Ich sitze hier und denke an den kleinen Sven. Alles um mich ist stumm,
und ich glaube ihn zu sehen, wie er in den letzten Tagen, in denen er
noch aufsein konnte, über die Gartenwege ging, seine kleine, zärtliche
Hand in der meinen, und in einem fort plauderte, während er mit seinen
gedankenvollen Kinderaugen zu mir aufsah. Und wie ich mich in diese
Erinnerung vertiefe, ist mir die Hoffnungslosigkeit, daß ich ihn niemals
wiedersehen werde, so unsäglich bitter. Denn er war, ohne es zu ahnen,
des Hauses Mittelpunkt. Er war es, der immer uns vier Großen
entgegengelaufen kam und der die Räume mit seinem Gezwitscher erfüllte,
wenn wir heimkamen. Um ihn versammelten wir uns bei jeder Kleinigkeit,
die Freude bereitete, um zu erfahren, was er dazu meinte. Jetzt geht
sein Vater umher und muß sich hart gegen die Erinnerung machen, um nicht
zu versagen und um alles Andere aufrecht zu erhalten. Darf nicht einmal
zu viel denken. Nicht einmal trauern. Denn dann würde alles in die
Brüche gehen.
Kam er, um seine Mutter zu holen und uns Alle in Betrübniß
zurückzulassen? Oder kam er, um zu gehen, so still und schön wie er
ging, und uns Alle durch seinen Tod des Lebens große Kunst zu lehren?