2. Fam. Ursidae.

Die Bären sind Raubthiere, die sich aber einer gemischten, oft rein

vegetabilischen Nahrung zugewandt haben. Dies kennzeichnet sich im

Gebiss (Fig. 876) durch die starke Entwickelung der Höckerzähne, von

denen im Ober- und Unterkiefer stets zwei hinter den R vorhanden sind.

Bei den primitiveren Formen sind dieselben kaum grösser als die R

und etwa quadratisch, so dass sie sich an gewisse Canidae sehr nahe

anschliessen; bei den extremsten Formen werden sie bedeutend grösser

und besonders der obere M₂ sehr stark verlängert; die Haupthöcker der

Höckerzähne werden niedrig und warzenförmig, und neben ihnen treten

zahlreiche Nebenwärzchen auf; die Lückzähne sind immer sehr klein und

werden zuletzt rudimentär; am unteren R ist der Anhang vergrössert

und wenigstens von der Grösse des vorderen Theiles; alle Höcker der R

niedrig und stumpf. Die Bären sind extrem plantigrad (Fig. 877). Der

Schwanz ist rudimentär.

[Illustration: Fig. 876. Ursus spelaeus Rosenm. Diluvium. Württemberg.

Gebiss. A Oberkiefer, B Unterkiefer von der Kaufläche.]

[Illustration: Fig. 877. Ursus spelaeus Rosenm. A Vorderfuss. B

Hinterfuss. a = Astragalus; c = Calcaneus; n = Naviculare; p =

Pyramidale; pi = Pisiforme; s + c + l = Carpalknochen verwachsen aus

Scaphoid, Centrale und Lunare; 1, 4 = erstes und viertes Carpale resp.

Tarsale; I, V = erster und fünfter Metacarpus bez. Metatarsus.]

Ursidae entwickeln sich im Miocän der alten Welt aus Canidae. Amphicyon

geht durch Vermittelung von Dinocyon fast unmerklich in Hyaenarctos

über. Obermiocän bis Gegenwart, seit dem Oberpliocän in Amerika.

Hyaenarctos Falc. u. Cautl. Obere M quadratisch, etwa gleich gross, mit

niedrigen, etwas runzeligen Höckern. Obermiocän bis Diluvium von Europa

und Asien.

H. atticus Dames. Pliocän von Pikermi.

H. sivalensis Falc. u. Cautl. Siwaliks von Indien.

Ursus L. (Fig. 876). Obere M sind länger als breit, beträchtlich

grösser als R, und der hintere viel länger als der vordere;

Nebenwärzchen sehr zahlreich; die drei ersten Lückzähne sind rudimentär

oder fehlen ganz. Ursus hat sich aus Hyaenarctos entwickelt und tritt

zuerst im Oberpliocän von Europa und Indien auf. Gegenwärtig finden

sich Bären in allen Regionen mit Ausnahme der afrikanischen und

australischen.

U. arvernensis Croiz. Pliocän der Auvergne.

U. spelaeus Rosenm. (Fig. 876, 877). Die vorderen Lückzähne fehlen

dem erwachsenen Thiere ganz; Schädel mit stark abfallender Stirn; kann

bedeutend grösser werden als die lebenden Arten. Der »Höhlenbär« ist

eines der häufigsten und bezeichnendsten Thiere des europäischen

Diluviums. Manche Diluvialhöhlen haben Reste von vielen Hunderten von

Individuen dieser Art ergeben.

Arctotherium Gerv. Höcker der oberen M sehr deutlich, ohne Runzeln.

Pleistocän und Pliocän. Nord- und Südamerika.

A. bonariense Gerv. Pampasformation. Südamerika.

Elemente der Paläontologie · 第 473 / 606 题