Die Erregung, die sich meiner im Anfange unseres Gespräches bemächtigt
hatte, legte sich allmählich; ich fand diese so rasch geschlossene
Bekanntschaft etwas eigentümlich, und das war alles. Mir mißfiel das
Lächeln, mit dem der Herr Baron seine Fragen stellte; mir mißfiel auch
der Ausdruck seiner Augen, wenn er mich mit ihnen gleichsam durchbohrte
... In diesen Augen lag etwas Raubgieriges und zugleich Herablassendes
... etwas Unheimliches. Diese Augen hatte ich in meinen Träumen nicht
gesehen. Seltsam war das Gesicht des Barons! Welk, müde, abgespannt und
zugleich jugendlich, unangenehm jugendlich; Auch hatte mein »nächtlicher
Vater« nicht jene tiefe Schramme, die bei meinem neuen Bekannten über
die Stirne lief und die ich erst dann bemerkte, als ich mich ihm mehr
genähert hatte.
Kaum hatte ich dem Baron den Namen der Straße und die Hausnummer unserer
Wohnung mitgeteilt, als ein hochgewachsener Mohr, bis an die Augen in
einen Mantel gehüllt, von hinten an ihn herantrat und ihm leise auf die
Schulter klopfte. Der Baron wandte sich um und sagte: »Aha! Endlich!«
Dann nickte er mir mit dem Kopfe zu und begab sich mit dem Mohren ins
Innere des Kaffeehauses. Ich blieb allein draußen sitzen; ich wollte das
Fortgehen des Barons abwarten, nicht, um ihn wieder anzusprechen, --
(ich wußte eigentlich nicht, worüber ich noch mit ihm hätte sprechen
können) -- sondern um meine ersten Eindrücke nachzuprüfen. -- Es verging
aber eine halbe Stunde, eine ganze Stunde, -- der Baron zeigte sich
nicht wieder. -- Ich ging ins Kaffeehaus, lief durch alle Räume, fand
aber nirgends weder den Baron, noch den Mohren ... Die beiden waren wohl
durch eine Hintertüre fortgegangen.
Mir schmerzte ein wenig der Kopf; um mich zu erholen, machte ich einen
kleinen Spaziergang am Meeresstrande entlang bis zu dem großen Parke,
der vor etwa zweihundert Jahren angelegt worden war. Nachdem ich gegen
zwei Stunden im Schatten der riesengroßen Eichen und Platanen
herumgewandert war, kehrte ich nach Hause zurück.