F. v. Bodelschwingh, =p. em.=”
Zugleich mit der Hoffnung, dem armen unglücklichen Kongo mit den
Sendboten von Bethel aus noch dienen zu können, kam es bei dem
Gedanken an die Neugestaltung der Kasernen wie ein letztes frohes
Abendleuchten über den geliebten Vater. „Sechs Jahre”, sagte er,
„möchte ich noch leben, dann habe ich die Sache durch.” -- Doch
wenige Tage darauf trugen wir ihn zu seiner letzten irdischen Ruhe.
Ein Offizier aber, mit dem Vater über die Frage der Einzelquartiere
in den Kasernen Briefe gewechselt hatte, schrieb: „Es kennzeichnet
das Wesen des unvergleichlichen Mannes, daß seine letzte Sorge den
Soldaten galt. Die Frage der Einzelquartiere für die Soldaten, so
hoffe ich, geht nicht verloren. Wer das Wesen der militärischen
Ausbildung in der Charakterbildung des Mannes sieht, muß Feuer und
Flamme dafür sein.”
Das letzte Lebensjahr.
Es war einsamer und einsamer um Vater geworden, Stöcker, Siebold,
Kuhlo, Schmalenbach, die ihm durch Freundschaft und Verwandtschaft
des Geistes besonders nahe gestanden hatten, waren vor ihm
abgerufen. Nur der alte Generalsuperintendent Braun blieb als der
letzte übrig. Schwer leidend, mit zerriebenen Nerven, hatte er sich
schließlich, Vaters unaufhörlichem Locken folgend, von Berlin nach
Bethel zurückgezogen, wo ihm Vater am Waldrande ein Häuschen bauen
ließ, so wie vorher schon Siebold, Kuhlo und die Familie
Schmalenbach ein solches Häuschen bezogen hatten.
1907 war Stöcker noch einmal zu uns gekommen, und die beiden
Kämpfer, die mit zunehmendem Alter einander immer näher gerückt
waren, hatten sich für die letzte noch vor ihnen liegende
Lebensarbeit miteinander im Glauben gestärkt -- „Stöcker,” wie
einer, der beiden nahe stand, schrieb, „der Mann Gottes, der mehr
gearbeitet hat als sie alle und über solcher Arbeit fast müde
geworden ist, Vater, das Kind Gottes, dem Barmherzigkeit widerfahren
ist (2. Kor. 4, 1) und das darum nicht müde werden kann.” Vergeblich
hatte sich Stöcker von Vater bitten lassen, er möchte doch seinem
treuesten Freunde aus der Berliner Zeit, Pastor Kuhlo vom
Elisabethkrankenhaus, folgen und den Rest seiner Fahrt in Bethel
endigen; er konnte sich nicht entschließen, Berlin zu verlassen.
Der alte Pastor Siebold hatte schon im Jahre 1894 Schildesche mit Bethel
vertauscht und war, achtzig Jahre alt, noch Vaters Hilfsprediger
geworden, indem er ihm in unablässiger Bereitwilligkeit Stunden und
Krankenbesuche abnahm. Als es dann zum Sterben ging, hatten die beiden
in fast kindlicher Heiterkeit sich der Ewigkeit gefreut. Vater konnte
sich kaum trennen von dem Bett des Sterbenden. „Bruder,” sagte er,
„was stirbst du fein!”
Schmalenbach hatte bis zur letzten Faser seiner Kraft in seinem
geliebten Mennighüffen ausgehalten. Er war nach Volkenings Tode die
überragende Gestalt des Ravensberger Landes geworden und hatte mit Wort
und Feder am tiefsten auf die Gemüter gewirkt. Fast ängstlich hatte er
manchmal nach dem „Berge Zion”, wie er der auf dem Berge gelegenen
Zionskirche wegen die Bethelgemeinde nannte, hinübergeblickt,
ob nicht durch die dort sich dehnende Arbeit die Schultern des
Minden-Ravensberger Volkes überlastet würden. Besonders seit dem Beginn
unserer ostafrikanischen Arbeit war er, der das Ravensberger Land in
wachsendem Maße dem Dienst der Barmer Mission zugeführt hatte, noch
zurückhaltender geworden als vorher. Aber namentlich Budde hatte immer
wieder dafür gesorgt, daß die Fäden hinüber und herüber nicht zerrissen.
Als dann die Kräfte Schmalenbachs zusammenbrachen, holte unser ältester
Bruder ihn nach Bethel herüber. Seine Familie folgte ihm, und Vater
konnte noch an dem Lager des Sterbenden knien, der ihm wie ein ernster,
stiller älterer Bruder gewesen war.
Die Übersiedelung des alten Pastors Kuhlo von seinem langjährigen
Berliner Arbeitsfelde nach Bethel warf noch einen besonderen
Sonnenstrahl auf Vaters Lebensweg. Zu ihm hatte er sich, sooft er in
die Unruhe Berlins untertauchen mußte, mehr als zu irgend sonst
jemand hingezogen gefühlt, und der tiefe Gottesfriede, der von der
geheiligten Natürlichkeit Kuhlos ausging, war namentlich in den
Zeiten, wo Vater als Abgeordneter je und je in seinem Stübchen im
Berliner Hospiz krank gelegen hatte, seine große Erquickung gewesen.
Ganz in der Stille hatte sich Vater dort auch einmal vom alten Kuhlo
das heilige Abendmahl reichen lassen. Ein Jahr noch genoß Kuhlo mit
seinen beiden Töchtern sein kleines mit ganz besonderer Liebe
gebautes Waldhaus. Dann mußte Vater auch ihm das letzte irdische
Geleite geben.
Aber es lag nichts Wehleidiges in der Trauer, mit der er seinen
voraneilenden Freunden und Mitarbeitern nachsah. Die Einsamkeit, in
der ihn seine Freunde zurückließen, sah er immer wieder voll
Dankbarkeit sich füllen mit neu nachdrängenden Gestalten, die bereit
waren, in die Lücken zu treten. Sein kindlicher Glaube hatte ihn
jung erhalten, sodaß er sich auch unter den jüngeren Kräften und
Mitarbeitern wohl fühlte, ja wie der jüngste, heiterste und
arbeitseifrigste unter ihnen war.
Aber das auch für ihn näher rückende Ende hatte er dabei nicht aus
dem Auge verloren, zumal sein Blasenleiden, das ihn seit dem Jahre
1899 nicht verlassen und ihm keine einzige ungestörte Nachtruhe mehr
erlaubt hatte, ein unablässiger Mahner geworden war. Wem sollte er
die Arbeit übergeben?
Seine drei Söhne hatten alle den Wunsch gehabt, außerhalb der
Anstalt, sei es im Dienst der heimatlichen Kirche, sei es im Dienst
der Mission, ihre Arbeit zu tun, und alle hatten auch zeitweilig
einen solchen Dienst versehen. Aber schließlich hatte der Gehorsam
gegen die Bitten des Vaters und das Verlangen, seine Kraft zu
stützen und zu erhalten, sie einen nach dem andern in die Arbeit von
Bethel zurückgeführt. Schon im Jahre 1896 war unser ältester Bruder
in die Arbeit des Diakonissenhauses eingetreten und hatte
schließlich dessen Leitung übernommen. 1904 war unser jüngster
Bruder gefolgt, war auf allen Gebieten der vielgestaltigen Arbeit
Vaters Gehilfe und von der Zeit ab, wo Vater in das Abgeordnetenhaus
eintrat, sein verantwortlicher Vertreter geworden. Schließlich als
Vater den Abschluß seiner Laufbahn herannahen fühlte, hatte er den
Vorstand gebeten: „Gebt einem alten sterbenden Mann seinen Jungen
wieder!” So war auch ich schnell, meine Gemeindearbeit in andere
Hände legend, mit Frau und Kindern solcher Bitte gefolgt, um mit
unserer Schwester zugleich den Vater während seines letzten
Lebensjahres zu umgeben.
Immer wieder hatten wir Kinder Vater gebeten, sich nach einem Mann
umzusehen, dem er noch bei seinen Lebzeiten die Leitung der
Gesamtarbeit übergeben könnte. Und er hatte auch unablässig seinen
Blick durch das gesamte Vaterland schweifen lassen, ob sich ihm
solch eine Persönlichkeit zeigte oder zur Verfügung stellte.
Wieder und wieder hatte sich sein Auge auf den Superintendenten
Holzhausen in Freiburg an der Unstrut gelenkt, den er im Jahre 1903
kennen gelernt hatte, als ihn eine Feier zum Gedächtnis der bei
Freiburg im Oktober 1813 gefallenen und verwundeten Yorckschen
Jäger, unter denen sich auch sein Vater befunden hatte, ins
Unstruttal führte. Die urwüchsige Herzlichkeit, der kindliche tiefe
Glaube, die große Arbeitsfreudigkeit und der väterliche und
kameradschaftliche Sinn, die in Holzhausen vereinigt waren, hatten
Vater ungemein angezogen. In ihm glaubte er wirklich einen Vater
seiner Gemeinde gefunden zu haben. Mehrmals reiste er zu ihm und
legte ihm in vertraulichstem Gespräch die ganze Aufgabe ans Herz.
Aber Holzhausen konnte sich nicht entschließen. Eine andere
Persönlichkeit zeigte sich nicht.
So gab Vater allmählich den Gedanken auf, von auswärts eine neue
Kraft zu berufen. Mehr und mehr glaubte er in den Persönlichkeiten,
wie sie allmählich in die Arbeit hineingewachsen waren, diejenigen
sehen zu sollen, die zur Fortführung des Werkes berufen waren. So
stärkte er unserm Bruder Friedrich den Mut, die Verantwortung für
die Gesamtleitung, die er bis dahin schon als Vertreter des Vaters
getragen hatte, auch nach seinem Abscheiden auf sich zu nehmen,
während alle andern als seine Mitarbeiter auf ihrem Posten bleiben
sollten.
Waren diese Gedanken auch noch nicht öffentlich ausgesprochen und im
einzelnen festgelegt, so waren sie doch mehr und mehr das
selbstverständliche Eigentum der ganzen Gemeinde geworden, sodaß
sowohl Vater wie die Gemeinde ohne quälende Unruhe in die Zukunft
blickten. Mit zitterndem Herzen freilich beobachteten wir, wie in
den ersten Monaten des Jahres 1909 sich die frischen Farben auf dem
Angesicht des geliebten Vaters verloren und sein sonst so munterer
Schritt mühsam und schleppend wurde. Aber als dann am 19. April die
Nachricht die Anstalt durcheilte, daß Vater, der am Tage vorher noch
mit letzter Kraft 47 Schwestern eingesegnet hatte, von einem
Schlaganfall getroffen sei, da gab es wohl überall eine schmerzliche
Bewegung, doch kein ungläubiges Erschrecken. Die Gemeinde war
bereit, das Opfer zu bringen, wenn es gefordert wurde, und war ohne
Erschrecken, weil sie wußte, daß Vater bei Zeiten das Haus seiner
ganzen Anstaltsfamilie bestellt hatte.
Doch noch ging es nicht zum Sterben. Vielmehr gab es noch ein ganzes
Jahr stillen Abendfriedens, dessen Glanz vielen zur tiefsten
Erquickung wurde. Die Zunge war durch den Schlaganfall gelähmt. Aber
sofort setzte Vater seine ganze Energie daran, über die Sprache
wieder Herr zu werden. Er übte so lange, bis ein Laut nach dem
andern wieder deutlich wurde, sodaß seine Stimme allmählich die
volle Verständlichkeit wiedergewann.
Ende Mai konnten wir ihn noch einmal nach Wildungen bringen, wo er
sich unter der mütterlichen Pflege der Witwe =Dr.= Thilenius und
seines ärztlichen Freundes Geheimrat Marc in den letzten Jahren
immer wieder so wohl gefühlt hatte. Die kleinen Wege zum Brunnen
konnte er zu Fuß machen, und im Rollstuhl fuhren wir ihn weit hinaus
in die stillen Wald- und Wiesentäler.
Dazu wurden bald wieder die gewohnten Arbeitsstunden aufgenommen.
Sie galten namentlich den Brüdern von der Landstraße, deren Sache in
einem ausführlichen Aufsatz, der zugleich den Stoff zu einem
Volksfamilienabend bieten sollte, noch einmal verfochten wurde. In
jene Tage fiel auch der Besuch der englischen Kirchenmänner in
Bethel, die Vater in einem längeren Schreiben begrüßte. Ende Juni
siedelten wir dann nach Eckardtsheim über, wo die Hauseltern
Biermann im stillen Eichhof das Quartier bereitet hatten. Sinnend
saß Vater am Fenster, als wir von Paderborn her in die Senne
hineinfuhren. „Was ist aus der Wüste geworden!” sagte er still vor
sich hin im Gedanken an die ersten Anfänge in der wilden Heide von
Wilhelmsdorf. Bald der eine, bald der andere kam von Bethel
heraufgewandert, um hier in der wohltuenden Einsamkeit mit Vater
zusammen zu sein. Und nachmittags wurden im Rollstuhl die Fahrten in
die Niederlassungen von Eckardtsheim unternommen. Die einzelnen
Häuser der Epileptischen, der Trinker, der Kolonisten, der
Lungenkranken, der Geisteskranken, auch der Familien der Pfleger und
Handwerker wurden nacheinander aufgesucht, vor allem und immer
wieder der nahegelegene Fichtenhof mit seinen Fürsorgezöglingen, an
deren frischem Gesang sich Vater nicht satt hören konnte.
Einmal stand er unter den jungen Burschen, fragte sie der Reihe nach
nach Namen und Heimat und legte dabei einem, wie es gelegentlich seine
Art war, wie zum Segen die Hand auf den Kopf. Es war einer der wildesten
Jungen. Nach einigen Tagen war er verschwunden. Alles Nachforschen war
vergeblich, bis nach längerer Zeit aus Böhmen ein Brief kam: „Sucht
nicht mehr nach mir, ich komme nicht wieder. Aber seid ohne Sorge um
mich, der alte Bodelschwingh hat mich gesegnet.” Wieder und wieder kamen
Lebenszeichen von dem jungen Burschen, aus denen hervorging, daß er sich
in der Tat in der Fremde aufrechthielt. Schließlich meldete er, daß er
in das österreichische Heer eingetreten sei. Noch bis zum Jahre 1916
drang hier und da von dem östlichen Kriegsschauplatz ein kurzes Wort
durch, bis auch über diesen Lebenslauf sich die Stille deckte, durch
die der Krieg so manches junge Leben geendet hat.
Der Führer des Rollstuhls bei diesen Fahrten in die Sennehäuser war
der treue Bruder Liebusch. Er hatte ursprünglich Theologie studiert,
aber wegen nervöser Schwäche das Studium aufgeben müssen und war
schließlich in die Krankenpflege von Bethel eingetreten, in der sich
seine Kräfte allmählich hoben, sodaß er einige Jahre in der
afrikanischen Heilstätte für Geisteskranke in Lutindi mithelfen
konnte. Doch hatten die Kräfte dort aufs neue versagt, sodaß er
Afrika verlassen mußte und jahraus, jahrein in hingebendster Weise
bald da, bald dort in Bethel Aushilfsdienste tat. Aber seine Seele
hing an der afrikanischen Arbeit. Sooft Vater während der
Rollstuhlfahrten dieses Thema anschnitt, quoll das ganze Herz des
treuen Liebusch über. Er vergaß darüber Weg und Steg, und einige
Male war es drauf und dran, daß er Vater in den Graben gefahren
hätte. Aber gerade das machte Vater Freude, weil es ihm das
sicherste Zeichen der inneren Glut des Mannes war.
Schon lange hatte er sich nach einer neuen Hilfe für den einsamen
Bokermann und seine schwarzen Geisteskranken umgesehen. Jetzt reifte
in ihm der Entschluß, Liebusch noch einmal hinauszusenden. Fortan
ging Liebusch in Sprüngen. Seine tiefste Herzenssehnsucht, die er
bis dahin nicht auszusprechen gewagt hatte, sollte sich noch einmal
erfüllen.
Segnend legte ihm Vater zum Abschied vor versammelter Gemeinde die
Hände auf: „Zieh in Frieden deine Pfade!” Nie ist irgend einer von
uns Missionsarbeitern in Afrika mit solchem Jubel empfangen worden
wie Bruder Liebusch. Freilich nur für ein kurzes Arbeitsjahr. Dann
überfiel ihn ein heftiges Fieber. Bewußtlos trugen ihn seine treuen
Schwarzen an die Bahn hinunter; während der Fahrt nach Tanga starb
er. Unter den rauschenden Palmen haben wir an seinem Grabe
gestanden. Ist er zu früh, ist er umsonst gestorben? Vater rechnete
nicht so.
Ende August waren wir aus Eckardtsheim nach Bethel zurückgekehrt.
Der letzte Herbst und Winter brach an. Eine wunderbare Stille lag
über diesen letzten Monaten. Aber es war keine Stille, die nur Ruhe
bedeutet hätte, kein bloßes Warten auf die letzte Stunde. Wie in
gesunden Tagen blieb der Tag eingeteilt. Nur daß der Morgen eine
Stunde später begonnen und der Abend eine Stunde früher beschlossen
wurde. „Ich darf dem alten Kerl nichts durchgehen lassen,” sagte
Vater zu sich selbst. Und pünktlich um acht Uhr morgens saß er an
seinem Schreibtisch. Oft freilich übermannte ihn die Müdigkeit über
dem Diktieren und Unterschreiben. „Es will nicht mehr,” sagte er
dann und ließ der Müdigkeit freien Lauf. Aber nach kurzem Schlummer
raffte er sich wieder auf, nahm von dem Schrank die beiden
afrikanischen Stöcke und wanderte diktierend oder überlegend im
Zimmer auf und ab.
Nachmittags wurden dann zu Fuß oder im Rollstuhl, einerlei, ob es
stürmte, regnete oder schneite, die einzelnen Häuser besucht. Die
Geisteskranken hatten Vater von Jahr zu Jahr immer mehr am Herzen
gelegen. Ihnen galten auch jetzt vor allem seine Wege. Aber
gleichzeitig kam ein Haus nach dem andern an die Reihe. Wo er
Schwerleidende wußte, Verstimmte, Verbitterte, Vereinsamte, da nahm
er sich besondere Zeit und Stille.
Im Spätherbst kam ein holländischer Bildhauer, Müller-Kühlenthal,
mit der Bitte, Vater zu modellieren. Wir neckten zunächst unsere
alte Tante Frieda damit, sie möchte doch dem Bildhauer sitzen. Aber
in ihrer spröden Art lehnte sie mit wachsender Energie ab. „Ich will
nicht mal einen Kranz auf mein Grab haben.” „Schwesterchen,” sagte
Vater, „die Blümchen hat Gott auch gemacht, und die Gärtner wollen
auch leben. Und wenn du dem Bildhauer eine Liebe erweisen kannst,
warum solltest du es nicht tun?” Damit hatte er sich selbst
gefangen. Als Tante Frieda, wie zu erwarten war, bei der Ablehnung
blieb, willigte er statt ihrer ein, und am andern Morgen konnte der
Bildhauer seine Arbeit beginnen.
Aber noch ehe sie vollendet war, überfiel Vater eine
Lungenentzündung, die ihn für Wochen ans Zimmer fesselte. Der Arzt
wünschte nicht, daß er zu Bett bliebe; und mit größter Energie nahm
Vater den Kampf mit der Krankheit auf. An seinen geliebten Stöcken
wanderte er, um den Atem kämpfend, im Zimmer auf und ab, lehnte sich
zwischendurch eine Weile in seinen Sessel, schlief einen Augenblick
und nahm dann aufs neue seine Wanderung auf.
Es war die Zeit, in der die Greuel am afrikanischen Kongo bekannt
geworden waren. Über den furchtbaren Leiden der Kongoneger wurde
Vater die eigene Krankheit gering. Abschnitt für Abschnitt mußte ich
ihm aus den Broschüren vorlesen. „Junge,” sagte er immer wieder,
„halt ein! Ich kann es nicht anhören; es ist nicht wahr, es kann
nicht sein.” Aber dann wieder: „Lies weiter! Wir müssen die Sache zu
Ende hören.” Darüber erwachte noch einmal seine ganze Glut für das
arme Afrika. Der Gedanke wurde ihm schwer, daß Bethel so wenig
weibliche Kräfte hinübergesandt hatte zur notwendigen Ergänzung der
männlichen Arbeit in dem unermeßlichen Meer des afrikanischen
Elends. „Nur nicht zu langsam!” rief er dem Missionsinspektor
Trittelvitz zu. „Nur nicht zu langsam; sie sterben drüber.” Und
wieder und wieder beschäftigte ihn der Gedanke, daß nach seinem
Abscheiden ich mit den Meinen mich bald aufmachen möchte in das
geliebte notleidende Afrika.
Die Lungenentzündung, als sie schließlich überwunden war, hatte ein
gewisses Aufleben der Kräfte im Gefolge, sodaß Vater in der Zeit
nach Weihnachten mit größerer Frische als vorher seine Besuche in
den Häusern wieder aufnehmen und auch im Arbeitszimmer sich noch
einigen Aufgaben widmen konnte, die ihm neben den täglichen kurzen
Dankschreiben an die Geber und Freunde besonders am Herzen lagen.
Durch den Amerikaner Buchmann, der einige Tage in Bethel zugebracht
hatte, hatte der bekannte Multimillionär Carnegie Verbindungen mit
Vater angeknüpft in der Hoffnung, durch ihn mit dem Kaiser bekannt
zu werden.
Mit großem Interesse verfolgte Vater den Entwicklungsgang des aus
kleinsten Verhältnissen emporgestiegenen, höchst energischen Mannes
und ließ sich seine Aufsätze vorlesen. Aber den Gedanken des ewigen
Völkerfriedens, der Carnegie besonders am Herzen lag, lehnte er als
eine Utopie ab. In einem ausführlichen Briefe setzte er ihm
auseinander, daß die Kriege um der Bosheit der Menschheit willen
ganz unvermeidlich seien und daß er für seine Person erfahren habe,
wie auch diese furchtbaren Gottesgerichte für Völker und einzelne
einen Segen in sich schließen. Carnegie aber wurde durch diesen
Brief bitter enttäuscht und sprach das seinem Freunde Buchmann, der
inzwischen nach Amerika zurückgekehrt war, aus. Klagend wandte sich
Buchmann an Vater: „Wenn dieser Brief doch nie geschrieben wäre!
Jetzt sind Sie um die Million Dollar gekommen, die Carnegie drauf
und dran war Ihnen zu schenken.” Das kümmerte Vater nicht. Die
großen Gaben waren ihm ja immer ein Schrecken gewesen, weil sie,
wenn die Kunde davon in die Öffentlichkeit drang, gar zu leicht die
kleinen Bäche der Liebe verstopften. Aber im Traum verfolgte ihn der
Gedanke, Carnegie hätte doch eine große Gabe geschickt, sodaß er im
Schlafe rief: „Nimm mir die Millionen wieder ab! Nimm mir die
Millionen wieder ab!”
Aber die Verbindung mit Carnegie sah er damit nicht als abgebrochen
an. Für sich und seine Arbeit hoffte er nichts von ihm. Aber es lag
ihm daran, Carnegie womöglich für eine tiefere Auffassung der
sozialen Aufgaben Nordamerikas zu gewinnen. Mit Bestürzung hatte er
in einem Aufsatze Carnegies die Meinung vertreten gefunden, daß man
nur die Aufwärtsstrebenden unterstützen, die Versinkenden aber so
schnell wie möglich untergehen lassen sollte. Die versinkende Masse
Nordamerikas zu retten, darin sah Carnegie lediglich eine
Verschwendung der nationalen Kraft. Vater umgekehrt erblickte die
Echtheit wahrer Humanität, deren Carnegie sich rühmte, darin, daß
sie sich gerade der Versinkenden annahm und an ihnen ihre Wahrheit
und Tiefe bewährte.
Auf schriftlichem Wege Carnegie zu überzeugen, hoffte er nicht mehr.
Darum knüpfte er mit dem Großkaufmann J. K. Vietor in Bremen an, der
Amerika kannte. Vietor kam mit seinem Bruder, dem Pastor, zu einem
ersten Besuch nach Bethel, und die herzhafte Energie der beiden
Brüder tat Vater ungemein wohl. Namentlich die Lage der
amerikanischen Brüder von der Landstraße, die nicht als Wanderer,
sondern als blinde Passagiere auf, unter und hinter den
Eisenbahnwagen in beständiger Lebensgefahr das Land durchquerten,
hatte Vater aufs tiefste bewegt, und hier sollte Vietor in seinen
Verhandlungen mit Carnegie einsetzen. Aber noch ehe Vater durch
Buchmann eine Besprechung zwischen Carnegie und Vietor herstellen
konnte, setzte Vaters Tod diesem Plan ein Ziel.
Wieder und wieder galten Vaters Besuche seinem alten Freunde, dem
Generalsuperintendenten Braun, in seinem kleinen Hause am Waldrande.
Vater hatte sich nie dareinfinden können, daß Braun seine Arbeit am
evangelischen Gymnasium in Gütersloh aufgegeben hatte und
Generalsuperintendent in Berlin geworden war. Er blieb der
Überzeugung, daß Braun damit seine eigentliche Lebensaufgabe
verlassen habe. „Wir haben keinen wichtigeren Posten in der ganzen
evangelischen Kirche als den am Gymnasium zu Gütersloh,” sagte Vater
gelegentlich. Nach dem Ausscheiden Pastor Möllers, der als Brauns
Nachfolger zum Segen für viele bis zum siebzigsten Lebensjahr dem
Gymnasium gedient hatte, wurde ein neuer Geistlicher für das
Gymnasium gesucht, und Braun bat Vater, unsern Bruder Friedrich
dafür freizugeben. Die Sache bewegte Vater aufs tiefste. Er blieb
bis zuletzt seinem Grundsatz treu, wenn es nötig und möglich sei,
das Liebste sich vom Herzen zu reißen und an die bedrohtesten Posten
zu werfen. An einem Februarnachmittag fuhr er nach Gütersloh, um mit
dem Fabrikanten Wolf, der seit Jahren sein verständnisvoller
Mitarbeiter geworden war und als Nachfolger des Forstrats Deckert
den Vorsitz des Anstaltsvorstandes führte, zu überlegen. Vater sah
das Gymnasium in Gütersloh, das in seiner Unabhängigkeit einzig in
seiner Art dastand, als das eigentliche geistliche Zentrum der
heranwachsenden deutschen Jugend an und war bereit, dafür jedes
Opfer zu bringen.
Aber er konnte die Freudigkeit des Präses seines Vorstandes nicht
gewinnen und mußte sich davon überzeugen, daß der gesamte Vorstand
die Ansicht des Präses teilte. So legte er den Gütersloher Plan mit
kurzer Entschlossenheit beiseite, um nun desto mehr unsern Bruder in
der Freudigkeit für seine Aufgabe in Bethel zu stärken. Aber nicht
in irgend einem Menschen sah er den eigentlichen Mittelpunkt der
vielverzweigten Anstalt. „Das Wort Gottes muß euch zusammenhalten,”
sagte er, „und das eigentliche Herzblatt unserer ganzen Arbeit ist
die Heidenmission.”
Aber zugleich blieb ihm die Mission an der Seele des eigenen Volkes
tiefstes Anliegen. Seit einigen Jahren hatten im Anschluß an die
theologische Schule regelmäßig Bibelkurse für evangelische
Arbeitersekretäre stattgefunden. Anfang März 1910 waren wieder die
Sekretäre zu einem solchen Kursus versammelt. Mit tiefstem Interesse
nahm Vater an den Besprechungen teil und trat im Einzelgespräch den
Sekretären näher, namentlich ihrem weitblickenden Führer Behrens.
Die durch diese Sekretäre vertretene, von Liz. Mumm und Liz. Weber
mit zäher Umsicht geleitete evangelische Arbeiterbewegung hatte seit
Jahren ihr Organ in einer von Stöcker begründeten, unter dem Titel
„Das Volk” erscheinenden Tageszeitung, aus der sich die Zeitung „Das
Reich” entwickelte. Daß die letztgenannte alsbald in eine bedrängte
Lage geriet, bewegte Vater sehr. Er sah den Untergang des Blattes
kommen, wenn es in Berlin bliebe, und bat den Redakteur,
=Dr.= Oestreicher, Mitte März, zu einer Besprechung nach Bielefeld
zu kommen. In herzandringender Weise legte er ihm dar, daß der
Herausgeber eines Blattes, das die innerste Pflege der Seele des
Volkes zur Aufgabe habe, in der schwülen Großstadtluft Berlins nicht
frei und tief genug atmen könne und eine gesundere Atmosphäre
aufsuchen müsse. Oestreicher möge so schnell wie möglich eine
Übersiedelung des Blattes aus Berlin nach Bielefeld in die Wege
leiten, um dort im Anschluß an das kleine von Budde begründete
christlich-soziale Organ, den „Ravensberger”, seine Arbeit
fortzusetzen. Die Bitte war vergebens. Nach einem halben Jahre
stellte „Das Reich” sein Erscheinen ein, und die hingebende Kraft
Oestreichers war für die Sache verloren. Der Gedanke selbst aber
lebte fort und fand, wenn auch erst neun Jahre später, dadurch seine
Erfüllung, daß aus dem „Ravensberger” die noch heute in Bethel
erscheinende Tageszeitung „Aufwärts” hervorging.
Für die Anstaltsgemeinde im besonderen beschäftigte ihn unablässig
der Gedanke an die richtige Versorgung der im Dienst ergrauten
Schwestern, der alsbald durch die Errichtung eines schönen, großen
Feierabendhauses in die Tat umgesetzt wurde. Daneben lag ihm wieder
und wieder die rechte Pflege der heranwachsenden Kinder der
Anstaltshauseltern und Anstaltsbeamten am Herzen.
Einer der letzten ausführlichen Briefe Vaters galt, wie im vorigen
Abschnitt gezeigt, der deutschen Armee, und die verständnisvolle
Antwort des Kriegsministers war eine der letzten großen Freuden, die
Vater erlebte.
Am 6. März feierten wir mit der ganzen Gemeinde im schönen großen
Assapheumssaal seinen Eintritt ins achtzigste Lebensjahr. Gelassen
wie ein Kind ging er seinen Weg vorwärts, zuweilen mit einer
Verlängerung seiner Arbeitsfrist auf Erden rechnend, aber daneben
immer wieder an sein baldiges Ende denkend. Unbeschreiblich
gemütlich blieben unsere Abendstunden, in denen wir ein schönes Buch
nach dem andern lasen, zuletzt, als der zehnjährige Sohn unseres
afrikanischen Freundes Johanssen seine Abende bei uns zubrachte, das
Leben Hagenbecks. Nicht nur den Jungen, dem zuliebe Vater das Buch
lesen ließ, interessierte es aufs lebhafteste, sondern auch Vater
selbst, der immer wieder staunte über die große Liebe und Energie,
mit der Hagenbeck über die wilden Tiere Herr wurde.
Wurde Vater müde, so rief er: „Vorwärts, alter Kerl!”, richtete sich
in seinem Sessel auf und ging an seinen beiden Stöcken auf und ab.
Wenn die Uhr neun schlug, las unsere Schwester aus Wursters Buch die
Andacht, und Vater hielt das Schlußgebet. Tagsüber freute er sich
immer wieder an dem kommenden Frühling und seinen Blumen. Am
Todestage Cäsars, dem 15. März, blieb er vor den sprossenden Primeln
im Garten stehen. „Armer Cäsar,” sagte er, „hast an deinen Iden
gewiß keine so schönen Blümchen gehabt.” Und dann im Gedanken an den
schmerzlichen Untergang des großen Mannes: „Wo mag er jetzt sein?
Wenn Gott dem nicht gnädig ist, wem ist er dann gnädig?”
Mit den Frühlingsblumen in der Hand ist er dann noch von einem
Krankenbett zum andern gewandert. Zuletzt zu den gemütsleidenden
Frauen nach Magdala und zu seiner an schwerer Lungenentzündung
darniederliegenden Schwiegertochter.
Am zweiten Ostertage zogen wir noch einmal mit ihm durch das ganze
liebe Anstaltstal bis zum benachbarten Hof des Kolons Wüllner, der
später die Heimat der Volkshochschule werden sollte.
Am Mittwoch darauf war der letzte Abend, den wir ihn unter uns
hatten. Noch einmal las die Schwester die Andacht, und Vater betete
und schloß mit den Worten: „Sorget nichts, Kinder! Alle eure Sorge
werfet auf ihn!”
Im Schlafzimmer oben traf ihn dann ein neuer Schlaganfall. Das
Bewußtsein war gleich verschwunden. Ohne zu leiden, lag er noch drei
Tage. Wie mit verhaltenem Atem ging die ganze Gemeinde dahin. Wir
wußten alle, daß nun der Abschied gekommen sei. Einer nach dem
andern trat still an das Sterbelager, um noch einmal in das
schlummernde Angesicht zu sehen. Die Klänge aus Pastor Kuhlos
Flügelhorn stärkten uns wieder und wieder.
In der Mittagsstunde des 2. April, während ich am Krankenlager
meiner Frau war, wurde ich gerufen. Die Stunde des Abscheidens stand
vor der Tür. Ich eilte von meiner Wohnung durch den Buchenwald
hinunter. Am Wege, den Spaten in der Hand, stand ein russischer
Baron von Obolianinoff, der seit vielen Jahren als epileptischer
Kranker in Bethel war und Vater sehr nahe stand. Ich sagte ihm,
wohin mein Weg ginge. Da floh der Glanz von seinen dunklen Augen,
und ich sah wie in einen dunklen Abgrund des Schmerzes hinein. Sagen
konnte er nichts. Aber sein erloschenes Auge sprach laut von dem,
was diese Stunde nicht nur für diesen einen einsamen Kranken,
sondern für ungezählte bedeutete.
Die Geschwister fand ich schon versammelt. Wir knieten um das Bett
und hielten abwechselnd die erkaltenden Hände. Als der letzte
Atemzug getan war, betete unser Bruder Wilhelm aus tiefstem Herzen
und brachte Gott den Dank dar über diesem für die Erdenarbeit
abgeschlossenen Leben.
Als ich am späten Nachmittag wieder durch den Buchenwald zurückging,
wehte von der Zionskirche die Fahne. Im hellen Schein der Abendsonne
leuchteten darauf die Worte: „Lobe, Zion, deinen Gott!” Jene in
Schmerz getauchten Augen des Kranken und diese hell leuchtende Fahne
gehörten zusammen. Darum waren auch die nun folgenden Tage, in denen
der Zug der Kranken und ihrer Freunde noch einmal still in das
friedliche Antlitz sah, bis wir mit vielen aus der Nähe und Ferne
Herbeigeeilten um den geschlossenen Sarg in der Zionskirche
versammelt waren, Tage, in denen das Klagen und Weinen überdeckt und
übertönt wurde durch das Lob, das die Gemeinde der Elenden Gott
darbrachte. Und als am 6. April die nicht enden wollenden Scharen
sich langsam vom Grabe verloren, sang durch den scharfen Abendwind
die Amsel ihr Frühlingslied.
Buchdruckerei
der Anstalt Bethel
bei Bielefeld.
+------------------------------------------------------------------+
| Anmerkungen zur Transkription |
| |
| Inkonsistenzen wurden nicht geändert, wenn beide Schreibweisen |
| gebräuchlich waren, wie: |
| |
| hannoversche - hannöversche |
| friedevolles - friedvolles |
| Pfarrersohn - Pfarrerssohn |
| Verstehn - Verstehen |
| |
| Im Text wurden folgende Änderungen vorgenommen: |
| |
| S. 15 "Langenentzündung" in "Lungenentzündung" geändert. |
| S. 15 "Lieben" in "Liebe" geändert. |
| S. 27 "meinen" in "meinem" geändert. |
| S. 27 "voraufgegangen" in "vorausgegangen" geändert. |
| S. 35 "eizelnen" in "einzelnen" geändert. |
| S. 42 "meine" in "meiner" geändert. |
| S. 42 "seider" in "seiner" geändert. |
| S. 72 "Anstregung" in "Anstrengung" geändert. |
| S. 73 "Kämpfe Leibes" in "Kämpfe des Leibes" geändert. |
| S. 73 "Schießlich" in "Schließlich" geändert. |
| S. 91 "Kaffe" in "Kaffee" geändert. |
| S. 100 "Champs Elysées" in "Champs Élysées" geändert. |
| S. 127 "seinen" in "seinem" geändert. |
| S. 135 "Kirchtum" in "Kirchturm" geändert. |
| S. 173 "gleißmäßig" in "gleichmäßig" geändert. |
| S. 174 "französchen" in "französischen" geändert. |
| S. 177 "wieder" in "wider" geändert. |
| S. 201 "überkommen" in "übernommen" geändert. |
| S. 250 "sichreres" in "sichereres" geändert. |
| S. 281 "dunkeln" in "dunklen" geändert. |
| S. 297 "war" in "was" geändert. |
| S. 366 "Kulturslebens" in "Kulturlebens" geändert. |
| S. 390 "Gespächen" in "Gesprächen" geändert. |
| S. 411 "Yorkschen" in "Yorckschen" geändert. |
| Inhalt Seitenzahl "411" in "409" geändert. |
| Das Inhaltsverzeichnis wurde an den Anfang verschoben. |
+------------------------------------------------------------------+