(Synonym: Acyttaria. Reticularia. Rhizopoda.)
Organismen, welche in entwickeltem Zustande ein ~Syncytium~ darstellen,
einen beweglichen Protoplasma-Körper, der viele Zellkerne enthält;
selten ist der Körper einzellig und enthält nur einen Kern. Von
der Oberfläche des Protoplasma strahlen sehr zahlreiche und feine
Scheinfüsschen (_Pseudopodia_) aus: dünne Fäden, welche sich
verästeln und an den Berührungsstellen netzförmig verschmelzen. Diese
Pseudopodien dienen sowohl zur Ortsbewegung und zur Empfindung, wie zur
Ernährung, indem die Acyttarien fremde organische Körperchen mittelst
derselben in ihr Inneres einziehen und dort auflösen. Stets ist das
Syncytium von einer ~Schale~ umschlossen, die äusserst vielgestaltig
ist. Die Pseudopodien treten entweder aus einer einzigen grösseren
Oeffnung der Schale hervor (_Imperforata_), oder aus zahlreichen
feinen Sieblöchern der Schale (_Foraminifera_). Meist besteht die
Schale aus kohlensaurem Kalk, seltener aus Kieselerde oder aus einer
organischen Substanz. Die Fortpflanzung erfolgt ~ungeschlechtlich~,
selten durch Theilung oder Knospung, meistens durch Sporenbildung.
Die meisten Acyttarien leben im Meere, einige im süssen Wasser; die
meisten kriechen auf dem Boden, wenige schwimmen an der Oberfläche; nur
einzelne sitzen auf einem Stiele fest.
Erste Ordnung der Thalamophoren:
~Monostegia~ (D’ORB.). Dichtschalige Einkammerlinge. Fig. 19.
Schale einkammerig, dicht, nicht siebförmig durchlöchert, nur mit einer
einzigen grösseren Oeffnung an einem Pole der Axe, selten mit zwei
grösseren Oeffnungen, an beiden entgegengesetzten Polen derselben.
(_Imperforata monostegia_).
~Gattungen~: Gromia (oviformis) Fig. 19. Lagynis (baltica). Squamulina
(laevis). Cornuspira (planorbis).
Zweite Ordnung der Thalamophoren:
~Polystegia~ (HAECKEL). Dichtschalige Vielkammerlinge.
Schale vielkammerig, dicht, nicht siebförmig durchlöchert, mit einer
einzigen grossen Oeffnung, am Ende der jüngsten Kammer. (_Imperforata
polystegia_).
~Gattungen~: Miliola (cyclostoma). Peneroplis (dendritina). Lituola
(nautiloides). Parkeria (ingens).
Dritte Ordnung der Thalamophoren:
~Monothalamia~ (M. SCHULTZE). Siebschalige Einkammerlinge.
Schale einkammerig, siebförmig von zahlreichen feinen Löchern
durchbrochen, ausserdem meist eine grosse Oeffnung an einem Pole der
Längsaxe. (_Foraminifera monothalamia_).
~Gattungen~: Orbulina (universa). Entosolenia (globosa). Lagena
(vulgaris).
Vierte Ordnung der Thalamophoren:
~Polythalamia~ (BREYN). Siebschalige Vielkammerlinge. Fig. 20–24.
Schale vielkammerig, siebförmig von zahlreichen feinen Löchern
durchbrochen, ausserdem oft eine grosse Oeffnung am Ende der jüngsten
Kammer. (_Foraminifera polythalamia_).
~Gattungen~: Nodosaria (radicula). Rotalia (veneta). Globigerina
(bulloides). Textularia (variabilis). Alveolina (vulgaris). Nummulites
(lentiformis).
Dreizehnte Klasse des Protistenreiches.