"Theodor Mundt und Heinrich Stieglitz sprachen sich ähnlich aus.
Ersterer schrieb:
"'Theuerstes Fräulein! Wie das Mädchen aus der Fremde traten Sie in die
enge Hütte unserer Alltäglichkeit. Seien Sie mir gegrüßt im Namen
unserer Heiligen, Charlotte. Sie wollen von ihr Näheres wissen? Was soll
ich Ihnen sagen? Soll ich sie mit menschlichen Worten preisen, mit
irdischen Lauten schildern? Wollen Sie den Glanz ihres Auges beschrieben
haben, oder den Glanz ihrer reinen Seele? Erlassen Sie dies einem Mann,
der nur zu verstummen vermag, wenn er bewundert. Und auch ihren Gatten
möchten Sie kennen? Wünschen Sie es nicht. Ach, er ist ein gebrochener
Stamm, noch vor der Blüthe. Die Melancholie seines Wesens ist in seinem
Leiden begründet. Oft hat er blitzartig herrliche Gedanken, eines
Goethe, eines Schiller, noch mehr eines Jean Paul würdig; dann versinkt
er in dumpfes Brüten, aus dem selbst die göttliche Liebe seines Weibes
ihn nicht erweckt. Dunkle Schatten schweben um uns Alle, darum suchen
wir den Verkehr mit Menschen nicht. Wir müssen still in unserer Klause
bleiben und des Helden warten, der uns von den lastenden Ketten des
Unglücks befreit. Bewahren Sie ein mitleidig-wehmüthig-liebevolles
Gedenken Charlottens treuem Freunde