inmitten einer Pilgergruppe beim Hassan-Hussein-Fest.]
Sobald ein +Knabe geboren+ ist, wird er fest wie eine Mumie
eingewickelt, seine Augen werden mit Antimon geschwärzt und um seinen
rechten Arm werden ein oder mehrere Amulette gebunden, um den bösen
Blick abzuwenden. Dasselbe will die Hebamme dadurch erreichen, daß
sie das Kind dreimal feierlichst Hals über Kopf umdreht. -- Während
des +Wochenbetts+ darf kein Glas Wasser ins Zimmer gebracht werden,
das würde Schielaugen beim Kinde zur Folge haben; ebensowenig darf
es jemand, der Trauer hat, betreten, denn das würde Unglück bringen.
Am siebenten Tage reibt man die Gelenke des Kindes mit Antimon ein.
Verwandte und Freunde setzen sich dann in einem Kreis um dasselbe
herum und schieben das Kind dreimal durch eine Rolle, auf der das
schon öfters erwähnte Yasinkapitel des Korans geschrieben steht. Die
persischen Mütter nähren ihre Lieblinge zwei Jahre lang; sie sind
auf das Erscheinen des ersten Zahnes noch mehr erpicht als unsere
Mütter. Denn sollte sich ein Zahn zuerst in dem Oberkiefer zeigen,
dann stünde den Eltern ein furchtbares Unglück, vielleicht selbst der
Tod bevor, falls nicht etwa, um das Unheil abzuwenden, das Kind vom
Dache heruntergeworfen wird. Um nun in solchem Falle zu vermeiden, daß
dieses gewaltsame Heilmittel einen noch schlimmeren Ausgang nehme als
die Krankheit selbst, fangen vier Männer das fallende Kind mit einer
ausgespannten Decke auf.
Eine +Einweihungsfeierlichkeit+ (Beschneidung) +der Knaben+ bis zum
Alter von vierzehn Jahren wird allen Anhängern des Islams zur strengen
Pflicht gemacht; bei den Reichen erfolgt diese Aufnahme bereits im
Alter von acht Jahren. Freunde und Verwandte nehmen an diesem Feste
teil. Ist die Zeremonie vorüber, dann wird ein Kohlenbecken mit Raute
gefüllt und diese angezündet, um durch den Rauch Unglück abzuwenden;
jeder der Anwesenden wirft eine Münze in die Flamme.
[Illustration:
Phot. Henri D’Allemagne.