Sie sind überzeugt daß ich herzlichen Antheil an dem sonderbaren
Glückswechsel nehme, der Sie so unvermuthet betroffen hat. Da dieser
Faden gerissen ist so säumen Sie ja nicht andere wieder anzuknüpfen
und wäre es auch nur zuerst sich zu zerstreuen. Mögen Sie mir manchmal
schreiben, so soll es mir angenehm seyn. Ich bin zwar nicht der beste
und treuste Correspondent, indessen ließe sich ja wohl manchmal etwas
über dramatische Kunst verhandeln, in der Sie schon die artigen Proben
gegeben haben.
In eben dem Sinn wiederhole ich meinen Wunsch daß Sie um den
ausgesetzten Preis mit concurriren möchten.[218] Denn indem Sie das
thun, regt sich denn doch eine kleine Welt in Ihrer Einbildungskraft
und zieht Sie ab, von andern Gedanken, die sich Ihnen in der Zeit
vielleicht aufdringen würden.
Das kleine neue Stück[219] gedenke ich, ohne Nahmen, aufführen zu
lassen, nicht weil ich es für geringer halte als das vorige,[220]
sondern um desto reiner zu sehen welchen Effect es thut.
Ich werde einige kleine Veränderungen daran machen und Ihnen kürzlich
alsdann die Ursachen anzeigen.
Für das überschickte Geld folgt hierbey die Quittung. Unsere
Canzleyleute werden sich für den reichlichen Überschuß einen guten
Feyertag machen.
Manches was ich über Ihren Fall schreiben könnte weiß sich ein
gebildeter Mann selbst zu sagen, einiges, das ich aus meiner langen
Erfahrung wohl darüber sagen möchte, darf ich nicht schreiben.
Vielleicht treffen wir bald irgend wo zusammen und mein Vertrauen soll
dem Ihrigen von Herzen begegnen.
Gehen Sie, mit völlig wieder erlangter Gesundheit, ins neue Jahrhundert
hinüber und nehmen Sie, wie bisher, mit Geist und Talent an demjenigen
Theil was etwa den Menschen zunächst bescheert seyn mag und erhalten
mir eine freundschaftliches Andenken.
Jena am 25 Dec. 1800.