der Deutschen Dichter-Gedächtnis-Stiftung.
+Bis Dezember 1904 sind erschienen folgende Bände:+
Bd. 1. _Heinrich von Kleist_: Michael Kohlhaas. Mit Bildnis Kleists,
7 Vollbildern von Ernst Liebermann und Einleitung von Dr. Ernst
Schultze. Preis gebunden 90 Pfg. +6.--10. Tausend.+
Bd. 2. _Goethe_: Götz von Berlichingen. Mit Bildnis Goethes von Lips
und Einleitung von Dr. Wilhelm Bode. Preis gebunden 80 Pfg.
Bd. 3. _Deutsche Humoristen._ +Erster Band+: Ausgewählte
humoristische Erzählungen von Peter Rosegger, Wilhelm Raabe, Fritz
Reuter und Albert Roderich. 221 Seiten stark. Preis gebunden 1
Mark. +6.--10. Tausend.+
Bd. 4. _Deutsche Humoristen._ +Zweiter Band+: Clemens Brentano, E.
Th. A. Hoffmann, Heinrich Zschokke. 222 Seiten. Preis gebunden 1
Mark. +6.--10. Tausend.+
Bd. 5. _Deutsche Humoristen._ +Dritter Band+: Hans Hoffmann, Otto
Ernst, Max Eyth, Helene Böhlau. 196 Seiten. Preis gebunden 1 Mark.
+6.--10. Tausend.+
Bd. 6/7. _Balladenbuch._ +Erster Band+: Neuere Dichter. 495 Seiten.
Preis gebunden 2 Mark.
Bd. 8. _Hermann Kurz_: Der Weihnachtsfund. Eine Volkserzählung. Mit
Einleitung von Prof. Sulger-Gebing. 209 Seiten. Preis gebunden 1
Mark.
Bd. 9. _Novellenbuch._ +Erster Band+: C. F. Meyer, Ernst von
Wildenbruch, Friedrich Spielhagen, Detlev von Liliencron. 194
Seiten. Preis gebunden 1 Mark.
Bd. 10. _Novellenbuch._ +Zweiter Band+ (Dorfgeschichten): Ernst
Wichert, Heinrich Sohnrey, Wilhelm von Polenz, Rudolf Greinz. 199
Seiten. Preis gebunden 1 Mark.
[Illustration]
Zu beziehen durch jede Buchhandlung oder gegen vorherige Einsendung
des Betrages oder Nachnahme durch die Kanzlei der Deutschen
Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel (für Mitglieder --
s. folgende Seite -- portofrei).
Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung.
[Illustration]
(Goldene Medaille der Weltausstellung St. Louis 1904.)
Die Stiftung, deren Zweck es ist, »hervorragenden Dichtern durch
Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal im Herzen des deutschen Volkes
zu setzen«, begann ihre _Tätigkeit_ i. J. 1903 damit, daß sie an
500 Volksbibliotheken je 20 Bände verteilte, unter denen sich z. B.
Fontanes »Grete Minde« -- M. v. Ebner-Eschenbachs »Gemeindekind« --
eine Auswahl der »Deutschen Sagen« der Brüder Grimm -- Roseggers »Als
ich noch der Waldbauernbub' war« -- ferner die umstehend genannten 3
ersten Bände der »Hausbücherei« befanden. Im J. 1904 wurden 40 Werke
(23 Bände) in je 750 Exemplaren zum gleichen Zwecke angekauft.
Abzüge des _Werbeblatts_, des _Aufrufs_, der Satzungen, des
Jahresberichts u. s. w. werden von der Kanzlei der Deutschen
Dichter-Gedächtnis-Stiftung in Hamburg-Großborstel gern übersandt.
Die Stiftung erbittet besonders jährliche, aber auch einmalige
Beiträge; erstere sollen nicht zum Kapital geschlagen, sondern
fortlaufend mit den Kapitalzinsen ausgegeben werden. _Für jährliche
Beiträge von mindestens 2 Mk._ oder einmalige von mindestens 20 Mk.
gewährt die Stiftung durch Übersendung einer ihrer eigenen Ausgaben
(nicht der angekauften Werke) Gegenleistung. Wer 25 Mark Jahresbeitrag
zahlt, erhält auf Wunsch alle im gleichen Jahre erscheinenden Bände der
»Hausbücherei«.
Die _Beiträge_ werden in jeder Höhe entgegengenommen von der Deutschen
Bank und ihren sämtlichen Zweiganstalten und Depositenkassen
-- der k. k. Postsparkasse, Wien, auf Konto Nr. 859112 -- der
Schweizerischen Volksbank, Bern, und ihren sämtlichen Zweiganstalten
und Depositenkassen -- dem Kassenwart der Stiftung, Dr. Ernst Schultze,
Hamburg-Großborstel.
Alle _Briefe_, _Anfragen_ u. s. w. werden an den Genannten oder mit der
Aufschrift »Deutsche Dichter-Gedächtnis-Stiftung, Hamburg-Großborstel«
erbeten.
Aufruf der Stiftung.
Fast täglich lesen wir in den Zeitungen von der Enthüllung neuer
Denkmäler. Kaiser und Fürsten, Feldherren und Staatsmänner, Dichter und
Künstler erhalten Standbilder, die das Andenken der Nachwelt an ihre
Verdienste in eine besonders wirksame Form kleiden und für alle Zeiten
befestigen sollen.
Gewiß ist das an sich ein lobenswertes Tun; aber daneben muß doch
auch dafür gesorgt werden, _daß dem äußeren Bild ein inneres Gedenken
entspricht_ -- daß nicht nur bei einigen wenigen Kundigen, sondern in
den weitesten Kreisen des Volkes Verständnis dafür vorhanden ist, was
der Gefeierte für sein Volk geleistet hat. Ganz besonders aber müssen
_unsere großen Dichter in der Seele ihres ganzen Volkes weiterleben_,
sollen ihre Standbilder nicht ein leerer Prunk bleiben.
Schon oft ist von deutschen Dichtern der Gedanke ausgesprochen worden,
daß aller Ruhm und alle Ehre, mit denen Mit- und Nachwelt sie schmücken
können, ihnen nichts ist gegen die frohe Hoffnung, im Herzen ihres
Volkes eine bleibende Stätte zu finden.
_Gustav Freytag_ war es, der zum ersten Male klar und bestimmt darauf
hinwies, daß man einen großen Dichter so gut wie durch ein Denkmal
durch die Begründung einer Stiftung ehren könne, die seine Schriften
auch nach seinem Tode im Volke verbreite. Als es sich im Jahre 1874
um die Errichtung eines Denkmals für den eben verstorbenen _Fritz
Reuter_ handelte, machte er den Vorschlag, man möge kein gewöhnliches
Denkmal setzen, sondern lieber die Volksbibliotheken fortgesetzt mit
den Schriften Reuters versehen. -- Und in jüngster Zeit ist derselbe
Grundgedanke u. a. in ansprechendster Form von _Rosegger_ verfochten
worden: »Die Denkmäler erstehen, die poetischen Schöpfungen verstauben.
Als ob die Dichter geboren würden und ihre Werke schrieben, damit
einmal eine Denksäule, eine Figur ihren Namen trüge! Die Hoffnung, der
Stolz, das Leben und die Unsterblichkeit eines Dichters besteht aber
darin -- gelesen zu werden, mit seinen Schöpfungen im Volke zu wirken
... _Wenn das Kapital, das für ein Dichterdenkmal aufgebracht worden,
auf Zinsen angelegt_