Von drei Schlafkameraden war der eine eben am süssen Einschlummern,
als der zweite zum dritten sprach: "Joachim, was soll das heissen,
dass du seit am Montag nichts mehr mit mir redest, so wir doch unser
Leben lang gute Freunde gewesen sind? Hast du etwas gegen mich, so
sag's."--Der dritte erwiderte dem zweiten: "Wer mit mir nicht
redet, mit dem rede ich auch nicht, mein guter Bartenstein. Wie man
in den Wald schreit, so schreit's wider." Darauf sagte der zweite:
"So, du nennst mich mit meinem Zunamen? Ich kann dich auch mit
deinem Zunamen nennen, mein guter Marbacher. Wie man in den Wald
schreit, so schreit's auch wider." Der dritte sagte wieder zum
zweiten: "So war's nicht gemeint, Bastian. Übrigens halte ich den
Geschlechtsnamen meines seligen Vaters für keinen Schimpf. Ich
hoffe, er hat dich als ein ehrlicher Mann zur Taufe gehoben." Darauf
entgegnete der zweite: "Ich den meinigen auch nicht. Ich hoffe,
deine Mutter hat einen ehrlichen Mann zum Beistand. Aber man erkennt
etwas daran." Der dritte sagt: "Dein Vater ist ein braver Mann, der
meiner Mutter mit gutem Rat redlich an die Hand geht." Der zweite
sagt: "Dein Vater war auch ein braver Mann und hat mir viel Gutes
erwiesen. Aber sie redeten miteinander." Der dritte fuhr gegen den
zweiten fort: "Eben darum. An einem andern hätt' es mich nicht
verdrossen, dass du mir den Montag keine Antwort gabst, als ich dich
zum zweiten Mal fragte, warum dich dein Meister fortgejagt hat."
Als endlich der erste des Zwistes müde war, weil er gern hätte
schlafen mögen und nicht dazu kommen konnte, fuhr er unwillig auf
und sagte: "Hat jetzt euer Disputat bald ein Ende, oder soll ich
aufstehen und den Wirt holen, dass er Frieden schaffe, oder soll
ich's selber tun?" Dem erwiderte der dritte, weil er am Wort war:
"Seid doch nicht wunderlich, Herr Landsmann, Ihr hört ja, wir
explizieren uns nur, warum keiner von uns mit dem andern redet."