(gegen den Altar im Hintergrunde gewandt).)
Peronto, meiner Väter Gott!
Laß gelingen, was ich sinne
Und teilen will ich, treu und redlich
Was wir gewinnen von unsern Feinden.
(Kriegerische Musik.) Bewaffnete Griechen (ziehen auf, mit grünen
Zweigen in der Hand. Der letzte geht) Phryxus, (in der linken Hand
gleichfalls einen grünen Zweig, in der Rechten ein goldenes
Widderfell, in Gestalt eines Panieres auf der Lanze tragend.)
Bewaffnete Kolcher (treten von der andern Seite ein. Die Musik
schweigt.)
(Indem Phryxus an dem im Hintergrunde befindlichen Altar und der
darauf stehenden Bildsäule vorbeigeht, bleibt er, wie von Erstaunen
gefesselt stehn, dann spricht er:)
Phryxus.
Kann ich den Augen traun?--Er ist's, er ist's!
Sei mir gegrüßt, du freundliche Gestalt,
Die mich durch Wogensturm und Unglücksnacht
Hierher geführt an diese ferne Küste,
Wo Sicherheit und einfach stille Ruh
Mit Kindesblicken mir entgegen lächeln.
Dies Zeichen, das du mir als Pfand der Rettung
In jener unheilvollen Stunde gabst
Und das, wie der Polarstern vor mir leuchtend,
Mich in den Hafen eingeführt des Glücks,
Ich pflanz' es dankbar auf vor deinem Altar
Und beuge betend dir ein frommes Knie,
Der du ein Gott mir warest in der Tat
Wenn gleich dem Namen nach, mir Fremden, nicht!
(Er knieet.)
Aietes (im Vorgrunde).
Was ist das?
Er beugt sein Knie dem Gott meiner Väter!
Denk' der Opfer, die ich dir gebracht,
Hör' ihn nicht Peronto,
Höre den Fremden nicht!
Phryxus (aufstehend).
Erfüllet ist des Dankens süße Pflicht.
Nun führt zu eurem König mich! Wo weilt er?
(Die Kolcher weichen schweigend und scheu zu beiden Seiten aus dem
Wege.)
Phryxus (erblickt den König, auf ihn zugehend).
In dir grüß' ich den Herrn wohl dieses Landes?
Aietes.
Ich bin der Kolcher Fürst!
Phryxus.
Sei mir gegrüßt!
Es führte Göttermacht mich in dein Reich,
So ehr' in mir den Gott, der mich beschützt.
Der Mann, der dort auf jenem Altar thront,
ist er das Bildnis eines der da lebte?
Wie, oder ehrt ihr ihn als einen Himmlischen?
Aietes.
Es ist Peronto, der Kolcher Gott.
Phryxus.
Peronto! Rauher Laut dem Ohr des Fremden,
Wohltönend aber dem Geretteten.
Verehrst du jenen dort als deinen Schützer
So liegt ein Bruder jetzt in deinem Arm,
Denn (Brüder) sind ja Eines Vaters Söhne.
Aietes (der Umarmung ausweichend).
Schützer er dir?
Phryxus.
Ja, du sollst noch hören.
Doch laß mich bringen erst mein Weihgeschenk.
(Er geht zum Altar und stößt vor demselben sein Panier in den Boden.)