Dies sind gigantische Thiere von Rhinoceros- und fast Elephantengrösse
aus dem Bridger-Eocän von Nordamerika, die grössten und
abenteuerlichsten der eocänen Landsäugethiere, die bisher bekannt sind
(Fig. 939). In den »Bad Lands« von Wyoming wurden die Reste dieser
Thiere in solcher Zahl beobachtet und gesammelt, dass sie nunmehr in
verschiedenen Sammlungen der Vereinigten Staaten durch eine ganze Reihe
mehr oder weniger vollständiger Skelete repräsentirt sind, welche eine
Anzahl verschiedener Arten darstellen.
[Illustration: Fig. 939. Loxolophodon ingens Marsh. Washakie-Gruppe des
Bridger-Eocäns von Wyoming. Skelet.]
[Illustration: Fig. 940. Loxolophodon (Dinoceras) mirabilis Marsh.
Bridger-Eocän von Wyoming. Obere Backzähne.]
Die ganze Körpergestalt (Fig. 939), die Beine, das Becken erinnern
vielfach an Elephanten; die älteren Formen standen auf niedrigeren,
die jüngeren auf höheren Beinen. Das auffallendste an diesen Riesen
ist der Schädel (Fig. 941), der mit 3 Paar hornzapfenartiger Vorsprünge
versehen war, welche bei einzelnen Arten eine bedeutende Länge
erreichten und wohl als Träger für äussere, dermale Hörner dienten.
Das vorderste Hörnerpaar sass auf den Nasalia, das nächste auf den
Maxillaria, während das letzte Paar den hintersten Theil des Schädels
in Anspruch nahm, dessen Hinterrand ausserdem noch zu einem queren
Kamine erhoben war.
Dazu kommt noch, dass die oberen C zu gewaltigen säbelartigen Hauern
verlängert waren, zu deren Schutze die Unterkiefersymphyse einen
Fortsatz nach unten (w) bildet. Obere J fehlen dafür ganz, die unteren
J und C waren einander ähnlich, zweilappig, klein, mitunter ganz
rudimentär. Die Backzähne (Fig. 940) ähneln denen der Coryphodontidae,
die P sind den M ähnlich. Das Gehirn war verhältnissmässig noch
winziger als bei der letzten Familie. Alle Arten stammen aus dem
Bridger-Eocän von Wyoming.
[Illustration: Fig. 941. Loxolophodon (Dinoceras) mirabilis Marsh.
Bridger-Eocän von Wyoming. Schädel. m = Maxillare; n = Nasale; w =
Fortsatz an der Unterkiefersymphyse.]
Loxolophodon Cope (= Tinoceras Marsh und Dinoceras Marsh). Jederseits
der Unterkiefersymphyse finden sich vier zweilappige Zähne (J u.
C) von gleicher Grösse (bei Uintatherium nur 2-3); Zahnformel
(0·1·3·3)/(3·1·3·3). Hierher gehören die grössten Formen der Familie.
L. cornutus Cope. Bridger-Eocän von Wyoming.
L. (= Tinoceras) ingens Marsh (Fig. 939). Bridger-Eocän von Wyoming.
L. (= Dinoceras) mirabilis Marsh (Fig. 934, 940 u. 941).
Bridger-Eocän von Wyoming.