Nach eingetretenem Tode ist es üblich, den Körper zu waschen, was für
gewöhnlich die Ehefrauen des Verstorbenen oder die sonstigen Weiber
des Haushalts besorgen. Die Suaheli legen die +Leiche+ auf eine
Bettstelle inmitten der Hütte und graben in den Boden darunter ein
Loch, in welches das zum Waschen verwendete Wasser abläuft. Darauf
wird die Leiche in ein großes Tuch aus Glanzkattun (Bafuta) gehüllt
und auf einer Bahre zum Grabe getragen; hier begräbt man sie nach
mohammedanischem Ritus. In Uganda berief früher beim Tode eines Kabaka
oder Fürsten der erste Minister die Prinzen und fragte ihren Vormund,
wer sich wohl von ihnen am besten zur Nachfolge eignen dürfte, worauf
dieser einen berührte. Dieser wurde nun Kabaka und erhielt eine Rolle
Rindentuch, in das er seinen verstorbenen Vater einzuhüllen hatte.
Jetzt wählt der Rat der Eingeborenen, der Lukiku, ihren neuen Fürsten.
Ein gewöhnlicher Untertan wurde einfach begraben, die Leiche eines
Fürsten aber brachte man an einen besonderen Platz und legte sie hier
auf eine erhöhte Plattform. Dann wurde der Unterkiefer abgeschnitten,
in eine Holzschüssel getan und, mit Kaurimuscheln verziert, in einer
eigenen, dicht bei dem Grabe erbauten Hütte untergebracht. Um die
Leiche wurde hierauf ein großes Grabmal oder eine Hütte erbaut und
deren Tür für immer verschlossen. Früher pflegte man noch Menschenopfer
zu Hunderten darzubringen, deren Überreste vor der Tür der Hütte den
Geiern zum Fraß überlassen wurden. Die ganze Stätte wurde schließlich
mit einer Umfriedigung eingeschlossen, innerhalb deren noch Hütten für
die Wächter und die Frauen des toten Königs errichtet wurden; ihre
Pflicht war es, das Grab bis zu ihrem Lebensende zu bewachen; sodann
traten andere Personen an ihre Stelle.
[Illustration:
Aus: Weiß, Völkerstämme Ostafrikas.