»Ach! Wo sind sie denn nun?«
»Verschwunden. Er hat sie weggetragen.«
»Gott sei gelobt!«
»Das sei er! Es giebt also doch noch --« Findungen in der Welt, wollte
Georg schließen, als ihm in seinem Stuhl der Entschlafene erschien.
»Aber,« sagte er leiser, »unser alter Birnbaum ist hier eben gestorben.«
Sie streckte die Hand aus, gab aber keinen Laut von sich. Auch als Georg
auf sie zutrat, um sie in die Arme zu schließen, bewegte sie sich nicht.
»Das war der Letzte!« sagte sie nach einer Weile, -- wohl im Gedanken an
andere Tote. Sie hielt die Augen geschlossen.
»Ja, dann bringe mich bitte --« Sie verstummte, machte eine abwehrende
Bewegung und sagte: »Aber ich kann ihn ja nicht sehn«, und trat weg von
Georg.
In der Tür erschien Egloffstein, zeigte sich Georg und verschwand, zur
Meldung, daß angerichtet sei.
Keiner sagte etwas. Georg sah eine einzelne Träne an den Wimpern des
Mädchens hängen, wartete noch Sekunden und sagte dann: »Egloffstein
meldet, daß angerichtet ist.«
Da wandte sie sich zu ihm, kam mit niedergeschlagenen Augen und ließ
sich an seine Brust ziehn. Sie blieb so lange Zeit ohne Bewegung, hob
dann den Kopf, und Georg sah sie blind und seltsam in eine ewige Ferne
lächeln. Sie sprach wie im Traum: »Irgendwo -- irgendwo -- sind sie Alle
wieder beisammen.«