2. November 1846.

Lieber Marx!

Wo bleibt denn der lange versprochene weitläufige Brief? Schicke doch

dem Bernays das Manuskript, er braucht nur das, was Du hast, das

Gedruckte hat er noch. Nach Amerika hat er nichts geschickt, was dort

gedruckt ist, ist es ohne sein Willen und Wissen. Es sind aber viele

Exemplare gedruckt worden, von denen Leske nach allen Weltgegenden

verschenkt haben kann. Wir werden dem Dings nachspüren. Vielleicht durch

Grün oder Börnstein. Nach der Schweiz habe ich wegen des Manuskriptes

geschrieben, aber es scheint, er läßt mich ohne Antwort. Außer diesem

bleibt nur noch Jenny, mit dem habe ich einen Witz gemacht und wünsche

nicht an ihn zu schreiben. Schlage mir in Dein Nächstes ein paar Zeilen

für ihn bei, ich will’s abschicken, aber es ist nur __pro forma__, er

nimmt’s gewiß nicht. Der erste, an den ich schrieb, ist der Verleger

einer kleinen Broschüre von Bernays, aber wenn er auch akzeptiert, so

ist er doch bankrott, _à ce qu’écrit Püttmann_. _Voilà._[1] Ich

verzwe[ifle] an der Schweiz. Guter Rat ist teuer. Wir werden in [der]

jetzigen Schwulität gewiß keine drei Bände zusammen los werden;

höchstens zwei Bände bei zwei ganz verschiedenen Verlegern. Schreibe

hierüber auch. 23 Rue de Lille.

Dein E.

Erst jetzt las ich, was der Kleine da oben über seine Flucht aus der

Einsamkeit geschrieben. Es ist gut, daß wir ihn hier haben, er wird

allmählich wieder fidel. Grüße die janze Butik.

----------

[1] Wie Püttmann schreibt. So steht’s.

14

[Fragment. Undatiert, vor 1848, wahrscheinlich Sommer 1846.]

... 7. Sollten sie die Paragraphen wegen Dividendenteilung in

Paragraphen wegen Schadenteilung verwandeln, denn wenn alles das nicht

wäre, so machen sie schon wegen des famosen Prinzips bankrott, den

Schaden ganz zu tragen, aber den Profit zu teilen. Sie müßten also

doppelt so gute Geschäfte machen wie jeder andere Buchhändler, um sich

zu halten – es ist aber ein Faktum, daß alle bisherigen ausschließlich

oder nur vorzugsweise mit verbotenen Schriften handelnden Buchhändler –

Fröbel, Wigand, Leske – sich _auf die Dauer_ ruiniert haben: 1. durch

Konfiskation, 2. durch Ausschließung von Märkten, die plus minus doch

immer stattfindet, 3. durch Bemogelung von seiten der Kommissionäre und

Sortimentshändler, 4. durch Polizeidrohungen, Prozesse usw., 5. durch

die Konkurrenz der Buchhändler, die nur von Zeit zu Zeit etwas

Anrüchiges drucken lassen, bei denen die Polizei also seltener

einspricht, und die dabei doch mehr Chance haben, Manuskripte zu

bekommen, welche ziehen, während jenen stereotypen der Schund und die

nicht ziehenden Bücher bleiben. Der buchhändlerische Kampf mit der

Polizei kann nur mit Profit geführt werden, wenn viele Verleger sich

daran beteiligen, es ist _essentiellement_[1] ein Guerillakrieg, und man

verdient nur, wenn man selten so etwas riskiert. Der Markt ist nicht

groß genug, um eine _spécialité_[2] aus dem Artikel zu machen.

Es ist übrigens wurst, ob die Gesellschaft sich ruiniert, sie ruiniert

sich doch, mag sie’s anfangen wie sie will; aber bei der Garantie

ruiniert sie sich zu rasch, das gibt ein hitziges Fieber mit drei

Krisen, von denen die dritte gewiß tödlich ist. Für die zu erwartende

Zufuhr von Manuskript, die nicht übergroß sein wird, wäre eine gelinde

Schwindsucht passender. Es ist nur schlimm, daß ihr Kapital zu sehr

angegriffen wird, wenn sie selbst druckt. Sie müßte so viel haben, daß

sie zirka anderthalb Jahre drucken könnte. Denn gesetzt, das Kapital sei

gleich 3000 Taler, das sie im _ersten Jahre_ verwendet: die

Ostermesseabrechnung bringt ihr, bei erträglichen Geschäften, zirka zwei

Drittel, also 2000 Taler mindestens. Sie muß also noch wenigstens 1000

Taler fürs zweite Jahr über jene 3000 Taler haben. So bleibt stets zirka

ein Drittel bis ein Viertel des Kapitals engagiert, in Krebsen,

schlechten Zahlern usw. Vielleicht ließe sich dies unter Vorwand von

allmählich abzahlbarem Vorschuß extra von den Aktionären aufbringen. Es

ist übrigens nötig, sich vorher mit einem Buchhändler zu benehmen, um

genau zu wissen, wieviel vom angelegten Kapital am Ende des ersten

Jahres stecken bleibt, oder in wieviel Zeit man sein Gesamtkapital

einmal umschlagen kann. Ich weiß das so genau nicht, ich habe aber

Gründe, zu glauben, daß ich in den obigen Rechnungen eher zuwenig als

zuviel stets engagiertes Kapital angenommen.

Der Herr Gerant mit seinen 20 Prozent vom Gewinn wird reich werden. Wenn

in den Reservefonds auch 10 Prozent vom etwaigen Schaden kommen, so gibt

das ein hübsches Minus.

Was die Garantie für die _Schriftsteller_ für Folgen hat, davon will ich

gar nicht sprechen. Ich bin der Meinung, daß man sie _abschlagen_ muß,

wenn sie für größere Werke offeriert wird. Einmal die Gesellschaft auf

dieser Basis etabliert, können wir keinem anderen Buchhändler mehr was

antragen, ohne daß er glaubt, die Gesellschaft habe es _refüsiert_.

Davon abgesehen, daß dieselben Gründe, aus denen wir sie den Westfalen

abschlugen, auch hier existieren. Weder unsere Ehre noch unser Interesse

raten uns, darauf einzugehen.

Im einzelnen: Sieben im Tendenzkomitee sind zuviel. Drei, höchstens fünf

sind genug. Man bekommt sonst Esel hinein oder gar Intriganten. Das

Tendenzkomitee muß doch plus minus in Brüssel wohnen. Wo ist da bei

sieben Mitgliedern eine Wahl möglich? Ist auch gar kein Grund, daß so

viele sein sollen. Wir werden doch die Arbeit tun müssen, und ich bin

dabei für mein Teil, was sollen uns also all die Beisitzer? Übrigens,

wenn es den Gutachten des Tendenzkomitees geht wie denen der

Provinzlandtage, wie dann? Es wird eine Heidenarbeit werden, all diese

schriftlichen Gutachten, indessen daß wir uns dem entziehen, daran ist

kein Gedanke. Wie gesagt, ich bin dabei für mein Teil. – _Query?_[3]

Wenn die Bourgeois einen wahrhaft-sozialistischen Aufsichtsrat ernennen,

der unsere Gutachten outrepassiert,[4] wie dann?

----------

[1] Wesentlich.

[2] Spezialität.

[3] Frage.

[4] Überschreitet, das heißt über [die Gutachten] hinweggeht.

15

[Undatiertes Fragment, Jahreswende 1846/47.]

Lieber Marx!

Mein neulicher kurzer Brief an Gigot hatte folgende Gründe. Bei der

Untersuchung über die Unruhen im Faubourg St. Antoine im Oktober wurden

auch eine Masse verhafteter Deutscher inquiriert, der ganze zweite Schub

bestand aus Straubingern. Einige dieser, jetzt über die Grenze

spedierter Schafsköpfe müssen großen Unsinn über den Ewerbeck und über

mich ausgesagt haben; _in fact_, es war bei der Lumpigkeit der

Straubinger gar nichts anderes zu erwarten, als daß sie Heidenangst

bekamen und verrieten, was sie wußten und mehr. Dazu kam, daß die

Straubinger meiner Bekanntschaft, so geheimnisvoll sie mit ihren eigenen

Lumpereien sind, über meine Zusammenkünfte mit ihnen schändlich Lärm

geschlagen hatten. So sind diese Jungens. An der Barriere war vom edlen

Eisermann, wie ich Euch wohl schon schrieb, ein kompletter _avis aux

mouchards_[1] gegen mich losgelassen worden. J[ung]e beging auch einige

grobe Unklugheiten; er hat etwas die Großmannsucht, er will auf Kosten

der französischen Regierung nach Calais und London spediert werden.

Genug, Monsieur Delessert schickte mir und E[werbeck], dem längst

Verdächtigen und unter einem bloß suspendierten Ausweisungsbefehl

Stehenden, Mouchards über Mouchards auf den Hals, denen es gelang, uns

bis an den _marchand de vins_[2] zu verfolgen, wo wir zuweilen mit den

Faubourger Bären zusammenkamen. Damit war bewiesen, daß wir die Chefs

einer gefährlichen Clique seien, und bald daraus erfuhr ich, daß

Monsieur Delessert bei Monsieur Tanneguy Duchâtel um einen

Ausweisungsbefehl gegen mich und Ewerbeck eingekommen sei, und daß in

dieser Sache ein famoser Aktenstoß auf der Präfektur liege. Natürlich

hatte ich keine Lust, mich wegen Straubingers schaffen zu lassen. Ich

hatte dergleichen Geschichten schon kommen sehen, als ich merkte, mit

welcher Nonchalance die Straubinger in der ganzen Welt herumposaunten

und überall diskutierten, wer recht habe, Grün oder ich. Ich war den

Kram leid, zu bessern waren die Jungens doch nicht, nicht einmal gerade

heraus kamen sie in der Diskussion, gerade wie die Londoner, und meinen

Hauptzweck, den Triumph über Grün hatte ich erreicht. Die Gelegenheit

war sehr schön, die Straubinger mit Ehren loszuwerden, so ärgerlich die

Geschichte sonst auch war. Ich ließ ihnen also erklären, jetzt könne ich

nicht mehr bei ihnen schulmeistern, im übrigen sollten sie sich in acht

nehmen. Ewerbeck entschloß sich gleich zu einer Reise und scheint auch

gleich abgegangen zu sein, wenigstens habe ich ihn nicht mehr gesehen.

Wohin er ist, weiß ich auch nicht.

Nach dem Kleinen (Bernays) hatte sich die Polizei auch umgesehen, aber

der war wegen allerlei Abenteuer (es ist merkwürdig, was der für tolle

Affären hat, so wie er den Fuß in die zivilisierte Welt setzt) wieder in

sein altes Lokal abgezogen. Wann er wieder nach Paris kommt, weiß ich

nicht, keinesfalls aber zieht er in das Quartier, wohin er ziehen

wollte; _die Dir deshalb gegebene Adresse taugt also nichts_. Sein

Manuskript hat er glücklich erhalten. Inzwischen bin ich der edlen

Polizei dankbar dafür, daß sie mich aus der Straubingerei gerissen und

mir die Genüsse dieses Lebens in Erinnerung gebracht hat. Wenn die

verdächtigen Individuen, die mich seit vierzehn Tagen verfolgen,

wirklich Mouchards sind, wie ich es von einigen sicher weiß, so hat die

Präfektur in der letzten Zeit viel Entreebilletts für die _bals_[3]

Montesquieu, Valentino, Prado usw. usw. ausgegeben. Ich verdanke Herrn

Delessert ganz hübsche Grisettenbekanntschaften und viel Pläsier, _car

j’ai voulu profiter des journées et des nuits qui pouvaient être mes

derniers à Paris_. _Enfin_,[4] da man mich sonst bis jetzt in Ruhe

gelassen hat, scheint alles sich gelegt zu haben. Adressiert aber in

Zukunft alle Briefe an Monsieur A. F. Körner, _artiste-peintre_,[5] 29

Rue neuve Bréda, Paris. Drinnen ein Kuvert mit meinen Initialen so, daß

es nicht durchscheint. – –

Eben erhalte ich Antwort von dem Schweizer Verleger. Der Brief, der

inliegend erfolgt, beweist mir erst recht, daß ihm nicht zu trauen. So

freundschaftlich akzeptiert kein ordinärer Verleger, nachdem er Wochen

hat warten lassen. Wir können jetzt sehen, was der Bremer schreibt, und

dann auch noch immer tun, was wir wollen. Da ist auch noch der Kerl in

Bellevue bei Konstanz, vielleicht ist mit dem was aufzustellen; wenn der

Bremer nicht will, kann ich’s bei dem nochmal versuchen. Inzwischen will

ich mich nochmal nach der Herisau erkundigen – hätten wir nur einen

ordentlichen Kerl in der Schweiz, dem man das Manuskript mit Order, es

nur gegen bar Geld auszuliefern, schicken könnte. Aber da ist nur der

durstige Kindervater Pütt[mann]!

Als unschuldiges Nebenvergnügen habe ich in der letzten schlechten Zeit

außer den Mädeln noch einigen Umgang mit Dänemark und dem übrigen Norden

getrieben. Das ist Dir eine Sauerei. Lieber der kleinste Deutsche als

der größte Däne! So ein Klimax von Moralitäts-, Zunft- und Ständemisere

existiert nirgends mehr. Der Däne hält Deutschland für ein Land, wohin

man geht, um „sich Maitressen zu halten und sein Vermögen mit ihnen

durchzubringen“ (_imedens at han reiste i Tydskland, harde han en

Maitresse, som fortärede ham den bedste del af hans médler_,[6] heißt es

in einem dänischen Schulbuch!) – er nennt den Deutschen einen _tydsk

windbeutel_ und hält sich für den echten Repräsentanten des germanischen

Wesens, der Schwede verachtet wieder den Dänen als „verdeutscht“ und

ausgeartet, schwatzhaft und verweichlicht, der Norweger sieht auf den

verfranzösierten Schweden und seinen Adel herab und freut sich, daß bei

ihm in Norwegen noch gerade dieselbe stupide Bauernwirtschaft herrscht,

wie zur Zeit des edlen Kanut, und dafür wird er wieder vom Isländer _en

canaille_ behandelt, der noch ganz dieselbe Sprache spricht, wie die

schmierigen Wikinger von Anno 900, Tran säuft, in einer Erdhütte wohnt

und in jeder Atmosphäre kaputt geht, die nicht nach faulen Fischen

riecht. Ich bin mehrere Male in Versuchung gewesen, stolz darauf zu

werden, daß ich wenigstens kein Däne oder gar Isländer, sondern nur ein

Deutscher bin. Der Redakteur des avanciertesten schwedischen Blattes,

des Aftonblad, ist hier zweimal in Paris gewesen, um über die

Organisierung der Arbeit ins klare zu kommen, hat sich jahrelang den Bon

Sens und die Démocratie pacifique gehalten, mit Louis Blanc und

Considérant feierlich unterhalten, aber er hat’s nicht kapieren können

und ist so klug zurückgekommen, wie er wegging. Jetzt paukt er nach wie

vor hier die freie Konkurrenz, oder, wie das auf schwedisch

heißt, Nahrungsfreiheit oder auch _sjelfförsörjningsfrihet_,

Selbstversorgungsfreiheit (das ist doch noch schöner als

Gewerbefreiheit). Natürlich, die sitzen noch im Zunftdreck bis über die

Ohren, und auf den Reichstagen sind gerade die Bürger die wütendsten

Konservativen. Im ganzen Lande nur zwei ordentliche Städte à 80 000 und

40 000 Einwohner, respektive die dritte, Norrköping, hat nur 12 000,

alles übrige so 1000, 2000, 3000. Alle Poststationen wohnt ein Mensch.

In Dänemark ist’s kaum besser, da haben sie nur eine einzige Stadt, wo

die gottvollsten Zunftprozesse vorfallen, toller als in Basel oder

Bremen, und wo man nicht ohne Einlaßkarte auf die Promenade gehen darf.

Das einzige, wozu diese Länder gut sind, ist, daß man an ihnen sehen

kann, was die Deutschen tun würden, wenn sie Preßfreiheit hätten,

nämlich wie die Dänen wirklich getan haben, sogleich eine „Gesellschaft

für den wahren Gebrauch der freien Presse“ stiften und christliche,

wohlmeinende Kalender drucken lassen. Das schwedische Aftonblad ist so

zahm wie die Kölner Zeitung, hält sich aber für „demokratisch im wahren

Sinne des Wortes“. Dafür haben die Schweden die Romane von Fröken[7]

Bremer und die Dänen Herrn Etatsraad Öhlenschläger, Commandör af

Dannebrogsordenen.[8] Auch gibt es schrecklich viel Hegelianer dort, und

die Sprache, in der jedes dritte Wort aus dem Deutschen gestohlen ist,

paßt famos für die Spekulation.

Ein Bericht ist seit lange angefangen und folgt dieser Tage. Schreibe

mir, ob Ihr Proudhons Buch habt. Wenn Du von dem Proudhonschen Buche,

welches schlecht ist, für Dein Buch profitieren willst, so will ich Dir

meine sehr ausführlichen Exzerpte schicken. Es ist nicht die 15 Franken

wert, die es kostet.

[Fr. Engels.]

----------

[1] Benachrichtigung der Spitzel.

[2] Weinausschänker.

[3] Bälle, beziehungsweise Ballokale.

[4] Denn ich wollte die Tage und Nächte ausnutzen, die meine letzten

in Paris sein konnten. Schließlich ...

[5] Kunstmaler.

[6] Während er in Deutschland reiste, hielt er sich eine Maitresse,

die den größten Teil seiner Mittel verzehrte.

[7] Fräulein.

[8] Kommandant des Danebrogsorden.

1847

16

Freitag, 15. Januar 1847.

Lieber Marx!

Ich hätte Dir schon eher geschrieben, wenn nicht Bernays mich bis jetzt

hätte sitzen lassen. Der verfluchte Börnstein, bei dem ich mich nämlich

unter anderem auch wegen Deines Herkommens erkundigte, war nie zu

treffen, und so übertrug ich die Sache dem Bernays, der mir schon Montag

einen Brief für Dich in die Stadt bringen wollte. Statt dessen erhalte

ich gestern abend spät den inliegenden Wisch, den der faule Kerl

vorgestern abend in Sarcelles gesudelt, und die darin enthaltenen

Aufklärungen sind wahrhaftig nicht derart, daß sie ein fünf- bis

sechstägiges Studium erfordert hätten. Aber so ist der Kerl. Ich werde

übrigens den Börnstein selbst sprechen, denn mir genügt diese Aufklärung

keineswegs und, aufrichtig gesagt, ich glaube keinem Menschen weniger

aufs Wort als dem Bernays. Der Mensch brüllt mir seit nunmehr sechs

Monaten die Ohren voll, Du könntest jeden Tag mit Sack und Pack kommen,

und wenn’s zum Klappen kommt, macht er eine lange Historie von einem

Paß. Als ob Du einen Paß brauchtest! An der Grenze fragt kein Mensch

danach, auch Moses ist, ohne gefragt zu werden, hergekommen, ebensogut

wie ich, und wenn Du bei mir wohnst, so möchte ich doch wissen, wer

danach fragen sollte. Höchstens ein belgischer _Passeport pour

L’Intérieur_[1] zur etwaigen Legitimierung, oder das bekannte

Sendschreiben Herrn Leopolds: _Cabinet du Roi_[2] – das ist für alle

Fälle hinreichend. Heine ist ganz derselben Meinung, und sowie ich den

Börnstein attrappieren kann, werde ich ihn deshalb befragen.

Der Bernays hatte auch die Geschichte mit dem Tolstoi ausspekuliert oder

sich vielmehr von Börnstein aufbinden lassen, denn der Börnstein _bindet

ihm auf, was er will_.

Wegen Deines Herkommens also werde ich den Börnstein nochmals fragen;

Heine, wie gesagt, behauptet, Du könntest dreist kommen. Oder willst Du

zur französischen Ge[sandtschaft] gehen und Dir auf Grund Deines

preußischen Auswanderungsscheines einen Paß fordern?

Es war mir sehr lieb, daß Du mir Mosen ankündigtest. Der Edle kam zu

mir, traf mich nicht, ich schrieb ihm, er solle mir ein Rendezvous

geben. Gestern fand solches statt. Der Mann hat sich sehr verändert.

Jugendliche Locken umwallen sein Haupt, ein zierliches Bärtchen gibt dem

scharfen Kinn einige Grazie, eine jungfräuliche Röte überflog seine

Wangen, aber _la grandeur déchue se peignait dans ses beaux yeux_,[3]

und eine befremdliche Bescheidenheit war über ihn gekommen. Ich habe mir

hier in Paris einen sehr unverschämten Ton angewöhnt, denn Klimpern

gehört zum Handwerk, und man richtet mit selbigem manches bei

Frauenzimmern aus. Aber dies genotzüchtigte Exterieur des ehemals so

welterschütternden Überfliegers Heß hätte mich fast entwaffnet. Die

Heldentaten der wahren Sozialisten, seiner Jünger (wovon unten) und sein

eigener unveränderter Kern gaben mir aber wieder Mut. Genug, er ist von

mir so kalt und spöttisch behandelt worden, daß er *keine* Lust haben

wird wiederzukommen.

Der Bremer [Buchhändler] ist jedenfalls dem Schweizer vorzuziehen. Ich

kann dem Schweizer nicht schreiben, 1. weil ich seine Adresse vergessen

habe, 2. weil ich dem Kerl kein niedrigeres Honorar pro Bogen

vor[schlagen] will, als Du dem Bremer vorschlägst. [Lücke] ... also

Deine Vorschläge für den Bremer und zugleich die Adresse des Kerls. Er

hat dem Bernays seine schlechte Rothschild-Broschüre gut bezahlt, aber

den Pütt[mann] geprellt: für ihn gedruckt, aber unter dem Vorwand, seine

Fonds engagiert zu haben, die Zahlung des Honorars ins Unendliche

hinausgeschoben.

Sehr schön, daß Du französisch gegen Proudhon schreibst. Die Broschüre

ist hoffentlich schon fertig geschrieben bei Ankunft dieses. Daß Du

_meinetwegen_ aus unserer Publikation antizipieren kannst, was Du

willst, versteht sich von selbst. Daß Pr[oudhon]s Assoziation auf Brays

Plan herausläuft, glaube ich ebenfalls. Ich hatte den guten Bray ganz

vergessen.

Du hast vielleicht in der Trierschen Zeitung von der Neuen Leipziger

Soz[ialistischen] Zeitschrift gelesen, betitelt „Veilchen“, Blätter für

die _harmlose_ moderne Kritik!! worin Herr Semmig als Sarastro brüllt:

In diesen heiligen Hallen kennt man die Rache nicht, in diesen

heiligen Mauern darf kein Verräter lauern, dann wandelt er an

Freu-eu-eu-eundeshand, vergnügt und froh ins bessere Land – aber er hat

leider keinen Baß dazu, wie weiland Reichel. Sarastro-Semmig opfert hier

den drei Gottheiten: 1. Heß – 2. Stirner – 3. Ruge – alles in einem

At[em]. Erstere beide haben die Tiefen der Wissenschaft ... [Lücke].

Dies Blättchen oder Veilchen ist das Tollste, was ich je gelesen habe.

Eine solche stille und zugleich unverschämte Verrücktheit ist nur in

Sachsen möglich. Könnten wir doch das Kapitel über den wahren

Sozialismus noch einmal machen, jetzt, wo sie sich nach allen Seiten

entwickelt haben, wo sich die westfälische Schule, die sächsische

Schule, die Berliner Schule usw. usw. nebst den einsamen Sternen

Püttmann usw. besonders konstituiert haben. Man könnte sie nach den

Sternbildern des Himmels einteilen. Püttmann der große und Semmig der

kleine Bär oder Püttmann der Stier, und die Plejaden seine acht Kinder.

Hörner verdient er, wenn er sie nicht hat, ohnehin. Grün, der Wassermann

usw. Apropos Grün. Ich werde den Artikel über Grüns Goethe umarbeiten,

auf einen halben bis drei Viertel Bogen reduzieren und ihn für unsere

Publikation zurechtmachen, _wenn’s_ Dir recht ist, worüber Du mir bald

schreiben sollst. Das Buch ist zu charakteristisch. Grün preist alle

_Philistereien_ Goethes als _menschlich_, er macht den Frankfurter und

_Beamten_ Goethe zum „wahren Menschen“, während er alles Kolossale und

Geniale übergeht oder gar bespuckt. Dergestalt, daß dies Buch den

glänzendsten Beweis liefert, daß _der Mensch_ = _der deutsche

Kleinbürger_. Dies hatte ich nur angedeutet, könnte es aber ausführen

und den Rest des Artikels ziemlich streichen, da er für unser Ding nicht

paßt. Was meinst Du?

Dein Engels.

----------

[1] Inlandspaß.

[2] Kabinett des Königs.

[3] Die gefallene Größe malte sich in seinen schönen Augen.

17

Dienstag, 9. März 1847.

Lieber Marx!

Das inliegende Broschürli wurde mir heute morgen von Junge überbracht;

Ewerbeck habe es vor einigen Tagen zu ihnen gebracht. Ich sah mir das

Ding an und erklärte, es sei von Mosi, und setzte dem Junge dies Punkt

für Punkt auseinander. Heute abend sah ich Ewerbeck, er gestand, es

gebracht zu haben, und nachdem ich das Ding gehörig heruntergerissen,

kommt heraus, daß er selbst, Ewerbeck, der Verfasser des sauberen

Machwerkes ist. Er hat es, wie er behauptet, in den ersten Monaten

meiner Anwesenheit hier verfaßt. Der erste Rausch, in den ihn die von

mir mitgeteilten Neuigkeiten versetzten, hat ihn dazu begeistert. So

sind diese Jungens. Während er den Heß auslachte, der sich mit fremden

Federn schmückt, die ihm nicht stehen, und den Straubingern verbot, dem

Grün zuzustecken, was ich ihnen vortrug, damit der es nicht ebenso

mache, setzt er sich hin und treibt es – in der besten Absicht der Welt,

wie immer – um kein Haar besser. Moses und Grün hätten die Sachen nicht

mehr verhunzt als dieser volkstümliche ...... Doktor. Ich habe ihn

natürlich erst etwas verhöhnt und ihm schließlich verboten, je wieder

solches Zeug zu laxieren. Aber das sitzt dem Volke in den Knochen. Die

vorige Woche setze ich mich hin und schreibe aus Unsinn eine anonym

herauszugebende Broschüre über die Lola Montez. Samstag las ich ihm

einiges daraus vor, und heute abend erzählt er mir mit gewöhnlicher

Bonhommie, daß ihn dies zu einer ähnlichen Produktion inspiriert habe,

die er bereits den nächsten Tag über denselben Gegenstand gemacht und

dem Mäurer für seine Inkognitozeitschrift (sie erscheint wirklich ganz

im geheimen und nur für die Redaktion unter Zensur von Madame Mäurer,

die bereits ein Gedicht von Heine gestrichen) eingehändigt. Er teile mir

dies jetzt schon mit, um seine Ehrlichkeit zu salvieren und um kein

Plagiat zu begehen! Dies neue Meisterstück dieses erpichten und

verpichten Schriftstellers wird natürlich eine Übersetzung meines Witzes

in solenn-überschwenglichen Stilum sein. Dies letztere Probestück kurzen

Gedärmes ist zwar im übrigen wurst, zeigt aber doch, wie dringend nötig

es ist, daß entweder Dein Buch oder unsere Manuskripte so rasch wie

möglich erscheinen. Die Kerle tragen sich alle mit dem Kummer, daß so

famose Ideen dem Volke solange verborgen bleiben, und wissen am Ende

kein anderes Mittel, sich diesen Stein vom Herzen zu wälzen, als daß sie

selbst so viel davon aus ihrem Darme pressen, als sie _passablement_

verdaut zu haben meinen. Lasse den Bremer also nicht fahren. Wenn er

nicht antwortet, schreibe nochmals. Akzeptiere das möglichst Geringe, im

Notfall. Diese Manuskripte verlieren mit jedem Monat, den sie auf Lager

zubringen, 5 bis 10 Franken pro Bogen an _exchangeable value_.[1] Noch

ein paar Monate, _la diète prussienne en discutera, la querelle bien

entamée à Berlin_,[2] und der Bauer und Stirner sind nicht mehr zu 10

Franken pro Bogen verkäuflich. Bei einer solchen Gelegenheitsschrift

kommt man allmählich auf einen Punkt, wo hohes Honorar als Forderung des

schriftstellerischen _point d’honneur_[3] ganz beiseite gesetzt werden

muß.

Die Konstitutionsbroschüre bekommst Du baldmöglichst. Ich werde sie auf

einzelne Blätter schreiben, damit Du einlegen und weglassen kannst. Wenn

Aussicht da ist, daß Vogler einiges zahlt, so frage ihn, ob er den

Lola-Montez-Witz – zirka anderthalb bis zwei Bogen – nehmen will,

brauchst aber nicht zu sagen, daß das Ding von mir herrührt. Antworte

mir umgehend darüber, sonst versuche ich in Bellevue. Du wirst in Débats

oder Constitutionnel gelesen haben, daß Schufterle Schlepfer in Herisau

vom großen Rat wegen württembergischer Klagen außerstande gesetzt ist,

weiter revolutionäres Zeug zu drucken, er selbst hat es in Briefen

hierher bestätigt und sich alle Zusendungen _verbeten_. Also Grund mehr,

an dem Bremer zu halten. Ist es gar nichts mit dem, so bleibt nur die

„Verlagsbuchhandlung“ in Bellevue bei Konstanz. _Au reste_, wenn das

Unterbringen unserer Manuskripte mit dem Unterbringen Deines Buches

kollidiert, so foutiere [schleudere] in Teufels Namen die Manuskripte in

eine Ecke, denn es ist viel wichtiger, daß Dein Buch erscheint. Wir

beide beißen doch bei unseren Arbeiten darin nicht viel heraus.

Du hast vielleicht in der gestrigen (Montags) Kölner Zeitung einen

biedermännischen Artikel über Martin du Nords Skandalgeschichte gelesen.

Dieser Artikel ist von Bernays – er macht von Zeit zu Zeit die

Börnsteinsche Korrespondenz.

Die hiesige Polizei ist jetzt sehr bösartig. Es scheint, sie wollen mit

aller Gewalt eine Emeute oder eine massenhafte Konspiration gelegentlich

der Hungersnot herausbeißen. Erst streuen sie allerlei Druckschriften

aus und heften _placats incendiaires_[4] an, und jetzt haben sie gar

Brandstiftungsmaschinen gemacht und ausgestreut, die aber nicht

_angesteckt waren_, damit der Épicier die ganze Größe der teuflischen

Bosheit erkennen könne. Dazu haben sie die schöne Geschichte mit den

_communistes matérialistes_[5] angefangen, eine Masse Kerls verhaftet,

von denen A den B, B den C, C den D kennt usw., und nun auf Grund dieser

Bekanntschaft und einiger Zeugenbehauptungen die ganze Masse unter sich

meist unbekannte Kerle in eine „Bande“ verwandelt. Der Prozeß dieser

„Bande“ wird bald vorkommen, und wenn zu diesem neuen System die alte

_complicité morale_[6] hinzukommt, so kann man jedes beliebige

Individuum mit der größten Leichtigkeit verurteilen. _Cela sent son

Hébert._[7] Auf diese Art ist nichts leichter, als auch den _père_[8]

Cabet ohne weiteres zu verdonnern.

Komme doch, wenn es irgend möglich, im April einmal hierher. Bis zum 7.

April ziehe ich aus – ich weiß noch nicht, wohin –, und habe um dieselbe

Zeit auch einiges Geld. Wir könnten dann einige Zeit höchst fidel

zusammen verkneipen. Da die Polizei jetzt allerdings eklig ist (außer

dem Sachsen, von dem ich schrieb, war auch mein alter Gegner Eisermann

geschaßt, beide sind hier geblieben, vergleiche K. Grün in der Kölner

Zeitung), so ist es allerdings am besten, daß man den Rat des Börnstein

befolgt. Versuche beim französischen Gesandten, auf Deine Auswanderung

*einen* Paß zu kriegen; wenn das nicht geht, dann wollen wir sehen, was

hier auszurichten ist – es gibt wohl noch einen konservativen

Deputierten, der sich durch die sechste Hand rühren läßt. Du mußt

platterdings mal wieder aus dem ennuyanten Brüssel weg und nach Paris,

und das Verlangen, etwas mit Dir zu kneipen, ist auch meinerseits sehr

groß. Entweder _mauvais sujet_[9] oder Schulmeister, das ist alles, was

man hier sein kann; _mauvais sujet_ unter liederlichen Stricken, und

_cela vous va fort mal quand vous n’avez pas d’argent_,[10] oder

Schulmeister von Ewerbeck, Bernays und Konsorten. Oder sich von den

Chefs der französischen Radikalen weise Ratschläge geben lassen, die man

nachher noch gegen die anderen Esel verteidigen muß, damit sie nicht gar

zu stolz in ihrer schwammigen Deutschheit sich brüsten. Hätte ich 5000

Franken Renten, ich täte nichts als arbeiten und mich mit den Weibern

amüsieren. Wenn die Französinnen nicht wären, wäre das Leben überhaupt

nicht der Mühe wert.

Hast Du Louis Blancs [Geschichte der französischen] Revolution gesehen?

Ein tolles Gemisch richtiger Ahnungen und grenzenloser Verrücktheiten.

Ich habe erst die Hälfte des ersten Bandes in Sarcelles gelesen. _Ça

fait un drôle d’effet._[11] Kaum hat er einen durch eine nette

Anschauung überrascht, so poltert er einem gleich den furchtbarsten

Wahnsinn über den Kopf. Aber der Louis Blanc hat eine ganz gute Nase und

ist auf gar keiner üblen Spur, trotz allem Wahnsinn. Er bringt es aber

doch nicht weiter, als er jetzt schon ist – „ein Zauber bleit ihn

nieder“, die Ideologie.

Kennst Du Ach. de Vaulabelle, _Chute de l’Empire, Histoire des deux

Restaurations_?,[12] im vorigen Jahre erschienen, Republikaner vom

National und in der Art der Geschichtschreibung der alten Schule – _vor_

Thierry, Mignet usw. – angehörend. Grenzenloser Mangel an Einsicht in

die ordinärsten Verhältnisse – selbst der Capefigue in seinen „_Cent

Jours_“[13] ist darin unendlich besser –, aber interessant wegen der

bourbonischen und alliierten Schmutzereien, die er alle zusammenzählt,

und wegen ziemlich genauer Darstellung und Kritik der _facta_[14],

solange seine nationalen und politischen Interessen ihn nicht stören. Im

ganzen jedoch langweilig geschrieben, eben wegen Mangel alles

Überblicks. Der National ist ein schlechter Historiker, und Vaulabelle

soll Marrasts _amicus_[15] sein.

Moses ist ganz verschollen. Bei den „_Ouvriers_“[16], mit denen ich

nicht umgehe, verspricht er Vorlesungen zu halten, gibt sich für Grüns

Gegner und meinen Intimus aus! Gott weiß und Moses desgleichen, daß ich

ihn bei unserer zweiten und letzten Entrevue am Passage Vivienne mit

offenem Maule stehen ließ – – –. Seitdem ist er mir nur noch am _mardi

gras_[17] begegnet, wo er sein lebensmüdes Ich durch den

fürchterlichsten Regen und die ödeste Langeweile nach der Börse zu

schleifte. Wir erkannten uns nicht einmal.

Den Brief an Bakunin werde ich besorgen, sobald ich seiner Adresse

sicher bin – bis jetzt ist es noch _chanceux_.[18]

Apropos, schreibe doch an den Ewerbeck wegen des Broschürlis und

verhöhne ihn etwas, er hält demütigst _ambas posaderas_[19] dar und

wünscht Hiebe drauf zu besehen – Du kennst das.

Also schreibe bald und besorge das, daß Du herkommst.

Dein F. E.

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[1] Marktwert.

[2] Die Diskussion im [vereinigten] preußischen Landtag beginnt, der

Streit in Berlin gehörig im Gange ....

[3] Ehrensache.

[4] Brandplakate.

[5] Materialistische Kommunisten. (Gruppe extrem radikaler

Kommunisten.)

[6] Moralische Mitschuld.

[7] Das riecht ganz nach Hébert.

[8] Vater [beziehungsweise der Alte].

[9] Liederliches Subjekt.

[10] Das steht euch sehr schlecht, wenn ihr kein Geld habt.

[11] Das macht einen komischen Eindruck.

[12] [Der] Sturz des Kaiserreichs, [die] Geschichte zweier

Restaurationen.

[13] Die hundert Tage. [Baptiste Honoré Capefigue war ein

politisierender Historiker und Romandichter.]

[14] Tatsachen.

[15] Freund.

[16] Arbeiter [beziehungsweise Handwerker].

[17] Fastnacht.

[18] Vom Zufall abhängig.

[19] Beide Hinterbacken.

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Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883, Erster Band · 第 10 / 196 题