Die Dohle

Ich versteckte mich in der Kajüte eines Dampfers, aber die Verfolger, vor

denen ich mich versteckte, kamen mir immer wie Jagdhunde auf die Spur. Sie

hatten alle menschliche Gesichter, doch Froschleiber und Handschuhe an den

Händen. Da sie wohlerzogen und freundlich waren, mordeten sie mich nicht

wie einfache Räuber, sondern erdrückten mich, wie liebkosend, mit ihren

weichen Bäuchen, glitten mir leise unter das Hemd und preßten mir,

gleichsam streichelnd, das Herz zusammen. Vorm Fenster aber sitzt eine

Dohle und schreit. Ich weiß ganz gut, warum sie schreit; sie wird gleich

ins Zimmer fliegen, sich auf meine Schulter setzen und mir die Augen

auspicken.

»Dohle«, bitte ich meinen schwarzen Gast, »verschone meine Augen, ich will

dir ein Perlenhalsband um den Hals legen, ich will dir meine Hände

preisgeben, verschone nur meine Augen!«

Ich verkroch mich in den Winkel der Kajüte, aber die Menschen mit den

Froschleibern stehen bereits vor der Tür, scharren an der Schwelle und

kommen gleich herein.

Prinzessin Mymra: Novellen und Träume · 第 53 / 57 题