beehre ich mich für die Anregung im Schreiben vom 8. Februar 1910
auf Schaffung von Einzelstübchen für Soldaten meinen verbindlichsten
Dank auszusprechen. Obwohl ich nicht verhehlen kann, daß die
Durchführung der Anregung sowohl finanziellen wie militärischen
Bedenken begegnet, bin ich doch gern bereit, in eine nähere Prüfung
der angeregten Frage einzutreten und zu diesem Zwecke zunächst
Vertreter der interessierten Abteilungen des Kriegsministeriums zu
einer Besichtigung der Kolonie Hoffnungstal zu entsenden.
Euer Hochehrwürden würde ich für eine kurze -- am besten an das
Armee-Verwaltungs-Departement zu richtende -- Mitteilung, welcher
Zeitpunkt für die Besichtigung am geeignetsten wäre, verbunden sein.
Der Kriegsminister: von Heeringen.”
Am andern Tage antwortete Vater:
„Euer Exzellenz
darf ich die Mitteilung machen, daß nächst dem huldvollen Telegramm
der Majestäten zu meinem gestrigen Eintritt in das 80. Dienstjahr
mir nichts solche große Freude gebracht hat als Ew. Exzellenz
Schreiben vom 1. März, das ebenfalls gestern zu meinem Geburtstage
in meine Hand kam.
Ich bin mir wohl bewußt, daß der Verbesserung der
Wohnungsverhältnisse unserer Armee sehr große Hindernisse
entgegenstehen und daß vielleicht eine Reihe von Jahren hingehen
werden, ehe mein Vorschlag zur Ausführung gelangen kann. Aber was
Ew. Exzellenz bereits an Hoffnung für die große Sache mir bieten,
übersteigt schon weit meine Erwartungen, sodaß ich nur mit
Freudentränen Ihr gütiges Schreiben lesen konnte. Ich werde nun
sofort den von Ew. Exzellenz angezeigten Weg einschlagen und mich,
sobald ich mich mit der Verwaltung von Hoffnungstal verständigt
habe, an das Armeeverwaltungsdepartement wenden und Mitteilung über
den geeigneten Zeitpunkt machen. Ich halte es nicht für
ausgeschlossen, daß mir der barmherzige Gott noch die Freude
schenkt, persönlich nach Hoffnungstal zu kommen und für diesen
Dienst, den ich für den Rest meines Lebens als den wichtigsten
ansehe, noch meinen bescheidenen Rat und meine Kraft darbieten zu
können.