4. September.

Ich sitze hier und denke an den kleinen Sven. Alles um mich ist stumm,

und ich glaube ihn zu sehen, wie er in den letzten Tagen, in denen er

noch aufsein konnte, über die Gartenwege ging, seine kleine, zärtliche

Hand in der meinen, und in einem fort plauderte, während er mit seinen

gedankenvollen Kinderaugen zu mir aufsah. Und wie ich mich in diese

Erinnerung vertiefe, ist mir die Hoffnungslosigkeit, daß ich ihn niemals

wiedersehen werde, so unsäglich bitter. Denn er war, ohne es zu ahnen,

des Hauses Mittelpunkt. Er war es, der immer uns vier Großen

entgegengelaufen kam und der die Räume mit seinem Gezwitscher erfüllte,

wenn wir heimkamen. Um ihn versammelten wir uns bei jeder Kleinigkeit,

die Freude bereitete, um zu erfahren, was er dazu meinte. Jetzt geht

sein Vater umher und muß sich hart gegen die Erinnerung machen, um nicht

zu versagen und um alles Andere aufrecht zu erhalten. Darf nicht einmal

zu viel denken. Nicht einmal trauern. Denn dann würde alles in die

Brüche gehen.

Kam er, um seine Mutter zu holen und uns Alle in Betrübniß

zurückzulassen? Oder kam er, um zu gehen, so still und schön wie er

ging, und uns Alle durch seinen Tod des Lebens große Kunst zu lehren?

Das Buch vom Brüderchen: Roman einer Ehe · 第 8 / 21 题