Hinter diesem dünnen Brette lagen die Briefe.
Er tastete mit zitternden Fingern an dem kleinen Schlüsselloche. Es
war ein grausamer Genuß für ihn.
Allein dann bezwang er sich. Wenn er sie nun auch in Händen hielt, was
konnten sie ihm noch Neues sagen?
Er wandte sich ab und zog sich einen Stuhl vor das Feuer, um dem
Spiele der Flammen zuzusehen.
Wie die spitzen Flämmchen an dem Holze emporleckten mit ihren gelben
und blutroten Zungen.
Wie das knisterte und knackte; wie das schneeweiße Buchenholz erst von
einem Flammenmantel eingehüllt und dann zu brennender Glut ward; wie
dann die schwarze Kohle aufs neue vom Feuer erfaßt wurde und zuletzt
nur federleichte grauweiße Asche zurückblieb, die vor jedem Atemzuge
zerstäubte.
Er starrte so lange in die weiße Glut, bis ihm Tränen in die wehen
Augen kamen.
Dann stand er auf und ging auf und ab, vom Boudoir in den Vordersalon,
und durch beide Zimmer zurück, bis an die Schwelle des Krankenzimmers;
wo er stehen blieb und mit verhaltenem Atem lauschte.
Als er eintrat, fand er die Wärterin, wie sie sich auf die Seite
gelegt hatte, in unbequemer Lage.