Preis der Vergänglichkeit

1

Ich bin vergänglich, und ich _will_ vergehn,

Auslöschen wie eine Lampe

In den roten Morgen,

Wenn meine Nacht um ist;

Abklingen wie ein Ton,

Wenn der Bogen absetzt.

Ich bin vergänglich, und der Gedanke

Des Gesetzes berauscht mich.

Abgleiten will ich wie eine Fahne,

Die vom Maste sinkt

In den Lüften des Hafens;

Wie Rauch der sich hebt

Von gestillter Flamme.

Ich bin vergänglich, und selig bin ich,

Hinwegzugehen gleich allem Lebendigen,

Wie eine Wolke mich auszuregnen ins Land,

Wenn mein Wind still ist.

2

Wir haben kein Recht zum Schmerz!

Welten schwingen sich durch die Nacht.

Abende kommen und Sonnen.

Fahnen wehen im Winde. Und Fenster trinken

Den Himmel. Und Lampen lächeln geduldig

Vergessenen Stuben --

Unvergänglich.

Was vorbestimmt lag im Geboren-Sein,

Hüllt sich leis in Geschick und Erfüllung.

Seelen wandern vorbei an den Jahren,

Und Geist wächst in die Formen der Erde

Unvergänglich.

Und Liebe ist -- nicht deine Liebe --,

Und Augen erwachen -- nicht nur die deinen --,

Und Schmerz ist, -- nicht dein Schmerz --,

Schmerz ist und Seligkeit

Unvergänglich.

Wir Menschen: Gedichte · 第 16 / 23 题