2. Zwei Auszüge aus den von der Karlsruher Zeitung zuerst publizierten,
dann von der Augsburger Allgemeinen Zeitung usw. abgedruckten
Enthüllungen über die Emigration, für den Fall, daß Du nicht selbst die
Sachen gesehen hast.
Dr. Piali (in Paris) schreibt mir unter anderem: „Kossuth will im
Oktober losschlagen. Kiß hat Kossuth von hier aus allerlei Zusicherungen
gemacht, die vielleicht in das Fabelreich gehören, doch bei der
Fabelhaftigkeit der hiesigen Zustände auch möglich sind. Kossuth soll
von Bonaparte ein eigenhändiges Schreiben erhalten haben, nach Paris zu
kommen. Dieses Schreiben soll in wortgetreuer Kopie in allen ungarischen
Komitaten zirkulieren. Alles ist in Ungarn auf einen Gewaltschlag von
Kossuth vorbereitet. Selbst k. k. Beamte sind mit in dem großen Komplott
....“
Was die Kossuthgeschichte angeht, so ist es wohl möglich, daß Bonaparte
ihm Fallen stellt, um sich bei Österreich beliebt zu machen.
Der acht Mann starke Volksverein (aus dem Ruge nach dem Weydemeyerschen
Brief an Dich mit bekannter Virtuosität drei Ausschüsse gebildet hat)
zieht jetzt (unter anderem Ronge und Tralles) in der City herum, unter
dem Vorwand, zugleich eine „freie Gemeinde“ zu stiften. Was Teufel hat
der Deutsch-Katholik Ronge mit „freien Gemeinden“ zu schaffen?
Was sagst Du zu den Ovationen, die Bonaparte in den Provinzen erhält?
Die Franzosen blamieren sich doch schmählich .... Der Zollverein scheint
mir seinem sicheren Untergang nahe zu sein. Das österreichische
Bankerutt weiß immer noch fertig zu werden mit der preußischen
Prosperität.
Dana hat, wie ich gesehen, den Artikel genommen. Die Staatszeitung (New
York) bringt schon einen deutschen Auszug daraus.
Den 4. Oktober sollen also jetzt unsere „Leut“ vorkommen. Bürgers
gesteht alles, wenigstens soweit es ihn betrifft. Seinem Beruf gemäß
wird er sich „prinzipiell“ verteidigen. Während der Untersuchung hat er
ein 30 Bogen langes Memorandum über das „Wesen des Kommunismus“ zu
Protokoll gegeben. _Hony soit qui mal y pense._[1] Daniels soll sich
ziemlich wohl befinden. Der Ankläger wird beginnen von den
St.-Simonisten an; Advokat Schneider, um ihn zu schlagen, beginnt von
Babeuf. Man wird von Glück sagen können, wenn keiner zurückgeht auf die
Inkas oder Lykurg. –
_Ad vocem_ Jones. Obgleich ich mich persönlich seiner nicht zu beloben
habe, habe ich – er überrannte mich wieder, da _il y avait crise_[2] –
ihm beigestanden, wie unser ganzes Korps in der letzten Woche. Die
anderen Kerls hatten zwei bis drei Meetings zusammenberufen, wo
beschlossen werden sollte „_that this meeting is of opinion, that no
confidence can be placed in the success of any democratic movement which
Mr. Ernest Jones is connected therewith_“.[3] Sie _have been beaten_,[4]
und das gehörig. Die Esel suchten ihn erst durch Geldlumpereien zu
blamieren. Damit mißglückten sie. Dann griffen sie ihn an, daß Gegner zu
(?) ihm halten, weil er „__unfriendly_ feelings amongst the different
classes_“[5] heraufagitiere. Nämlich Harney-Holyoake, Hunt vom „Leader“,
Newton (der Kooperative) _et tutti quanti_[6] haben sich verbündet zur
Stiftung einer „National Party“. Diese National Party will _general
suffrage, but not Chartism_.[7] Alter Witz. Aber vor Eröffnung ihres
Feldzugs sollte Jones _be crushed_.[8] Sie haben sich _rather_[9]
verrechnet. Er hat sein Blatt um 1 Penny erhöht, ohne einen Abonnenten
zu verlieren.
Dein K. M.
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[1] Hundsfott, wer schlecht darüber denkt.
[2] Eine Krise vorlag.
[3] Daß diese Versammlung der Meinung ist, daß in den Erfolg keiner
demokratischen Bewegung, mit der Mr. Jones verbunden ist, Vertrauen
gesetzt werden kann.
[4] Sind geschlagen worden.
[5] Unfreundliche Gefühle zwischen verschiedenen Klassen.
[6] Und alle gleicher Art.
[7] Allgemeines Stimmrecht, aber nicht den Chartismus.
[8] Zermalmt werden.
[9] Ziemlich.
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