Hilde verliebt sich in Semper den Ãlteren, bekennt sich zu Chamisso
und entpuppt sich als eine alte Bekannte.
Mit der Bekanntmachung ihrer Verlobung hatten sie es nicht im
geringsten eilig; ob die Welt sie für Brautleute hielt oder nicht, war
ihnen beiden grenzenlos gleichgültig. Aber seinen Eltern wolltâ erâs
nicht länger verbergen, obwohl ihn Zweifel befielen, wie sie es
aufnehmen würden. Eigentlich zweifelte er nur an dem Beifall seiner
Mutter. Ludwig Semper, das wuÃte er, so leer ihm das Haus ohne seinen
Asmus werden mochte, würde Asmussens Erwählte willkommen heiÃen, bevor
er sie gesehen; aber Rebekka â? Mütter sind eifersüchtig, und überdies
war er erst 23 Jahre! Sie wird schelten, dachte er. Aber sie schalt
nicht; sie schüttelte nur den Kopf und sagte: »Junge, Junge, du bist
ja noch so jung!«
»Aber Mutter!« rief Asmus lachend und faÃte sie bei beiden Schultern,
»du hast ja auch jung geheiratet!«
»Ja, das war damals auch ganz anders!« rief sie.
Ludwig Semper konnte dieser Geschichtsauffassung nicht beipflichten;
er wuÃte noch, wie junge Herzen schlagen, und sagte, Asmus möge seine
Braut am Sonntag nur mitbringen.
Und an diesem Sonntag feuchtete er keinen Tabak an und grübelte er
nicht; er hatte seinen guten schwarzen Rock angezogen und ein feines
weiÃes Tuch umgelegt â denn ein gesteifter Kragen durfte ihm nicht an
den Hals kommen â und ging munter und aufgeräumt im Hause umher, und
wenn er sich allein wuÃte, sah er mit strahlenden Augen in die Ferne
und summte vor sich hin: »Tränen, vom Freunde getrocknet.« Und als es
hieÃ: »Sie kommen!« und die Tür aufging und Asmus rief: »Da ist meine
Braut!« da stand Ludwig Semper da wie ein herrlicher, gütiger
Nordlandskönig, dem sein Erbe die junge Königin zuführt; er streckte
seine warme kräftige Hand aus und sagte nichts als: