Auch zwei Menschen in dem brennenden Gebäude! Sie pumpen fieberhaft --
die Augen quellen ihnen aus den Höhlen -- die Gesichter sind
rauchgeschwärzt -- wie büßende Dämonen sehen sie aus, wie verdammte
Seelen --
Und starren alle auf die Tür des brennenden Stalles. Da -- ein Paar
Tiere werden hinausgejagt -- ein Paar hinausgeführt von den beiden
Männern, die sich nicht auf den Füßen halten -- sie brechen zusammen --
die Tiere haben sich losgerissen -- sie stürmen im Kreise und dann mit
gesträubten Mähnen und selbst feuerschnaubend hinweg über die beiden
hingesunkenen Männer wieder hinein in die Tür, die schon anfängt, Feuer
zu speien -- wiehernd hinein in den Flammentod.
Jetzt sind Helfer bei den liegenden, überrannten, zertretenen Gefährten.
Gust Elbenfried steht mühsam auf -- aber Gisbert -- was ist mit Gisbert?
Aus tiefer Kopfwunde blutet er und ist besinnungslos.
Horst hält seinen Kopf. »Gisbert -- Du Freund aller Kreatur -- Du
lieber, armer Junge -- und immer unser Sorgenkind --« --
Sie tragen ihn ins Haus. Ein Sanitäter verbindet ihn. Die Wunde ist
böse.
Ein Arzt muß her zu meinem Jungen! Mag hier der Plunder verbrennen! Die
Häuser -- das Vieh! Um Gisbert geht es!
Horst holt sich ein Pferd und jagt in die Stadt. An den Goldbergen
galoppiert er vorüber. Zuschauer stehen auf den Höhen. Feindlich
gesinnt, da sie nicht helfen. Voll böser Gedanken, mit Verwünschungen.
Dort auf dem einsamen Hünengrab, dem Hügel abseits, eine einzige
Frauengestalt -- dunkel -- fahl beleuchtet von der fernen Feuersbrunst.
Kauernd, vornübergebeugt, mit all ihren Sinnen, all ihrem Willen
schürend in dem Feuerwerk der Vernichtung. Wie der böse Geist des
nächtigen Unheils.
Vorüber! Was ist ihm das Weib! Nicht sich mit Gedanken beladen! Leicht
und schnell in die Stadt -- und mit Hilfe zurück zum Jungen. Nur der --
nur der!
Der Gaul ist verstört von der Feuersbrunst -- so unruhig -- nur ein
mächtiges Nervenbündel -- und er selbst -- auch ihm zucken alle Fasern
-- sich zusammenhalten -- sich und das Tier -- --
* * * * *
Und jetzt auf dem Hof -- da Gisberts Blut strömte und die Pferde sich
hinopferten -- als wäre das Schicksal versöhnt -- ein Wunder geschieht
-- die Flammen brausen nicht mehr vorwärts -- sie steigen himmelan --
sie wenden sich -- der Wind hat sich gedreht -- ein großes, tiefes,
freies Atmen geht durch all die stickenden Männerlungen -- beschworen
das Unglück -- gerettet -- gerettet --