am 9. April
In der Nacht träumte mir, daß ich in mein Zimmer kam, das schon voll von
Koffern und Taschen war, und ein Mensch, den ich dann als Josef
erkannte, war dabei, einen großen Koffer zu schließen. Auf meine Frage,
ob alles fertig sei, richtete er sich auf und sagte: Ja, soll dein Onkel
denn hierbleiben? Was ich geantwortet habe, ist mir entfallen, aber da
er hinausging, muß ich angenommen haben, daß er Onkel holen wollte, und
ich wartete, aber er kam nicht wieder. Endlich wurde mir ängstlich zu
Sinne, ich ging hinaus, da war draußen alles finster, ich tastete mich
an der Wand hin, furchtsam, ich könnte die Treppe verfehlen und
abstürzen. Da kam aus einer Türe Erasmus mit einem Licht und sagte,
indem er mich geheimnisvoll ansah: Einer von uns muß hierbleiben ...
Davon erwachte ich mit einem Schrecken, machte gleich Licht, die Uhr
stand auf ein Viertel nach vier. Plötzlich wußte ich, daß ich nach Onkel
zu sehn hatte; ich glaube wohl, daß ich schon alles wußte, und als ich
in seinem Zimmer war und Licht machte, lag er in dem Schlaf, aus dem er
nicht mehr erwachen wird.
Sanft war es gekommen, das Ende. Kein Ende, nein, nur ein schmerzloser
Übergang von Schlaf zu Schlaf. Auf seinem Gesicht, so rein, daß ich
nicht weinen konnte, stand zu lesen, daß es nichts als eine wunderbare
Vertauschung gewesen ist.