„Eine Glastafel -- zwölf Lire? Ich zahle nicht.“

Nach mannigfachem Hin und Her schreiten wir dem Gerichtsgebäude zu.

Zeugen sind der Münchener Maler Wilm und eine junge Dame, die zufällig

dabei war. Wirklich zufällig dabei war. (Sowohl Wilm wie ich sind

verheiratet.)

Der Wirt bringt seine Klage vor.

Ich erwidere: die Schuld läge nicht an mir; der Wirt habe mir die

Tür entgegengeworfen; übrigens müßten Glastüren durch Gitterchen,

Messingstangen oder dergleichen verwahrt werden.

Grade dieser Einrede schenkt der Richter -- wie erstaunlich --

besondres Gehör. Und Richter, Kläger, Angeklagter und Zeugen

unternehmen einen Streifzug durch Riva, um festzustellen, ob die

Sicherung von Glastüren durch wagrechte Messingstäbchen ortsüblich wäre.

3 Uhr 45. Der Streit ist nicht entschieden. Noch lange nicht.

Ich beantrage Vertagung. Der Richter ist einverstanden, wenn ich mich

legitimieren könne. Ich kann mich legitimieren: Roda Roda aus München.

„Waaas?“ ruft der Wirt -- „Wie? Roda Roda? Nein, Herr, von Ihnen nehme

ich nichts. Nein, nicht einen Heller.“

Ich verstehe plötzlich Dionys, den Tyrannen, der Möros, seinem Feind,

verzieh. Ich wachse um zwei Zoll. Mein deutsches Wams wird mir zu

enge. Ich spende zwölf Lire der Armenkasse von Riva und reiche dem Wirt

stumm, bewegt die Hand.

Und vor der Tür sagt mir der Wirt:

„Sie sind ~giornalista~. Mit einem ~giornalista~ aber will ich keine

Händel haben. Ich bin einmal im ~Corriere della sera~ jämmerlich

verrissen worden.“

Fragment

Ihr meine Kinder! Euer Haar ist seiden,

Die Hülle spannt sich über junge Brüste,

Das Auge blitzt -- fast möcht ich euch beneiden.

Die Sonne meiner Tage geht zur Rüste,

Mit uferlosen Wünschen muß ich scheiden --

Ihr landet einst an der erträumten Küste.

Beim Dichter

„Kinder, freut euch, es gibt bald wieder Kartoffel -- Vater ist

inspiriert.“

Von =Roda Roda= sind erschienen

bei +Dr. Eysler & Co. A.-G.+ in Berlin:

Der Schnaps, der Rauchtabak und die verfluchte Liebe. 34. Auflage.

Ihre Gnaden und die Bäuerinnen (Kaiserliche Kämmerer -- Adlige

Geschichten). 19. Auflage.

Schummler, Bummler, Rossetummler. 24. Auflage.

Der Pascha lacht. Morgenländische Schwänke. 25. Auflage.

Die Kummerziege. 4. Tausend.

Der Feldherrnhügel. Schnurre in drei Akten von Roda Roda und Carl

Rößler. 17. Auflage.

Der Sanitätsrat. Komödie in drei Akten von Roda Roda und Gustav

Meyrink. 2. Tausend.

Bubi. Lustspiel in drei Akten von denselben. 2. Tausend.

Die Sklavin aus Rhodus. Lustspiel in drei Akten, nach dem Eunuchus

des Terenz, von Roda Roda und Gustav Meyrink, Musik von Eugen

d’Albert, Ausstattung von Olaf Gulbransson. 2. Tausend.

Die Staatsgewalten. Drei lustige Akte. 2. Tausend.

So jung und schon ... 40. Tausend.

Die verfolgte Unschuld. 68. Tausend.

bei +Rösl & Co.+ in München:

Irrfahrten eines Humoristen. 5. Tausend.

Die Streiche des Junkers Marius. Ein Buch für Backfische. 15. Auflage.

Schwabylon oder Der sturmfreie Junggeselle. 10. Tausend.

bei +Philipp Reclam jun.+ in Leipzig:

Die Uhr. Ein Spiel in zwei Akten. 3. Auflage.

bei +Ullstein & Co.+ in Berlin:

Frau Tarnotzis feinster Coup. 40. Tausend.

Serbisches Tagebuch. 50. Tausend.

im +Rikola-Verlag+ zu Wien:

Das Rosenland. Bulgarische Gestalter und Gestalten. 4. Tausend.

Die sieben Leidenschaften. 10. Tausend.

Von Bienen, Drohnen und Baronen. 27. Auflage.

bei +Paul Steegemann+ in Hannover:

Eines Esels Kinnbacken. 28. Auflage.

im +Weltbücher-Verlag+ München:

Weisheit des Morgenlandes. 10. Tausend.

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