Abb. 60. Ainudorf

mit zwei einander mittels aufgehobener Handflächen sich begrüßenden

Männern.]

Die +Stellung der Ainufrau+ ist eine verhältnismäßig hohe, insofern

sie nicht gekauft wird. Nach ihrer Heirat bleibt sie auch ihrem Stamme

erhalten, denn die verwandtschaftlichen Beziehungen mütterlicherseits

gelten für engere als die väterlicherseits. Demgemäß beeilt sich die

Jungverheiratete nicht, in das Haus ihres Gatten überzusiedeln, sondern

verbleibt in dem ihrer Eltern noch einige Jahre; in der Regel macht

sie hier auch ihr erstes Wochenbett durch. Diese Erinnerungen an ein

früheres Matriarchat machen sich auch in verschiedenen abergläubischen

Vorstellungen bemerkbar. Frauenblut auf die Brust gerieben, bewirkt,

daß alle, die mit Geldangelegenheiten zu tun haben, stets ihren Vorteil

daraus ziehen, ein Stückchen der Menstruationsschürze ist ein mächtiger

Talisman in allen Lagen des Lebens.

[Illustration:

Phot. Admiral Holland.

Abb. 61. Ainudorf mit einem Bärenkäfig in der Mitte.

Die Sitten der Völker, Zweiter Band Liebe, Ehe, Heirat, Geburt, Religion, Aberglaube, Lebensgewohnheiten, Kultureigentümlichkeiten, Tod und Bestattung bei allen Völkern der Erde · 第 71 / 254 题