»– und verlangt von mir, daß ich ihm sage, was er sagen soll!«

»Ja, ich bin zu dumm dazu,« sagte Ludwig mit seinem Lächeln.

»Ach Gott, mit dir ist ja kein Auskommen!« rief Rebekka, lief in die

Küche hinaus und klagte laut den Tellern und Töpfen ihr Leid.

Ludwig und Asmus Semper verband nun einmal aus Vordaseinszeiten her

ein Vertrauen, das die sorgende Frau Rebekka nicht begreifen konnte.

Übrigens beabsichtigte Asmus keineswegs, die Welt- und Fleischeslust

in sich zu ertöten und auf die Freuden eines geselligen Trunkes

prinzipiell zu verzichten. Und er hatte es nicht zu bereuen, daß er an

einem vielverheißenden Vorfrühlingstage in die Kuhlmännische Akademie

ging. Er traf dort seinen Kollegen Mansfeld, eben jenen Herrn, der

eine Pensionärin Namens Hilde Chavonne im Hause hatte. Asmus

schwankte, ob er sich zu ihm setzen solle; aber eine eigentümliche

Gewalt zog ihn fast gegen seinen Willen an denselben Tisch.

»Sie sollten sich mal mein neuestes Bild ansehen,« sagte Mansfeld, der

in seinen Mußestunden malte, im Laufe des Gesprächs. »Kommen Sie mit

und essen Sie mit uns zu Abend. Meine Frau wird sich freuen.«

»O,« stammelte Asmus, »das ist sehr liebenswürdig, ich komme natürlich

gern einmal – aber heute hab’ ich eine wichtige Sitzung, bei der ich

auf keinen Fall fehlen darf.«

»Das ist was anderes,« sagte Mansfeld.

Die Rede kam aber doch bald auf die Pensionärin, und Asmus fragte mit

glänzend aufgepuffter Munterkeit und mit einem sehr kunstreichen

Lächeln:

Semper der Jüngling · 第 197 / 292 题