4 Ist es dem Capitain gefällig daß gegessen wird?

5 obgleich schon oft wiederholt, will ich doch noch einmal zur

Verständnis des mit nautischen Ausdrücken nicht bekannten Lesers

hier bemerken, daß die Leeseite eines Schiffes immer die dem Wind

entgegengesetzte ist. Starbord oder Stürbord ist, wenn man am

Steuerruder steht und nach vorn sieht, die rechte Lar- oder

Backbord, die linke Seite des Schiffes. Kommt also der Wind mehr von

der Starbordseite, so ist Backbord zugleich in Lee oder die

Leeseite. Wenn der Wind genau von hinten kommt, hat daher das Schiff

keine Leeseite. Die Luvseite, oder die zu windwärts, ist der

Leeseite entgegengesetzt.

6 Auf allen Schiffen befindet sich eine sogenannte Medicinkiste, der

ein kleines »Receptbuch« beigegeben ist. Die Medicinen sind

sämmtlich in numerirten Flaschen und Gläsern und das Buch enthält

hinter der Nummer die Angabe des Inhalts wie noch außerdem einen,

vielleicht aus dreißig bis vierzig Seiten bestehenden Anhang, in

welchem die Behandlung der verschiedenen Krankheiten mit Angabe der

Nummer der dabei zu verwendenden Medicinen gegeben ist. Auf

Kauffartheischiffen, auf denen sich keine Passagiere befinden, hat

der Capitain die Medicinen »nach bestem Wissen« auszutheilen, falls

Einer von seinen Leuten krank werden sollte, ja selbst auf vielen

Auswandererschiffen befand sich, bis in die neueste Zeit, kein

angestellter Arzt. Am liebsten helfen sich dabei die Rheder damit,

irgend einen jungen Arzt oder Chirurgen für »halbe Passsage«

mitzunehmen, der, selbst auf den längsten Reisen, dann die

Unglücklichen, die ihm unter die Hände fallen, »behandelt.« Eine

Controlle darüber findet, so viel ich weiß, nicht statt, wenn aber,

scheint sie vollkommen ungenügend zu sein.

7 Heinrich Schmidt hat eine reizende kleine Erzählung »_the man of

war_« in seinen »Seemannssagen und Schiffermärchen« darüber

geschrieben.

8 Das »laufende Tauwerk« im Gegensatz zu dem »stehenden« (Pardunen und

Stagen) werden die Taue genannt, mit denen die Raaen und Segel

gerichtet und gestellt, und aus- und eingezogen werden. Hängt man,

und den Passagieren auf Auswandererschiffen kann da in der That

nicht streng genug aufgepaßt werden, Wäsche an diesem »laufenden

Tauwerk«, und kommt plötzlich einmal eine Bö auf, bei der es davon

abhängt daß die Segel rasch geborgen werden, wenn sie nicht

zerreißen, ja in einzelnen Fällen den Mast, oder doch wenigstens

eine Stenge mit über Bord nehmen, so klemmen sich Hemden und

Strümpfe in die Blöcke ein, die Taue können nicht arbeiten, und die

gefährlichsten Folgen allerdings dadurch entstehn.

9 Wanten ist das, was der Landmann im gewöhnlichen Leben und sehr

unrichtig _Strickleitern_ nennt, und sie bestehen aus den Pardunen

welche die Maste fest und unbeweglich auf ihrer Stelle halten, daß

sie nicht nach Starbord oder Larbord hinüberschwanken können, und

sind durch dünne Seile »_Wevelien_« genannt, mit einander

leiterartig verbunden. Jeder Mast hat seine Wanten zu Starbord und

Larbord.

10 Raaen sind die Querbalken an den Masten an welchen die Segel

befestigt werden.

11 Südwester heißen die aus Leinwand gemachten und steif getheerten

Seemannskappen, deren breites und langes Schild im Nacken sitzt,

diesen gegen den Regen zu schützen.

Nach Amerika! Ein Volksbuch. Zweiter Band. · 第 16 / 19 题