FUSSNOTEN:

[1] ~Unicuique dedit vitium natura creato. Catull.~ II. 18.

[2] Das so oft vorkommende Wort Araber kann keinen Anstoß geben. Man

nennt Araber, die arabisch sprechen, Deutsche, die deutsch reden, und

auch die Schweizer heißen zum Theile Deutsche. Die arabische Sprache

herrscht aber nicht bloß in Arabien, sondern auch in Syrien und im

ganzen Norden von Afrika. Darum wird der Egypzier so oft Araber genannt.

[3] ~_Prosperi Alpini_ medicina Aegyptiorum. Editio nova. L. B.,

officina Boutesteinia, 1719.~

[4] Da ich eine genauere Beschreibung der Krankenhäuser für das größere

Publikum nicht berechnen durfte, so übersandte ich sie dem Herausgeber

der schweizerischen Zeitschrift für Natur- und Heilkunde, (Heilbronn

bei Drechsler), Herrn Professor +von Pommer+, wo auch andere auf der

Reise gesammelte medizinische Kleinigkeiten aus meiner Feder sich

finden. S. II. Band 2. Heft S. 314 ff., III. Bd. 1. Heft S. 130 ff.,

und III. Bd. 3. Heft S. 435 ff.

[5] Er erlag der Pest in der pestfreien Zeit, wenigstens in einer

Zeit, da die Europäer keine Vorsichtsmaßregeln gegen die Pest nahmen.

Die Nachricht seines Ablebens erhielt ich, nachdem ich schon von

Alexandrien abgereist war. Vierzehn Tage vorher drückte ich die Hand

des wackern Landsmannes, Herrn +Wehrli+, wenn ich nicht irre, aus dem

Kanton Aargau.

[6] „~... ut a propinquarum urbium plebe verri sibi vias, et conspergi

propter pulverem exigeret.~“ +Suetonius+ aus dem Leben +Caligula’s+

(XLIII).

[7] „Ich wagte nicht“, sagt ~Dr.~ +Jakob Röser+ (224), „in die Höhlen

zu kriechen, theils wegen meines Uebelbefindens, von dem ich noch nicht

ganz frei war, theils der Schlangen und des Ungeziefers wegen, das sich

häufig darin aufhält.“

[8] Ich kenne im Deutschen kein Wort für den morgenländischen Sitz mit

kreuzweise über einander geschlagenen Beinen. Um kurz zu reden, wählte

ich +hocken+; +von Prokesch+ schreibt +hockern+. Wenn die Leute, zumal

häufig die Weiber, +eigentlich+ kauerten, oder mit aufgehobenen Knieen

saßen, so will ich mich auch so ausdrücken. +Hocken+ klingt für die

Abendländer freilich niedrig; aber es wäre für diese auch nicht fein,

schneidermäßig hinzusitzen.

[9] Um der Wahrheit nichts zu vergeben, finde ich mich zu der

für mich unangenehmen Bemerkung verpflichtet, daß die an einem

Tage zurückgelegten Ortschaften nur für dasjenige Ufer eigentlich

verläßlich sind, wo wir ankehrten, weil ich damals der Sache nicht

genug Aufmerksamkeit schenkte, um zugleich den Namen des Ortes am

anderseitigen Ufer zu erfragen, welcher dem Uebernachtungsplatze am

nächsten lag. Meine Ortsnamen weichen hin und wieder von denen des

+von Prokesch+ ab, indem ich der verbessernden Hülfe des französischen

Dragoman vertraute. Wenn z. B. eine Dorfschaft nicht wieder in diesem

Verzeichnisse aufgeführt wird, so muß der Grund darin gesucht werden,

daß sie seit +von Prokeschs+ Nilfahrt verschwunden ist. Müssen im

Abendlande außerordentliche Umstände zusammenfließen, bis ein Dorf

der Erde gleich wird, so ist es in Egypten anders, wo das furchtbare

Szepter des Wütherichs am Haare der Laune hängt, und die leichtfertige

Hand der Landesknechte sich Schwalbennester baut. Wer auf eine

richtigere Aussprache der Ortsnamen einiges Gewicht legen möchte,

findet die Zeichen im folgenden, von mir herausgegebenen Werke erklärt:

+Appenzellischer Sprachschatz.+ Zürich, 1837, bei Orell, Füßli und

Comp. S. XXVI. und XXVII.

[10] Die Hütten, noch aus Alexandrien in frischem Andenken, erwähne

ich nicht. Die Gelehrten des französischen Feldzuges zählten in Kairo

zwei und dreißig mit Hütten besetzte Plätze (Hôsch, ~place avec des

cahutes~).

[11] Nach den Gelehrten des französischen Feldzuges hatte Kairo 233

mohammetanische Großkirchen (Gâma’), 158 Kleinkirchen (Kapellen,

Sâuyeh), 27 christliche Kirchen (in Alt- und Großkairo), 10 Synagogen,

45 Hauptbäder, 171 Außen- und Binnenpforten.

[12] Die Gelehrten des französischen Feldzuges geben, ohne eine

zertrümmerte Moschee zu rechnen, der Burg allein sieben Gâma’, nämlich:

Gâma’ Tâg el-Dyn, Gâma’ el-Schâryeh, Gâma’ el-Dahâysche, Gâma’ sultân

Kalaun, Gâma’ el-A’ssab, Gâma’ el-Moyed, Gâma’ el-Mustafâujeh.

~Description de l’Égypte, 2. édit. Tome XVIII. (E. M.) 2. part. Paris,

Panckoucke, 1829. Pag. 288. sqq.~

[13] Schweizerisch +Buffert+.

[14] Die Gelehrten des französischen Feldzuges zählten über

achtunddreißig.

[15] Früher gab es sogenannte +Santone+ (Heilige), welche fadennackend

auf Pferden herumritten. Es ist nicht lange her, daß der Vizekönig

sie in ein Versorgungshaus schickte, und so begegnet der ärgerliche

Auftritt nicht mehr.

[16] +Salomo Schweigger+ fragte in Konstantinopel nach dem Grunde

dieses „Schöpfleins.“ Es ward ihm geantwortet, daß, wenn der Moslim

dem Feinde zu Theil werde, und um das Haupt komme, alsdann der Kopf am

Haarbüschel gefaßt, und ihm nicht mit der Hand in den Maulkorb (Mund)

gegriffen werde, die ihn verunreinigen würde.

[17] Es ist bekannt, daß es in Egypten Oefen gibt, worin die Hühnereier

ausgebrütet werden. Es verdrießt mich, keinen gesehen zu haben. Hundert

eben aus dem Ei gekrochene Küchelchen gelten drei bis vier Piaster

(höchstens einen Reichsgulden) bei Kairo. Zur Brütung gehört Wärme

überhaupt. Die Hühnerwärme ist nicht unerläßlich. Als +Livia+, die

Mutter des +Tiberius+, ein Kind unter ihrem Herzen trug, wollte sie

durch verschiedene Wahrzeichen erfahren, ob es ein Knäbchen sei. Von

einer Bruthenne nahm sie auch ein Ei, erwärmte dieses bald mit ihrer

Hand, bald mit derjenigen ihrer Zofen, so lange, bis ein Küchelchen mit

einem ausgezeichneten Kamme herausschlüpfte.

[18] Die Gelehrten des französischen Feldzuges zählten 120 Zisternen.

Der obere Stock dieser Wassergebäude nimmt gewöhnlich eine Freischule

ein. Es waren nach einer Beschreibung von Alt-Kairo aus dem

sechszehnten Jahrhunderte in dieser Stadt bei 8000 Menschen, die

allein mit Kameelen Wasser von dem Nil in dieselbe schafften, um es zu

verkaufen, wovon der größere Theil dazu diente, die Gassen zu benetzen,

und dadurch den Staub niederzuschlagen.

[19] Man mag eine Stelle des +Juvenal+ (_Jun. Juvenalis sat._ II.

~v.~ 19) beliebig mit der Bajadere in Verbindung bringen. Von den

aufrichtigen Sündern redend, fährt er fort:

~Sed pejores, qui talia verbis

Herculis invadunt et de virtute loquuti

Clunem agitant.~

[20] Später kehrte +Enfantin+ wieder nach Frankreich zurück.

[21] Sie gehörten dem protestantischen Missionariate. Es wurden

ungemein wenig abgesetzt. Ich sah einmal einen vorübergehenden

Mohammetaner anhalten und eine Bibel aufschlagen; kaum schielte er den

Titel recht an, als er sie wieder aus der Hand legte.

[22] Der Mann starb auf einer Kurreise nach Oberegypten im Jahr 1837.

[23] Die Gelehrten des französischen Feldzuges rechneten sechszehn

Leichenfelder auf das Innere der Stadt. Die Franken werden in Altkairo

begraben.

[24] Der Leser darf der Bezeichnung des armenischen und griechischen

Klosters nicht mehr trauen, als ich selbst traue, +unter der Leitung

eines Arabers+. Im griechischen Kloster schon wollte er mich im

koptischen wissen. Hier gelang es nicht, mich zu täuschen, da ich

nichts einer Höhle ähnliches erkannte. Am armenischen und griechischen

Kloster liegt indessen sehr wenig, und am koptischen Alles; letzteres

aber zu bezweifeln, wäre Zweifelsucht.

[25] Die Schriftsteller verlegen den Anfang des Nilwachses in ein

wenig verschiedene Zeitpunkte; in den ersten Neumond nach dem längsten

Tag +Plinius+, in den sechszehnten Tag nach demselben die offizielle

Mittheilung des französischen Feldzuges, in den 5. Junius +Alpinus+,

in den 19. +Volney+, in das Ende vom Junius +Rifaud+. +Alpinus+

erzählte von sehr interessanten Versuchen, um nach gewissen Zeichen

vorauszusagen, wie hoch der Nilstrom steigen werde.

[26] Auch die Bibel hat uns das Andenken dieser Stadt bewahrt. Wir

lesen aus dem 1. Buche +Moses+ im 45. Verse des 41. Kapitels, daß der

egyptische König oder Pharao dem Statthalter +Josef+, +Jakobs+ Sohn,

+Aseneth+, die Tochter +Potiphars+, eines Priesters zu Heliopolis

(Sonnenstadt), zum Weibe gab.

[27] Ich gebe zu, daß ich hier, wie weiter unten, in Schreibung der

Namen vielleicht fehle; allein auch dieses Fehlen wird von Werth sein;

denn ich verließ mich auf einen als Apotheker Angestellten, und so

läßt sich dann mehr und minder beurtheilen, auf welcher Stufe von

Kenntnissen dergleichen hochgestellte Männer bei Abusabel stehen.

[28] Der Reisende, sagt ~Dr.~ +Röser+, wird durch das ihn umschwärmende

und gefährliche Beduinengesindel, die mit Keulen und Pistolen bewaffnet

sind, von der ernsten und ruhigen Betrachtung abgezogen, daher Jedem,

der die Pyramiden besuchen will, zahlreiche Gesellschaft und Vorsicht

anzurathen ist; denn es ist bekannt, daß dies arme, nackte Volk wegen

einer Kleinigkeit einen Menschen todtschlägt.

[29] Wie hoch die Aerzte aus der Abusabler-Schule gewerthet werden,

erhellt schon daraus, daß man einem Europäer, welcher von der Medizin

rein nichts versteht, einen solchen Arzt unterordnet.

[30] Auf arabisch +Abu+, Vater. Sobald der Araber Vater eines Sohnes

ist, so wird er nach dem Namen desselben geheißen. Hatte bei uns der

Vater einen Sohn mit Namen Wilhelm, so wurde der Araber im bessern Tone

erstern nie anders, als +Vater Wilhelms+ heißen.

Lustreise ins Morgenland, Erster Theil (von 2) · 第 11 / 11 题