»Wenn er soweit -- ist ...«
»Nein, Erasmus!« jammerte sie, »nein, nein!«
»Dann will ich ihm sagen -- dein Vater -- ist --«
»Nein, du tötest uns, Erasmus, nein!«
»Mörder --«
»Du bist es ja nicht! Lieber, Lieber! du bist es ja nicht!« klagte sie.
»Und dann -- -- wenn ers -- erträgt ... Wenn -- ich -- einen Sohn --
habe --« sagte er langsam, »der es -- erträgt, dann -- ist es gut.«
Er sank an ihr nieder, erschöpft, sein Gesicht fiel auf den Bettrand,
und sie saß leise weinend daneben, mit der Hand über sein feuchtes Haar
streichend, und verstand, daß es so sein mußte. Es sei denn, das Leben
selber brauchte seine Gewalt.
Er stand von den Knien auf, wandte sich ab und ging zum Fenster, wo
seine Gestalt den schmalen Raum ganz verdunkelte. Aber draußen war
Helle, und Renate konnte aus ferner Höhe die leise Drosselstimme der
Kindheit schlagen hören, friedfertig in Pausen, durch die Stille.
Es war Charfreitag; Ostern stand bevor.