wenn wir je auch nur als äußerlich nachempfindende, empfängliche,
mitgerissene Seelen seines Geistes einen Hauch verspürt haben, daß das
echte Genie noch etwas ganz anderes ist. Es ist, von außen besehen,
auch eine ungeheure Plus-Variante, die individuell angeboren auftaucht
und ebenfalls in unsere großen Kulturrichtungen unmittelbar eingreift.
Aber es ist weit mehr noch als bloß auch eine solche. Das Talent in
jenem Sinne ist reproduktiv. Es spiegelt im Tieferen wieder, schöpft
von innen stärkere Ausdruckskraft, vertieft und bessert in seiner
Weise, -- aber es ist nicht schaffend. Das Wesen des Genies dagegen
ist Neuschaffen. Auch das Genie knüpft an Gegebenes an, es tritt mit
sicherem Schritt in unsere reale Kultur hinein. Aber seine erhabene
Sonderart ist, daß es das Gegebene innerlich umsteigern kann zu höherem
Neuem. Und zwar kann es das, weil sein Wesen Einheit, neue Einheit ist.
Das Genie greift (wir erinnern uns an das von der Mutation Gesagte)
die Dinge vom Zentralen wieder an, legt sie auf eine neue Basis von
innen heraus, schafft sie zu einem neuen Organismus um, steigert sie
in der Organisationshöhe. Es arbeitet nicht langsam in der Breite
zusetzend, sondern es kommt (obwohl selbstverständlich auch durchaus
natürlich) scheinbar jäh aus dem Nichts, ruckweise, unvermittelt. Wenn
man aber näher zusieht, begreift man auch, warum das sein muß. Es baut
nicht zu, sondern es löst das Ganze auf und kristallisiert es neu aus
eigenster tiefer Gestaltungskraft. In diesem Sinne hat es, soweit wir
auf wachsende Menschheitskultur zurückschauen, an allen großen Wenden
dieser Kultur entscheidend eingegriffen. Mögen sich die Dinge lange in
stiller Unterarbeit vertieft haben: endlich in seiner Hand erfuhren sie
den großen Ruck, mit dem das »Unbeschreibliche« getan war. So steht
es für uns im Kernpunkt aller unserer hohen Geistesgeschichte, aller
unserer eigentlichen Entwickelung, seit wir als Menschen denken. Wir
ahnen noch, daß es das Mitleid zur Menschenliebe umgeschaffen hat.
Daß es ethisch nicht als kleine Verfeinerungs-Variante tausend- und
tausendmal die Linie verstärkt, sondern als moralischer Gesetzgeber
auf dem Berge gestanden hat. Wir haben es Staatsorganismen begründen
sehen wie die Organismen von Wissenschaften. In der Kunst wissen
wir -- und hier erschien es von je am deutlichsten, -- daß es »der
Künstler« war, nicht der Nachempfindende, Durchschauerte, sondern der
große »Durchschauerer«, der Welten aus dem Nichts zu heben schien, die
fortan von der Menschheit Höhen strahlten. Es ist nicht durch Zufall
grade hier am sichtbarsten gewesen. Denn in der Kunst erscheint auch
das Abbild seiner Wesensform noch einmal ins Ideale gerückt. Jedes
Genie ist zuletzt immer auch noch einmal Kunstgenie in seiner Weise
mit gewesen. Ob es als Entdecker und Erfinder, ob es als Staatsmann
oder Feldherr, ob es als philosophischer oder religiöser Bahnbrecher
auftritt: nie wird man vor seiner Gesamtleistung den Eindruck des
Kunstwerks los, -- bloß daß es die ungeheure Kraft besitzt, überall
da, wo es nicht Kunst sein will, eben auch die Wirklichkeit selber zu
meistern. Das Genie ist die größte uns bekannte Fortschrittsmutation
der Menschheit. Wenn wir dieses naturgeschichtliche Wort wählen, muß
auf den Unterschied hingewiesen werden. Vielleicht ist es aber auch
hier nur eben der Gegensatz des Menschen, der ihn bedingt. Auch das
Genie hat Richtung. Es kann in ganz bestimmte Einzelwerte der Kultur
gradezu extrem gehen; denken wir an Beethoven; obwohl es im Größten
und besonders im Neueren, je mehr unsere Kultur ein Universalwert
wird, auch den universalen Zug nicht verleugnet; denken wir an
Goethe. Bisweilen möchte man glauben, daß es durch ein gleichzeitig
vorhandenes Talent in seiner Richtung bestimmt werde, obwohl es selber
niemals bloß ein gesteigertes Talent ist, sondern die ganze dämonische
Ursprünglichkeit und Überlegenheit wahrt; doch liegen hier noch
Geheimnisse. Jedenfalls aber zielt es in aufsteigende Kultur hinein,
und wie es ist, neu bauend, zwingt es diese Kultur steigernd empor.
Es setzt sein Werk nicht fort durch Zeugung, durch Erblichkeit. Darin
erscheint es selber im idealsten Sinne als »Mensch«, daß sein Reich
einerseits bloß das eines Einzelnen, einer riesigen »Person« ist, --
daß es aber grade durch die geistigen Kulturmittel sich von dieser
Person aus noch ganz anders ausbreitet, als Zeugung und Vererbung
vermöchten. Als ungeheure Zeugungswelle strömt es geistig über uns alle
aus, bis sein Sturm das ganze Haus der Menschheit erbeben macht und
die Flammenzeichen an allen Stirnen auch der Fernsten, Schlichtesten
erglühen. Ihm liegt nichts an gewöhnlichen Menschenwegen. Nachkommende
Generationen leben doch von ihm. Durch Jahrtausende fließt sein Licht.
Durch alle Stände geht es selbst. Da, dort, flammt es plötzlich auf.
Ihm ist nicht Ort, noch Stunde für unser Wissen gesetzt. Es kommt
aus dem Winkel und steht doch alsbald im Mittelpunkt der Welt für
uns. Mag man sich naturgeschichtlich zu ihm verhalten, wie man will,
-- natürlich ist es gewiß. Und lernen sollte der Naturforscher auf
jeden Fall auch von ihm. Wie es vor uns steht, ist es jedenfalls die
menschliche Form eines steigernden Fortschrittsweges, -- die uns
sichtbare wahre _Fortschrittsmutation_. Vielleicht haben wir ihre
echten Vorgänger in der tieferen Lebenswelt noch nie gesehen, -- wer
weiß. Uns aber gibt sie die heiligste Gewähr weiteren Ganges zum
Licht. Denn sie kommt nicht nur durch alles, was wir bisher Kultur
nennen, soweit wir darin Einzelmenschen sehen, -- sie steht auch noch
dicht hinter uns, ja neben uns. Nichts läßt vermuten, daß ihre Kraft
abnehme, -- im Gegenteil. Wie geht ihr Wehen noch durch die ganzen
letzten hundert Jahre. Und wer fühlte, wer hoffte, wer vertraute nicht,
daß es auch uns in dieser Stunde noch als unser Größtes durchrauscht?
Wir erwarten mit dem Bilde dessen, der auch einst seinen Geist in
sich verspürte, daß es immer wieder als Kind mit den großen Augen uns
anschaue vom Arm der Mutter, -- der Menschenmutter, die unsere Zukunft
trägt.
Nachwort
Es war seit längerer Zeit mein Wunsch, zu den verschiedenen
Kosmosbänden, in denen ich mich mit Fragen der irdischen und
menschlichen Vergangenheit auseinandergesetzt hatte (»Abstammung des
Menschen«, »Stammbaum der Tiere«, »Sieg des Lebens«, »Steinkohlenwald«,
»Mensch der Vorzeit«, »Festländer und Meere«, »Tierwanderungen in der
Urwelt«), eine Ergänzung zu schreiben, die vom Schicksal der Erde und
des Menschen in der Zukunft handeln sollte. Nur mit gelegentlichem
flüchtigem Blick in die Welt der Träume, im übrigen aber mit beiden
Beinen fest auf der Wirklichkeit ruhend, sollte dieser Band vor allem
einige früher nur angedeutete Gedankengänge über die wahre Stellung
des Menschenwesens in der Natur näher begründen und ausführen. Die
Arbeit war im Kopf fertig, als die ungeheuren Ereignisse, die uns
alle noch bewegen, eintraten. Sie wurde niedergeschrieben im Bann
dieser Ereignisse, und man wird die Stimmung daraus anklingen hören,
ohne daß ich das für einen Schaden hielte. Wohl ist mir ein paarmal
dabei gewesen, als sei die Forderung des ehernen Tages zu groß für
solches Fragen um dämmernde Ferne. Aber dann schien es mir doch auch
immer wieder, als sei es grade recht so trotzalledem. Ich dachte an
so manchen tapfern Mann im fernen Schützengraben, dem doch seine
Gedanken durch alle Sterne schweiften. Und ich dachte, daß es zuletzt
eben dieses Denken gewesen ist, das uns stark gemacht hat. Möge also
auch dieses bescheidene Scherflein immerhin mit eingehen. Alles Wilde
sehen wir in diesen Tagen aufgeboten in der Menschheit, aber wir
hoffen doch auch und sehen es bei uns in heiliger Arbeit, zuletzt
alles Gute. Vielleicht ist es doch nicht ganz belanglos, daran zu
erinnern, daß die Menschheit noch nicht stirbt und daß sie Zeit hat,
sich auch aus furchtbarster Krisis wieder allgemein zum Siege dieses
Guten durchzukämpfen. Eine kleine, nebensächliche Kriegswirkung
wird man darin finden, daß das Werk diesmal ohne wissenschaftlichen
Bilderschmuck erscheint; es war nicht mehr anders möglich, und man wird
das verstehen.
Friedrichshagen b. Berlin, Weihnachten 1914.
=Wilhelm Bölsche=
Register
Abderiten 56
Achilles 49
Affen, altweltliche 72
Agave 49
Ammonoideen 50 f.
Amöbe 41
Anpassung 20. 42. 58
--, universale 21. 56. 62. 63
Apolloschmetterling 50
Arrhenius 40. 44 f.
Artentod 49 f. 51 f.
Auge 81
Aussterben der Arten 48 ff. 52 ff.
Backzahn, dritter 76 f.
Bakterienkeime 45
Baer, K. E. v. 67
Bauchmark 65
Baum des Lebens 25. 73
Becken, weibliches 80
Beethoven 28. 30. 86
Blinddarm 78 f.
Blutwärme 25
Borkentier 50. 55.
Brachiopoden 53 f.
Ceratodus 53
Cestracion 53
Charaktervarianten 83
Christus 31
Chronos 47
Darwin 10. 11. 12. 16. 19. 22. 27 f. 41. 63. 71. 73 f.
Daumen 80
Degeneration 48 ff. 66. 80
Diluvialmensch 30. 33. 56
Dronte 50. 55 f.
Edentaten 53
Einheit, innere der Lebewesen 64
Eiszeit 35. 37. 39. 40
Empfindung 14
Energiequellen der Zukunft 39
Entropie 44 f.
Erde, Inneres der 39
--, Altern der 35
--, period. Erscheinungen der 37 ff.
Ethik 23. 83
Evangelium 25
Faust 8. 28. 30. 31. 33
Fechner 47
Fische 66
Fortpflanzung 25. 55
Fortschritt 30. 64 f. 67
Freiheit 17. 22. 23. 67
Friedensehnsucht 22
Friedenthal 80 f.
Futuristen 51
Gebirgsbildung 37 ff.
Gebiß 13. 76 ff.
Gehirn 14. 64 ff.
Geist 13
Geist und Stoff 67
-- der Tiere 13 f.
Gemütserregungen der Tiere 13. 14. 18. 63
--, Zweifel daran als Irrtum 14
Genie 85 ff.
Gesichtsmuskeln 80
Gestirne, Harmonie der 43
Gliedertiere 65
Goethe 10. 30. 33. 49. 79. 87
Gottesgeist 10. 32. 69
Hartmann 50
Hatto 56
Hilfe, gegenseitige im Tierreiche 23
Ichthyosaurier 29. 49
Idealismus, praktischer 6
Ignorabimus 47
Inseltiere 58
Insekt 16. 66
Instinkt 15 ff. 23. 25. 29
--, seine Schäden 16
Intellekt 16 ff. 29. 42. 70
Intelligenz, kosmische 43 ff. 47
Inzucht 58 f.
Juvenile Werte 59
Kant 10
Kehlkopf 20
Kolumbus 9
Kometen 36
Kopernikus 11
Krebs 66
Kriegskraft 22
Kunst 26 ff. 50. 57. 59. 68. 86 f.
Leben 43. 47
-- als Naturstufe 11
--, sein Alter 36
--, kosmisches 44 f.
Liebe 24 ff.
Liebeswahl 27
Lingula 54. 62
Linné 10. 67
Madonna 25. 28. 81
Malaria 56
Marsh 66
Martinique 35
Mathematiktalent 84
Melusine 35
Mensch, veredelt die Liebe 24 f.
-- als Entwicklungsstufe des organ. Lebens 10. 12
-- als Künstler 25 ff.
-- als Säugetier 13
-- als Zellwesen 12
-- findet kosmischen Anschluß 29
-- sucht Weltanschauung 29
--, seine Talent-Varianten 82 ff.
--, seine Steigerungs-Variante des Genies 85 ff.
--, seine Sonderstellung auf der Erde 12 ff. 19. 22. 62
--, sein Geist 13
--, Zeit seiner Entstehung 13
--, sein Gehirn im Vergleich zum Affen 14
--, seine eigentliche Tat 14
--, sein Systemwechsel 14. 16 ff.
--, sein Schritt zur Freiheit 16 ff.
-- schaltet Zuchtwahl aus 18
-- geht zum Werkzeug über 19 ff.
--, soziales Wesen 22 ff.
--, seine Aufgabe in neuer Entwickelungsstufe 41 f.
--, seine Stellung zum übrigen Stammbaum der Lebewesen 62 ff.
--, zentraler Fortschritt in ihm 67 ff.
--, sein Variieren 73 ff.
--, sein Körper ändert sich noch 76 ff.
Menschenliebe 25
Menschheitsglaube 5
Menschheitsideal 31 f.
Mephisto 51
Meteoritenfälle 36
Milchdrüsen 79
Mitleid 25. 74. 83
Mollusken 65
Musikbegabung 84
Mutationen 71. 85 ff.
Mutterliebe 25
Mystik 64
Nase 13. 80
--, vollkommene Form der 80
Nation 75
Nautilus 52 f.
Nautiloideen 50 f.
Ohrmuscheln 79
Organ 16. 19 ff.
--, regressives 79
Orthogenesis 70. 72
Osborn 66
Paradies 6. 13
Paradiesvogel 27. 50
Parietalauge 79
Penelope 32
Persönlichkeit 18. 58. 74
Pferde in Amerika 52 f.
-- als Kulturtier 53
Phantasie 25 f.
--, Wert der 9
Platypsyllus (Biberkäfer) 57
Pole, Vereisung der 38
Primaten 66
Pythagoras 84
Quagga 50
Radium 39. 40
Raffael 81
Rassenfrage 6. 75
Raubwespe 15
Riesenalk 50. 55
Rippen 79
Rudimentäre Organe 78
Säugetiere 24. 66 f. 73
Schilddrüse 79. 80
Schmarotzertum 56
Schneidezahn, zweiter 78
Schönheitsformen der Natur 27. 51. 57
Schöpfungsmythe, biblische 17
Selbstregulierung im All 44
Siphonophoren 23
Sonne 36. 40 ff.
--, Erkalten der 40
--, Selbstregulierung der 40
Soziales 23. 49. 74 f.
Spinoza 74
Spitzohr 13
Staat 23
Stachelhäuter 65
Stammbaum der Lebewesen 61
Steigerung 70 ff. 86
Sternenherrschaft 43
Sünde 17
Talent 83 ff.
Termiten 23
Tertiärzeit 38
Tintenfische 50. 65
Tod 48. 54
Umkehrung der Naturvorgänge 28. 44. 62
Variieren 18. 27. 71 ff. 76 ff. 82 ff.
Vererbung von Gewohnheiten 15. 71 f. 74. 84
Verstand der Tiere 13. 14. 15. 17
-- des Menschen 16 f.
Völkerrecht 31
Volksgeist 7. 49
de Vries 71 ff.
Vulkanismus 37
Wärmeausgleich 43
Weisheitszahn 76 ff.
Weismann 15
Werkzeug 19 ff. 28
Wiedersheim 79
Wunder 69
Würmer 65
Wurmfortsatz 78 f.
Zeit 28
-- und Raum 46
Zelle 11. 12. 54. 64
Zentrale Entwickelungslinie 63 ff.
Zirbeldrüse 80
Zuchtwahl 16. 18. 51. 68. 71
Zwischenkiefer 79
[Illustration]
Naturwissenschaftliche Bildung ist die Forderung des Tages!
Zum Beitritt in den »Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde«, laden wir
alle Naturfreunde
jeden Standes, sowie alle _Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw._ ein.
-- Außer dem geringen
_Halbjahresbeitrag von nur M 2.40_
(Beim Bezug durch den Buchhandel 10 Pf. Bestellgeld, durch die Post
Porto besonders)
erwachsen dem Mitglied =keinerlei= Verpflichtungen, dagegen werden ihm
folgende _große Vorteile geboten_:
Die Mitglieder erhalten laut § 5 als Gegenleistung für ihren
Jahresbeitrag im Jahre 1915 =kostenlos=:
I. =Die Monatschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde.= Reich
illustriert. Preis für Nichtmitglieder M. 2.80.
II. =Die ordentlichen Veröffentlichungen.= Nichtmitglieder zahlen
den Einzelpreis von M 1.-- pro Band.
=Wilhelm Bölsche, Der Mensch der Zukunft.=
=Dr. Kurt Floericke, Gepanzerte Ritter.= Aus der
Naturgeschichte der Krebse.
=Dr. Karl Weule, Urformen der Schrift.=
Ferner sind vorgesehen Bände von =Dr. Herm. Dekker= und =Arno
Marx=. Falls diese nicht rechtzeitig fertig werden, da beide
Verfasser im Krieg sind, werden sie durch andere gleichwertige
ersetzt werden, worüber noch im Kosmos-Handweiser berichtet
wird.
III. =Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden
naturwissenschaftlichen Werken= (siehe Seite 6).
=Jedermann kann jederzeit Mitglied werden.=
=Bereits Erschienenes wird nachgeliefert.=
Im Handweiser werden außer den reinen Naturwissenschaften
berücksichtigt:
_Wissenschaft und Krieg_
Wandern und Reisen * Aus Wald und Heide * Photographie und
Naturwissenschaft * Technik und Naturwissenschaft * Haus, Garten und
Feld * Natur- und Heimatschutz
Er kostet für Mitglieder nichts, während Nichtmitglieder ohne
Buchbeilage jährlich M 2.80 zahlen.
// Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt //
[Illustration]
Die erste Buchbeigabe für 1915:
Der Mensch der Zukunft
Von =Wilhelm Bölsche=
Mit feinen Zierleisten und einem farbigen Umschlag nach
Originalzeichnungen von _Willy Planck_
Für Nichtmitgl.: In farb. Umschlag M 1.--, in Leinen geb. M 1.80
Unser berühmter Mitarbeiter, der in drei Kosmosbändchen Abstammung
und Vorzeit des Menschen geschildert hat, gibt seinem Werke hier
Abschluß und Krönung. Aus der Lehre der Vergangenheit _ein Blick in die
Zukunft_! Es soll kein phantastischer Traum sein, sondern _schlichte
naturwissenschaftliche Tatsachen und Erwägungen_ sollen auch hier
den Weg bezeichnen. Der Mensch nimmt heute trotz seines natürlichen
Ursprungs eine vollkommen _überragende Stellung auf der Erde_ ein.
[Illustration: Zentralaustralische Sandschrift.]
Urformen der Schrift
Von =Dr. Karl Weule=
Mit zahlreichen Abbildungen
Für Nichtmitgl.: In farb. Umschlag geh. M 1.--, in Leinen geb. M 1.80
Das ungeheure Lügensystem, mit dem unsere Gegner die ganze Welt gegen
Deutschland aufgestachelt und eingenommen haben, könnte uns fast
veranlassen, den Besitz der _Schrift_ als das Vorbereitungsmittel
dieses Riesenbetrages von Verleumdung zu verwünschen, wäre dieselbe
Errungenschaft nicht zugleich auch das Mittel für jene wunderbare
Organisation und Vorbereitung, auf denen unsere bisherigen Erfolge und
Siege aufgebaut sind.
Den langen und mühseligen Aufstieg von den ersten tastenden, aber doch
recht mannigfaltigen Versuchen des Menschen, sich mit dem Nächsten
auf anderen Wegen als denen der Laut- und der Gebärdensprache zu
verständigen, bis zur wirklichen Buchstabenschrift hinauf zu zeigen,
ist die äußerst dankbare Aufgabe dieses vierten in der Reihe der
Weuleschen Kosmos-Bändchen.
[Illustration]
Gepanzerte Ritter
Aus der Naturgeschichte der Krebse
von =Dr. Kurt Floericke=
Mit zahlreichen Abbildungen
Für Nichtmitgl.: In farb. Umschlag geh. M 1.--, in Leinen geb. M 1.80
Was die Insekten nach Zahl und Mannigfaltigkeit für das Festland
bedeuten, sind die Krebstiere für das Reich des Wassers. Ja, sie
übertreffen jene noch an Massenhaftigkeit des Auftretens, an
Allgegenwart wie an Formenreichtum und Wandelbarkeit und stehen ihnen
auch an wirtschaftlicher Bedeutung nicht nach. Ihre Anpassungs- und
Abänderungsfähigkeit scheint schier unbegrenzt zu sein. Gar seltsame
und merkwürdige Formen finden wir unter ihnen, die der Laie niemals für
Krebse halten würde. Betrachten wir ihre Lebensweise näher, so kommen
wir aus dem Erstaunen nicht heraus darüber, mit welcher Kraft und
welchem Mut die großen, mit welcher List und welcher Verschlagenheit
die kleinen Krebstiere den Kampf ums Dasein führen. Ein reicher
Bilderschmuck veranschaulicht das Gesagte.
[Illustration]
Tierische Hochzucht
Von =Arno Marx=
Mit zahlreichen Abbildungen
Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geh. M 1.-- in Leinen geb.
M 1.80
Ein tiefsinniger Naturforscher und ausgezeichneter Beobachter berichtet
hier über die neuesten Forschungen der Rassenbiologie und der
Rassenzüchtung.
Ferner ein Band aus dem Gebiete
Der Biologie des Menschen
Von =Dr. Hermann Dekker=
Verfasser des Bandes »Vom sieghaften Zellenstaat«
Wer ein Leser des Kosmos ist, der hat auch Interesse für seine beiden
Gegenstücke:
Technische Monatshefte.
Sie wollen dem Laien, dem Fachmann und der strebsamen Jugend in
Wort und Bild und in gemeinverständlicher Darstellung Anleitung zum
Verständnis des gesamten Gebietes der modernen Technik bieten.
Halbjährlich für 6 Hefte nebst 2 Buchbeilagen nur M 3.50.
Zeiten und Völker.
Diese Monatschrift ist ein Familienblatt im besten Sinne des Wortes;
sie will Sinn und Verständnis für geschichtliche Zusammenhänge wecken
und gediegene historische Kenntnisse in anschaulicher Weise vermitteln.
Zur Zeit bringt sie eine reichillustrierte Chronik des gegenwärtigen
Krieges mit ausgezeichneten Reliefkarten.
1915, 11. Jahrgang mindestens 18 Hefte für nur M 4.80.
Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt von der
Franckh'schen Verlagshandlung in Stuttgart
Die Mitglieder des _Kosmos_ haben bekanntlich nach Paragraph 5 III das
Recht, außerordentliche Veröffentlichungen und die den Mitgliedern
angebotenen Bücher zu _einem Ausnahmepreis_ zu beziehen. Es befinden
sich u. a. darunter folgende Werke:
| Preis | Mit-
| f. Nicht-| glieder-
| mitgl. | preis
|----------+---------
=Altpeter, ABC der Chemie= | 2.40 | 1.--
=Bergmiller, Erfahr. a. d. Gebiete d. hoh. Jagd.=| |
Geb. | 4.50 | 3.50
=Bölsche, W., Der Sieg des Lebens.= Fein gebunden| 1.80 | 1.50
=Diezels Erfahrungen a. d. Gebiete d. | |
Niederjagd.= Geb. | 4.50 | 2.90
=Ewald, Mutter Natur erzählt.= Gebunden | 4.80 | 3.60
=Ewald, Der Zweifüssler.= Gebunden | 4.80 | 3.60
=Ewald, Vier feine Freunde.= Gebunden | 4.80 | 3.60
=Fabre. J. H., Sternhimmel.= Gebunden | 4.80 | 3.60
=Fabre, J. H., Bilder a. d. Insektenwelt.= | |
I/II, III/IV. 2 Bde. geb. je | 4.50 | 3.40
=Fabre, J. H., Blick ins Käferleben.= Broschiert | 1.-- | --.50
=Floericke, Dr. Kurt, Deutsches Vogelbuch.= | |
Gebunden | 10.-- | 8.40
=Floericke, Dr. Kurt, Taschenbuch zum | |
Vogelbestimmen.= Geb. | 3.80 | 2.90
=Fruwirth, Die Pflanzen der Feldwirtschaft.= Geb.| 3.80 | 2.90
=Gräbner, Taschenbuch zum Pflanzenbestimmen.= | |
Geb. | 3.80 | 2.90
=Hepner, Cl., 100 neue Tiergeschichten.= Gebunden| 3.60 | 2.80
=Jaeger, Prof. Dr. Gust., Das Leben im Wasser.= | |
Kart. | 4.50 | 1.70
=Kuhlmann, Wunderwelt des Wassertropfens.= | |
Brosch. | 1.-- | --.50
=Lange, Der Garten und seine Bepflanzung.= Geb. | 4.50 | 3.50
=Leben der Pflanze.= Bd. I, II, III, IV, V, VI, | |
VII, VIII, geb. je | 15.-- | 13.50
=Lindemann, Die Erde.= Bd. I. Gebunden | 9.-- | 8.--
=Lindemann, Die Erde.= Bd. II. Gebunden | 9.-- | 8.--
=Meyer, Dr. M. Wilh., Die ägyptische Finsternis.=| |
Geb. | 3.-- | 1.90
=Monographien unserer Haustiere=: Bd. I Schumann,| |
Kaninchen; Bd. II Schuster, Hauskatze; Bd. III | |
Morgan, Hund; Bd. IV Schwind, Haushuhn ~à~ | 1.40 | 1.05
=Sauer, Prof. Dr. A., Mineralkunde.= Gebunden | 13.60 | 12.20
=Schrader, Liebesleben der Tiere.= Broschiert | 1.40 | 1.10
=Schroeder-Rothe, Handbuch f. Naturfreunde.= | |
Bd. I geb. | 4.20 | 3.60
=Schroeder-Rothe, Handbuch f. Naturfreunde.= | |
Bd. II geb. | 3.80 | 3.30
=Schwind-Gemen, Rosenbüchlein.= Gebunden | 1.50 | 1.25
=Stevens, Frank, Ausflüge ins Ameisenreich.= Geb.| 2.50 | 1.85
=Stevens, Frank, Die Reise ins Bienenland.= Geb. | 2.50 | 1.85
=Strandbüchlein.= Gebunden | 1.25 | 1.--
=Stridde, Allgemeine Zoologie.= Gebunden | 7.-- | 6.20
=Thompson, E. S., Bingo u. a. Tiergeschichten.= | |
Geb. | 4.80 | 3.60
=Thompson, E. S., Prärietiere und ihre | |
Schicksale.= Fein geb. | 4.80 | 3.60
=Thompson, E. S., Tierhelden.= Fein gebunden | 4.80 | 3.60
=Wurm, Waldgeheimnisse.= Gebunden | 4.80 | 3.60
und zahlreiche andere Werke mehr.
Die ordentlichen Veröffentlichungen
früherer Jahre erhalten Mitglieder, solange vorrätig, zu
Ausnahmepreisen:
:1904:
(Handweiser vergriffen) zusammen für M 4.-- (Preis für Nichtmitglieder
M 5.--), geb. für M 6.20 (für Nichtmitglieder M 8.40):
Bölsche. W., Abstammung des Menschen.
Meyer, Dr. M. Wilh. (Urania-Meyer), Weltuntergang.
Zell, Dr. Th., Ist das Tier unvernünftig? (Doppelband)
Meyer, Dr. M. Wilh., Weltschöpfung.
:1905: :1906:
(Handweiser vergriffen) je für M 4.-- (Preis für Nichtmitglieder M
5.--), geb. für M 6.75 (für Nichtmitgl. M 9.--):
Bölsche, W., Stammbaum der Tiere.
Welten, Die Sinne der Pflanzen.
Zell, Dr. Th., Tierfabeln.
Teichmann, Dr. E., Leben und Tod.
Meyer (Urania), Sonne und Sterne.
Welten, Wie die Pflanzen lieben.
Meyer, Dr. M. Wilh., Rätsel d. Erdpole.
Zell, Dr. Th., Streifzüge durch d. Tierwelt.
Bölsche, Wilh., Im Steinkohlenwald.
Ament, Dr. W., Die Seele des Kindes.
:1907:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Kuhlmann, Aus der Wunderwelt des Wassertropfens.
Zell, Dr. Th., Straußenpolitik.
Meyer, Dr. M. W., Kometen u. Meteore.
Teichmann, Dr. E., Fortpflanzung und Zeugung.
Floericke, Dr. K., Die Vögel des deutschen Waldes.
:1908:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Meyer, Dr. M. W., Erdbeben u. Vulkane.
Teichmann, Dr. E., Die Vererbung.
Sajó, Krieg u. Frieden im Ameisenstaat.
Dekker, Naturgeschichte des Kindes.
Floericke, Dr. K., Säugetiere des deutschen Waldes.
:1909:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Unruh, Leben mit Tieren.
Meyer, Dr. M. Wilh., Der Mond.
Sajó, Prof. K., Die Honigbiene.
Floericke, Kriechtiere u. Lurche Deutschl.
Bölsche, Wilh., Der Mensch in der Tertiärzeit und im Diluvium.
:1910:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Koelsch, Pflanzen zwisch. Dorf u. Trift.
Dekker, Fühlen und Hören.
Meyer, Welt der Planeten.
Floericke, Säugetiere fremder Länder.
Weule, Kultur der Kulturlosen.
:1911:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Koelsch, Durch Heide und Moor.
Dekker, Sehen, Riechen und Schmecken.
Bölsche, Der Mensch der Pfahlbauzeit.
Floericke, Vögel fremder Länder.
Weule, Kulturelemente der Menschheit.
:1912:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Gibson-Günther, Was ist Elektrizität?
Dannemann, Wie uns. Weltbild entstand.
Floericke, Fremde Kriechtiere u. Lurche.
Weule, Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge.
Koelsch, Würger im Pflanzenreich.
:1913:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Bölsche, Festländer und Meere.
Floericke, Einheimische Fische.
Koelsch, Der blühende See.
Zart, Bausteine des Weltalls.
Dekker, Vom sieghaften Zellenstaat.
:1914:
ungebunden zusammen M 4.80 (für Nichtmitglieder M 7.80) und gebunden
für M 8.40 (für Nichtmitglieder M 13.--):
Bölsche, Wilhelm, Tierwanderungen in der Urwelt.
Floericke, Dr. Kurt, Meeresfische.
Lipschütz, Dr. A., Warum wir sterben.
Kahn, Dr. Fritz, Die Milchstraße.
Nagel, Dr. Osk., Romantik der Chemie.
_Allen Jahrgängen außer 1904--1906 werden die 12 Hefte des betr.
Handweiser-Jahrg. beigefügt._
Sämtl. noch vorhand. Jahrgänge der Kosmos-Veröffentlichungen (s. obige
Zusammenstellung) liefern wir an Mitgl.: geh. für M 42.-- (Preis
für Nichtmitgl. 77.40), geb. (auch Handw.) für M 67.50 (Preis für
Nichtmitgl. 130.40) =auch gegen kleine monatl. Ratenzahlungen=.
[Illustration]
[Illustration]
~Jedes Bändchen nur M 1.--~
K 1.20 h ö. W., Frs. 1.30. Geb. M 1.80, K 2.40 h ö. W., Frs. 2.60
_Von Wilhelm Bölsche erschienen ferner:_
~Der Mensch der Vorzeit~
~1. Tertiärzeit und Diluvium.~
Schließt an die »Abstammung des Menschen« (siehe umstehend) an und
erzählt von Leben und Treiben der frühesten Menschenrassen, erklärt ihr
Zusammenleben untereinander, ihre Gesetze und Handfertigkeiten, ihre
Stellung zu den ersten Haustieren und weist so die ersten Kulturanfänge
nach.
~2. Der Mensch der Pfahlbauzeit~
Zeigt im Anschluß an die Schilderungen des obigen Bändchens den
Menschen auf der Stufe, in der er allmählich lernte, die Metalle zu
gewinnen und auszunützen. Das schon sehr entwickelte und interessante
Leben auf den Pfahlbauten zieht in plastischen Bildern an uns vorüber.
[Illustration: Höhlenmenschen als Künstler
(Vereinfachte Wiedergabe des farbigen Titelbildes von »Der Mensch der
Vorzeit« 1. Band.)]
~Der Sieg des Lebens~