Der Nebel war zerflattert und der Himmel sternklar.
Nur am Horizonte flüchtige Schneewolken.
Der Mond stand im dritten Viertel.
Er schien nicht wie sonst am Himmel zu kleben, wie eine dünne
Scheibe schwebte er frei in der kalten Luft, ohne Strahl, bleich und
melancholisch.
Die Rutenzweige der Gebüsche und die tastenden Aeste der Bäume waren
mit gläsernem Sinter überzogen, schneeweiße Kristalle mit spitzen,
scharfen Eisnadeln.
Der Sand knirschte hart unter den Füßen des langsam Dahinwandelnden.
Zuweilen brach ein trockener Zweig, oder ein welkes, am Boden
treibendes Blatt, das vom Froste gedörrt und mit Reif überzogen war,
zerkrümelte unter seinen Schritten.
Langsam zog eine blendende Schneewolke am Monde vorbei und verdeckte
die Silberfunken der scharf umrissenen Sterne mit ihren blinkenden,
wechselnden Lichtern.
Dunkel hoben sich vom Himmel die gewaltigen Rechtecke der Häuser ab.
Nur auf den Dächern lag der bleiche Mondschein.
Willy achtete der Kälte nicht und nicht der ruckweisen Stöße des
schneidenden Nachtwindes, ein tief bis in die Knochen durchschauernder
Lufthauch. --
Jetzt gellte durch die tiefe nächtliche Stille der ferne schrille
Pfiff eines Zuges.
Und es antwortete das langgezogene Geheul eines Hundes in einer der
nahegelegenen Tonwarenfabriken.
Ein klagendes, endloses Geheul, wie ein jammerndes Gewinsel, dem ein
wildes, abgerissenes Kläffen folgte.
Dann wieder die alte Stille, durch nichts unterbrochen als den leis
knirschenden Schritt des einsamen Wanderers, der sich noch immer
nicht entschließen konnte, in das Haus zurückzukehren, der zuweilen
stehen blieb und hinaufschaute zu dem frostigen Himmel, wo die
tausend Sternfunken standen und die blasse Mondscheibe in dem tiefen
Dunkelblau zwischen federleichtem Gewölk schwamm. --
Ein morscher Zweig brach und fiel zwischen den Aesten herab, hie und
da einen kleineren mitreißend; und ein feines, fast unmerkliches
Schneegeriesel folgte ihm nach, stäubend wie Silberpulver.
Die Kälte der Nacht strich um sein Gesicht.