»Och, ’n büschen spielen.«

»Ja, Mensch, so allein spielen, das macht doch keinen Spaß. Wart’ nur

noch einen Augenblick, dann gehen wir alle hinaus und spielen »Jäger

und Hund«.

Das leuchtete dem Flüchtling ein. »O djä!« rief er, senkte beide

Fäustchen in die Hosentaschen und ging wieder auf seinen Platz.

»Du, ich hab’ Limburger Käse aufs Brot!« rief eine Stimme aus dem

Hintergrunde. Asmus ging hin und äußerte seine teilnehmende

Begeisterung über den Limburger Käse. Natürlich mußte er jetzt den

Inhalt zahlloser Frühstücksdosen bewundern.

»Ich hab’ Leberwurst auf’m Brot!« »Ich hab’ ’ne Apfelsine!« »Ich hab’

Schokolade!« schrie es durcheinander.

»Ihr könnt wohl lachen!« sagte Asmus. »Meine Mutter hat mir keine

Schokolade mitgegeben.«

»Da!« Ein Junge sprang aus der Bank und hielt ihm ein Stück Schokolade

hin.

Asmus dankte gerührt, löste das Papier von der Schokolade und wollte

sie dem Geber in den Mund schieben; der aber lehnte entschieden ab.

Da sah Asmus zwei brennende Augen in verzehrendem Verlangen auf sich

gerichtet; es waren die Augen eines dürftig gekleideten, blassen

Bürschchens.

»Soll _er_ sie haben?« fragte Asmus den Spender.

Der nickte eifrig ja, und begierig griff der Verlangende nach der

köstlichen Leckerei.

Um den Schwarm endlich zu beruhigen, sagte Asmus: »Soll ich euch mal

’ne Geschichte erzählen?«

»O ja, man zu, man zu!« schrien sie durcheinander. Und er erzählte

ihnen das Ur- und Anfangsmärchen vom Rotkäppchen, das sie alle

verstehen und das sie beim hundertsten Male ebenso gern hören wie beim

ersten Male.

Als er mitten im Erzählen war, kam ein Junge aus der Bank heraus, ging

auf Asmussen zu, ergriff dessen Hand und sagte:

Semper der Jüngling · 第 136 / 292 题