Wir haben die Freude, über ein großzügig angelegtes Werk, das in seiner

Ausführung mustergültig ist, berichten zu können: =Volkskunst in

Europa=.

Auf 132 Tafeln, darunter 100 in mehrfarbiger Wiedergabe, erzählen

nahezu 2100 Beispiele unter besonderer Berücksichtigung der Ornamentik

von dem unerschöpflichen Reichtum der Volkskunst. Dr. Helmuth Th.

Bossert hat uns das Buch gegeben, das im Verlag Ernst Wasmuth,

Berlin ~W~ 8, in vornehmster Aufmachung erschienen ist. In richtiger

Erkenntnis der Materie ist das Werk ein illustratives, dem nur ein kurz

zusammengefaßter Text beigefügt ist. Wohl gibt es schon eine Anzahl

kleinerer Bücher, welche die Volkskunst in örtlicher Gebundenheit uns

nahebringen: aber ihnen fehlt die Farbe, ohne die wir dem Schaffen des

Volkes nicht näher kommen können. In unserem Werke kommt aber noch

das Vergleichen unter den europäischen Ländern, die ihr Bestes hier

aufgezeichnet haben, hinzu. Wieviel im inneren Wesen Verwandtes treffen

wir an, wieviel aber auch Auseinandergehendes, Eigentümliches ist zu

finden, so daß wir immer auf neue Reichtümer stoßen. Und immer und

immer drängt sich das Bedauern auf, daß ein späterer Internationalismus

unersetzliche Werte an Volksgut vernichten wird. Wir freuen uns, daß

eine farbige Tafel vom Oskar-Seyffert-Museum erzählt, und daß zumal

unsere sächsischen bunten Holzschnitzereien den Wettkampf aufnehmen

können.

Herausgeber, Mitarbeiter und Verlag können auf eine deutsche Ruhmestat

blicken.

Ein zweites volkskundliches Werk wollen wir anschließen,

=Kinderspielzeug aus alter Zeit=. Eine Geschichte des Spielzeuges

von Karl Gröber. Deutscher Kunstverlag Berlin. Auch das ist ein

mustergültiges Werk. Der Herausgeber hat im klaren Text und in über 300

Abbildungen allerhand Spielzeug – meist in seinen Spitzenleistungen –

aus der Antike, dem Mittelalter, ferner ritterliches Spielzeug des 16.

Jahrhunderts und solches, welches das zünftige Handwerk vom 16. bis zum

18. Jahrhundert geschaffen, uns geschenkt. Es folgen das Puppenhaus,

in ihm konnten sich alle Gewerbe vereinigen, die Puppe vom 16. bis

zum 19. Jahrhundert, der Zinnsoldat, mechanisches und automatisches

Spielzeug, Papierspielzeug, Kuriosa, das deutsche Holzspielzeug des 18.

und 19. Jahrhunderts und Herstellung und Handel im 19. Jahrhundert.

Der köstliche Bilderschmuck ist durch viele vorzügliche bunte Tafeln

bereichert worden. Er ist den europäischen Museen und dem Privatbesitz

entnommen worden. Auch in diesem Werke hat unser Oskar-Seyffert-Museum

Proben seines reichen Inhaltes beigesteuert. Das Vorwort und die

wissenschaftlichen Beiträge zeigen, daß der Verfasser nicht nur die

Seele des Kindes, sondern auch die des Spielzeuges kennt.

=Eberhard Köbel, Raubvogelbuch.= Herausgegeben von der Staatlichen

Stelle für Naturschutz am Württembergischen Landesamt für

Denkmalspflege.

Eine Schrift, die sich der Raubvögel annimmt, ist uns immer

willkommen, hat doch gerade dieses stolze Geschlecht mehr als alle

andern Mitglieder der gefiederten Welt unter törichter und boshafter

Verfolgung zu leiden, obgleich es heutzutage jeder wissen sollte,

daß viele Raubvögel zu den besten Bundesgenossen des Land- und

Forstwirts gehören. Aber abgesehen auch davon, wie wunderbar beleben

doch die kühnen Beherrscher der Lüfte die einsame Berg-, Wald- oder

Seenlandschaft! Ein unersetzlicher Verlust, wenn einmal der letzte

Adler oder Uhu, der letzte Wanderfalk oder Milan aus unsrer deutschen

Heimat verschwunden sein sollte! Und diese Gefahr, daß der Raubvögel

edles Geschlecht, von einigen Ausnahmen abgesehen, bei uns dem

Untergange geweiht ist, liegt leider nur allzu nahe.

Diese Gedanken sind es, die den Verfasser zu seiner Schrift veranlaßt

haben. Nur etwa sechzig Seiten stark ist das Heftchen, daß es bei

solch geringem Umfang den Namen »Raubvogelbuch« kaum verdient, zumal

mehr als ein Drittel dieser Seitenzahl von Abbildungen eingenommen

wird. Aber wie viel bietet doch der Verfasser auf diesen paar Seiten!

Er gibt nach Aufzählung der häufigeren Arten bei jedem Vogel die

Unterscheidungsmerkmale an, namentlich auch die Kennzeichen seines

Flugs, weist hin auf ähnliche Arten, die leicht zur Verwechslung

führen, bringt Angaben über Aufenthalt, Vorkommen, Fortpflanzung,

Nutzen und Schaden, ja er belebt diese trocknen, mehr statistisch

angeführten Bemerkungen durch ein kleines Stimmungsbild, das er der

Beschreibung des einzelnen Vogels voranstellt. Kleine übersichtliche

Abschnitte werden auch der Mauser, der Verschiedenheit im Federkleid

nach Alter und Geschlecht, der Falkenbeize und den besonders seltenen

Arten gewidmet. Besonders wertvoll erscheint uns die Tabelle

zur Bestimmung der Raubvögel, namentlich aber die Darstellung

der Flugbilder, die es dem Beobachter erleichtern, den Vogel in

freier Natur richtig anzusprechen. Aber nicht nur mit dem Auge des

Naturforschers und Naturfreundes sieht der Verfasser den Raubvogel,

sondern auch mit dem des Künstlers. Das beweisen die vielen schönen von

dem Verfasser gezeichneten Abbildungen, die die Eigenart jedes Vogels

im Gefieder und in der Haltung sehr gut wiedergeben.

In ein paar Einzelheiten können wir dem Verfasser nicht zustimmen,

z. B. wenn er sagt – es handelt sich um den Sperber –: »Der Fang der

Singvögel ist für den Menschen bedeutungslos, weil es doch ungefähr

ebenso viele schädliche wie nützliche Singvögel gibt und viele

Singvögel sehr zahlreich vorkommen«. (S. 22.) Oder wenn er ausruft:

»wer hat es denn zum erstenmal aufgebracht, daß der Wanderfalk schlank

ist, da das Gegenteil doch zutrifft«. (S. 44.) Aber von solchen

Kleinigkeiten wollen wir absehen und wollen uns freuen, daß wir in

der kleinen Schrift ein Büchlein begrüßen können, das jedem Jäger und

Naturfreund manchen willkommenen Fingerzeig gibt und sich unsrer edlen

und hartbedrängten Raubvogelsippe in warmherziger Weise annimmt.

_Martin Braeß._

=Heimatbuch für Schule und Haus.= Herausgegeben und verlegt vom

Bezirksverein =Oschatz=, o. J.

In treuer Sammelarbeit haben zahlreiche Lehrer eine kindertümliche

Heimatkunde geschaffen, die das Gebiet von Oschatz, Mügeln, Dahlen,

Strehla, Wermsdorf und das Jahnatal umfaßt. Mehr als achtzig

Einzelaufsätze bilden einen bunten Strauß. Nicht alles ist gleichwertig

– die Darstellung der Geologie und der Anfang der Vorgeschichte sind

reichlich mit sachlichen und stilistischen Fehlern durchsetzt. Die

Abbildungen zur Vorgeschichte sind leider ohne jede Rücksicht auf

Maßstabvergleiche ausgeführt. Recht ansprechend sind die Abschnitte zur

Volkskunde und zur Geschichte. Wir können nur wünschen, daß in recht

vielen Teilen unseres Vaterlandes sich die Lehrerschaft in ähnlicher

Weise in den Dienst der Heimatforschung stellt, vor allem, um altes

Kulturgut vor der Vergessenheit zu retten, alte Sagen zu sammeln oder

verborgene Aufzeichnungen aus früheren Tagen aufzustöbern.

P. Wagner.

Für die Schriftleitung des Textes verantwortlich: Werner Schmidt –

Druck: Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden

Photographische Platten »Perutz« –

Photographische Aufnahmen: Max Nowak – Auflage 50000

Einbanddecken

Jahrgang 1927 (Band XVI)

in Leinen Mark 1.50

und 30 Pfg. Postgeld und Verpackung

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(Für die Sommerferien erbitten wir umgehende Bestellung!)

5. Zwingerlotterie

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Geldgewinne RM 160000

Los nur RM 1.--

Ziehung bestimmt 5. u. 7. April 1928

Lose

bei allen Kollekteuren

und

sonst kenntlich gemachten Geschäften

Landesverein Sächs. Heimatschutz

Dresden-A., Schießgasse 24

Lehmannsche Buchdruckerei, Dresden-N.

Weitere Anmerkungen zur Transkription

Offensichtliche Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Landesverein Sächsischer Heimatschutz — Mitteilungen Band XVII, Heft 1–2 · 第 8 / 8 段