Sie lachte: »Du? mich? zwingen?«

»Ja, ich dich zwingen. (Sie liebt ihn noch immer, den sie zu Grunde

gerichtet!) Die zweite Bedingung nämlich ist: daß der Gefangene diesen

leergelassenen Namen ausfüllt – es ist der Name des Schatzschlosses der

Goten – und diese Erklärung unterschreibt. Er weigert sich mit einem

Trotz, der anfängt, mich zu erbittern. Siebenmal war ich bei ihm – ich,

der Sieger – er hatte noch kein Wort für mich. Nur das erste Mal, da

erhielt ich einen Blick – für den er allein den stolzen Kopf verlieren

mußte.«

»Nie giebt er nach.«

»Das frägt sich doch. Auch Felsen zermürbt beharrlicher Tropfenfall. Aber

ich kann nicht lange mehr warten.

Heute früh kam Nachricht, daß der tolle Hildebad in wütigem Ausfall Bessas

so schwer geschlagen, daß er kaum die Einschließung noch aufrecht hält.

Überall flackern gotische Erhebungen empor. Ich muß fort und ein Ende

machen und diese Funken auslöschen mit dem Wasser der Enttäuschung, besser

als mit Blut. Dazu muß ich des gefangenen Königs Erklärung und

Schatzgeheimnis haben. Ich sage dir also: wenn du bis morgen Mittag nicht

des Prinzen Begleiterin nach Byzanz bist und mir nicht vorher die

Unterschrift des Gefangenen verschaffst, die Echtheit von dir selbst

bezeugt, so werd’ ich den Gefangenen – – ich schwöre es dir beim Styx, –

werd’ ich den Gefangenen –«

Entsetzt von seinem furchtbar drohenden Ausdruck fuhr Mataswintha von

ihrem Sitz empor und legte ihre Hand auf seinen Arm. »Du wirst ihn doch

nicht töten?«

»Ja, das werd’ ich. Ich werd’ ihn erst foltern. Dann blenden. Und dann

töten.«

»Nein, nein!« schrie Mataswintha auf.

»Ja, ich hab’s beschlossen. Die Henker stehen bereit. Und du wirst ihm das

sagen: dir, dieser händeringenden Verzweiflung wird er glauben, daß es

Ernst. Du vielleicht rührst ihn: mein Anblick härtet seinen Trotz. Er

wähnt vielleicht noch, in Belisars, des Weichherzigen, Hand zu sein. Du

wirst ihm sagen, in wessen Gewalt er ist. Hier die beiden Pergamente. Hier

die Schlüssel – du sollst deine Stunde frei wählen – zu seinem Kerker.«

Ein Strahl freudiger Hoffnung blitzte aus Mataswinthens Seele durch ihr

Auge.

Cethegus bemerkte es wohl. Aber ruhig lächelnd schritt er hinaus.

Achtundzwanzigstes Kapitel.

Bald, nachdem der Präfekt die Königin verlassen, war es dunkel geworden

über Ravenna. Der Himmel war dicht mit zerrissenem Gewölk bedeckt, das

heftiger Wind an dem Neumond vorüberjagte, so daß kurzes, ungewisses Licht

mit desto tieferem Dunkel wechselte.

Dromon hatte seinen Abendrundgang in den Zellen der übrigen Gefangenen

vollendet und kam müde und traurig in sein Vorgemach zurück. Er fand kein

Licht brennend. Mit Mühe nur nahm er Rauthgundis wahr, die noch immer

reglos an der Halbthür lehnte, das Beil in der Hand, den Blick auf die

Gangthür geheftet.

»Laß mich Licht schlagen, Frau, den Kienspan im Herdeisen entzünden: und

teile das Nachtmahl mit mir. Komm, du harrest hier umsonst.« – »Nein, kein

Licht, kein Feuer in dem Gemach! Ich sehe so besser, was draußen im Hof,

im Mondlicht naht.« – »Nun so komm wenigstens hierherein und ruhe auf dem

Dreifuß. Hier ist Brot und Fleisch.« – »Soll ich essen, während er Hunger

leidet?« – »Du wirst erliegen! Was denkst, was sinnst du den ganzen

Abend?«

»Was ich denke?« wiederholte Rauthgundis, immer hinausblickend: »Ihn! Und

wie wir so oft gesessen in dem Säulengang vor unserem schönen Hause, wann

der Brunnen plätscherte in dem Garten und die Cikaden zirpten auf den

Olivenbäumen. Und die kühle Nachtluft strich frei um sein liebes Haupt.

Und ich schmiegte mich an seine Schulter. Und wir sprachen nicht. Und oben

gingen die Sterne. Mit Schweigen. Und wir lauschten den vollen, tiefen

Atemzügen des Kindes, das eingeschlafen war auf meinem Schoß, die

Händchen, wie weiche Fesseln, um den Arm des Vaters geschlungen. Jetzt

trägt sein Arm andre Fesseln. Eisenfesseln trägt er, – die schmerzen ...

– –« Und sie drückte die Stirn an das Eisengitter, fest und fester, bis

sie selbst Schmerz empfand.

»Herrin, was quälst du dich? Es ist doch nicht zu ändern!«

»Ich will es aber ändern! Ich muß ihn retten und – Ah, Dromon, hieher! Was

ist das?« flüsterte sie und wies in den Hof.

Der Alte sprang geräuschlos an ihre Seite. In dem Hofe stand eine hohe,

weiße Gestalt, die lautlos an der Mauer dahinglitt. Rasch nur, aber

scharf, fiel das Mondlicht darauf.

»Es ist eine Lemure! Ein Schatte der vielen hier Ermordeten,« sprach der

Alte bebend. »Gott und die Heiligen schützet mich!« Und er bekreuzte sich

und verhüllte das Haupt.

»Nein,« sprach Rauthgundis, »die Toten kommen nicht wieder vom Jenseits.

Jetzt ist’s verschwunden – Dunkel ringsum – Sieh, da bricht der Mond durch

– da ist es wieder! Es schwebt voran gegen die Gangthür. Was schimmert da

rot im weißen Licht? Ah, das ist die Königin – ihr rotes Haar! Sie hält an

der Gangthür. Sie schließt auf! Sie will ihn im Schlaf ermorden!«

»Weiß Gott, es ist die Königin! Aber ihn ermorden! Wie könnte sie!«

»_Sie_ könnte es! Aber sie soll es nicht, so wahr Rauthgundis lebt. Ihr

nach! Ein Wunder thut uns seinen Kerker auf! Doch aber leise! Leise!«

Und sie trat aus der Halbthür in den Hof, das Beil in der Rechten,

vorsichtig den Schatten der Mauer suchend, langsam, auf den Zehen

schleichend. Dromon folgte ihr auf dem Fuße.

Inzwischen hatte Mataswintha die Gangthür aufgeschlossen und ihren Weg

erst viele Stufen hinab, dann durch den schmalen Gang, mit den Händen

tastend, zurückgelegt. Nun erreichte sie die Pforte des Kerkers. Sacht

erschloß sie auch diese.

Durch einen ausgehobenen Ziegelstein hoch oben im Turm fiel ein schmaler

Streif des Mondlichts in das enge Quadrat. Es zeigte ihr den Gefangenen.

Er saß, den Rücken gegen die Thüre gewandt, das Haupt auf die Hände

gestützt, reglos auf einem Steinblock.

Zitternd lehnte sich Mataswintha an die Pfosten der Pforte. Eiskalte Luft

schlug ihr entgegen. Sie fror. Sie fand keine Worte: vor Grauen.

Da spürte Witichis an dem Windzug, daß die Pforte geöffnet worden. Er hob

das Haupt. Aber er sah nicht um.

»Witichis – König Witichis« – stammelte endlich Mataswintha – »ich bin’s.

Hörst du mich?«

Aber der Gefragte rührte sich nicht.

»Ich komme, dich zu retten – fliehe! Freiheit!«

Aber der Gefangene senkte wieder das Haupt.

»Oh sprich! – oh sieh nur auf mich!« – Und sie trat ein. Gern hätte sie

seinen Arm berührt, seine Hand gefaßt. Sie wagte es noch nicht. »Er will

dich töten – quälen. Er wird es thun, – wenn du nicht fliehst.«

Und nun gab ihr Verzweiflung den Mut, näher zu treten. »Du sollst aber

fliehn! Du sollst nicht sterben! Du sollst gerettet sein – durch mich! Ich

flehe dich an – fliehe! Du hörst mich nicht! Die Zeit drängt! Einst sollst

du alles wissen! Nur jetzt flieh in Freiheit und Leben. Ich habe die

Schlüssel der Kerkerpforte und der Gangthür! flieh!« Und nun faßte sie

seinen Arm, wollte ihn emporreißen.

Da klirrten seine Ketten an den Armen, an den Füßen. – Er war an den

Steinblock festgeschlossen.

»O, was ist das?« rief sie und fiel in die Kniee.

»Stein und Eisen,« sagte er tonlos. »Laß mich. Ich gehöre dem Tode. Und

hielten mich auch diese Bande nicht – ich folgte dir doch nicht! Zurück in

die Welt? Die Welt ist eine große Lüge. Alles ist Lüge.«

»Du hast Recht! sterben ist besser. Laß mich sterben mit dir. Und verzeih

mir. Denn auch ich habe dir gelogen.«

»Es mag wohl sein. Es wundert mich nicht.«

»Aber du mußt mir noch vergeben, ehe wir sterben.

Ich habe dich gehaßt – ich habe gejubelt über deinen Niedergang – ich habe

– o, es ist so schwer zu sagen! Ich habe die Kraft nicht, es zu gestehn.

Und doch muß ich deine Verzeihung haben – und müßt’ ich sie mir erstehlen.

Vergieb mir – reiche mir die Hand zum Zeichen, daß du mir verzeihst.«

Aber Witichis war in sein Brüten zurückgesunken. »O, ich flehe dich an –

verzeihe mir, was immer ich dir mag gethan haben.«

»Geh – warum soll ich dir nicht verzeihn? Du bist wie alle! nicht besser,

nicht schlimmer!«

»Nein, ich bin böser als alle. Und doch besser. Wenigstens elender. Wisse

denn: ich habe dich gehaßt, ja, aber nur, weil du mich von dir gestoßen!

Du ließest mich nicht dein Leben teilen, – verzeihe mir. – Gott, ich will

ja nur mit dir sterben dürfen. Reich mir einmal noch die Hand, zum

Zeichen, daß du mir verzeihst.« Und sie streckte kniend, flehend, beide

Hände zu ihm empor.

Der König erhob das Haupt. Der Grundzug seines Wesens, die tiefe

Herzensgüte, regte sich in ihm und übertönte den eignen dumpfen Schmerz.

»Mataswintha,« sagte er, und erhob die kettenklirrende Hand, »geh’, es

erbarmt mich dein. Laß mich allein sterben. Was immer du an mir gethan –

geh hin: – ich habe dir verziehn.«

»O Witichis!« hauchte Mataswintha und wollte seine Hand ergreifen.

Neunundzwanzigstes Kapitel.

Aber heftig fühlte sie sich hinweggerissen. »Nachtbrennerin, nie soll er

dir vergeben! Komm Witichis, _mein_ Witichis. Folge mir! du bist frei.«

Der König sprang auf, von dieser Stimme wie aus Betäubung geweckt.

»Rauthgundis! Mein Weib! ja du logst nie! Du bist getreu. Ich hab’ dich

wieder.« Und tief aufatmend, jauchzend aus voller Brust, breitete er die

Arme aus. Sein Weib flog an seine Brust und sie weinten beide süße Thränen

der Liebe und der Freude.

Mataswintha aber, die sich erhoben hatte, wankte gegen die Mauer. Sie

strich sich langsam die roten, losgegangnen Haare aus der Stirn und

blickte auf das Paar, das der Mondstrahl, der durch die Turmluke fiel,

hell beleuchtete.

»Wie er sie liebt! Ihr, ja ihr würd’ er folgen in Freiheit und Leben. Aber

er muß ja bleiben! Und sterben – mit mir.« –

»Säumt nicht länger!« mahnte von der Kerkerthüre her die Stimme Dromons.

»Ja, rasch fort, mein Leben!« rief Rauthgundis. Sie zog einen kleinen

Schlüssel aus dem Busen und tastete an den Ketten, des Schlosses kleine

Öffnung suchend.

»Wie? soll ich wirklich nochmal hinaus?« fragte der Gefangene, halb in

seine Betäubung zurücksinkend.

»Ja, hinaus in Luft und Freiheit,« rief Rauthgundis und warf die

losgeschlossenen Armfesseln zur Erde. »Hier Witichis, eine Waffe! Ein

Beil! Nimm!«

Begierig ergriff der gotische Mann die Axt und holte kräftig damit aus:

»Ah! die Waffe thut dem Arm, der Seele wohl!«

»Das wußte ich, mein tapfrer Witichis!« rief Rauthgundis, kniete nieder

und schloß die Kette auf, die seinen linken Fuß an den Steinblock

gefesselt hielt. »Nun schreite aus! Denn du bist frei.«

Witichis that, das Beil in der Rechten hebend, hoch sich reckend, einen

Schritt gegen die Thüre.

»Und _sie_ darf seine Ketten lösen!« flüsterte Mataswintha.

»Ja, frei!« sprach Witichis, hoch aufatmend. »Ich _will_ frei sein und mit

dir gehen.«

»Mit ihr will er gehen!« rief Mataswintha und warf sich den Gatten in den

Weg. »Witichis – leb wohl – geh! – Nur sage mir nochmal – daß du mir

vergiebst.«

»Dir vergeben?« rief Rauthgundis. »Nie! Niemals! Sie hat unser Reich

zerstört. Sie hat dich verraten. Nicht der Blitz des Himmels – ihre Hand

hat deine Speicher verbrannt!«

»O so sei verflucht!« rief Witichis. »Hinweg von dieser Schlange der

Hölle!« Und sie von der Pforte hinwegschleudernd, schritt er über die

Schwelle, gefolgt von Rauthgundis.

»Witichis!« rief Mataswintha sich aufraffend. »Halt! Halt an! Höre mich

nur noch einmal! Witichis!«

»Schweig!« sprach Dromon, ihren Arm ergreifend. »Du wirst ihn verderben.«

Aber Mataswintha, ihrer nicht mehr mächtig, riß sich los und folgte, die

Stufen hinauf in den Gang.

»Halt!« rief sie, »Witichis! Du darfst nicht so hinweg. Du mußt mir

verzeihn.« Da brach sie ohnmächtig zu Boden.

Dromon eilte an ihr vorbei, den Fliehenden nach.

Aber schon hatte das gellende Rufen den Mann des leisesten Schlafes

geweckt.

Cethegus trat, das Schwert in der Hand, nur halb gegürtet, aus seinem

Schlafgemach auf den Gang, dessen offne Logen in den viereckigen Palasthof

blickten.

»Wachen,« rief er, »unter die Speere!« Auch Soldaten waren merksam

geworden. Kaum hatten Witichis, Rauthgundis und Dromon den Gang und die

Gangthüre durchschritten und, gerade dieser gegenüber, die Gemächer

Dromons erreicht, als sechs isaurische Söldner laut lärmend in den Gang

hineinstürmten.

Rasch sprang Rauthgundis aus der Halbthür, sprang auf die schwere eiserne

Gangthüre zu, warf sie klirrend ins Schloß, drehte den Schlüssel um, und

zog ihn heraus. »Die sind geborgen und unschädlich!« flüsterte sie.

Schnell eilten nun die beiden Gatten von dem Gemache Dromons dem großen

Ausgang zu, der aus dem Schloßhof auf die Straße führte. Mit gefälltem

Speer trat hier der letzte Mann der Wache, der hier zurückgeblieben, ihnen

entgegen. »Gebt die Losung,« rief er. »Rom und? –«

»Rache!« sprach Witichis und schlug ihn mit dem Beile nieder.

Laut schreiend fiel der Söldner, und warf noch den Speer den Flüchtigen

nach: er durchbohrte den letzten der drei – Dromon.

Über die Marmorstufen des Palastes auf die Straße hinabspringend, hörten

die Gatten die eingesperrten Soldaten donnernd gegen die feste Eisenthüre

schlagen, auch einen lauten Befehlruf hörten sie noch. »Syphax! mein

Pferd!«

Dann nahm sie Nacht und Dunkel auf.

Wenige Minuten darauf schimmerte der Palasthof von Fackeln: und Reiter

flogen nach allen Thoren der Stadt.

»Sechstausend Solidi wer ihn lebend, dreitausend wer ihn erschlagen

bringt!« rief Cethegus, – sich in den Sattel seines schwarzen Hengstes

schwingend. »Nun auf, ihr Söhne des Windes, Ellak und Mundzuch, Hunnen und

Massageten. Jetzt reitet, wenn ihr je geritten!«

»Aber wohin, Herr?« fragte Syphax, an seines Herrn Seite aus dem

Palastthor sprengend.

»Das ist schwer raten. Aber alle Thore sind geschlossen und besetzt. Sie

können nur etwa zu den Mauerbreschen hinaus.«

»Zwei große Mauerbreschen sinds.«

»Sieh dort den Jupiter, der eben aus der Wolke tritt im Ost. Er winkt mir.

Ist nicht dort –?«

»Der Mauersturz am Turme des Aëtius.«

»Gut! dort hinaus! Ich folge meinem Stern!« – – –

‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐‐

Glücklich hatten inzwischen die Gatten, hindurchgelassen von Paulus, dem

Sohn des Dromon, die nur halb ausgefüllte Mauerlücke durcheilt und in dem

nahen Pinienhain der Diana Wachis, den Getreuen, und zwei Pferde gefunden.

Wallada nahm die Gatten auf den Rücken. –

Der Freigelassene ritt rasch voran, dem Ufer des hier sehr breiten Flusses

zu. Witichis hielt Rauthgundis vor sich, hinter dem Hals des Rosses. »Mein

Weib! mit dir hatte ich alles verloren! Leben und Lebensmut. Aber nun will

ich’s noch einmal wagen um das Reich. O wie konnte ich dich von mir

lassen, du Seele meiner Seele.«

»Dein Arm ist wund vom Druck der Kette! So! leg ihn hier auf meinen

Nacken, o du mein alles.«

»Vorwärts, Wallada! Rasch! es gilt das Leben.«

Da bogen sie aus dem Dickicht des Hains ins Freie. Das Ufer des Flusses

war erreicht. Wachis trieb sein bäumendes Pferd in die dunkle Flut. Das

Thier scheute und widerstrebte. Der Freigelassene sprang ab. »Er geht sehr

tief, sehr reißend. Es ist Hochwasser seit drei Tagen. Die Furt ist nicht

zu brauchen.

Die Gäule müssen schwimmen und stark rechts abwärts wird’s uns reißen. Und

es sind Felsen im Fluß. Und das Mondlicht wechselt so oft und täuscht.« –

Ratlos prüfte er am Ufer hin und her.

»Horch, was war das?« fragte Rauthgundis. »Das war nicht der Wind in den

Steineichen.«

»Pferde sind’s,« sagte Witichis. »Sie nahen in Eile. Ja, wir sind

verfolgt. Waffen klirren. Da – Fackeln. Jetzt hinein in den Strom auf

Leben und Sterben. Aber leise!«

Und er führte sein Pferd am Zügel in die Flut.

»Kein Bodengrund mehr. Die Gäule müssen schwimmen.

Ein Kampf um Rom: Historischer Roman. Zweiter Band · 第 19 / 23 题