Dann trat er langsam vorsichtig ein.
Die Kranke bewegte sich einen kurzen Moment unruhig bei seinem Nahen.
Die Wärterin nickte in ihrem Sessel.
Im ersten Augenblicke wollte er sie wecken und zur Rede stellen.
Allein dann erinnerte er sich, daß ihm Mignon gesagt, wie sie mit ihr
die ganze vorige Nacht ununterbrochen gewacht hatte, und er ließ sie
schlafen.
Zögernd beugte er sich über die Mutter.
Allein es tanzte alles vor seinen Augen, die sich an die schleierhafte
Dämmerung noch nicht gewöhnt hatten.
Er legte ihr die Decke, die sich verschoben hatte, wieder zurecht und
ging in das Vorzimmer zurück, wo er einst den Brief gefunden hatte,
den ersten Anlaß all seines Argwohns.
Wo er dann die Bestätigung erhalten, die grausame Gewißheit, die ihm
alle Ruhe geraubt und sein Leben zerstört hatte.
Der kleine Raum erfüllte ihn mit Grauen.