Im folgenden Sommer folgte der Doktor Braun seiner Frau, und Willy
stand ganz allein in der Welt.
Jetzt aber bewies Onkel Jack, was für ein prächtiger Mensch er war.
Er siedelte in das Haus der Sophienstraße über, er ward Willys
väterlicher Berater, und eine herzliche Freundschaft verband sie von
dem Tage ab, als Willy ihm seine Seelenqual gestand, weil er einzig so
Ruhe zu finden hoffte.
Wurde ihm einmal gar zu schwer, dann brauchte der Musiker sich nur
an den Flügel zu setzen, um Willy die schwarzen Gedanken mit seinen
Melodien zu vertreiben.
Er hatte ein Grauen vor der Liebe, sie schien ihm etwas Entsetzliches,
das nur vernichtete und zerstörte; eine Gewalt, der nichts heilig war.
So lebte er einsam seiner Arbeit, mit der steten Furcht, daß auch
ihn einst die Macht der Liebe ergreifen könnte; ohne zu ahnen, daß
einzig eine wahrhaft aufrichtige Liebe imstande war, ihm den Glauben
wiederzugeben, den Glauben an die Menschheit, der ihm nach diesen
niederschmetternden Schicksalsschlägen für immer verloren schien.