3. Fam. Xiphodontidae.

Diese auf das europäische Oligocän beschränkte Familie enthält kleine

zierliche Arten, die manche Aehnlichkeit mit den Anoplotheriidae

zeigen, sich andererseits auch gewissen Wiederkäuern etwas nähern.

An den M sind sämmtliche Höcker zu Halbmonden ausgebildet, auch die

Innenhöcker der unteren M, obwohl dieselben noch an die ursprüngliche

Kegelform erinnern. Die vorderen P sind auffallend lang und stellen

scharfe Klingen vor (Fig. 990). Die C sind klein, im Unterkiefer

gerne den J ähnelnd. Das Gebiss ist meistens lückenlos, mitunter aber

beginnen kleine Lücken vor oder hinter dem P₁ aufzutreten. Einige Arten

scheinen nur zwei Zehen besessen zu haben; der Fuss ist inadaptiv

reducirt. Vielleicht gehört die Stammform der Oreodontidae, Protoreodon

hierher.

[Illustration: Fig. 989. Caenotherium commune Brav. Phosphorite von

Quercy. A obere, B untere Backzahnreihe. C oberer M₁ (³⁄₁).]

[Illustration: Fig. 990. Xiphodon gracilis Cuv. Oligocän der Débruge.

A obere Backzähne von der Kaufläche, B untere Backzähne von aussen, C

untere Milchbackzähne von aussen.]

Xiphodon Cuv. (Fig. 990, 995 D). Zahlreich im Oligocän.

X. gracilis Cuv. (Fig. 990) war ein schlankes hochbeiniges Thier,

sehr ähnlich einem kleinen geweihlosen Hirsch. Gebiss lückenlos.

Schwanz lang. Oligocän.

X. (Xiphodontherium Filh.) murinum Cuv. zeigt kleine Lücken im

Unterkiefergebiss, indem der obere C sich etwas verlängert, der untere

schneidezahnähnlich wird, und dafür der P₁ eckzahnähnlich (Annäherung

an den Wiederkäuertypus).

Elemente der Paläontologie · 第 534 / 606 题