Das grelle Licht tat seinen Augen weh, nachdem er so lange im tiefen
Dunkel umhergeirrt war.
Von der Wache marschierte gerade die Ablösung fort. Er sah nach der
Uhr. Es war elf geworden.
Wie sollte er die Nacht hinbringen.
Er entschloß sich, nach seiner Wohnung zu gehen; und langsam, dumpf
brütend, ging er durch die breite Wilhelm- der Mauerstraße zu.
17.
Langsam tastete er sich die dunkle Treppe zu seiner Wohnung hinauf,
mit dem Fuße gegen jede Stufe schlagend, während er sonst im tiefsten
Dunkel mit unfehlbarer Sicherheit seinen Weg zu finden wußte.
Als er die Korridortür öffnete, sah er am Lichtschimmer, daß seine
Wirtsleute noch wach waren.
Er vernahm Stimmengewirr, ohne daß er jedoch ein Wort verstehen konnte.
Dann suchte er im Zimmer nach Streichhölzern. Und da er sie nicht
gleich fand, legte er im Dunkeln Hut und Rock ab und ließ sich in
einen Sessel fallen, indem er in die Finsternis starrte, die nur von
einem schmalen Streifen des Mondlichtes erhellt wurde, daß er eben den
Schreibtisch und das Bücherregal erkennen konnte.
Nebenan surrten beständig lachende Stimmen, ein unbestimmtes Geräusch,
das ihn erregte und ärgerte.
Und dazwischen hörte er scharf und deutlich das Ticken der kleinen
Stutzuhr mit ihrem regelmäßigen Schlage.
Endlich zündete er Licht an. Allein nun schien es, als ob die
Gedanken, die ihm nicht aus dem Sinn gingen, Farbe bekamen; sie traten
greller hervor.
Er ging, die Hände auf dem Rücken, auf und ab, bis er vor den Spiegel
kam. Er blieb stehen, um sich zu betrachten.