Das Epos floß aus Volksgesängen zusammen. Sobald eine größere Menge

derselben gegeben, aufgeschrieben und gesammelt war, so kam von

selbst die Aufforderung sie untereinander zu verbinden. Eine

Zusammensetzung dieser Art fließt aus dem bestimmten Gedanken, um

den sich die Teile fest verbinden, den sie halb dem epischen

Dichter an die Hand geben, den dieser zur andern Hälfte selbst

ausbildet. Diese Einheit, die man lächerlicherweise als einen

Beweis gegen die volksmäßige Entstehung der großen Epen hat geltend

machen wollen, ist die Grundbedingung jedes größeren in ein Ganzes

geschlossenen Volksepos.

Die epische Betrachtungsweise des Lebens ist gleich der antiken,

der griechischen. Konzentration in allem Dichten und Treiben, Liebe

des Ortes und Vaterlandes, Lebenslust, frohes Ergreifen der nahen

Gegenwart, Einheitsliebe, Umfriedigung, Geschlossenheit, das

Unendliche überall als eins und sich verwirklichend in dem

Einzelnen und Endlichen und Individuellen. Bei den Neueren und den

nordischen Völkern herrscht phantastische Ausschweifung, die Flucht

in die Ferne, in das Endlose und in die jenseitige Zukunft. Die

Tempel der Griechen sind in der schönsten Harmonie des Inneren und

Aeußeren, mit einem Blick überschaubar; jeder gotische Dom ist mit

riesenhafter Anlage begonnen, als ob er nie fertig werden sollte:

theokratische Rundbogen, ritterliche Spitzbogen, industrielle

Böden; ungeheure Türme, deren Einzelheiten dem Auge verschwinden,

bei den Griechen Metopen und Skulpturen großartiger, um den

Eindruck zu lassen, um alles einem Blick zu gewähren.

Das Epos ist weder komisch noch tragisch: es spaltete sich nicht in

diese zwei Zweige wie das Drama. Denn indem das Epos erzählt, was

war, indem es auf ein altertümliches Heroengeschlecht gerichtet

ist, ist es vorherrschend ernst, ruhig, heiter; das Drama, die

Gegenwart darstellend, ist teils tragisch teils komisch, wie die

Begebenheiten der bürgerlichen Welt.

Das Epos und die naive Dichtung bleibt bei den geschilderten

wirklichen Zuständen stehen, die sentimentale bezieht sich auf

Ideen. Das Epos fällt in Zeiten, wo die Kraft der Phantasie

lebendig ist, daß sie keiner Hilfe bedarf.«

Die feinsinnigsten Bemerkungen über epische Poesie, besonders über Homer

und seine Zeit, die letzthin erschienen sind, finden sich in Hermann

Grimms herrlichem Buche über die Ilias, dessen Fortsetzung jeder echte

Freund der Poesie mit Sehnsucht erwartet.

Die Stelle Goethes an Schiller steht im Briefe vom 9. Dezember 1797

(Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe Band 1, S. 360 Spemann).

S. 24. Ueber Goethes Nausikaa (Werke Band 10, S. 97. 406 Weimarische

Ausgabe) vgl. Scherer, Aufsätze über Goethe S. 177.

S. 25. Schiller urteilt über Goethe in seiner Abhandlung über naive und

sentimentalische Dichtung: »Dieses gefährliche Extrem des

sentimentalischen Charakters ist der Stoff eines Dichters geworden, in

welchem die Natur getreuer und reiner als in irgend einem andern wirkt

und der sich unter modernen Dichtern vielleicht am wenigsten von der

sinnlichen Wahrheit der Dinge entfernt« (Sämtliche Schriften Band 10, S.

476 Goedeke).

Der Goethesche Spruch in den Werken Band 2, S. 216 Weimarische Ausgabe.

S. 26. Goethes Ausspruch über seine künstlerische Befähigung steht in

der italienischen Reise unter dem Datum des 23. Februar 1788 (Werke Band

24, S. 474 Hempel); ein Originalbrief, der diese Worte enthielte, ist

nicht vorhanden.

Wahl des Stoffes. Warum kein politischer.

S. 27. Die Aeusserung Lessings in einem Briefe an seinen Bruder Karl vom

11. November 1774 (Werke Band 20 Abteilung 1, S. 589 Hempel).

Ueber Börnes Beziehungen zu Goethe handelt ausführlich Brandes, Das

junge Deutschland S. 48; vgl. auch Gedanken über Goethe S. 164. 313.

S. 32. Der Ausspruch Leibnizens (_dissertatio de stilo philosophico_ §

12) wird zitiert in Feuerbachs Darstellung, Entwicklung und Kritik der

Leibnizschen Philosophie S. 193.

S. 33. Hehn verweist hier auf Prutz, Geschichte des deutschen

Journalismus Band 1, S. 279.

Ueber Thomasius vgl. Minors Aufsatz in der Vierteljahrsschrift für

Literaturgeschichte Band 1, S. 1. Wertvolle historische Nachweise über

das Deutsche als Universitätssprache enthält die Jenaer Doktorschrift

von Hodermann, Universitätsvorlesungen in deutscher Sprache um die Wende

des 17. Jahrhunderts, Friedrichroda 1891, die leider viel zu wenig

bekannt geworden ist.

S. 36. Ueber die Anredeformeln, wie sie in Goethes Werken vorkommen,

vgl. Gedanken über Goethe S. 274.

S. 37. Mit der obigen guten Charakteristik Lessings vergleiche man die

heissblütige Verkennung seines Verhältnisses zu Goethe in den Gedanken

über Goethe S. 56. Wie kann man Lessing so verkennen und als Neid gegen

Goethe auffassen, was doch nichts als eine leidige Voreingenommenheit

seines Urteils in betreff des Werther und ein gut Teil Heterogeneität

der Natur und Weltanschauung war! Auch Biedermanns Darstellung des

Verhältnisses beider (Goethejahrbuch Band 1, S. 17) befriedigt nicht.

S. 38. »Herder war keine harmonische Natur, sondern eigenwillig und

ungleich, bald weich und freundlich, bald herzlos und ungerecht, von

mehr dialektischem als konstruktivem Geiste, wie Goethe von ihm sagt«

Gedanken über Goethe S. 14.

S. 40. Das Urteil Pfizers in der Vorrede zu seinem Buche: Der Wälsche

und der Deutsche, Aeneas Sylvius Piccolomini und Gregor von Heimburg,

Stuttgart 1844.

Gervinus' Auseinandersetzung über Schillers ästhetische Briefe in seiner

Geschichte der deutschen Dichtung Band 5, S. 468.

S. 41. Guhrauer, Goethe im Verhältnis zu Politik und Geschichte in Brans

Minerva 1846 Band 4, S. 181; vgl. besonders S. 228.

»Nicht Goethe, sondern Schiller war der poetisch vollendete Ausdruck des

achtzehnten Jahrhunderts, der dreifach oder hundertfach erhöhte

Klopstock; Goethe stand im tiefsten Gegensatz zu dem Geiste desselben

und seine Dichtung begleitete dessen Phasen und Epochen keineswegs, wie

öfter mit Unrecht behauptet worden« Gedanken über Goethe S. 109.

Goethes Aeusserung über Zeitungen im 17. Buch von Dichtung und Wahrheit

(Werke Band 29, S. 69 Weimarische Ausgabe).

S. 43. Für die Ehrfurcht vor Höheren verweist Hehn auf Riemer,

Mitteilungen über Goethe Band 1, S. 155.

S. 45. »Und was anders ist der Sinn der ganzen Dichtung von Hermann und

Dorothea, als dass in wilder Zeit, in der Auflösung alles Gewordenen,

doch die heilende Naturkraft sich bewährt und in Haus und Besitz, in

Stiftung der Familie, in begrenztem Dasein und wiederkehrender, sich

bescheidender Thätigkeit die ewige Ordnung unzerstörbar ist?« Gedanken

über Goethe S. 239.

Humboldts Charakteristik der bürgerlichen Epopöe findet sich in § 77

seiner Schrift über Hermann und Dorothea (S. 154 der 4. Auflage;

gesammelte Werke Band 4, S. 205).

Hegel, Vorlesungen über Aesthetik Band 1, S. 238.

S. 46. Ueber Goethes Beziehungen zur französischen Revolution handelt

Hehn ausführlich in den Gedanken über Goethe S. 93.

S. 47. Das Zitat aus Schillers Distichon »Das Höchste« (Sämtliche

Schriften Band 11, S. 74 Goedeke).

S. 48. Dahlmann, Geschichte der französischen Revolution S. 9.

S. 50. Ueber Rafael und Goethe vgl. Hermann Grimm, Goethe S. 183.

S. 51. Ueber Voltaires Schätzung durch Goethe vgl. Hermann Grimm, Goethe

S. 48.

Stoffquelle, Entstehung und Aufnahme.

S. 52. Ein Aufsatz »Ueber den mutmasslichen Stoff zu Goethes Hermann und

Dorothea« erschien im Morgenblatt 1809 Nr. 138.

Panse, Geschichte der Auswanderung der evangelischen Salzburger im Jahre

1732, Leipzig 1827.

Yxem, Ueber die Quelle des idyllischen Epos Hermann und Dorothea von

Goethe, erschienen in von der Hagens Germania (Neues Jahrbuch der

Berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache und Altertumskunde) Band

2, S. 137.

S. 55. Goethes Aeusserung an Heinrich Meyer in einem Briefe vom 28.

April 1797 (Riemer, Briefe von und an Goethe S. 51).

S. 56. Schillers Brief an Körner ist vom 28. Oktober 1796 (Briefwechsel

Schillers mit Körner Band 3, S. 374); aus demselben Briefe ist auch das

Zitat S. 57.

S. 57. Die Rezension steht in der Bibliothek der schönen Wissenschaften

und freien Künste Band 61, S. 230. 260, wiederabgedruckt bei Braun,

Goethe im Urteile seiner Zeitgenossen Band 2, S. 306; vgl. auch S. 66.

Im allgemeinen vgl. über die Aufnahme von Hermann und Dorothea beim

Publikum Gedanken über Goethe S. 99.

Die Elegie Hermann und Dorothea steht in Goethes Werken Band 1, S. 293

Weimarische Ausgabe, Anmerkungen dazu in Goethes Gedichten Band 1, S.

431 Loeper.

S. 59. Schillers Brief ist vom 9. Dezember 1796 (Briefwechsel zwischen

Schiller und Goethe Band 1, S. 229 Spemann)

Ort und Zeit.

S. 61. Ueber den süddeutschen Charakter vgl. auch Gedanken über Goethe

S. 18.

S. 63. Die ciceronianische Stelle findet sich _de oratore_ Buch 1, § 28

und lautet: _nam me haec tua platanus admonuit, quae non minus ad

opacandum hunc locum patulis est diffusa ramis quam illa, cujus umbram

secutus est Socrates, quae mihi videtur non tam ipsa aquula, quae

describitur, quam Platonis oratione crevisse_.

Grimm, Deutsche Rechtsaltertümer S. 796.

Die beiden Parzivalstellen sind 162, 8 und 185, 28 Lachmann.

S. 64. Die Stelle aus Gottfried von Strassburgs Tristan steht 420, 23

Massmann.

S. 65. Hochsommer: vgl. Gedanken über Goethe S. 307.

Gang der Fabel.

S. 66. Homers Hymnus auf Apollo Vers 189.

Goethes Aeusserung über den rhapsodischen Vortrag findet sich in der mit

Schiller gemeinsam redigierten Arbeit »Ueber epische und dramatische

Dichtung« (Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe Band 1, S. 368

Spemann).

S. 70. Die Stellen in der Campagne in Frankreich sind Aufzeichnungen vom

4. und 11. Oktober 1792 (Werke Band 25, S. 82. 94 Hempel).

S. 71. [Greek: biodôros aia] Sophokles' Philoktet Vers 1138; vgl. auch

Gedanken über Goethe S. 298.

S. 77. Humboldt handelt vom Wunderbaren im Epos in § 41 seines Buches

über Hermann und Dorothea (S. 86 der 4. Auflage; gesammelte Werke Band

4, S. 114).

S. 84. Goethes Brief an Schiller, worin er des Friedensschlusses

gedenkt, ist vom 13. Mai 1797 (Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

Band 1, S. 275 Spemann).

Charaktere.

S. 88. Die Schilderung von Hermanns Charakter ist fast wörtlich schon in

den Gedanken über Goethe S. 237 verwertet.

S. 91. Ueber die öfter aufgeworfene Frage, ob der Pfarrer Katholik oder

Protestant sei, äussert sich sehr richtig Hehn folgendermassen: »Ob der

Pfarrer in Hermann und Dorothea ein katholischer oder protestantischer

Geistlicher ist und ob er Messe liest oder eine Predigt hält, bleibt bei

der hohen und freien Religiosität, die ihn in Thun und Reden leitet,

unentschieden: doch könnte die Erwähnung des Tedeums, wo zur Orgel die

Glocke tönt, und der Umstand, dass nirgends seiner Familie gedacht ist,

mehr für das erstere sprechen; hinwiederum ist er aber auch Mentor eines

jungen Barons in Strassburg gewesen, also wie Lenz und Herder, und mit

solchem Amt pflegt der lutherische Kandidat seine Laufbahn zu beginnen«

(Gedanken über Goethe S. 34).

S. 94. Hier ist zu erwähnen, dass das Urbild der Dorothea nach

Bielschowskys Ansicht (Die Urbilder zu Hermann und Dorothea: Preussische

Jahrbücher Band 60, S. 335; vgl. auch Band 69, S. 666) Goethes frühere

Geliebte Lili sein soll, deren Schicksale bei ihrer Flucht vor den

eindringenden Franzosen Goethe verwertet habe. Mir sind Bielschowskys

Argumente in keiner Weise überzeugend.

S. 95. Humboldts Tadel dieses Motivs findet sich in § 34 seines Buches

über Hermann und Dorothea (S. 69 der 4. Auflage; Gesammelte Werke Band

4, S. 92); vgl. auch Goethes Gespräche Band 7, S. 37.

S. 97. Ueber das Typisch-homerische in unserm Gedicht handelt Hehn auch

Gedanken über Goethe S. 201.

[Greek: Patros g' hode pollon ameinôn] Ilias Buch 6, Vers 479.

S. 100. Goethes Aeusserung an Meyer ist aus einem Briefe von 28. April

(Riemer, Briefe von und an Goethe S. 51), die an Schiller aus einem

Briefe vom 8. April 1797 (Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe Band

1, S. 258 Spemann).

Sitten und Lebenssphäre.

S. 104. Ausführlich handelt Hehn über Goethes poetische Verwertung des

Bürgertums in den Gedanken über Goethe S. 234.

Die Homerstelle lautet (Ilias Buch 18, Vers 558):

[Greek: kêrykes d' apaneuthen hypo drui daita penonto,

boun d' hiereusantes megan amphepon, hai de gynaikes

deipnon erithoisin leuk' alphita polla palynon.]

S. 106. Ueber frühe Ehe bei Goethe vgl. Gedanken über Goethe S. 220.

S. 108. Der ganze Abschnitt vom Freiwerben in früherer Zeit steht fast

wörtlich so auch in den Gedanken über Goethe S. 246.

S. 109. Hegel, Philosophie des Rechts § 162; vgl. Gedanken über Goethe

S. 247.

Ueber die Sonntagserholungen der Bürger bei Goethe vgl. Gedanken über

Goethe S. 250.

S. 110. Ueber Sentenzen als ethischen Ausdruck des Bürgertums vgl.

Gedanken über Goethe S. 241.

S. 113. Ueber die Geltung der Nachbarschaft in Goethes Werken vgl.

Gedanken über Goethe S. 243.

Der Endabschnitt steht fast wörtlich in den Gedanken über Goethe S. 253.

Diktion.

S. 119. Das Distichon aus Goethes Gedicht »Der neue Pausias und sein

Blumenmädchen« (Werke Band 1, S. 273 Weimarische Ausgabe).

S. 120. Ueber Goethes Schilderungen der Wirkung des Mondlichts vgl.

Gedanken über Goethe S. 291.

S. 123. Reineke Fuchs Gesang 1, Vers 15.

S. 124. Grimm, Deutsche Grammatik Band 4, S. 146.

S. 125. Die ironische Färbung der antikisierenden Sprache, die auch S.

127 behauptet wird, möchte ich in Abrede stellen trotz Hehns Ausspruch:

»Wohl aber, wie so oft bei Goethe, bewirkt die Wahrheit des Tones, dass

über die Erzählung wie ein leichter ironischer Hauch hinzuschweben

scheint« (Gedanken über Goethe S. 71).

Virgil, Aeneis Buch 1, Vers 148.

S. 126. Cicero, Laelius § 62.

In Xenophons Memorabilien Buch 2, Kapitel 4, § 4 heisst es: [Greek: eti

de pros toutois horan ephê tous pollous tôn men allôn ktêmatôn kai pano

pollôn autois ontôn to plêthos eidotas, tôn de philôn oligôn ontôn to

plêthos agnoountas.]

Die Homerstelle steht Ilias Buch 2 Vers 484, Buch 11 Vers 218, Buch 14

Vers 508, Buch 16 Vers 112.

S. 127. Goethes Aeusserung über die Gleichnisse in seinem Gedicht in

einem Briefe an Schiller vom 23. Dezember 1797 (Briefwechsel zwischen

Schiller und Goethe Band 1, S. 370 Spemann).

Die beiden in die Rede verflochtenen Gleichnisse sind Gesang 1 Vers 176:

Denn wer erkennet es nicht, dass seit dem schrecklichen Brande,

Da er so hart uns gestraft, er uns nun beständig erfreut hat

Und beständig beschützt, so wie der Mensch sich des Auges

Köstlichen Apfel bewahrt, der vor allen Gliedern ihm lieb ist;

und Gesang 3 Vers 9:

Soll doch nicht als ein Pilz der Mensch dem Boden entwachsen

Und verfaulen geschwind an dem Platze, der ihn erzeugt hat,

Keine Spur nachlassend von seiner lebendigen Wirkung.

Die Homerstelle steht Odyssee Buch 14 Vers 55. 165. 360. 442. 507, Buch

16 Vers 60. 135. 464, Buch 17 Vers 272. 311. 380. 512. 579.

Vers.

S. 129. Für dies ganze Kapitel verweise ich auf Hehns äusserst anregende

Abhandlung »Einiges über Goethes Vers« im Goethejahrbuch Band 6, S. 176.

Die bessernde Arbeit, die Goethe in metrischer und stilistischer

Hinsicht seinem Epos angedeihen liess, wird erst nach Erscheinen des

unser Gedicht enthaltenden Bandes der Weimarischen Ausgabe klar und

eingehend beurteilt werden können; einstweilen orientiert Schreyers

Abhandlung »Goethes Arbeit an Hermann und Dorothea« im Goethejahrbuch

Band 10, S. 196.

S. 131. Gervinus, Geschichte der deutschen Dichtung Band 4, S. 132.

Ueber den Anfang des deutschen Hexameters vgl. Wackernagel, Geschichte

des deutschen Hexameters und Pentameters bis auf Klopstock, Berlin 1831,

wiederabgedruckt in seinen kleineren Schriften Band 2, S. 1; ferner

Martins Aufsatz in der Vierteljahrsschrift für Literaturgeschichte Band

1, S. 98.

S. 132. Voss, Zeitmessung der deutschen Sprache S. 13.

S. 134. Bei Platens Tadel über die weimarischen Hexameter verweist Hehn

auf Nr. 99 der Deutschen Jahrbücher von 1841.

Die beiden Homerverse stehen Odysee Buch 11 Vers 598. 596.

S. 135. Voss, Zeitmessung der deutschen Sprache S. 127.

S. 136. Humboldts Bemerkung steht in § 102 seiner Schrift über Hermann

und Dorothea (S. 201 der 4. Auflage; gesammelte Werke Band 4, S. 266)

S. 138. Der Bericht Goethes an Schiller in seinen Briefen vom 8. und 15.

April 1797 (Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe Band 1, S. 257.

260 Spemann). Humboldts prosodische Bemerkungen stehen in seinen Briefen

an Goethe vom 6. und 30. Mai 1797 (Goethes Briefwechsel mit den

Gebrüdern von Humboldt S. 32; Goethejahrbuch Band 8, S. 67).

Riemer, Mitteilungen über Goethe Band 2, S. 586.

Andre deutsche Epen (Luise von Voss, Messias von Klopstock) zur

Vergleichung.

S. 139. Ueber Vossens Luise vgl. noch Gedanken über Goethe S. 228.

Andre Urteile Niebuhrs zitiert Hehn in den Gedanken über Goethe S. 103.

132.

Goethe schreibt an Schiller am 28. Februar 1798: »Mein Gedicht scheint,

wie ich aus diesen Nachrichten sehe, Voss nicht so wohlthätig als mir

das seine. Ich bin mir noch recht gut des reinen Enthusiasmus bewusst,

mit dem ich den Pfarrer von Grünau aufnahm, als er sich zuerst im Merkur

sehen lies, wie oft ich ihn vorlas, so dass ich einen grossen Teil davon

noch auswendig weiss, und ich habe mich sehr gut dabei befunden, denn

diese Freude ist am Ende doch produktiv bei mir geworden, sie hat mich

in diese Gattung gelockt, den Hermann erzeugt, und wer weiss was noch

daraus entstehen kann. Dass Voss dagegen mein Gedicht nur _se

defendendo_ geniesst, thut mir sehr leid für ihn. Denn was ist dann an

unserm ganzen bisschen Poesie, wenn es uns nicht belebt und uns für

alles und jedes, was gethan wird, empfänglich macht? Wollte Gott, ich

könnte wieder von vorn anfangen und alle meine Arbeiten als ausgetretene

Kinderschuhe hinter mir lassen und was Besseres machen« (Briefwechsel

zwischen Schiller und Goethe Band 2, S. 51 Spemann).

S. 140. Schiller, Sämtliche Schriften Band 10, S. 489 Anmerkung Goedeke.

Vossens Brief an Gleim in seinen Briefen Band 2, S. 339; ebenda S. 340

Anmerkung steht Gleims oben zitiertes Gedicht.

S. 143. »Die Ehrbarkeit und die theologische Dogmatik, das gestalt- und

inhaltlose Kraftgefühl, der Schwung in die Leere des Erhabenen, die

Spannung zwischen Geist und Sinn, die Versenkung in dunkle

Zusammenklänge, die grübelnde Gewaltsamkeit gegen die Sprache, die

Thränen der Schwermut um nichts, der persönliche Ernst statt der offenen

Hingabe an Welt und Leben, dies waren die Eigenschaften, die das

sächsische Deutschland an dem Sänger des Messias und der Oden entzückten

und ihm begeisterte Jünger zuführten«, Gedanken über Goethe S. 11; vgl.

auch daselbst S. 61.

S. 146. Goethes Gedicht »Die Kränze« steht in den Werken Band 2, S. 136

Weimarische Ausgabe; Anmerkungen dazu in Goethes Gedichten Band 1, S.

400 Loeper.

Schlegels Ausspruch über Vossens Luise steht im Athenäum 1798 (Gedanken

über Goethe S. 229).

_Jena_, 20. Juli 1893.

Albert Leitzmann.

End of Project Gutenberg's Ueber Goethes Hermann und Dorothea, by Victor Hehn

Ueber Goethes Hermann und Dorothea · 第 14 / 14 段