Ähnliche Tänze, bei denen es zur Besessenheit kommt, werden zur Heilung
von Krankheiten veranstaltet; sie spielen sich um und unter einem
laubenartigen Gestell (Kolamaduwa) ab, von dessen wagrechten Stäben
Blätterbüschel herabhängen (Abb. 87). Die Feststellung, welcher Yaka
die Krankheit verursacht hat, geschieht dadurch, daß der Wedda einen
Bogen auf seinen Fingern balancieren läßt und abwartet, bei wessen
Namennennung dieser in Schwingungen gerät (Abb. 88).
In gleicher Weise wird der Schutz der Yaku für den guten Verlauf einer
+Geburt+ angerufen. Man schlägt drei kräftige Pfosten mit gabelförmig
gespaltenem Ende in die Erde und bindet an sie eine Menge Baststreifen
an. Zwei Leute, von denen einer der Vater der Schwangeren sein muß
(Abb. 86), tanzen zwischen diesen Pfosten umher, die während der
Zeremonie den anzurufenden Geistern zum Aufenthalt dienen sollen,
und benehmen sich bald darauf wie besessen. Der Vater ergreift einen
Stock, der an seinem Ende gleichfalls eine Anzahl Baststreifen trägt,
den Wila, fuchtelt mit ihm unter Geschrei in der Luft herum, so daß
die Streifen weit weg flattern, nähert sich darauf seiner Tochter,
schwingt den Wila über ihren Kopf und hüllt sie für einige Sekunden
damit ganz ein, wobei er gleichzeitig das Geschlecht des kommenden
Kindes voraussagt (Abb. 89). Darauf nimmt er den Wila wieder fort,
schwingt ihn noch einmal, zieht ihn über die Frau nach unten, so daß
die Blätter ihren Kopf und Körper streifen, und fegt dann weiter damit
über den Erdboden; er tut dies, um die Schmerzen der Kindesnöte von der
Schwangeren gleichsam hinwegzuwischen. Damit hört seine Besessenheit
auf. Nach einer kurzen Pause geht er noch einmal zu den Baststreifen,
die auf einem Haufen daliegen, nimmt ein paar von ihnen in die Hand
(Abb. 90) und ruft den Geistern, wobei er noch ihre Anwesenheit
voraussetzt, die Worte zu: „Ane! Möge irgendwelches Unheil meinem Kinde
dieses Mal nicht widerfahren. Du mußt ihr gestatten zu landen“ (das
heißt aus ihrem Meer von Mühsalen zu entkommen).
Die +Kinder+ der Wedda wachsen ohne besondere Erziehung heran; die
einzige Beschäftigung, die ihnen systematisch gelehrt wird, ist das
Einsammeln des Honigs. Das Nachahmen der Erwachsenen nach dieser
Richtung scheint ein beliebtes Spiel der Kleinen zu sein.
[Illustration:
Phot. C. G. Seligmann.