Man muss mit Wirten keinen Spass und Mutwillen treiben, sonst kommt
man unversehens an den Unrechten. Einer in Basel will ein Glas Bier
trinken, das Bier war sauer, zog ihm den Mund zusammen, dass ihm die
Ohren bis auf die Backen hervorkamen. Um es auf eine witzige Art an
den Tag zu legen und den Wirt vor den Gästen lächerlich zu machen,
sagte er nicht: "das Bier ist sauer", sondern "Frau Wirtin", sagte
er, "könnt' ich nicht ein wenig Salat und Öl zu meinem Bier haben?"
Die Wirtin sagte: "In Basel kann man für Geld alles haben", strickte
aber noch ein wenig fort, als wenn sie's wenig achtete, denn sie war
eben am Zwickel. Nach einigen Minuten, als unterdessen die Gäste
miteinander diskurierten, und einer sagte: "Habt ihr gestern das
Kamel auch gesehen und den Affen?" ein anderer sagte: "Es ist kein
Kamel, es ist ein Trampeltier", sagte die Wirtin: "Mit Erlaubnis"
und deckte eine schneeweisse Serviette vom feinsten Gebilde auf den
Tisch. Jeder glaubte, der andere habe ein Bratwürstlein bestellt
oder etwas, und "es ist doch ein Kamel", sagte ein dritter, "denn es
ist weiss, die Trampeltiere sind braun." Unterdessen kam die Wirtin
wieder mit einem Teller voll zarter Kukümmerlein aus dem
markgräfischen Garten, aus dem Treibhaus, fein geschnitten wie
Postpapier, und mit dem kostbarsten genuesischen Baumöl angemacht,
und sagte zu dem Gast mit spöttischem Lächeln: "Ist's gefällig?"
Also lachten die andern nicht mehr den Wirt aus, sondern den Gast,
und wer wohl oder übel seinen Spass mit zehn Batzen fünf Rappen
Baseler Währung bezahlen musste, war er.