XXIII.

Ew Wohlgeb.

ersuche um die Gefälligkeit die beste Ausgabe meiner Schrifften, in

vier Bände, in schönen englischen Band, mit grünem Schnitt binden zu

lassen und mir solche wohlgepackt zu übersenden.

Es that mir sehr leid Sie bey Ihrem letzten hiesigen Aufenthalte nicht

sehen und diejenige Hochachtung mündlich versichern zu können mit der

ich mich unterzeichne

Ew Wohlgeb.

ergebenster Dr

Goethe

W. d. 22 Aug

1785

Aus Briefen von Cornelie Goethe.

[Illustration: Cornelia Goethe. Nach Goethes Zeichnung]

Während der Vorbereitungen zur Goethefeier kam in Leipzig eine

Anzahl Briefe von _Cornelie Goethe_ an eine ihrer Jugendfreundinnen

zum Vorschein, welche in dem Nachlasse der letzteren unbeachtet da

gelegen hatten. Goethes Äußerung über seine Schwester: „Nur durch das

genaueste Detail, durch unendliche Einzelnheiten, die lebendig alle

den Charakter des Ganzen tragen und, indem sie aus einer wundersamen

Tiefe hervorspringen, eine Ahnung von dieser Tiefe geben; nur auf

solche Weise hätte es einigermaßen gelingen können, eine Vorstellung

dieser merkwürdigen Persönlichkeit mitzutheilen: denn die Quelle kann

nur gedacht werden, insofern sie fließt“[176] -- mußte zu Mittheilungen

und Auszügen aus diesen Briefen auffordern; sie hier zu geben lag um

so näher, als sie sich auf die Zeit beziehen, aus welcher Goethes hier

mitgetheilte Briefe größtentheils herrühren. Sind es gleich nur kleine

Züge, die wir hier gewinnen, so machen sie uns doch das Bild seiner

so innig geliebten Schwester und der Verhältnisse, unter welchen sie

lebten, klarer und bestimmter.

Die Freundin, an welche diese Briefe gerichtet sind, hieß _Katharine

Fabricius_, war eine Tochter des fürstl. Leiningschen Raths und

Syndicus _Fabricius_ in Worms, und wurde später an einen Kaufmann

_Welcker_ in Leipzig verheirathet. Sie war im Sommer 1767 in Frankfurt

bei einer Cousine zum Besuch gewesen und mit Cornelie bekannt geworden,

die sich sehr verlassen fühlte; ihr Bruder war in Leipzig, von den

Freundinnen, die uns diese Briefe kennen lehren, stand keine ihrem

Herzen nahe: so schloß sie sich an diese neue Freundin an und eröffnete

nach ihrem Fortgehen einen lebhaften Briefwechsel mit ihr. Gleich in

dem ersten Brief spricht sie ihre Betrübniß aus, daß sie sie fortreisen

lassen mußte ohne ihr Herz ganz vor ihr öffnen zu können, ohne ihr von

einer traurigen Zeit Kunde zu geben, in welcher sie von Unruhe und

Kummer gequält, von thörichten Wünschen gepeinigt war, auf welche sie

endlich verzichtet und dadurch Ruhe ihrer Seele gewonnen hat: nun soll

der Briefwechsel dies ersetzen.

Die Briefe sind in französischer Sprache geschrieben. Was die

Veranlassung dazu gegeben hat, ist nirgend angedeutet. Man möchte

vermuthen, daß der Vater, welcher Cornelie mit seinem Unterricht

quälte, es so verlangt habe, allein auch der Theil dieses

Briefwechsels, von dem er nichts wußte, den sie insgeheim für sich

schrieb, ist französisch abgefaßt. Wir können das nur bedauern;

denn abgesehen davon, daß das Französisch incorrect und ungelenk

ist, so hat jedenfalls die fremde Sprache der Unmittelbarkeit und

Eigenthümlichkeit des Ausdrucks gar sehr geschadet; man wird häufig

an die Schule erinnert und glaubt mitunter einen aufgegebenen Aufsatz

zu lesen. Das tritt selbst in dem Tagebuch hervor, in welchem sie mit

großer Offenheit nicht nur ihre kleinen Erlebnisse, sondern alle ihre

Gefühle schildert. Nachdem sie nämlich vom 1. October 1767 bis zum 28.

Juli 1768 an ihre ~aimable~, ~agréable~, auch ~solide amie~, wie die

Anreden lauten, sechs Briefe geschrieben hatte, beginnt sie am 16.

October 1768 Morgens 8 Uhr ein Tagebuch, das an die Freundin gerichtet

ist, und ihr die innersten Regungen ihres Herzens, ihre Fehler und

Schwächen aufrichtig offenbaren soll. Sie schreibt dasselbe in freien

Augenblicken im Geheimen auf ihrem Zimmer, und beklagt sich deshalb,

daß nach der Krankheit ihres Bruders dasselbe als Speisezimmer benutzt

werde, weil sie jetzt die Zeit nach Tische nicht für sich benutzen

könne. Niemand weiß darum, selbst ihr Bruder nicht, der übrigens an

dem ostensiblen Briefwechsel mit der Freundin, welcher dabei fort

geht, Theil nimmt, ihre Briefe liest und für Cornelie die Antwort

übernimmt. Ein Brief dieser Art, welchen sie während der Krankheit

ihres Bruders (3. Febr. 1769) geschrieben hat, sticht allerdings gegen

das zu gleicher Zeit niedergeschriebene Tagebuch weniger durch die Form

als durch den sehr äußerlichen Inhalt merklich ab. Natürlich wird auch

der Freundin wiederholt ans Herz gelegt, daß sie diese Briefe niemand

zeigen möge, erst später wird eine gemeinsame Freundin in Worms, Mlle.

_Meixner_, welche Cornelie ebenfalls bei einem Besuch in Frankfurt hat

kennen lernen, mit in das Geheimniß gezogen. Von Zeit zu Zeit wird das

Tagebuch mit der Post abgeschickt, doch soll das Geheimniß auch dadurch

gewahrt werden, daß, während die Briefe mit C. F. C. ~Goethe~[177]

unterzeichnet sind, die einzelnen Sendungen des Tagebuchs entweder

gar nicht oder mit einem verschlungenen ~GC~ unterschrieben sind:

freilich ein recht mädchenhaftes Incognito. Im Anfange ist dasselbe mit

großem Eifer geführt, selten ist ein Tag ohne Aufzeichnung geblieben,

mitunter schreibt sie an einem Tage mehr als einmal. Im Jahre 1769

fängt der Eifer an allmälig nachzulassen, im Juni, Juli und August

sind nur wenige Blätter an einigen Tagen beschrieben, und auch der

Inhalt ist dürftig und unbedeutend; daß gar wenig vorfiel, worüber sie

sich beklagt, war wohl nicht der einzige Grund, das Verhältniß selbst

scheint allmälig lockerer geworden zu sein.

In dem ersten bedeutenderen Theil des Tagebuchs ist die Darstellung

sehr ausführlich und lebhaft. Die kleinen Begebenheiten Corneliens und

ihrer Freundinnen werden sehr im Detail berichtet, und namentlich zeigt

sich eine Vorliebe, die Personen redend einzuführen und ganze Gespräche

mitzutheilen. Dazwischen treten lebhafte Äußerungen des Gefühls und der

Leidenschaft, Betrachtungen über sich selbst, moralische Reflexionen.

Ohne Zweifel würde alles sich unweit besser ausnehmen, freier und

unbefangener erscheinen, wenn es deutsch geschrieben wäre, indeß ist

jedenfalls eine gewisse schriftstellerische Absichtlichkeit in der

Form dieser Aufzeichnungen nicht zu verkennen. Die Eigenthümlichkeit

Goethes, seinen Erlebnissen und Gefühlen einen künstlerischen

Ausdruck zu geben, hatte darauf gewiß einigen Einfluß, und da er

ihr alles mittheilte, was er aus innerem Bedürfniß wie zum Studium

niederschrieb, so mochte dadurch der Gedanke in ihr rege werden, sich

in ähnlicher Weise zu versuchen, um wie er in dieser Thätigkeit Trost

und Erleichterung zu finden. Daß der Erfolg bei ihr nicht derselbe

war, darf uns nicht Wunder nehmen. Indessen hatte sie noch ein anderes

Ideal, das sie zu diesem Unternehmen begeisterte -- den _Grandison_.

~„Il y a longtemps que j'ai voulu commencer cette correspondence

secrète, par laquelle je vous apprendrai tout ce qui se passe ici; mais

pour dire la vérité j'ai toujours eu honte de vous importuner avec des

bagatelles qui ne valent pas la peine qu'on les lise. Enfin j'ai vaincu

ce scrupule en lisant l'histoire de Sir Charles Grandison; je donnerois

tout au monde pour pouvoir parvenir dans plusieurs années à imiter

tant soit peu l'excellente Miss Byron. L'imiter? folle que je suis; le

puis je? Je m'estimerois assez heureuse d'avoir la vingtième partie de

l'esprit et de la beauté de cette admirable dame, car alors je serois

une aimable fille; c'est ce souhait que me tient au cœur jour et nuit.

Je serois à blamer si je désirois d'être une grande beauté; seulement

un peu de finesse dans les traits, un teint uni, et puis cette grace

douce, qui enchante au premier coup de vue; voilà tout. Cependant ça

n'est pas et ne sera jamais, quoique je puisse faire et souhaiter;

ainsi il vaudra mieux de cultiver l'esprit et tacher d'être supportable

du moins de ce côté là. -- Quel excellent homme que ce Sir Charles

Grandison; dommage qu'il n'y en a plus dans ce monde.“~[178] Goethe

hatte also die Verehrerinnen des Grandison (S. 125. 141) nicht weit zu

suchen. Indessen würde man irren, wenn man glauben wollte, das Tagebuch

sei eine Art von Roman oder auch nur romanhaft aufgeputzt; es ist durch

und durch wahr.

Der allgemeine Eindruck, welchen dasselbe macht, ist schmerzlich und

rührend. Überall spricht sich ein sittlicher Ernst mitunter nicht

ohne Größe aus, nicht minder aber auch eine trübe, unruhige Stimmung,

der die innere Befriedigung des Gemüthes fehlt. Die Charakteristik,

welche Goethe von seiner Schwester gibt, wird aufs vollständigste

bestätigt, nur daß hier, wo sie sich gegen eine vertraute Freundin

ausspricht, manche Züge mädchenhaften Wesens hervortreten, welche man

weniger erwarten möchte, z. B. das Interesse für Kleidung und Putz,

Vergnügungen und Stadtgeschichten, so wie eine gewisse Neigung zur

Moquerie, welche sich mitunter zeigt.

Das Leben, welches sie führt, ist allerdings, wie sie oft klagt,

einförmig und bietet ihr wenige und bescheidene Zerstreuungen. Unter

diese werden hauptsächlich Spaziergänge gerechnet, aber sie können

nur in gewählter Begleitung unternommen werden, wenn man sich nicht

unbarmherzigem Gerede aussetzen will; und sie muß sich um so mehr in

Acht nehmen, als sie von gewissen Leuten scharf beobachtet wird, die

sie freilich nicht achtet, denen sie aber um so weniger eine Blöße

geben will. Zu den Vergnügungen gehörte auch das Brunnentrinken. ~„Je

ne vous ai pas encore appris~ (schreibt sie den 28. Juli 1768), ~que

je bois les eaux à l'allée; nous avons là une compagnie tout à fait

charmante des dames et des chapeaux, dont le plus aimable est Mr.

le Docteur Kölbele, que Vous connoissez, par son oration du mariage

qu'il tient une fois en Votre présence; où il nous compara, nous

autres femmes, à des poulets. Maintenant il nous donne des leçons sur

la philosophie morale. Cependant rien n'est plus plaisant que quand

il veut exercer la galanterie qui dort depuis longtems auprès de

lui. Nos dames qui sont les plus gaies du monde la lui aprennent de

nouveau. Elles se font mener par lui, porter le parasol, verser leur

verres, ah, ma chère, il execute tout ça avec des gestes si modernes,

qu'on le disoit être arrivé immédiatement de Paris. Nous avons aussi

de la musique composée de dix instruments, savoir de cors de chasse,

hautbois, flûtes, un contreviolon et une harpe. Vous pouvez Vous

imaginer quel bel effet ça fait dans la verdure. Nous chantons aussi

souvent pour plaire à notre charmant Docteur, car quoiqu'il soit très

sérieux, il aime nonobstant de voir la jeunesse enjouée. Ce chanson

s'accorderoit bien sur lui:~ Es war einmal ein Hagenstoltz, ~il s'est

même bien plû à l'entendre.“~ Das ist offenbar derselbe _Kölbele_,

dessen große Füße Goethe zu seinem Bilde Gottscheds verwendet (S.

60).[179] Mitunter werden Gärten besucht bei einem Hrn. _Glötzel_ und

ihrem Oheim jenseits des Mains; auch besteigt sie einmal mit einer

Gesellschaft den Pfarrthurm, wo sie sehr befriedigt von der Aussicht,

dem Fernrohr, den großen Glocken zu erzählen hat. Von Landparthieen war

der Vater kein Freund;[180] so nimmt sie auch an einer Parthie keinen

Antheil, welche ihre Freundinnen nach dem _Forsthaus_ machen, einem

noch bestehenden ländlichen Belustigungsort im Stadtwalde unterhalb der

Stadt auf dem linken Mainufer, den wahrscheinlich Goethe im Faust unter

dem _Jägerhaus_ gemeint hat.

Im Hause war das Clavierspiel, in dem sie, wie uns Goethe[181]

erzählt, es weiter gebracht hatte als er, eine angenehme Zerstreuung.

~„Je jouerai un air sur le clavecin~ (schreibt sie einmal in großer

Aufregung), ~que ces vapeurs passent.“~ Mit großer Theilnahme spricht

sie von dem unglücklichen Tode des Clavierspielers _Schobert_[182]

in der Capelle des Prinzen _Conti_ in Paris, der an giftigen Pilzen

gestorben war (1. Oct. 1767). ~„Il a composé XV ouvrages gravées en

taille douce, qui sont excellentes et que je ne saurois me lasser de

jouer. Toute autre musique ne me plait presque plus. En jouant des

sentiments douloureux percent mon âme, je le plains ce grand auteur,

qui à la fleur de son age avec un tel génie a fallu périr d'une façon

si misérable et inopinée.“~ Von ihrer Lectüre ist wenig bemerkbar,

außer dem Grandison werden die ~„lettres du Marquis de Roselle“~

von ~Elie de Beaumont~ (Paris 1764) erwähnt. ~„Je vous ai envoyée~

(schreibt sie 14. März 1768) ~les lettres du Marquis de Roselle, lisez

les avec attention, on y peut profiter beaucoup, le vice y est montré

sous l'apparence de vertu dans toute sa forme. Le Marquis qui n'a pas

l'expérience du monde, donne dans les filets de cette fausse vertu, et

s'y enveloppe de façon, qu'il coute beaucoup à l'en tirer. Que tous les

jeunes gens y prennent un exemple, qui comme lui ont le cœur droit et

sincère et ne se doutent nullement de la tromperie que cette sorte de

femmes exercent avec eux. C'est là une grande cause que notre jeunesse

est si corrompue puisqu'un vice engendre l'autre. Relisez plusieurs

fois la lettre où Mme. de Ferval parle de l'éducation de ses enfants.

Si seulement toutes les mères en usoient de même, certe qu'on ne

verroit pas tant de filles insupportables comme Vous en connoissez et

moi aussi.“~

Der gesellige Verkehr besteht hauptsächlich in Nachmittagsbesuchen,

zu welchen man sich gegenseitig anmeldete, und welche um 8 Uhr Abends

regelmäßig endeten (um 10 Uhr war Schlafenszeit); dazu kamen im

Winter große Gesellschaften, welche alle Dienstag, abwechselnd, wie

es scheint, in verschiedenen Familien gehalten wurden, und der Besuch

des Concerts, welches alle Freitag im Saale des Hrn. _Busch_ Statt

fand, wo sich auch die vornehme Welt versammelte. Mitunter klagt sie

freilich über Langeweile, welche sie in diesen Gesellschaften empfand,

übrigens ist sie gegen diese Vergnügungen keineswegs gleichgültig --

~„je vis à présent,~ schreibt sie einmal, ~d'une façon très tranquille,

mais cette tranquillité n'a point des charmes pour moi; j'aime la

variété, l'inquiétude, le bruit du grand monde, et les divertissements

tumultueux“~ --; der Winter ist ihr durch dieselben vergangen, sie weiß

selbst nicht wie; als _Simonette Bethmann_ mit Hrn. _Metzler_ verlobt

ist, hofft sie, das werde wohl einen Ball geben, obgleich sie meistens

durch ihre Gesundheit verhindert wurde, Bälle zu besuchen.[183] Aus dem

Kreise der „verständigen und liebenswürdigen Frauenzimmer,“ welchen sie

um sich versammelt hatte, und ohne herrisch zu sein beherrschte[184],

lernen wir hier manche näher kennen. Allein wenn sie auch bei allen

ihren Freundinnen ohne Ausnahme Achtung und Liebe genoß[185], so sehen

wir hier, daß sie zu keiner derselben in einem nahen und innigen

Verhältniß stand. Sie beklagt sich gegen Kath. Fabricius, daß sie in

Frankfurt keine wahre Freundin habe, und die Weise, mit der sie von

ihren Bekannten spricht, bestätigt es. Ihre hübschen und munteren

Cousinen _Antoinette_, _Charlotte_ und _Katharine_[186] sind ihr recht

angenehm, _Leonore_ de Sauffure unterhält sie durch ihre witzigen

Bemerkungen in einer langweiligen Gesellschaft (~„la méchante Leonore

fit quelques remarques, aux quelles je ne sûs resister; ces dames

s'imaginerent je crois, que nous tenions un peu de la lune: n'importe

ce sont des fades créatures“~), _Caroline_ und _Lisette v. Stockum_

werden als große Schönheiten gepriesen; von einem näheren Verhältniß

keine Spur. Von einer Mlle. B. erzählt sie, daß sie untröstlich sei

über den Weggang ihres Geliebten T., der durch unglückliche Schicksale

gezwungen war, in Braunschweig Schauspieler zu werden, sie meint aber,

das werde nicht länger dauern, als bei einer jungen Wittwe, die am

ersten Tage mit ihrem Manne sterben wolle, am zweiten sich tröste,

am dritten sich nach einem neuen umsehe; sie berichtet denn auch

nachher, daß sich ein Liebhaber schon wieder gefunden habe; indessen

findet sie dieselbe später wieder untröstlich, daß sie einen von T.

ihr geschenkten Ring verloren habe. Mlle. S. macht sich durch Putz-

und Gefallsucht unausstehlich; unerklärlich ist bei ihrem sonstigen

Charakter ihre treue und unerschütterliche Liebe für einen unwürdigen

W., von dem sie nicht lassen kann, obwohl sie seine Fehler kennt

und schmerzlich beweint, so daß man sie in dieser Hinsicht doch

achten müsse. Denn treues Festhalten an dem einmal erkannten und

liebgewonnenen erkennt sie an anderen vor allen an und bekennt, daß sie

dies für eine ihrer guten Eigenschaften halte.

Die ungünstigste Schilderung wird von einer Cousine der _Kath.

Fabricius_ gemacht; sie ist einfältig und langweilig, benimmt sich

steif und albern und brüstet sich mit der Lectüre vieler Bücher, von

denen sie nichts versteht ~„Ha ha, riez; elle eut dernièrement sa

grande compagnie, j'y fus; qu'elle scène misérable; ah, ma chère,

Vous connoissez celles qui la composent; nous parlâmes d'économie, de

la lecture, des arts, des langues. Qu'en dites Vous? Pour moi, j'eus

si mal d'une conversation, dont je ne pouvois détourner la fadeur,

qu'il me falloit bien de temps à me remettre. Je pouvois là à loisir

examiner le caractère de chacune et j'entrevis clairement, que c'est

l'éducation, qui les rend si sottes. Elles font les dévotes forcées,

ne regardent point d'homme, parce qu'on leur défend absolument de

converser avec tout autre, que celui qui sera leur mari; d'éviter toute

connoissance particulière avec qui ce soit; et que si elles parlent

très peu, se tiennent bien droites et font les précieuses, qu'alors

elles sont accomplies. N'est ce pas là une éducation bien pitoyable et

peu digne d'être imitée? puisque au lieu des filles spirituelles on ne

trouve que des statues, qui ne prononcent autre chose que oui et non.“~

Auch sie hat einen Liebhaber, Namens _Steinheil_, der später fortreist;

sie tröstet sich bald darüber. Es scheint als ob sie _Baumann_ hieß,

und dann war sie dieselbe, welche mit einem Kopfputz ~„en forme de

pyramide ou pour mieux dire à la rhinoceros“~ bei Cornelie zum Besuche

war, als ihr Bruder hereintrat. ~„Elle prit une de ses mines, que

Vous connoissez, la tête levée et les yeux baissées et ne parla pas

le mot.“~ Darin erkennen wir die Art zu verkehren, welche Goethe nach

seinem Aufenthalt in Leipzig so unangenehm entgegentrat,[187] und

Cornelie spricht das unumwunden aus, was Goethe sich nicht getraut zu

sagen (S. 140). Wenn nun auch die anderen jungen Mädchen zum großen

Theil sehr verschieden waren, so machen es doch Corneliens Äußerungen

sehr begreiflich, daß er in ihrem Umgang nicht Gefahr lief sein Herz zu

verlieren.[188]

Das einzige Mädchen, von welchem sie mit lebhaftem Interesse spricht

und mit dem sie sich fortwährend beschäftigt, ist _Lisette Runkel_,

welche als eine schöne, anmuthige Erscheinung auftritt. Anfangs

spricht sie von ihr als einer lieben Freundin und einem verständigen

Mädchen mit warmer Zärtlichkeit. Allein nach einiger Zeit tritt bei

ihr eine große Eitelkeit, eine Putzsucht und Coquetterie hervor, die

ihren beschränkten Verhältnissen ebensowenig angemessen ist, als die

Anmaßung, welche sie zu zeigen anfängt. Endlich erfährt man, daß B.,

der reiche Besitzer des Hauses „der König von England,“ ein Wittwer

von sechs und vierzig Jahren, ihr den Hof macht, und daß sie, in der

Hoffnung ihn zu heirathen, jetzt die große Dame spielt. Mit ihm hat

sie im Phaethon eine Reise nach _Darmstadt_ gemacht und dort bei den

Hoffesten durch ihre Schönheit und die Pracht ihres Anzuges eine

glänzende Rolle gespielt. ~„Elle étoit vêtue en Vénitienne, une juppe

de satin bleu doublée en argent, un corset de la même couleur et un

survêtement de satin cramoisi, le tout garni de pelisse brune et de

dentelles d'argent. Ses cheveux pendoient flottants, ils étoient

noués en façon romaine et entrelacés de perles et de diamans. Sur le

milieu de la tête il étoit attaché de la crêpe blanche, qui pendoit

jusqu'à la taille, et de là par terre étant serrée au milieu avec

une riche écharpe d'argent.“~ Sie erregte allgemeines Aufsehen, die

Prinzen und Prinzessinnen drängten sich um sie; Prinz _Georg_ tanzte

allein mit ihr und litt nicht, daß ein anderer sich ihr näherte. Der

Tod des Landgrafen störte die Fortsetzung dieser Freuden.[189] Trotz

der Entfremdung, welche durch dieses Benehmen zwischen Lisette und

Cornelie eingetreten war, sahen sie sich doch und jene zeigte mitunter

wahre Anhänglichkeit. Bei einem Besuch, den sie Cornelie geputzt

wie eine Prinzessin macht, theilt sie ihr mit, daß jene Heirath mit

dem Wittwer, der ihr allerdings seine Hand angeboten habe, nicht zu

Stande kommen werde, und eröffnet ihr später, daß ein junger reicher

Kaufmann aus Amsterdam, Namens _Dorval_, sie auf der Reise in Frankfurt

gesehen und sich in sie verliebt habe und daß sie mit ihm verlobt sei.

Die beiden Freundinnen sind nun wieder versöhnt. Cornelie, welche

alles aufs ausführlichste erzählt, hat die größte Freude an dem Glück

Lisettes, welche, damit nichts fehle, auch noch eine Erbschaft macht;

sie nimmt das lebhafteste Interesse an ihrer Liebe, bewundert das Feuer

und die Ausdauer der Zärtlichkeit Dorvals, der einer der vorzüglichsten

Menschen sein müsse, und liest seine Briefe an Lisette so aufmerksam,

daß sie sie aus dem Gedächtniß theilweise wieder aufschreiben kann;

sie findet sie freilich etwas übertrieben und romanhaft, aber doch so

vortrefflich, daß man sie wohl drucken könnte. Dieses gute Verhältniß

aber dauert nur einige Monate; bei Lisette tritt die Eitelkeit und

Coquetterie wieder zu sehr hervor, sie ist während Dorvals Abwesenheit

von Anbetern umschwärmt, von denen sie sich den Hof machen läßt, und

beträgt sich durchaus nicht liebenswürdig. Jener Wittwer gibt einen

glänzenden Ball, auf welchem Lisette die Krone sein wird; Cornelie ist

wie ihre Cousine Katharine durch Unwohlsein verhindert, daran Theil zu

nehmen, mindestens wollen sie deren Schwester auf eine Weise putzen,

daß sie Lisettes Diamanten ausstechen könne. Sie fühlt, daß sie an

ihr keine treue Freundin mehr hat. ~„Vous et Mlle. Meixner Vous êtez

mes seules amies en qui je puis me confier. Je croyois en avoir une

éternelle en Lisette, mais son terme a peu duré, l'applaudissement

général du grand monde l'a gaté. Fière de ses conquêtes elle méprise

tout le monde et quoique Dorval est uniquement aimé, l'encens de tant

de cœurs lui plait au delà de l'expression, elle s'en vante partout

et triomphe secrètement de Vous abaisser par ses charmes. Jugez, ma

chère, si avec ces sentiments elle peut être amie fidèle. Il y avoit

un tems où peu connue du monde elle se crut heureuse par mon amitié,

mais ce tems n'est plus, et je vois par là, que c'est le train du

monde.“~ Endlich kommt es zu einem förmlichen Bruch. ~„Que direz Vous,

ma chère, si je Vous apprends que Miss[190] Lisette et moi nous sommes

totalement brouillées et d'une façon qui ne sera pas à remettre. Si

j'avois le tems je Vous ferois part de toute l'histoire, mais elle est

trop longue; il suffit à Vous de savoir, que la mère et la fille m'ont

accusée de médisance et de trahison, et que j'ai trouvée ces termes

trop viles pour m'abaisser à une justification. Cette affaire m'a

causée une révolution de quelques jours, mais elle est passée et j'ai

reprise ma tranquillité, qui a l'air de durer longtems, si un accident

nouveau ne la chasse.“~

Dieses Zerwürfniß hatte aber noch einen anderen Grund. Im Runkelschen

Hause hatte Cornelie einen Herrn G. kennen lernen, einen ehrlichen,

gutmüthigen, aber wie es scheint etwas ungeschickten Menschen, der

während dieser ganzen Zeit als ihr treuer, unermüdlicher Liebhaber

erscheint, von ihr aber mit der äußersten Kälte behandelt wird. Er wird

mit dem Namen ~le misérable~ oder ~le miséricordieux~ bezeichnet, ~„qui

fait tout par miséricorde, Vous m'entendez bien.“~ Gleich im ersten

Brief erzählt sie, wie sie ihm mit äußerster Verachtung den Rücken

zugekehrt habe, später freut sie sich, daß Lisette -- ~„elle devient

tous les jours plus sage et naturellement plus grande“~ -- ihn jetzt

eben so sehr hasse und verachte, wie sie selbst. Dann erfährt man den

Grund ihrer Entrüstung. ~„J'eus jusqu'ici une très mauvaise opinion

de lui, croyant toujours qu'il étoit coupable et qu'il avoit raisonné

de moi d'une manière peu décente, comme je Vous l'ai appris.“~ Da ihr

Betragen gegen ihn seit einem Jahr so auffallend war, hatte er sich

darüber beklagt und erfahren, was man ihm Schuld gebe. Empört hatte

er es für Verleumdung erklärt: ~„cette méchante vipère de Rst inventa

tout ceci par haine ou par jalousie,“~ und um eine Zusammenkunft mit

Cornelie gebeten, damit er sich rechtfertigen könne. ~„Je le vis, il

se justifia, convaincue de son innocence je le remis dans mes bonnes

graces ... et voilà la paix faite -- hahaha! C'est bien court me direz

Vous, je m'attendois à une description particulière. Pardonnez moi ...

je ne saurois; de peur d'étouffer de rire. Ma chère si Vous aviez été

dans un coin, Vous n'auriez pas subsisté ... Représentez Vous notre

situation, la sotte figure que nous fìmes en nous abordant. Suffit.“~

-- So wenig dieser Spott zu der moralischen Betrachtung paßt, mit

welcher sie ihre Erzählung einleitet -- ~„mon principal but est de

faire réparation d'honneur à une personne, que j'aie noircie dans Votre

esprit étant alors préoccupée des rapports malins qu'on m'en avoit

faites. Il est vrai, mon enfant, nous avons touts le défaut de croire

plutôt le mal de notre prochain que le bien; c'en est un grand je le

confesse“~ -- so bleibt diese Stimmung doch die vorherrschende, und

der gute G. bekommt, so viel Mühe er sich auch gibt, von den ~bonnes

graces~ wenig zu spüren. Um sich ganz zu rechtfertigen, sucht er eine

Zusammenkunft mit Cornelie und der Rst., ~„pour lui dire, qu'elle

est la plus infame créature et de la forcer d'avouer la verité en ma

présence;“~ eine Zusammenkunft, welche sie begreiflicher Weise eben

so sehr vermeidet. Unermüdlich sucht er Cornelie in Gesellschaft und

im Concert zu sehen und zu sprechen, ohne etwas zu erreichen; wenn

sie ihn nicht vermeiden kann, fertigt sie ihn kurz ab, hält sich über

ihn auf -- ~„j'étouffe de rire“~ ist fast allemal der Schluß. Endlich

bietet sich ihm die günstige Gelegenheit, sie mit ihrer Cousine

Katharine aus dem Concert nach Hause zu begleiten. ~„Enfin notre

carrosse arriva, nous descendìmes, il se faisoit gloire de me mener

par toute la foule, mais moi j'en étois choquée. L'aimable Cathérine

vit ma peine, fachée de ne pouvoir y remédier, elle me serra la main

en me conjurant de prendre patience. Nous la menâmes chez elle et

enfin me voila seule avec cet homme. Chère Miss, me dit il en mettant

sa main sur la mienne, ce procédé Vous paraitra peutêtre libre; mais

j'ai taché depuis longtems à Vous parler sans temoins, l'occasion est

si favorable et Vous me pardonnerez cette liberté. Ce commencement me

paru trop ridicule pour ne pas éclater; il ne s'en apperçoit pas et

continua.“~ Er bittet sie um Aufrichtigkeit, er habe den Eindruck,

welchen Cornelie auf ihn gemacht, unvorsichtig Lisette Runkel und ihrer

Mutter mitgetheilt, welche dadurch eifersüchtig gemacht, ihm mit der

Rst. bei Cornelie zu schaden gesucht hätten und noch suchten. ~„Je fus

prédestiné à être malheureux et je le serai toujours, si Vous ne me

rendez pas Votre affection. Dites moi, Miss, me hairez Vous sans cesse?

prononcez une seule parole et je suis le plus heureux des mortels. --

Si ça Vous rend tranquille, Monsieur, je la prononcerai. Je Vous assure

de mon estime et de mon amitié. Soyez heureux, c'est ce que je souhaite

de tout mon cœur. -- Je n'y tiens plus, ma chère, j'étouffe de rire.“~

Hierdurch aufmerksam gemacht entdeckt sie nun, daß Lisette und ihre

Mutter zu verhindern suchen, daß sie mit jenem G. zusammenkomme, ja

daß sie sogar, um dies zu hintertreiben, Bestellungen in ihrem Namen

erfinden, unter dem Vorwand, ihr dadurch einen Gefallen zu erweisen;

gegen diese Falschheit und Betrügerei erklärt sie sich sehr bestimmt,

und veranlaßt nun selbst eine Einladung zu einem Besuch, bei welchem

auch er gegenwärtig sein wird. ~„En entrant chez Lisette j'y trouvai

sa mère et une dame de leur connoissance; après le café nous jouâmes

quadrille. A six heures Monsieur se fait annoncer et entre dans le

même instant. Il nous salue généralement, puis se postant vis à vis de

moi il me regarde pendant un quart d'heur entier. Il n'ose approcher

de moi, mais Madame l'en prie d'un ton moqueur et il s'assied entre

nous deux filles. Je lui parle avec beaucoup de complaisance, Lisette

me contemple d'un air jaloux et Madame qui se trouve piquée s'en veut

venger en me raillant de ma distraction et de mon inattention pour le

jeu; je fis semblant de ne pas comprendre ce qu'elle vouloit dire.“~

Zum großen Verdruß der beiden begleitet G. Cornelie nach Hause und auf

dem Wege kommt es zu neuen Erklärungen. ~„Que m'apprit-il là, ma chère?

des inventions infernales pour nous désunir, des mensonges ouvertes;

enfin que Vous dirai-je? je vis, mais trop tard, que je lui avois fait

tort pendant le cours de quatre années, que ma credulité en étoil la

cause, et qu'il n'a commis aucune faute que celle de me trop estimer.

Ne suis-je pas la plus blamable des filles? Grondez moi, ma chère, car

je le mérite.“~ Als sie an ihr Haus kommen, hat er ihr noch vieles, ja

die Hauptsache zu sagen -- ~„La porte s'ouvrant alors j'entre le cœur

dechiré par mille pensées diverses. Ne me plaignez pas, je le mérite.“~

Diese mitleidige Stimmung dauert aber nicht lange. Vor seiner Abreise

sieht G., welchen sie nach jener Aufklärung nicht mehr mit seinem

Spottnamen bezeichnet, sie noch einmal. ~„Ma chère, si Vous aviez

entendue ce discours Vous auriez fait des éclats de rire; pour moi

j'étois si serieuse, que l'occasion le demandoit.“~

Diese Abneigung ist übrigens eine rein persönliche gegen diesen

armen G., sonst zeigt sich Cornelie nicht unempfindlich; „sie war so

liebebedürftig, als irgend ein menschliches Wesen.“[191] Goethe erzählt

von einem Liebesverständniß zwischen ihr und einem jungen Engländer,

der sich in der Pfeilschen Pension bildete.[192] Er verkehrte viel mit

Goethe, trieb Englisch mit ihm und seiner Schwester, für welche er eine

leidenschaftliche Neigung faßte und die ihrige gewann. Nach Goethes

Bericht entstand dieses Verhältniß, ehe er nach Leipzig fortging, und

müßte während der ganzen Zeit seiner Abwesenheit bestanden haben,

denn wir sehen hier, wie es im October 1768 endigt; wenn man nicht

etwa annehmen will, daß ein zweiter Engländer ihre Neigung gewonnen

habe, was wenig wahrscheinlich ist. Allein vielleicht hat auch Goethe

nicht chronologisch genau berichtet, wie er denn, und gewiß mit gutem

Recht, in der Schilderung der Frankfurter Verhältnisse manches hier

erwähnt, was erst in spätere Zeit fällt. Wahrscheinlich hat er den

jungen Engländer schon vor seinem Abgang kennen lernen, dessen Neigung

zu Cornelie (welche damals 15 Jahr alt war) wird erst später entstanden

sein, und Goethe fand das Verhältniß zwischen beiden ausgebildet vor,

als er zurückkam.

Im Anfange ihres Tagebuches gesteht sie sich für Grandison besonders

deshalb so sehr zu interessiren, weil er ein Engländer ist. ~„Si je

puis croire, qu'il y a encore quelqu'un qui lui ressemble, il faut

qu'il soit de cette nation. Je suis extrèmement portée pour ces gens

là, ils sont si aimables et si sérieux en même tems, qu'il faut être

charmée d'eux.“~ Noch am Nachmittag desselben Tages erfolgt ein

halbes Geständniß. ~„Je viens dans ce moment de la table, et je me

suis derobée pour Vous entretenir un peu; Vous ne devez rien attendre

de prémédité dans ces lettres, c'est le cœur qui parle et non pas

l'esprit. Je voudrois bien Vous dire quelque chose, ma chère Cathérine,

et cependant j'appréhends ... mais non, Vous me pardonnerez; ne sommes

nous pas tous ensemble susceptible de foiblesses? Il y a ici un jeune

Anglois, que j'admire beaucoup; ne craignez rien, mon enfant, ce n'est

pas de l'amour, c'est une pure estime que je lui porte à cause de ses

belles qualités; ce n'est pas ce Milord dont Mlle. Meixner Vous aura

parlé sans doute, c'est un import ... st st! il est aussi Anglois, et

n'aime-je pas toute la nation à cause de mon seul aimable Harry? Si

Vous le vissiez seulement, une physionomie si ouverte et si douce,

quoiqu'avec un air spirituel et vif. Ses manières sont si obligeantes

et si polies, il a un tour d'esprit admirable; enfin c'est le plus

charmant jeune homme que j'ai jamais vu.[193] Et, et ... ah, ma chère,

il part dans quinze jours, j'en suis fort affligée quoique ce ne soit

pas une douleur pareille à celle quand on aime. J'aurois souhaité de

demeurer dans la même ville que lui pour pouvoir lui parler et le voir

toujours, je n'aurois jamais eu une autre pensée, le ciel le sait,

et il est ... mais j'en serai privée, je ne le reverrai plus. Non,

non, je ne puis le quitter tout à fait, j'ai une pensée en tête, qui

s'exécutera, il faut que ça soit, oui en verité.“~

Dieser Plan ist folgender. Sie hat einen jungen Maler kennen gelernt,

welcher aus Paris gekommen ist und die Fertigkeit besitzt, rasch

und verstohlen in Gesellschaft die Portraits anwesender Personen zu

zeichnen; sie hat sich mit ihm verabredet und denkt am Sonntag eine

musikalische Gesellschaft bei sich zu versammeln. ~„Harry sera invité

parce qu'il joue admirablement du violon; et le peintre viendra pour

faire une visite à mon frère et agira comme s'il ne savoit pas qu'il y

a de la compagnie. On fera alors très bien ses affaires et justement

quand le plus aimable des hommes joue sur son instrument -- je m'y

perds ma chère.“~ In dieser Hoffnung ist sie ganz glücklich. ~„Plus

ce jour desiré s'avance,“~ schreibt sie am Freitag, ~„plus mon cœur

palpite. Et je le verrai donc! je lui parlerai! mais à quoi ça me

sert-il? -- Hé bien folle, ne l'auras tu pas puis pour toujours -- du

moins son image, et que pretends tu de plus? Ah, ma chère, je suis

pleine de joie; Vous en aurez une copie, surement Vous ne me donnerez

pas tort de l'aimer -- Qu'ai je dit? effacerai-je ce mot? non je le

laisserai pour Vous faire voir toute ma foiblesse. Condamnez moi. --

Aujourdhui je n'écoute que le plaisir, je danse par toute la maison,

quoique quelquefois il me vienne une pensée qui me dit de me modérer

et qu'il peuvent arriver plusieurs obstacles. Mais je ne l'écoute pas,

en m'écriant dabord: Il le faut.“~ Am folgenden Tag schickt sie den

Bedienten fort, um die Damen einzuladen, ungeduldig erwartet sie seine

Rückkehr. ~„Un rêve qui j'ai eu cette nuit m'inquiète. J'entendis dire

une voix: Tu ne le verras plus! -- -- Ah, ma chère, que ferais-je? le

domestique est de retour et les dames ne viennent pas -- malheureuse

-- tout est fini. Mon orgueil est bien puni maintenant. -- Il faut que

ça soit -- j'avois bien sujet de dire ainsi. -- Ayez pitié de moi.

-- Je suis dans un état à faire compassion -- il m'est impossible de

poursuivre -- pardonnez moi toutes ces folies.“~ Einige Tage darauf

schreibt sie ruhiger: ~„La fin de ma dernière lettre étoit très

confuse, pardonnez le moi, je ne savois ce que je disois et une sorte,

de saisissement s'empara alors de mon âme. Je m'étonne quelquefois

de moi même, j'ai des passions si fortes, que dabord je suis portée

à l'excès; mais ça ne dure pas longtems et c'est là un grand bonheur

pour moi, car il n'y auroit pas le moyen d'y subsister. Pour maintenant

je suis assez tranquille, espérant que dans cinq jours il y aura

encore un dimanche -- taisons nous de peur que si nous manquons encore

une fois, on aura sujet de se moquer de nos dessins. Vous le feriez

surement, n'est ce pas, ma chère? et je le mériterois. S'il part dans

cette semaine ... ne donnons point de lieu à une idée si choquante,

la seule pensée me fait frémir.“~ Aber diese Furcht war gegründet, er

reiste wirklich während dieser Tage fort. ~„Vous attendrez,“~ schreibt

sie, ~„surement des exclamations douloureuses, si je Vous dis, que

mon aimable Anglois est parti, qu'il est parti sans pouvoir me dire

le dernier adieu, que je n'ai pas son portrait, qu'enfin toutes mes

mesures ont manqués. -- Mais, ma chère, je me comporterai comme il me

convient; quoique ça Vous étonnera après ce que je Vous ai déja écrit.

- Mon cœur est insensible à tout. -- Pas une larme, pas un seul soupir.

-- Et quelle raison en aurois-je aussi? aucune je pense. -- Cependant,

ma chère amie, y avoit-il jamais un souhait plus innocent que celui

de voir toujours son image? j'avois toujours un extrème plaisir à le

regarder, et j'en suis privée maintenant -- mais ça ne fait rien --

vous voyez toute mon indifférence -- l'état de mon âme approche à

l'insensibilité.“~

Dies ist das einzige Verhältniß, bei welchem von einer wahrhaften

Neigung Corneliens die Rede ist, sonst aber verräth sie im Verkehr mit

Männern eine eigenthümliche Reizbarkeit, ein Schwanken zwischen spröder

Zurückgezogenheit, und dem Wunsche und der geheimen Hoffnung auf sie

einen günstigen Eindruck zu machen, worüber sie mit sich selbst nicht

im Klaren ist, aber in leidenschaftliche Bewegung und Unruhe geräth.

Dies tritt in der folgenden kleinen Begebenheit sehr deutlich hervor.

~Mercredi ce 26 Octobre 1 à 2 heures après diné.~

~„Dans ce moment mon frère est allé voir deux jeunes Seigneurs de

qualité, qui viennent de Leipzig, où il a eu connoissance avec eux.

Je le priai de me les décrire, ce qu'il a fait avec plaisir. Monsieur

de Oldrogg[194] l'ainé, me dit-il, a environ vingt six ans, il est

grand, de belle taille, mais son visage a des traits peu flatteurs,

il a beaucoup d'esprit, parle peu, mais tout ce qu'il dit, montre la

grandeur de son âme et son jugement élevé; il est très agréable en

compagnie, pousse la civilisation jusqu'au plus haut bout, supportant

avec condescendance les personnes d'un mérite inférieur, enfin il

possède toutes les qualités requises pour rendre un cavalier aimable.

Son frère aura vingt ans, il a la taille moins haute que l'ainé,

mais ses traits sont d'une beauté charmante, comme vous aimez à les

voir vous autres filles, il est beaucoup plus vif que l'autre, parle

souvent, quoique quelquefois mal à propos, il a le caractère aimable,

mélé avec beaucoup de feu ce qui lui va très bien; encore un peu

d'étourderie, mais ça ne fait rien. Il suffit à toi de savoir que

c'étoient là les cavaliers les plus distingués de toute notre académie.

-- Je suis charmée de cette description, ne l'êtez Vous pas aussi, ma

chère? car je Vous assure que quand mon frère loue quelqu'un il faut

qu'il ait beaucoup de mérite.~

~à six heures du soir.~

~Il est de retour; pensez, mon enfant, demain ils viendront chez nous;

je suis curieux de les voir, mais j'ai honte de me présenter à eux.

Voilà une de mes grandes foiblesses, il faut que je l'avoue; Vous

connoissez mes pensées là dessus, et Vous me pardonnerez si je rougis

en pensant de montrer à des personnes d'un tel mérite une figure si

humiliante et si peu digne d'être vue. C'est un désir innocent de

plaire, je ne souhaite rien -- Ah, ma chère, si Vous voyez les pleurs

-- non, non je n'en verse pas, ce n'est que -- ce n'est rien.~

~Jeudi à 10 heures du matin.~

~Si je pouvois Vous déployer l'état présent de mon âme, je serois

heureuse, du moins je comprendrois alors ce qui se passe en moi. Mille

pensées mortifiantes, mille souhaits à demi formés et rejetés dans le

même moment. Je voudrois -- mais non je ne voudrois rien. -- Je Vous

envie presque, ma chère, le repos que Vous goutez étant contente de

Vous même, ce que Vous avez sujet; au lieu que moi -- je ne saurois

poursuivre.~

~à 2 heures après midi.~

~Que ferai-je? Je me suis habillée pour sortir et je n'en ai pas le

courage. Je m'en irai; il m'est impossible de les voir; voyez la folle,

comme le cœur lui bat. Vingt fois les escaliers furent descendues et

autant de fois mes pas me ramenèrent dans ma chambre. Mon frère m'a

demandé si je sortois aujourdhui et je lui repondue qu'oui, ainsi je ne

saurais reculer -- Adieu, je m'en vais pour la dernière fois, prenons

courage; vite, point de grimaces. Ne suis-je pas bien ridicule?~

~à cinq heures.~

~Me voilà revenue, je me suis trouvée mal, je crains à tout moment

une foiblesse. -- Je vais me deshabiller. -- Ils sont là, ma chère,

et pensez, il est arrivé justement un de mes cousins qui étoit depuis

quelque tems à la cour, il est aussi auprès de ces Seigneurs, s'il

lui venoit en tête de me voir. -- J'ai été surprise, mon frère est

entré et j'ai caché vitement ma lettre; ah, ma chère, il a été envoyé

de mon cousin qui veut me voir absolument, il a déja fait mon éloge à

Messieurs de Oldrogg -- je me suis excusée, disant que je me trouvois

mal; mon frère étoit effrayé en me regardant, car je suis pâle comme la

mort. Je n'y saurois aller -- que vais-je devenir? j'entends la voix

de mon cousin qui s'écrie: il faut qu'elle vienne -- il entre, ah, ma

chère, sauvez moi!~

~à 7 heures.~

~J'y ai donc été; hé bien sotte, qu'avois du besoin de craindre? Je

suis si gaie maintenant -- écoutez moi, je Vous dirai tout ce qu'il se

passa.“~

Sie erzählt, wie ihr Vetter sie fast mit Gewalt halb besinnungslos

in den Saal geführt habe, wo sie nach den ersten Begrüßungen sich so

fern vom Licht als möglich gesetzt habe, um den Blicken der Fremden

nicht ausgesetzt zu sein, und allmälig mit Mühe einigermaßen die

Fassung gewonnen habe. Nach einigen Complimenten lenkt der Vetter das

Gespräch auf ihren Bruder. ~„Ma chère cousine je ne Vous ai pas encore

communiqué la joye que j'ai ressentie en trouvant à mon retour ici un

cousin si aimable; on a sujet de Vous féliciter d'un frère si digne

d'être aimé. -- Je suis charmée, Monsieur, que Vous aites convaincu à

présent combien j'avois raison d'être affligée de l'absence de ce frère

chéri; ces trois années ont été bien longues pour moi, je souhaitois

à tout moment son retour. -- Ma sœur, ma sœur, et maintenant que je

suis là personne ne désire de me voir, c'est tout comme si je n'y étois

pas. -- Point de reproches, mon frère, Vous le savez Vous même, que

c'est ne pas là ma faute; Vous êtez toujours occupé et je n'ose Vous

interrompre si souvent que je le voudrois. -- Mais, ma chère cousine,

comment va donc la musique? Vous excelliez déja l'hiver passé, que ne

sera ce maintenant! Oserois-je Vous prier de me faire entendre Vos

nouveaux progrès? je suis sur que ces Messieurs en seront charmés. --

Il faut Vous dire, ma chère, que je me portois mieux à tout moment,

et je commencois à recouvrir toute ma présence d'esprit. Je me levai

d'abord et lorsqu'ils virent que je marchois vers mon clavecin ils se

postèrent tous autour de moi; le cadet se mit de façon à pouvoir me

regarder à son aise pendant que je jouois. Je le surpris quelque fois.

Je fus deconcertée un peu sans savoir pourquoi, je rougissai -- mais,

ma chère, pourquoi me regardoit il aussi? -- cependant j'exécutai assez

bien mon concert. Mon cousin me ramena à ma chaise et en me demandant

ce qu'il devoit faire encore pour m'obliger je le priai de reprendre

sa place, Vous saurez qu'elle étoit vis à vis de moi. -- Je vois à

quoi ça aboutit, s'écriat-il, Vous voulez que je m'éloigne, c'est Vous

Monsieur, dit-il au jeune d'Oldrogg, qu'elle a élu pour être toujours

près d'elle. -- Ah, ma chère, que le cœur me battoit, je ne sus que

dire; le jeune d'Oldrogg étoit en peine pour moi, je le vis à l'émotion

peinte sur son charmant visage. Il me regardoit timidement comme s'il

eut craint de m'offenser. Je ne pouvois me défendre le plaisir de le

contempler, je crus voir mon aimable Harry, je ne sais plus que ce je

pensois alors. -- Mon frère pour donner un tour à la conversation parla

de Leipzig, du tems agréable qu'il y avoit passé et en mème tems il

commença à se plaindre de notre ville, du peu de goût qui y regnoit,

de nos citoyens stupides et enfin il s'émancipa que nos demoiselles

n'étoient pas supportables. Quelle différence entre les filles Saxonnes

et celles d'ici, s'écria-t-il.[195] -- Je lui coupai la parole et

m'adressant à mon aimable voisin, Monsieur, lui dis-je, ce sont ces

reproches, qu'il faut que j'entende touts les jours. Ditez moi, je

Vous prie, si c'est en effet la vérité, que les dames Saxonnes sont

tant supérieures à celles de toute autre nation? -- Je vous assure,

Mademoiselle, que j'ai vu le peu de tems que je suis ici beaucoup

plus de beautés parfaites qu'en Saxe; cependant j'ose Vous dire, ce

qui porte tant Ms. Votre frère pour elles c'est qu'elles possèdent

une certaine grace, un certain air enchanteur -- C'est justement,

interrompit mon frère, cette grace et cet air qui leur manque ici, je

suis d'accord qu'elles sont plus belles, mais à quoi me sert cette

beauté, si elle n'est pas accompagnée de cette douceur infinie, qui

enchante plus que la beauté même? -- Juste ciel, il sonne dix heures,

il faut aller me coucher, je n'ai pas soupée aujourdhui pour pouvoir

Vous dire tout ça. Le cadet prit un congé très poli de moi, il baisa ma

main, la serra à plusieurs reprises, je crus presque qu'il ne vouloit

plus me la rendre. Qu'avoit il besoin de se comporter tellement?

J'envie ces belles dames qu'il a vu ici, n'y auroit il pas une douceur

infinie de plaire à un tel homme? -- Mais pourquoi dis-je cela? Vous

voyez, que le sommeil m'égare.“~

Auch am folgenden Tage erzählt sie von den Brüdern _Olderogge_, daß sie

einige hundert Meilen weit herkämen und nun nach vollendeten Studien

eine große Reise durch Europa machten, daß ihr Bruder den ganzen Tag

mit ihnen sei und daß sie ihn um dies Glück beneide. Dann schreibt sie

am Mittwoch: ~„Messieurs de Oldrogg viendront cet après-midi, je m'en

rejouis -- du moins je verrai encore une fois cet aimable visage, qui a

tant de ressemblance... st, st. -- On m'interrompt -- c'est mon frère,

que va-t-il dire? -- Ah, ma chère, plaignez moi -- tout s'accumule

pour me faire désespérer -- ils partent ce matin -- que ferai-je? --

Si Vous vissiez ma peine, elle est audessus de mes forces -- tous

les plaisirs que je me promets me manquent -- à quoi suis-je encore

reservée? -- Ils passeront par Worms et y logeront à l'empereur Romain

-- Vous les verrez peut-être. -- Mon frère s'en est allé dans ce moment

pour leur dire adieu -- ah! quelle pensée s'offre à mon esprit -- non,

non -- Adieu.“~

Die Leidenschaft, mit welcher sie sich hier ausspricht, ist durch

die Ähnlichkeit des jüngeren _Olderogge_ mit ihrem _Harry_ nicht

vollständig erklärt. Die Abreise des letzteren fällt in die Zeit dieses

Besuches und man fühlt sich fast versucht, die Ruhe, mit welcher sie

dieselbe erträgt, zum Theil auf das für die Freunde des Bruders erregte

Interesse zu schieben. Wenn es gleich begreiflich ist, daß sie in

dieser Zeit ungewöhnlich aufgeregt war, so zeigt sie doch auch sonst

eine ähnliche Reizbarkeit und Unruhe, welche einen tieferen Grund

haben. Die Art, wie sie über die Liebesverhältnisse ihrer Freundinnen

sich äußert, zeigt, wie sehr sie sich mit denselben beschäftigt und in

ihrer Phantasie sich selbst in einer gewissen Weise damit verflicht.

Die feurige Neigung und die treue Anhänglichkeit _Dorvals_ bewundert

sie lebhaft und hebt sie gegen _Lisettes_ Flatterhaftigkeit mit einem

eigenen sympathetischen Gefühl hervor. Etwas Ähnliches tritt in einem

anderen Verhältniß höchst wunderbar hervor.

_Marie_ B., die Tochter eines der reichsten Reformirten, hat sich mit

einem Herrn _St. Albain_ verlobt, einem jungen, schönen Mann, voll

Geist und ernsthafter als man von einem Franzosen erwarten sollte.

Cornelie ist die vertraute Freundin von Marie, und St. Albain aus

diesem Grunde sehr freundlich gegen sie, ja in einer Weise aufmerksam,

daß Marie, wenn sie des Herzens ihres Verlobten nicht ganz sicher

wäre, wohl eifersüchtig werden könnte. ~„Hier au soir il me mena en

carrosse chez moi. Il gardoit longtems le silence, puis tout d'un

coup comme s'il éveilloit d'un songe il me demande avec empressement:

Chère Miss, quand Vous reverrai-je? -- Eh, lui repondis-je en riant,

que Vous importe de me voir. -- Ma aimable Miss, Vous ne savez pas

... Vous ne croyez pas ... que dirai-je? mais non, je ne dirai rien

... Miss, venez Vous demain au bal? -- Non je n'y vais pas, on me l'a

défendu par rapport à ma santé; Miss Marie y ira et cela Vous suffit.

Heureux St. Albain, Vous serez bientôt lié à cette admirable fille, que

désirez Vous de plus? -- Moi? ... rien que ... votre amitié ... me la

promettez Vous? -- Oui, Saint Albain, et voilà ma main pour gage, tant

que Votre charmante épouse m'honorera de son amitié, Vous avez droit

sur la mienne, je Vous estimerai toujours, nous vivrons ensemble, en

amis, nous nous verrons souvent ... Souvent, Miss! est-ce bien vrai?

conservez ses pensées! mais ... Eh bien mais, qu'y a-t-il encore? --

C'est là que la carrosse s'arrêta, il prit ma main. Vous ne viendrez

donc pas au bal? -- Non, Vous dis-je, mais mardi prochain chez Miss

Philippine. -- Adieu donc jusqu'à là, j'y verrais sûrement, n'oubliez

pas Votre promesse. -- Non, non, Saint Albain, je ne l'oublierai pas.

-- Que vouloit-il dire par tout cela, ma chère? Sotte que je suis, il

s'est cru obligé de me faire quelques compliments et voilà tout. Je ne

saurois Vous dire combien je l'estime et combien il mérite de l'être.“~

Auf diesem Ball erhitzt sich _St. Albain_, wird krank und stirbt in

wenig Tagen. Cornelie ist außer sich vor Schmerz über den Tod dieses

liebenswürdigen jungen Mannes, bei dem Gedanken an seine Braut, an

seine Eltern; der Tag, an welchem sie versprochen hatte, ihn in

Gesellschaft zu sehen, ist der Tag seines Begräbnisses. Allmälig wird

sie ruhiger, aber diese ruhige Trauer ist ihr wohlthuend und wird

ihr lange bleiben. Mit großer Überwindung geht sie ins Concert, die

Musik macht keinen Eindruck auf sie, sie denkt nur an St. Albain und

fürchtet, daß man mit ihr von ihm sprechen möge, sie malt sich den

Jammer der trostlosen Braut aus. Zu ihrem Erstaunen tritt diese in

ausgesuchter Trauerkleidung in den Saal, setzt sich in ihre Nähe, und

sie hört die frivolsten Äußerungen von ihr, Trauer habe sie gar nicht

empfunden, sei heiterer als je und verwünsche die düstere Kleidung,

die sie tragen müsse. Sie ist außer sich und verbirgt mit Mühe ihre

Entrüstung, da aller Augen auf sie gerichtet sind; im Innern preist

sie St. Albain glücklich, daß er diese Frau nicht bekommen habe, die

seiner so unwürdig ist, und deren Freundin zu sein sie aufhört, da

sie dieselbe kennt. Später, als jener G. sie im Wagen nach Hause

begleitet, kommt _St. Albain_ ihr ins Gedächtniß. Wenn er an ihrer

Seite wäre! Doch sie hat sich das Wort gegeben, von ihm nicht mehr zu

sprechen.

In allen diesen Zügen spricht sich die tiefe Sehnsucht eines fühlenden

Herzens nach Liebe aus, das innere Bewußtsein, einer treuen und festen

Neigung fähig und bedürftig zu sein, aber auch dieser eigenthümliche

Widerspruch, daß sie an sich selbst zweifelt und dadurch verhindert,

daß dieses Bedürfniß in der Wirklichkeit Befriedigung finde, während

sie sich in phantastische Verhältnisse hineinträumt. Daher die

fortwährende leidenschaftliche Anspannung und Unruhe ihres Gemüths,

welche indeß ihre edle Gesinnung und ihren sittlichen Ernst nie

verdeckt. Nirgends tritt in allen diesen Äußerungen auch nur die

geringste sinnliche Regung hervor, ebensowenig ein Bewußtsein ihrer

überlegenen Geisteskräfte; sie hat nur das schmerzliche Gefühl, daß

sie den Eindruck nicht mache, welcher für ein weibliches Wesen der

natürliche und darum allein befriedigende ist. Aus ihren eigenen

Aufzeichnungen, die auch in dieser Hinsicht eine rührende, ja

großartige Offenheit zeigen, wie aus Goethes Charakteristik ergiebt

sich ein wesentlicher Grund dieser unglücklichen Stimmung: es war

das Gefühl, daß sie durch ihr unschönes Äußere unfähig sei, Liebe

einzuflößen.[196]

„Sie war,“ so beschreibt Goethe seine Schwester, „groß, wohl und zart

gebaut und hatte etwas natürlich würdiges in ihrem Betragen, das in

eine angenehme Weichheit verschmolz. Die Züge ihres Gesichts, weder

bedeutend noch schön, sprachen von einem Wesen, das weder mit sich

einig war noch werden konnte. Ihre Augen waren nicht die schönsten,

die ich jemals sah, aber die tiefsten, hinter denen man am meisten

erwartete, und wenn sie irgend eine Neigung, eine Liebe ausdrückten,

einen Glanz hatten ohne gleichen; und doch war dieser Ausdruck

eigentlich nicht zärtlich, wie der, der aus dem Herzen kommt und

zugleich etwas sehnsüchtiges und verlangendes mit sich führt; dieser

Ausdruck kam aus der Seele, er war voll und reich, er schien nur geben

zu wollen, nicht des Empfangens zu bedürfen.“

„Was ihr Gesicht aber ganz eigentlich entstellte, so daß sie wirklich

manchmal häßlich aussehen konnte, war die Mode jener Zeit, welche nicht

allein die Stirn entblößte, sondern auch alles that, um sie scheinbar

oder wirklich, zufällig oder vorsätzlich zu vergrößern. Da sie nun die

weiblichste, rein gewölbteste Stirn hatte und dabei ein Paar starke

schwarze Augenbraunen und vorliegende Augen; so entstand aus diesen

Verhältnissen ein Contrast, der einen jeden Fremden für den ersten

Augenblick wo nicht abstieß, doch wenigstens nicht anzog. Sie empfand

es früh, und dies Gefühl ward immer peinlicher, je mehr sie in die

Jahre trat, wo beide Geschlechter eine unschuldige Freude empfinden,

sich wechselseitig angenehm zu werden.“

„Niemandem kann seine eigene Gestalt zuwider sein, der häßlichste wie

der Schönste hat das Recht, sich seiner Gegenwart zu freuen; und da

das Wohlwollen verschönt, und sich jedermann mit Wohlwollen im Spiegel

besieht, so kann man behaupten, daß jeder sich auch mit Wohlgefallen

erblicken müsse, selbst wenn er sich dagegen sträuben wollte. Meine

Schwester hatte jedoch eine so entschiedene Anlage zum Verstand, daß

sie hier unmöglich blind und albern sein konnte; sie wußte vielleicht

deutlicher als billig, daß sie hinter ihren Gespielinnen an äußerer

Schönheit sehr weit zurückstehe, ohne zu ihrem Troste zu fühlen, daß

sie ihnen an inneren Vorzügen unendlich überlegen sei.“

Die Zeichnung,[197] welche Goethe von seiner Schwester mit Bleistift

flüchtig auf dem breiten Rand eines Correcturbogens vom Götz,[198]

also im Jahre 1773,[199] entworfen hat, macht uns diese Beschreibung

anschaulich. Die Ähnlichkeit der beiden Geschwister, welche so groß

war, daß man sie in früheren Jahren für Zwillinge halten konnte,[200]

ist unverkennbar, besonders wenn man das im Jahr 1779 von _May_

gemalte Bild Goethes[201] vergleicht. Allein die stark ausgesprochenen

Formen geben dem weiblichen Gesicht etwas Schroffes und Herbes, und

auch dem Ausdruck desselben fehlt Freiheit und Sicherheit. Daß jener

unvortheilhafte Kopfputz mit Recht Goethe so sehr mißfiel, davon kann

man sich nun auch überzeugen.

Wie richtig Goethe seine Schwester beurtheilte, geht aus ihren Briefen

hervor. Wie nahe sie sich auch standen, so daß sie sich gegenseitig

ihre kleinen Herzensangelegenheiten, ihre Liebes- und andere Händel

mittheilten,[202] so ist es nur natürlich, daß das Mädchen gegen ihre

Freundin manches offner aussprach als gegen ihren Bruder. Sie scheut

sich nicht das, was sie selbst mitunter als thörichte Eitelkeit tadelt,

merken zu lassen, den Kummer über ihr unvortheilhaftes Äußere und den

Wunsch zu gefallen (s. S. 239 f. 261 f. 266). Eines Morgens überrascht

ein neu angekommener Resident,[203] der ihrem Vater seinen Besuch

macht, sie bei der Toilette in ihrem Zimmer, das auch als Besuchzimmer

dient; in der äußersten Verlegenheit entfernt sie sich auf eine sehr

ungeschickte Weise. ~„Je repris mes forces en venant dans le froid,

et lorsque je me regardai dans une glace je me vis plus pâle que la

mort. Il faut Vous dire en passant, que rien ne ma va mieux que quand

je rougis ou pâlis par émotion. Tout autre que Vous me croiroit de

la vanité en m'entendant parler ainsi; mais Vous me connoissez trop

pour m'en croire susceptible et cela me suffit.“~ Wenige Tage darauf

sieht sie ihn im Concert, sie findet ihn so liebenswürdig, daß sie ihn

zum Modell wählen würde, wenn sie den Liebesgott malen sollte; dabei

denkt sie an die traurige Figur, welche sie vor ihm gespielt. Sie

hört, wie er mit dem Marquis von _Saint Sever_ sich lebhaft über ein

schönes Mädchen unterhält, die großen Eindruck auf beide gemacht hat.

Glückliches Mädchen! denkt sie. Es ist _Lisette v. Stockum_, deren

Schönheit ihr schon früher die Äußerung entlockt: ~„Quel avantage que

la beauté! elle est préférée aux graces de l'âme.“~ Nachher wendet sich

der Resident auch an sie und unterhält sie artig: nun ist sie glücklich

und zufrieden.

Ein andermal schreibt sie: ~„Je Vous pris de ne plus me faire rougir

par Vos louanges que je ne mérite en aucune façon. Si ce n'étoit pas

Vous, ma chère, j'aurois été un peu piquée de ce que Vous ditez de mon

extérieur, car je pourrois alors le prendre pour de la satire; mais je

sais que c'est la bonté de votre cœur qui exige de Vous de me regarder

ainsi. Cependant mon miroir ne me trompe pas s'il me dit que j'enlaidis

à vue d'œil. Ce ne sont pas là des manières, ma chère enfant, je parle

du fond du cœur et je Vous dis aussi que j'en sois quelquefois pénétrée

de douleur, et que je donnerois tout au monde pour être belle.“~

Sie giebt deshalb auch allen Glauben an ein Glück, das sie durch die

Liebe finden könnte, auf. ~„Qu'en ditez Vous, ma chère, que j'ai

renoncé pour jamais à l'amour. Ne riez pas, je parle sérieusement,

cette passion m'a fait trop souffrir, pour que je ne lui dise pas adieu

de tout mon cœur. Il y eut un tems, où remplie des idées romanesques

je crus qu'un engagement ne pût être parfaitement heureux sans amour

mutuel; mais je suis revenue de ces folies là.“~

Noch herber und mit einer grausamen Kälte gegen sich selbst spricht

sie später ihre Hoffnungslosigkeit aus: ~„Quel don dangereux que la

beauté! je suis charmée de ne pas l'avoir, du moins je ne fais point

de malheureux. C'est une sorte de consolation et cependant si je la

pèse avec le plaisir d'être belle, elle perd tout son mérite. Vous

aurez déja entendue que je fais grand cas des charmes extérieures, mais

peutêtre que Vous ne savez pas encore que je les tiens pour absolument

nécessaires au bonheur de la vie et que je crois pour cela que je ne

serai jamais heureuse. Je Vous expliquerai ce que je pense sur ce

sujet. Il est évident que je ne resterai pas toujours fille, aussi

seroit-ce très ridicule d'en former le projet. Quoi-que j'ai depuis

longtems abandonnée les pensées romanesques du mariage je n'ai jamais

effacée une idée sublime de l'amour conjugal, cet amour, qui selon mon

jugement peut seul rendre une union heureuse. Comment puis-je aspirer

à une telle felicité ne possédant aucun charme qui pût inspirer de la

tendresse. Epouserai-je un mari que je n'aime pas? Cette pensée me fait

horreur et cependant ce sera le seul parti qui me reste, car où trouver

un homme aimable qui pensât à moi? Ne croyez pas, ma chère, que ce soit

grimace; Vous connoissez les replis de mon cœur, je ne Vous cache rien,

et pourquoi le ferois-je?“~

Der Anblick dieser durch eine rücksichtslose Schärfe des Verstandes

über ein leidenschaftliches Herz schwer errungenen Resignation, welche

die hohe Vorstellung von dem wahren Glück der Liebe in ihrer Reinheit

festhält, aber aus Mißtrauen gegen sich selbst es aufgiebt, dasselbe

zu erreichen, ist um so erschütternder, wenn man sich vergegenwärtigt,

wie diese traurige Ahnung später an ihr in Erfüllung gegangen ist. Es

wird hiedurch noch klarer, daß der Grund, weshalb sie in der Ehe mit

_Schlosser_, dem man gewiß keine Ursache hat eine Schuld anzuweisen,

keine Befriedigung fand, tief in ihrer Natur lag, und gewiß hat sie

durch das fortgesetzte strenge Reflectiren über sich selbst die

Fähigkeit sich unbefangen hinzugeben mehr und mehr erstickt. Übrigens

tritt auch die Kränklichkeit, welche später auch ihren gemüthlichen

Zustand so schwer und trübe machte,[204] schon jetzt hervor. Sie klagt

wiederholt über ihre Gesundheit, sie werde hypochonder, bald heftig und

leidenschaftlich, bald stumpf und gleichgültig. Die trübe Stimmung,

welche der allgemeine Grundton dieser Aufzeichnungen ist, spricht sich

in dem aus, was sie an ihrem Geburtstag niederschreibt.

~Mercredi ce 7 Decemb. (1768)~

~C'est aujourd'hui le jour de ma naissance où j'ai dix-*huit ans

accomplis.[205] Ce tems est écoulé comme un songe, et l'avenir passera

de même, avec cette différence qu'ils me restent plus de maux à

éprouver que je n'en ai senti. Je les entrevois.~

Daß Cornelie ihrer Eltern nie erwähnt, ist begreiflich, da sie, wie

Goethe erzählt, gegen den Vater, der sie mit seiner pedantischen

Lehrhaftigkeit plagte und ihr so manche unschuldige Freude verhinderte

und vergällte, die ganze Härte ihres Charakters wandte, zum großen

Kummer ihrer Mutter, der sie aber, wie es scheint, auch nicht nahe

stand.[206] Von dem Bruder ist dagegen, obgleich diese Aufzeichnungen

größtentheils ihre eigensten Angelegenheiten berühren, oft die Rede.

Er war noch leidend von Leipzig zurückgekommen und sein Zustand machte

den Seinigen Sorge.[207] An ihrem Geburtstage (1768) ward er von einer

heftigen Kolik befallen, so daß er die furchtbarsten Schmerzen litt,

vergebens suchte man ihm einige Linderung und Ruhe zu verschaffen; sie

hatte es nicht länger aushalten können, ihn in einem Zustande zu sehen,

der ihr das Herz zerriß, ohne daß sie ihm helfen konnte. Zwei Tage

hielt dieser schreckliche Zustand an, dann wurde er etwas besser, doch

konnte er noch keine Viertelstunde sich aufrecht erhalten; indessen

hofft sie, wenn nur die Schmerzen erst aufhören, werden die Kräfte

sich schon wieder einstellen.[208] Sein Zustand erregt allgemeine

Theilnahme, wo sie sich in Gesellschaft zeigt, drängt alles sich um

sie, Freunde und Freundinnen, um von seinem Befinden Nachricht zu

erhalten. Anfang Januar 1768, da er ganz wieder hergestellt ist, giebt

der Rath _Moritz_,[209] um das frohe Ereigniß zu feiern, ihm eine

Gesellschaft. Allein nicht lange nachher tritt ein neuer Anfall der

Krankheit ein.[210]

Wie die Geschwister alles mit einander theilten, so auch das Interesse

für ihre Freunde. Cornelie theilt ihrem Bruder Briefe von Katharine

Fabricius mit, welche ihm so lebhaftes Interesse einflößen, das er,

ohne sie gesehen zu haben, mit ihr in einen Briefwechsel tritt und

auch für Cornelie die Correspondenz übernimmt; sie überläßt ihm um so

lieber die officiellen Briefe zu schreiben, da sie mit dem Tagebuch

beschäftigt ist, von welchem auch er nichts weiß. Übrigens meint sie,

die Freundin werde gewiß an den Briefen ihres Bruders Freude haben,

und bittet sie ihm zu antworten, dem das zumal in seiner Krankheit

eine angenehme Zerstreuung sei;[211] und an ihren Briefen finde er

solche Gefallen, daß er ihrer jüngeren Schwester, welche ihm einen

Brief von ihr gezeigt, so lange mit Bitten zugesetzt habe, bis sie

ihm denselben überlassen habe. Je näher sie ihn kennen lerne und sein

Betragen beobachte, desto mehr werde sie sich von seiner Aufrichtigkeit

überzeugen und daß er nicht anders spreche als er denke: wie er das

auch von sich selbst sagt.[212] Wiederum vertraut sie ihr auch an, daß

ihr Bruder sich mit seinem Freunde _Müller_ nicht mehr so gut stehe

wie früher; ihre Grundsätze seien zu verschieden, denn die Philosophie

ihres Bruders gründe sich auf Erfahrung, die seinige nur auf Lectüre.

Auch habe er sich bei der Krankheit des Bruders recht kalt benommen,

und sie sehe nun wohl ein, daß seine Principien für das praktische

Leben und die Welt nicht passen. Man sieht daraus, daß Goethe die

Erfahrung, mit welcher ihm Behrisch so viel Noth machte und um die

er sich so große Mühe gab,[213] auch gegen Cornelie geltend machte,

wie er sich denn auch sonst darauf nicht ohne Stolz beruft.[214] Ein

eigenthümlicher Beweis von Goethes Einfluß auf seine Schwester ist

ihre Handschrift. Anfangs ist sie deutlich und fest, aber sehr steif,

allmälig wird sie schlanker, freier und nähert sich der seinigen immer

mehr, mit der sie zuletzt die größte Ähnlichkeit hat. Von seinen

Arbeiten spricht sie leider weniger als man wünschte; er zeichnet ihr

allerliebste Köpfe, von welchen sie der Freundin einige zu schicken

verspricht, er liest ihr alles vor, was er schreibt, und sie hört

ihm mit außerordentlichem Vergnügen zu;[215] da sie schreibt (16.

Nov. 1768), ist er gerade mit einer neuen Komödie beschäftigt. Ob die

_Mitschuldigen_ gemeint sind, an welchen er in Frankfurt fortwährend

besserte,[216] oder die oben (S. 153) erwähnte Farce, oder sonst etwas

anderes -- wer kann das wissen?

Fußnoten:

[176] Werke ~XXI.~ S. 13.

[177] Ihr voller Name war _Cornelie Friederike Christiane_.

[178] Vgl. S. 149.

[179] _Joh. Balth. Kölbele_, ~Dr. jur.~ und Rechtspraktikant, auch

Schriftsteller und Judenbekehrer, starb 1778.

[180] Werke ~XX.~ S. 181.

[181] Werke ~XX.~ S. 139. 143. 150.

[182] Er hieß eigentlich _Schubart_ und kam 1760 nach Paris. Bei Gerber

ist sein Todesjahr falsch 1768 angegeben.

[183] Eckermann Gespr. ~II.~ S. 331.

[184] Werke ~XXII.~ S. 68.

[185] Werke ~XXI.~ S. 17.

[186] Es sind dieselben Mädchen aus der Familie _Gerold_, welche in

Goethes Briefwechsel mit _Hel. Elis. Jacobi_ (S. 9. 11. 14) erwähnt

werden, und von denen einige Cornelie in Emmendingen Gesellschaft

zu leisten pflegten, Werke ~XXII.~ S. 346 (wo der Name _Gerock_ ein

Versehen zu sein scheint.)

[187] Vgl. S. 141 f. 151.

[188] Vgl. S. 98. 139. 208.

[189] Landgraf _Ludwig_ ~VIII.~ von Hessen-Darmstadt starb den 17.

Octob. 1768 (Cornelie schreibt den 19. Oct.). Der zweite Sohn desselben

war Prinz _Georg Wilhelm_, geb. 1722, gest. 1782.

[190] Diese Benennung ~Miss~ kommt sehr häufig vor; ob sie damals durch

die englischen Romane Mode geworden war, oder nur eine Liebhaberei von

Cornelie, weiß ich nicht zu sagen.

[191] Werke ~XXI.~ S. 151.

[192] Werke ~XXI.~ S. 18 ff.

[193] Goethe sagt von ihm: „Er war groß und wohlgebaut, wie sie, nur

noch schlanker; sein Gesicht, klein und eng beisammen, hätte wirklich

hübsch sein können, wäre es durch die Blattern nicht allzusehr

entstellt gewesen; sein Betragen war ruhig, bestimmt, man durfte es

wohl manchmal trocken und kalt nennen; aber sein Herz war voll Güte und

Liebe, seine Seele voll Edelmuth und seine Neigungen so dauernd als

entschieden und gelassen.“

[194] _Johann Georg v. Olderogge_ studirte in Leipzig seit 1764, sein

jüngerer Bruder _Heinrich Wilhelm_ kam ein Jahr später dahin; sie

waren aus Lievland. Goethe erzählt (Werke ~XXI.~ S. 65), daß mehrere

Lievländer zu seiner Tischgesellschaft gehörten.

[195] Vgl. S. 139 f.

[196] Werke ~XXI.~ S. 15 ff. vgl. Eckermann Gespr. ~II.~ S. 331 f.

[197] Sie befand sich im Nachlaß von _Friederike Oeser_.

[198] „Es war mir fast unmöglich, bei meinen Zeichnungen ein gutes,

weißes, völlig reines Papier zu gebrauchen; graue, veraltete, ja schon

von einer Seite beschriebene Blätter reizten mich am meisten, eben als

wenn meine Unfähigkeit sich vor dem Prufstein eines weißen Grundes

gefürchtet hätte.“ Werke ~XXI.~ S. 11.

[199] In diesem Jahr erschien _Götz von Berlichingen_; und am 14.

Novemb. 1773 reisten die kurz vorher vermählten _Schlossers_ von

Frankfurt ab, Goethes Briefw. m. Jacobi, S. 12.

[200] Werke ~XXI.~ S. 14.

[201] Briefe an Merck ~I.~ S. 169.

[202] Briefe ~XXII.~ S. 127.

[203] _Friedr. Sam. v. Schmidt_, Herr zu _Rossan_ und _Hullhausen_,

wurde den 14. Nov. 1768 zum Residenten für Baden-Durlach ernannt

(Fichard, Frankfurt. Archiv ~II.~ S. 362); der Besuch fand am 11. Dec.

Statt.

[204] Vergl. die Briefe von Cornelie in den Briefen an die Gr.

Stolberg. S. 139 ff. an Frau v. Stein ~I.~ S. 41. 66.

[205] Nicolovius giebt den 8. Decbr. als ihren Geburtstag an (J.G.

Schlosser S. 36). Sie war ein Jahr jünger als Goethe, Werke ~XX.~ S. 77.

[206] Werke ~XXI.~ S. 150.

[207] Vgl. S. 69. 120. 146.

[208] „Eine gestörte und man dürfte wohl sagen für gewisse Momente

vernichtete Verdauung brachte solche Symptome hervor, daß ich unter

großen Beängstigungen das Leben zu verlieren glaubte und keine

angewandten Mittel weiter etwas fruchten wollten.“ Werke ~XXI.~ S. 156

f. Vgl. oben S. 76 f.

[209] Werke ~XX.~ S. 135 f. ~XXII.~ S. 229 f. Reliquien der Frl. v.

Klettenberg S. 244 f.

[210] Vgl. S. 80. 153.

[211] Vgl. S. 159.

[212] Vgl. S. 164.

[213] Werke ~XXI.~ S. 111 ff.

[214] Vgl. S. 163.

[215] Werke ~XXII.~ S. 128. 149.

[216] Werke ~XXI.~ S. 165 f.

Goethes Briefe an Friedrich Rochlitz.

Goethes Briefe an Leipziger Freunde · 第 105 / 214 题