5. Ordnung Creodonta.

Die Creodonta spielen während der ganzen älteren Tertiärzeit die

Rolle der eigentlichen Raubthiere, der Carnivora, die sich auch

wahrscheinlich aus ihnen entwickelt haben. Ihre Blüthezeit fällt in das

Eocän, auch im Oligocän sind sie noch vertreten, dann aber erlischt die

Gruppe vollständig, um den damals schon zahlreich vorhandenen echten

Raubthieren Platz zu machen. Man kennt eine bedeutende Anzahl Arten

aus Europa und Nordamerika von der Grösse eines Wiesels bis zu der des

Grizzlybären.

Gehirn und Backzähne, ebenso die ganze Gestalt erinnern auffallend an

die Raubbeutelthiere, so dass an nähere Verwandtschaft mit denselben

gedacht werden könnte. Jedoch sind sie von denselben wohl unterschieden

durch das Vorhandensein eines vollständigen Milchgebisses und durch die

ursprüngliche Zahnformel (3 · 1 · 4 · 3)/(3 · 1 · 4 · 3).

Wie die echten Raubthiere haben auch sie (Fig. 867) meist drei

gedrängt stehende J mit schneidendem Rande (J₂ ebenfalls oft etwas

zurückgeschoben), verlängerte C und gut entwickelte, aber ziemlich

einfache P. Hirn sehr klein und glatt; oben und unten sind meist alle M

trigonodont und von gleicher Gestalt, ihre Aussenhöcker nie V-förmig

ausgebildet; nur der obere M₃ kann reducirt sein; der obere M₂ und

untere M₃ sind fast nie kleiner, oft aber grösser als die vorderen

M; Kopf auffallend gross, mit kräftigem Sagittalkamm und kleiner

Hirnkapsel; Schwanz lang und Beine kurz; Claviculae fehlen; sie sind

plantigrad, Krallen oft stumpf, Endphalangen oft gespalten; Scaphoid,

Lunare und Centrale stets getrennt; Cuboid oft eingekeilt zwischen

Calcaneus und Astragalus, das proximale Astragalusgelenk meist einfach

convex; Humerus mit Foramen entepicondylare; Femur oft mit drittem

Trochanter; Tibia und Fibula getrennt.

Die primitiveren Formen stehen den ältesten Insectivora, Tillodontia,

Condylarthra und Prosimiae sehr nahe; von den Creodonta sind Carnivora

und Pinnipedia abzuleiten.

Es lassen sich folgende fünf Familien unterscheiden:

I. M₁ nie grösser als M₂.

A. Untere M mit dreihöckerigem vorderen Theile (α, β, β’), und einem

schüsselförmigen hinteren Anhänge (γ).

1. Fam. Proviverridae.

B. Untere M comprimirt, mit drei hinter einander liegenden Höckern

(α, β, γ); β’-Höcker fehlt oder rudimentär, Anhang γ kegelförmig,

selten fehlend.

1. Aussenhöcker der M kegelförmig; Astragalus mit proximalem

Rollengelenke.

2. Fam. Mesonychidae.

2. Aussenhöcker der M klingenförmig verlängert; oberer M₃

rudimentär oder fehlend.

3. Fam. Hyaenodontidae.

C. Höcker der M niedrig und warzenförmig, von zahlreichen

Nebenhöckern umgeben; unten erreicht der Anhang γ die Höhe der

vorderen Zahnhälfte.

4. Fam. Arctocyonidae.

II. Gebiss wird Carnivoren-ähnlich, indem oben P₄ und unten M₁

vergrössert sind und als Reisszähne den hinteren etwas verkümmerten

M gegenüber auftreten. Alle M deutlich trigonodont.

5. Fam. Miacidae.

Elemente der Paläontologie · 第 463 / 606 题