern überlagert.

[Illustration: Abb. 10. =Doppelthaler vom Jahre 1688.=

(Oberharzer Museum.)]

Die jüngsten Schichten des Mittel-Devon sind die durch reiche

Eisensteinslager ausgezeichneten Stringocephalenkalke (Leitmuschel

_Stringocephalus Burtini_, Burtins Eulenkopf) der Elbingeroder Mulde, die

auch in dem soeben genannten »Eisensteinszuge« zwischen Herzberg und

Altenau auftreten.

Das Ober-Devon ist in seiner unteren, älteren Zone vorwiegend

Intumescenskalk, in seinen oberen, jüngeren Schichten Cypridinenschiefer.

Jener ist nach der zu den Ammonshörnern gehörenden _Goniatites

intumescens_, dieser nach dem Muschelkrebs benannt. In die

Intumescensstufe gehört vor allem der völlig ungeschichtete Massenkalk

des höhlenreichen Iberges und Winterberges bei Grund, eines

Korallenriffes mit dem reichsten Schatze von Versteinerungen, und der

»Iberger Kalk« der Elbingeroder Mulde mit den berühmten Rübelander

Höhlen. Auch die schwarzen Kalke (mit _Cardiola angulifera_) am

Wasserfallfelsen bei Romkerhalle, am Kellwasser u. s. w. gehören diesem

unteren Niveau an. -- Cypridinenschiefer finden sich u. a. im Diabaszuge

der Klausthaler Hochebene, und als Clymenienkalk bei Lautenthal, am

genannten Wasserfall, bei Mägdesprung u. a. O.

[Sidenote: Verbreitung des Karbon.]

Die nicht devonischen Schichten des Oberharzes gehören dem Karbon (der

Kohlenformation) an, für den der englische Lokalname Kulm hier zuerst in

Anwendung gebracht ist. Seine unteren Schichten bestehen aus Kiesel- und

Posidonienschiefern, seine oberen aus Grauwacke.

Die Kieselschiefer, meist grau oder schwärzlich, vom Messer nicht

ritzbar, S-förmig gestaucht und gefaltet, finden sich in geringer

Mächtigkeit in der Gegend von Lautenthal und im mehrgenannten

Diabaszuge, vielfach im Wechsellager mit hellem Wetzschiefer, schwarzem

Alaunschiefer und (z. B. am Lerbacher Hüttenteiche) bunten, rotgrünen

Adinolen (Bandjaspis). Die Charakter-Versteinerung _Posidonia Becheri_

(Bechers Poseidon-Klaffmuschel), die den mit den Kieselschiefern

unmittelbar verknüpften, doch auch -- in zwei breiten Zonen zwischen

Schulenberg und Laubhütte -- unabhängig auftretenden eigentlichen

»Posidonienschiefern« eignet, findet sich nicht selten auch in jenen.

Vereinzelt (z. B. zwischen Hübichenstein und Iberger Kaffeehaus) sind

schwärzlich-graue Kalke eingelagert, die gleichfalls dem unteren Kulm

angehören.

[Illustration: Abb. 11. =Wildemannthaler von 1665.=

(Oberharzer Museum.)]

Dagegen nehmen die Kulm-Grauwacken, die jüngsten Schichten des

Kerngebirges, am Tage große Flächen ein. Im frischen Zustande blaugrau,

durch Verwitterung rostbraun, auch rot, besteht dieses meist in dicken

Bänken abgelagerte Gestein im wesentlichen aus Sandkörnern, die nebst

Bruchstücken von Gangquarz, Kieselschiefer und Thonschiefer sowie

Feldspat- und Kalkspatkörnern in ein thonig-sandiges Bindemittel gebettet

sind. In der Gegend von Grund haben diese Bestandteile, unter denen sich

Granit- und Porphyrgerölle nichtharzischen Ursprungs finden, oft

Faustgröße. Die pflanzlichen Versteinerungen, unter denen neben

undeutlichen kohligen Blattabdrücken namentlich die Calamiten (baumartige

Schachtelhalme) vertreten sind, kommen nur sporadisch, von tierischen nur

die Posidonienmuschel ganz vereinzelt vor. Als Baustein -- namentlich bei

Klausthal -- schön zu bearbeiten, liefert die Grauwacke in den

großartigen Steinbrüchen bei Wildemann treffliche Pflastersteine.

[Illustration: Abb. 12. =Ausbeutethaler von 1685.=

(Oberharzer Museum.)]

Dem gleichen Niveau wie die von erzreichen Gangspalten durchsetzte

Oberharzer Grauwacke gehören die Tanner und Elbingeroder Grauwacke, sowie

die »Zorger Schiefer« an.

* * * * *

Zu Ende der Kulmzeit wurden die bis dahin vom Meere bedeckten

paläozoischen Sedimente in Mitteleuropa zu einem gewaltigen Kettengebirge

zusammengeschoben, dessen Falten sich vom Centralplateau Frankreichs

durch ganz Deutschland, wo sie um das böhmische Gebirgsviereck in einem

gegen Norden konvexen Bogen herumliegen, bis nach Rußland verfolgen

lassen.

Darum hat der Harz wie der Thüringer Wald und das rheinisch-westfälische

Schiefergebirge, deren ursprünglicher Zusammenhang erst allmählich durch

die »abradierende« Thätigkeit des Meeres und durch wiederholte Abbrüche

aufgehoben wurde, »niederländisches Streichen« d. i. seine Schichten

haben die Richtung von Südwest nach Nordost. Dieses Zusammenschieben der

erhärteten Sedimente geschah durch seitlichen (»tangentialen«) Druck und

konnte nicht anders, als unter Faltung, Zerreißung und Aufrichtung,

selbst Kippung der Schichten geschehen. In die entstandenen Spalten und

Risse ergossen sich die sogenannten prägranitischen Eruptivgesteine,

besonders Diabas, auch Kersantit und gewisse Porphyre, die feuerflüssig

aus dem Innern emporquollen. So ist es auch zu erklären, daß der

»Grünstein« des Diabaszuges zwischen Osterode und Altenau trotz seiner

deckenartigen Ausbreitung stets der Richtung der Schichten folgt und an

deren späteren Knickungen und Verwerfungen teilnimmt.

[Illustration: Abb. 13. =Andreasthaler von 1726.=

(Oberharzer Museum.)]

Das Harzgebirge sah damals nur wenig und nur in seinen bedeutend

emporgehobenen Teilen aus dem Meere hervor. Dieses begann nun seine

»abradierende« Thätigkeit: wie es noch heute an felsiger Meeresküste

geschieht, zernagten und unterspülten Wogen und Brandung die trocken

gelegten Massen, bis diese zusammenstürzten, zertrümmerten und zerrollten

dann die Brocken zu Kies und Schlamm, füllten damit die bei der Faltung

entstandenen Vertiefungen aus und bildeten fast ebene »Abrasionsflächen«.

[Sidenote: Das Rotliegende.]

Man nennt diese aus Konglomeraten von Harzgesteinen bestehende Ausfüllung

der Mulden das untere Rotliegende. Am stärksten entwickelt ist diese

Formation in der Grafschaft Mansfeld, wo sich zwischen ihr mächtige zu

Mühl- und Bausteinen geeignete thonige Sandsteine finden, in der Gegend

von Ilfeld, wo sie hoch in das Gebirge hinaufsteigt, und im Ermsleber

Becken; doch umzieht sie, mehrfach unterbrochen, auch über Lauterberg den

Harz bis Hahausen. An drei Stellen, bei Meisdorf und Opperode östlich von

Ballenstedt, bei Grillenberg in der Nähe von Wippra und bei

Sülzhain-Ilfeld-Neustadt enthält sie auch dunkle Schieferthone und wenig

(3/4-1-1/2 Meter) mächtige Steinkohlen.

[Sidenote: Porphyr und Granit.]

Die Eruptionen dauerten fort. Zunächst entquollen, die Sedimente

gewaltsam durchbrechend, dem Innern des noch immer mit Wasser bedeckten

Harzes, besonders nördlich von Ilfeld, Ströme schwarzen Melaphyrs und

ergossen sich über die unteren Schichten des Rotliegenden; ihnen folgte,

weithin alles bedeckend, feuerflüssiger grauer Porphyr, der zum Teil auch

in den darüber lagernden mächtigen postporphyrischen Konglomeraten als

Geröll noch erhalten ist. Vielleicht sind zur selben Zeit -- jedenfalls

nach der Kulmperiode und nach der Entstehung des Diabases -- die

Porphyrmassen aufgestiegen, welche die fast parallelen, von Nord nach

Süd streichenden Gangspalten des Kerngebirges zwischen Ilfeld und

Wernigerode und Diabaszüge =nach= ihrer Faltung ausfüllten und

durchsetzten; höchst wahrscheinlich auch die gewaltigen Ströme von

Quarzporphyr, deren Reste wie im Auerberge bei Stolberg und in der Gegend

von Lauterberg (Knollen, Ravenskopf) erkennen, wo einzelne Gänge eine

Mächtigkeit von 20 Meter und eine Länge von 11 Kilometer erreichen.

[Illustration: Abb. 14. =Apotheke in Zellerfeld.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Ebenso jung ist der Granit, den man einst für das eigentliche Urgestein

unseres Planeten hielt. Er tritt in zwei großen Massiven auf:

Ramberg-Bodethal und Brocken-Okerthal. (Der Okergranit ist eine nur

oberflächlich abgetrennte Partie des Brockengranits.) Die vom

Hexentanzplatz auslaufenden Apophysen (»Auswüchse«, Ausläufer), denen das

Brockenmassiv bei Hasserode kleinere Gänge derselben Facies

entgegensendet, lassen keinen Zweifel darüber, daß der Granit erst nach

der Faltung des Gebirges und später als der Diabas emporgequollen ist. --

Rings um beide Granitmassen sind durch die schnellere Abkühlung und

Erstarrung der feuerflüssigen Ströme die Sedimentsteine in der Weise

verändert, daß sie sich durch krystallinische Beschaffenheit und massige

Struktur, größere Härte und muschligen Bruch von den gleichnamigen nicht

veränderten Gesteinen unterscheiden. Durch diese »Kontaktmetamorphose«

sind der Hornfels und seine Verwandten entstanden.

* * * * *

[Sidenote: Zechsteinformation.]

Nach diesen Ergüssen und Bildungen, die in die lange Periode des

Rotliegenden fallen, erfolgte in dem größten Teile Deutschlands eine

allgemeine Senkung der Erdrinde. Das Meer, welches über dem Harze

flutete, wurde somit tiefer und lagerte seinen Schlamm gleicherweise auf

den abradierten Ebenen der alten Sedimente, wie auf den in den Becken und

Mulden neu entstandenen Geröllmassen des Rotliegenden ab. Bei ihrer

Erhärtung bildete diese neue Ablagerung Zechstein und Kupferschiefer.

Diese stets zusammen auftretenden Schichten -- die mit dem Rotliegenden

auch Perm heißen -- umziehen den ganzen Südrand des Harzes von Hahausen

bis in die Grafschaft Mansfeld, doch hat sich bis jetzt nur in dieser, wo

Silbererze die vom Schiefer eingeschlossenen Kupfererze begleiten, das

Flöz bauwürdig erwiesen. Die oberen Schichten der »Zechsteinformation«

bestehen aus Anhydriten und Gipsen, die besonders aus dem an Höhlen und

Erdfällen reichen Zuge bekannt sind, der -- vielfach pittoreske

Felspartieen bildend -- den Südrand des Harzes von Badenhausen bis

Sangerhausen mauerartig umwallt; ferner aus Dolomiten und Letten; und

auch die bis 1000 Meter mächtigen Steinsalze und die darüber lagernden

Kalisalze, deren Abbau im letzten Jahrzehnt mit regem Eifer begonnen hat,

gehören noch in diese Formation. --

Die Bildung der Bergzüge und Hügelreihen, welche den Harz im Norden

mantelartig umziehen, und die Ausfüllung der von da in das Gebirge

eingreifenden Thäler ist in den nun folgenden drei geologischen Perioden

der Trias-, der Jura- und der Kreideformation erfolgt.

[Illustration: Abb. 15. =Erzstoß im Burgstätter Hauptgang.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

[Sidenote: Erdgeschichte des Harzes.]

Die Trias (d. i. bunter Sandstein, Muschelkalk und Keuper) legen sich

bandförmig von Hahausen bis Gernrode in der Weise um den Nordrand, daß

der Sandstein -- dem die Solquelle bei Harzburg entspringt -- und der

Keuper, der meistens als Letten und Mergel auftritt, die Thäler, der

Muschelkalk die -- später umgekippten -- Höhen bildet. (Am Südrande

liegen die Trias wegen der Breite der Zechsteinformation weit ab vom

Gebirge.) -- Der Jura kommt nur in dem Busen des Schiefergebirges

zwischen Langelsheim und Harzburg und in der Nähe von Quedlinburg vor;

seine Liasschichten liefern der Harzburger Hütte schönen Roteisenstein.

-- Die Kreide, mit ihren unteren Schichten, Hils und Gault, bis Harzburg,

mit jüngeren bis Ballenstedt reichend, führt in der unteren Lage des

Gault guten Quadersandstein, der vor dem Breitenthor vor Goslar den zu

einer Kapelle ausgehöhlten Felsen der Klus bildet und am angrenzenden

Petersberge zur Anlage eines großartigen Steinbruchs Anlaß gegeben hat.

Den Schichten der senonen Kreide gehören der durch seinen Reichtum an

Petrefakten ausgezeichnete Sudmerberg bei Goslar und die

Quadersandsteinreihe Regenstein-Teufelsmauer an.

[Illustration: Abb. 16. =Hahnenklee, vom Bocksberg gesehen.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

Die Tertiärformation (Braunkohlenbildung) ist nur ganz schwach am

Harzrande vertreten. --

Zur Zeit, als Trias, Jura, Kreide und Braunkohlen sich nacheinander

ablagerten, war der Harz noch völlig vom Meere bedeckt. Hätte er auch nur

teilweise soweit aus den Fluten hervorgeragt, daß eine Brandung entstehen

konnte, so müßten sich Gerölle vom Harzgestein, von Grauwacke,

Kieselschiefer u. s. w. in jenen vier Formationen finden. Dem ist aber

nicht so. Sie sind eben keine Strandbildungen, sondern genau so

zusammengesetzt, wie die in größerer Entfernung vom Harze in ganz

Norddeutschland vorhandenen gleichnamigen Gesteine, also Ablagerungen aus

flacherem oder tieferem Wasser. Vereinzelte Stückchen Kieselschiefer,

welche in der oberen Kreide am Sudmerberge vorkommen, können einesteils

aus dem Rotliegenden stammen, andernteils gleichen sie nicht im

geringsten dem Schutt, den heutzutage die Flüsse vom Harze

hinunterspülen. Und kleine Bröckchen Kieselschiefer, welche sich in der

Gegend von Gittelde im Miocän (der mittleren Stufe der Tertiärgebilde)

finden, werden aus dem rheinischen Schiefergebirge stammen, da ihre

Häufigkeit in der Richtung auf Kassel stetig zunimmt.

Wie am Rande, so müssen sich auch auf dem unter den Wellen liegenden

Gebirge selbst die mesozoischen Schichten (welche Tierreste enthalten,

die den noch jetzt vorhandenen sich annähern, also Trias, Jura u. s. w.)

nacheinander abgelagert haben. Diese mesozoische Decke aber mag in

Bewegung gekommen und teilweise fortgespült sein, als der Harz, ohne

vorerst noch aufzutauchen, sich zu heben begann. Auf diese Weise sind

vielleicht die mesozoischen Gerölle in das »Hilskonglomerat« des unteren

und in das »Sudmerbergkonglomerat« und das »Heimburggestein« der oberen

Kreide gekommen. Jedenfalls aber ist seine Decke ganz fortgespült und

weggewaschen, als der Harz sich mählich aus der Flut erhob.

[Sidenote: Die Gebirgsfaltung.]

Dies geschah am Ende der Miocänzeit, zu derselben Zeit, als die Göttinger

und Kasseler Berge, der Meißner, die Rhön und fast alle andern Gebirge

emporstiegen und auftauchten. Infolge eines Druckes, der »tangential«, in

der Richtung der kurzen Achse unserer Gebirgsellipse, also von Südsüdwest

nach Nordnordost, wirkte, bauchte und wölbte sich der Harz allmählich

auf, die Gesteinsschichten rissen und spalteten dabei senkrecht zur

Druckrichtung, also parallel der langen Achse, und brachen in

bajonettartig absetzenden Linien von den Vorlanden ab. Die Wirkung dieser

Pressung ist verschieden: während die Schichten am Südrande nur eine

Aufbauchung von etwa 20° aufweisen, ist im Norden die ehemalige

Oberfläche der Kernschichten samt dem darauf gelagerten Zechstein u. s.

w. ganz steil aufgerichtet, ja nach Westen sogar übergekippt. Und ebenso

ist der massige Granit dem Nordrande näher als dem Südrande in die Höhe

gepreßt. Vielleicht wirkte der Druck, der den Harz zum heutigen Gebirge

umwandelte und zurecht schob, von Süden; wahrscheinlich war aber schon

damals, was zur Erklärung ausreicht, die Erdoberfläche den Südrand

entlang höher als im Norden.

[Illustration: Abb. 17. =Hirt.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Die Überkippung der bei der Zusammenschiebung der Schichten entstandenen

Falten hatte auch den (inneren) Bruch derselben und das Hinüberschieben

des einen Flügels über sein Liegendes zur Folge: die älteren

übergeschobenen Schichten sind jüngeren Bildungen aufgelagert. Diese

Überschiebungen, die also nur aus übergekippten Falten hervorgehen

können, nennt man Faltenverwerfung. Sie ist besonders bei den sogenannten

Ruscheln, schmalen Gesteinsklüften im Innern des Gebirges, die meist mit

Gangthonschiefer ausgefüllt sind, klar zu ersehen; hie und da beträgt die

Höhe der Verschiebung kaum ein Meter, andernorts aber (am Devonzuge)

wenigstens mehrere hundert Meter.

Mit ihnen dürfen die vormals offenen Spalten nicht verwechselt werden;

diese sind jünger, denn sie werden von den (innern) Klüften der Ruscheln

in der Richtung abgelenkt.

Die Spaltenverwerfung umfaßt also ein zweites System von Störungslinien.

In den »Spalten«, die sich mehrfach bis in die Vorlande verfolgen lassen,

lagerte das einsickernde Wasser neben Quarz, Kalkspat und andern

Gesteinen namentlich die wertvollen Erze ab und schuf sie dadurch zu

»Erzgängen« um; und wo der Hohlraum nicht ganz gefüllt ward, bildeten

sich Quarz- und Erzdrusen mit ihren oft prachtvollen Krystallen.

Eine spätere entgegengesetzte Aufbauchung des Harzes in der Richtung der

großen Achse -- also von Südost nach Nordwest, durch welche die Schichten

auch in der Richtung der kurzen Achse zerrissen und gespalten wurden, so

daß nun die einzelnen Schollen oft in unregelmäßig viereckigen Stücken

mosaikartig verschoben nebeneinander liegen -- scheint auch durch Bildung

der Thalfurchen den Flüssen und Bächen den Lauf vorgezeichnet zu haben.

Es wäre sonst auffällig, daß das Gebirge die Flüsse nicht auf beiden

Ufern gleichweit begleitet. Daß sich diese Spalten auch in den dem Harze

vorgelagerten jüngeren Gesteinen unterirdisch fortsetzen, beweisen die

mächtigen Quellen bei Altwallmoden und Baddekenstedt, die unzweifelhaft

das bei Langelsheim teilweise versiegende (d. i. in die Tiefe fallende)

Wasser der Innerste -- doch auch das damit verbundener Nebenspalten, denn

nach Abteufung der Kalischächte hat es an Reinheit eingebüßt -- in

gewaltigen Massen wieder zu Tage fördern.

[Illustration: Abb. 18. =Wildschweine im Winter.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

[Sidenote: Minerallösungen.]

Während durch die schwache, aber stetige Arbeit des Minerallösungen

einführenden Wassers die Klüfte, Gänge und Spalten bis auf die

Drusenräume immer wieder verkittet und ausgefüllt wurden, erweiterte es,

oft bachartig auftretend, die weit klaffenden Hohlräume im Kalk und

Dolomit, in Gips und Steinsalz durch seine auflösende Eigenschaft zu

großen Höhlen, füllte diese mit Lehm und schmückte ihre Wandungen in

späteren Zeiten, als das Gebirge sich weiter gehoben hatte, mit den

wundersamen Tropfsteingebilden. Auch die sogenannten Gletschertöpfe beim

Iberger Kaffeehause, schlotartige Vertiefungen, sind wohl -- ähnlich wie

die Erdfälle -- auf diese auflösende, nicht auf die mechanische

Thätigkeit des Wassers zurückzuführen und als »geologische Orgeln«

anzusprechen. Grundmoräne und Moränenschutt, die Gletscherprodukte im

Flachlande, fehlen auf dem Harze; die Geschiebe nordischer Gesteine,

welche sich auf der Hochfläche des Unterharzes finden, waren vermutlich

in Eisberge eingefroren, welche die Fluten der Eiszeit hierher wälzten.

Auch an der Umwandlung, der »Metamorphose« der Gesteine ist das sickernde

Wasser stark beteiligt. Es löste die Kieselsäure der Eruptivgesteine und

»verkieselte« die mit diesen im »Kontakt« stehenden Sediment- und

Kulmschichten; wo Kalk in den Gesteinen war, bildete es »Silikate« --

Granaten und »Katzenaugen« und andre -- und neben Diabas und Schalstein

verwandelte es den Kalk in Eisenstein.

Finden sich in den erwähnten Moränen des Flachlandes große Massen von

Harzgesteinen, die es beweisen, daß schon in jener Zeit der Harz soweit

als Gebirge hervorragte, daß seine Flüsse Gerölle hinunterführen konnten,

so verstärkte eine letzte Heraushebung des Harzes, deren Zeitpunkt wir

nicht kennen, diese Wirkung des Wassers bedeutend, denn nun wurden die

Berge höher, die Schluchten und Thäler tiefer, das Wassergefälle

bedeutender; und der bis heute dauernden Erosion verdanken wir den

anmutigen Wechsel von Berg und Thal, der jedwedes Herz erfreut.

IV.

Das Klima.

[Sidenote: Klima des Harzes.]

Auf dem Brocken begann bereits im Jahre 1836 der Wirt Nehse mit

meteorologischen Beobachtungen. Sie sind aber von seinen Nachfolgern

nicht regelmäßig fortgeführt, die längste völlige Unterbrechung währte

sogar neun Jahre, und die später von Postbeamten und Oberkellnern

gemachten Beobachtungen lieferten kein zuverlässiges Resultat. Dagegen

reichen die sachkundigen und regelmäßigen Beobachtungen in Klausthal, wo

sich seit 1876 sogar zwei Stationen in verschiedener Meereshöhe befinden,

bis 1854 zurück.

[Illustration: Abb. 19. =Waldarbeiter= (Lerbacher Holzhauer).

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Das aus vierzigjährigen Barometerbeobachtungen gewonnene Mittel des

Luftdrucks beträgt in Klausthal 710,51 Millimeter; seinen höchsten Stand

behauptet das Barometer in den Monaten Juni bis September, seinen

niedrigsten in den Monaten März, April, November und Dezember. Der

Sonnenberg hat ein Jahresmittel von 692,92, der Brocken von 662,2,

Nordhausen 741,76, Sangerhausen 747,85 Millimetern.

Das früher für Klausthal zu 6,2°C angenommene Jahresmittel der

Lufttemperatur sinkt bei Berücksichtigung der vierzig Jahre von 1856-1896

auf 6,03°C, übertrifft also das von Stockholm (5,7°C) nur um ein

Geringes. Doch sind die Unterschiede der einzelnen Jahre beträchtlich: so

hatte das Jahr 1872 eine Temperatur von 7,58°C, das Jahr 1879 nur 4,41°C.

Die größte Kälte wurde am 4. Januar 1894 mit -21,80°C, die größte Wärme

am 23. August 1892 mit 31,60°C erreicht.

In der zweiten Hälfte der vierzigjährigen Beobachtungsperiode ist ein

auffälliger Rückgang der Temperatur eingetreten. Während nämlich das

Mittel der 10 Jahre von 1856 bis 1866 6,17°C, das der folgenden 10 Jahre

6,22°C betrug, erreichte es in den Jahren 1876-1886 nur 5,87°C und in den

Jahren 1887-1896 nur 5,68°C.

In dem vorletzten Abschnitt waren die Tage vom 25. bis 29. Juni mit einer

mittleren Temperatur von 15,22°C, im letzten die Tage vom 25. bis 29.

Juli mit einer mittleren Temperatur von 15,27°C die wärmsten, während

sich in der Zeit vom 11. bis 15. Januar mit einer mittleren Temperatur

von -3,63°C in jenem, und in den Tagen vom 1. bis 5. Januar mit einer

mittleren Temperatur von -4,82°C in diesem Abschnitt die größte Kälte

geltend machte. Der erste fünftägige Zeitabschnitt mit einer mittleren

Temperatur unter 0°C fiel auf den 17. bis 21. November (27. November bis

1. Dezember), der letzte auf den 22. bis 26. März (12. bis 16. März).

Klausthal hat also etwa 120 Tage mit einer mittleren Temperatur unter

0°C.

[Illustration: Abb. 20. =Hochwild im Winter.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

Charakteristisch ist für das Klima des Oberharzes der jähe Wechsel der

Temperatur an ein und demselben Tage. Beträgt der Unterschied zwischen

dem Maximum und Minimum eines Tages im Sommer oft 20°C, so ist er doch

auch in den andern Jahreszeiten nicht unbedeutend. So stieg am 2. März

1877 die Temperatur von -13,81 um 7 Uhr morgens auf +3,56 um 2 Uhr

nachmittags und fiel wieder auf -10,65°C um 9 Uhr abends. Dem Oberharz

ist ferner eigentümlich, daß sich hier die »drei gestrengen Herren« im

Monat Mai nicht bemerkbar machen (so daß auf der Hochebene die Spuren der

Nachtfröste, die in den Vorbergen den ersten Trieb der Laubbäume

beschädigen, kaum zu sehen sind); und daß im Monat Dezember nach der

ersten Frost- und Schneeperiode fast regelmäßig eine Zunahme der

Temperatur unter reichlichen Regengüssen eintritt. (So stieg z. B. im

zweiten Drittel des Monats Dezember 1893 die Temperatur von -0,20° bis

auf +6,20° und sank im letzten Drittel auf -14,30°C.) Diese

»Weihnachtsflut« bringt den als Kraftspeicher für den Bergbau dienenden

Sammelteichen sehr erwünschte Zuflüsse.

Das niedrige Jahresmittel von Klausthal ist keineswegs die Folge einer

abnormen Kälte des Winters. Erreichten doch z. B. im Jahre 1883

Nordhausen und Braunschweig eine um 1,5° und 3,9°C größere Kälte, als

jenes. Vielmehr hat das niedrige Jahresmittel seinen Grund in der langen

Dauer des Winters und in der niedrigen Sommertemperatur. Auch der

Vergleich mit Stockholm fällt ganz anders aus, wenn man statt des

Jahresmittels die mittlere Temperatur der Jahreszeiten zu Grunde legt.

Während diese in Stockholm auf -3,31°C sinkt und im Sommer auf 22,04°C

steigt, sinkt sie in Klausthal (nach vierzigjährigem Durchschnitt) nur

auf -1,79°C und steigt nur auf +14,14°C. Diese durch die Höhenlage

bedingten Unterschiede erklären die sonst auffällige Thatsache, daß in

Lappland, welches mit dem Brocken etwa gleiche mittlere Jahrestemperatur

hat, noch Getreidebau getrieben werden kann, der im Harze schon auf der

Hochebene von Elbingerode aufhört, daß hier dagegen noch Buche und

Roßkastanie gedeihen, die nordwärts den kalten Winter schon des mittleren

Schwedens nicht vertragen.

[Illustration: Abb. 21. =Hüttenmann.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

[Sidenote: Temperaturschwankungen.]

Mit dem 3,96°C betragenden Jahresmittel des Sonnenbergs (774 m) ist

zugleich die Temperatur für die andern Einzelsiedelungen bis zum

Brockenfelde -- Königskrug, Oderbrück, Torfhaus -- gegeben. Zum

Vergleiche zwischen den beiden Stationen des Oberharzes mit dem am

Gebirgsrande und in der Nähe des Harzes belegenen mögen noch folgende

Angaben -- für die ich das Jahr 1883 zu Grunde lege -- dienen: Das

Thermometer sank zum letztenmal unter 0° in Sangerhausen am 13. April, in

Nordhausen, Göttingen und Braunschweig am 23. April, in Heiligenstadt am

7., in Salzwedel am 4., in Klausthal am 11. Mai und auf dem Sonnenberge

am 19. Juni; zum erstenmal wieder auf dem Sonnenberg am 18. August, in

Klausthal am 6., in Nordhausen am 7., in Göttingen am 23. Oktober, in

Sangerhausen und Heiligenstadt am 16., in Braunschweig und Salzwedel am

17. November. -- Die höchste Temperatur wurde in Braunschweig am 2. und

3., auf allen übrigen Stationen am 4. Juli erreicht; sie betrug in

Salzwedel 35,5, in Magdeburg 34,5, in Göttingen 32,8, in Sangerhausen

32,6, in Braunschweig 32,0, in Nordhausen 31,4, in Heiligenstadt 31,2, in

Klausthal 29,6, auf dem Sonnenberge 29,1°C. -- Die niedrigste Temperatur

betrug in Göttingen -10,5 (am 23. März und 8. Dezember), in Sangerhausen

-11,1 (23. und 24. März), in Heiligenstadt -12,3 (24. März), in Salzwedel

-13,0 (9. Juni), in Magdeburg -14,7 (15. März), in Klausthal -15,1 (23.

März), in Nordhausen -16,4 (17. und 23. März), auf dem Sonnenberge -18,7

(13. März), in Braunschweig -19,6°C (16. März).

Das Jahresmittel des Brockens soll nach den letztjährigen Beobachtungen

nur +0,87°C betragen; doch ist bis zur Gewinnung eines längere Perioden

umfassenden Durchschnitts vorläufig noch an dem aus sämtlichen früheren

Beobachtungen berechneten Mittel von 2,40°C festzuhalten. Der

Brockengipfel hat demnach fast genau das gleiche Mittel mit Tromsö im

nördlichen Norwegen.

Die mittlere Temperaturabnahme beträgt auf je 1 m Erhebung nach dem

Brockengipfel hin von Osterode 0,71°, von Klausthal 0,68°, von Goslar

0,66°, von Wernigerode 0,65°C.

Die mittlere jährliche Schwankung, die Differenz zwischen Januar

(-5,40°C) und Juli (+10,7°C), beträgt auf dem Brocken nur 16,1°C; in

Klausthal (Januar -2,43, Juli +14,85°C) 17,28°C. Diese sonst auffällige

Thatsache findet ihre Erklärung darin, daß der Brockengipfel in die

Region der stärksten Wolkenbildung hineinragt, und daß die starke

Bewölkung die Temperaturextreme erheblich mildert.

[Illustration: Abb. 22. =Osterode.=]

Die höchste beobachtete Temperatur war +27,7, die niedrigste -28,0°. Da

im Mittel auf den 30. Mai der letzte und auf den 7. Oktober der erste

Frost fällt, so sind etwa vier Monate frostfrei. Doch kommen starke

Abweichungen vor: im Jahre 1840 waren nur 89 Tage (vom 26. Juni bis 21.

September), im Jahre 1848 dagegen 186 Tage (vom 5. Mai bis 3. November)

frostfrei. -- Perioden lang andauernder Kälte sind auf dem Brocken nicht

häufiger als in der Ebene; die längste bis jetzt beobachtete fiel in den

Januar 1838, wo an achtzehn aufeinanderfolgenden Tagen das Mittel unter

-19°C lag; alle Gewässer, sogar der Gerlachsbrunnen, froren völlig aus,

trotzdem war die Kälte, da Windstille und Sonnenschein herrschte, sehr

gut zu ertragen. --

[Illustration: Abb. 23. =Wildemann.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

[Sidenote: Die Niederschläge.]

Inbetreff der Niederschlagshöhe, des zweiten Hauptfaktors des Klimas,

steht der Harz mit dem übrigen Mitteldeutschland unter dem Einfluß des

Atlantischen Ozeans. Nur die von diesem heranstreichenden Winde können

uns die erforderliche Feuchtigkeitsmenge bringen, denn im Süden sperrt

uns die Gletschermauer der Alpen gegen den Einfluß des Mittelländischen

Meeres ab, und im Nordosten und Osten sind uns weite, zusammenhängende

Landmassen vorgelagert, die um so größer erscheinen, wenn wir hierbei

auch die Ostsee als Land behandeln; ihr Einfluß auf die Niederschlagshöhe

ist nämlich aus drei Gründen außerordentlich gering: sie hat nur geringen

Umfang, ist meistens kälter als die offene See und liegt nicht in unserer

Hauptwindrichtung.

Das Vorwalten der Südwestwinde in Mitteldeutschland ist nicht nur die

Folge der Rechtsablenkung der Winde durch die Drehung der Erde, sondern

wird zugleich durch das sogenannte Azorische Maximum, das ist ein Gebiet

hohen Luftdruckes im Südwesten über dem Atlantischen Ozean (in der Gegend

der Azoren), durch das im größten Teil des Jahres über dem Atlantischen

Ozean im Nordwesten (in der Gegend von Island) ruhende Gebiet niedrigen

Luftdruckes, und durch die konstante Abnahme des Luftdruckes vom 45. bis

50. Breitengrade nach Norden zu verursacht.

[Illustration: Abb. 24. =Grund.=

(Nach einer Photographie von F. Rose in Wernigerode.)]

Kein Punkt in Mitteldeutschland ist nun für diese Klarlegung so geeignet

wie der hochragende Brockengipfel, da auf diesem die Windrichtung durch

örtliche Hemmung und Ablenkung nicht beeinflußt werden kann. Nach der

achtteiligen Windrose kommen auf dem Brocken 15% aller beobachteten

Windrichtungen auf NW, 23% auf W, 24% auf SW, zusammen also 62% -- nach

dem Wolkenzuge sogar 74% -- auf die für uns Regen führenden Winde (auf S

nur 10, SO und O je 8, NO und N je 6%.)

[Illustration: Abb. 25. =Lautenthal.=

(Nach einer Photographie von Fr. Zirkler in Klausthal.)]

Dieser herrschenden Luftströmung stellt sich nun das Harzgebirge mit

seiner Breitseite, und zwar mit seinem hohen NW-, W- und SW-Rande, fast

rechtwinkelig quer in den Weg, dadurch erfährt der Luftdruck eine

Steigerung, die Luft wird zum Ansteigen gezwungen, kühlt sich dadurch ab

und verdichtet ihren gasförmigen Wassergehalt zu Nebel und Wolken, dann

zu Regen und Schnee. So kommt es, daß die auf der Luvseite liegenden

Osterode 820, Grund 880 Millimeter, die auf der Leeseite, im

»Regenschatten« des Harzes liegenden Wernigerode nur 613, Blankenburg 518

Millimeter Niederschlag haben. Wenn man nun ferner berücksichtigt, daß

der dichte Fichtenbestand des Westharzes die Feuchtigkeit der Luft

gleichsam aufsaugt, die Wolken anzieht und ihren Inhalt zum großen Teil

absorbiert und in den ausgedehnten Mooren festhält, so ist es klar, daß

unser isoliert aufsteigendes Gebirge auf die Niederschläge eines großen

Teiles von Norddeutschland einen ganz bedeutenden Einfluß haben und als

der Hauptkondensator für die vor und hinter ihm liegenden Lande angesehen

werden muß.

[Sidenote: Niederschläge und Nebel.]

Der Harz · 第 1 / 12 段